Psalm 52–55
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Die Arroganz des Bösen
521Dem Chorleiter. Ein Lehrgedicht von David. 2Damals war der Edomiter Doëg zu Saul gekommen und hatte ihm berichtet, David sei bei Ahimelech gewesen.
3Was gibst du mit dem Bösen an, du großer Held, wo Gottes Gnade uns doch täglich umhegt? 4Du Intrigant! Mit Lügenworten, messerscharf, richtest du das Unheil an! 5Du liebst das Böse mehr als das Gute, die Lüge mehr als Ehrlichkeit. ♪ 6Es macht dir Spaß, mit Worten Unheil zu bringen, du hinterhältiger Protz! 7Darum wird Gott dich für immer bestrafen. Er packt dich und vertreibt dich aus deinem Zuhause und reißt dich aus dem Land der Lebenden heraus. ♪
8Die Gerechten werden es sehen und erschauern. Dann werden sie über ihn lachen: 9„Seht den Mann! Er nahm keine Zuflucht bei Gott; er hat stattdessen auf Reichtum vertraut und auf seine Bosheit gebaut.“ 10Doch ich bin wie ein grüner Olivenbaum, der im Tempelgelände wächst. Ich werde immer auf Gottes Güte vertrauen. 11Ich will dich ewig preisen, denn du hast das getan. Auf deinen Namen hoffe ich mit denen, die dir nahe sind, denn dein Name ist gut.
Die Unvernunft des Gottlosen
531Dem Chorleiter. Auf eine schwermütige Weise. Ein Lehrgedicht von David.
2Dummköpfe denken: „Es gibt keinen Gott.“ Sie richten Unheil an; ihr Tun ist abscheuliches Unrecht. Keinen gibt es, der Gutes tut.
3Gott blickt vom Himmel auf die Menschen herab, will sehen, ob einer dort verständig ist, nur einer, der wirklich Gott sucht. 4Doch alle haben sich von ihm entfernt, sie sind alle verdorben. Keiner tut Gutes, nicht einer davon.
5Wissen die Bösen denn nicht, was sie tun? Sie fressen mein Volk, als wäre es Brot. Gott rufen sie gewiss nicht an. 6Da trifft sie Furcht und Schrecken, obwohl es keinen Grund dafür gibt. Gott zerstreut die Gebeine deiner Bedränger. Du machst sie zuschanden, ‹Israel›, denn Gott hat sie verworfen.
7Wenn doch die Rettung aus Zion bald käme! Wenn Gott dann die Not seines Volkes wendet, wird Israel jubeln und Jakob sich freuen.
Hilferuf des Bedrohten
541Dem Chorleiter. Mit Saitenspiel. Ein Lehrgedicht von David. 2als die Männer von Sif Saul meldeten, dass David sich bei ihnen versteckt hielt.
3Gott, durch deinen Namen rette mich! Schaff mir Recht durch deine Macht! 4Gott, hör mein Gebet, gib den Worten meines Mundes ein Ohr!
5Denn Fremde stehen gegen mich auf, Gewalttäter wollen mir ans Leben. Sie kümmern sich nicht um Gott. ♪ 6Aber ich weiß: Gott ist mein Helfer! Der Herr ist es, der mein Leben beschützt. 7Lenke das Böse auf meine Feinde zurück! Zeige deine Treue und mache sie stumm!
8Dann bringe ich dir Opfer mit Freude. Deinen Namen, Jahwe, will ich preisen, denn er ist gut, 9weil er mich gerettet hat aus aller Not. Und nun sehe ich auf meine Feinde herab.
Verraten und alleingelassen
551Dem Chorleiter. Mit Saitenspiel. Ein Lehrgedicht von David.
2Gott, höre mein Gebet, verschließ dich meinem Flehen nicht! 3Hör doch auf mich und antworte mir! Ich irre mit meiner Klage umher und bin ganz verstört. 4Meine Feinde bedrohen mich, die Gottlosen toben. Sie wälzen Unheil auf mich, verfolgen mich mit zornigem Hass. 5Die Angst schnürt mir die Kehle zu, Todesfurcht hat mich überfallen. 6Furcht und Zittern setzen mir zu, kaltes Grauen steigt hoch.
7Ich wünschte, ich hätte Flügel. Wie eine Taube flöge ich fort und suchte nach einem Ruheort. 8Weit weg würde ich fliehen, in der Wüste hausen über Nacht. ♪ 9Ich suchte schnellstens eine Bleibe, eine Sicherheit vor Starkwind und Sturm.
10Reiß sie auseinander, Herr, dass sie sich nicht mehr verstehen! In der Stadt sehe ich nur Streit und Gewalt. 11Ihre Mauern sind Tag und Nacht bewacht, doch Unheil und Elend sind mitten darin. 12Verderben breitet sich in ihr aus, Gewalt und Betrug beherrschen Straße und Platz.
13Denn nicht mein Feind beschimpft mich, das würde ich ertragen; nicht mein Hasser tut groß gegen mich, vor ihm könnte ich mich verbergen. 14Doch du, ein Mensch wie ich, mein Freund und mein Vertrauter! 15Wie haben wir unsre Gespräche genossen, vereint mit der Menge in Gottes Haus!
16Sie alle soll der Tod überfallen, mögen sie lebend hinab zu ihm fahren, denn Bosheit füllt ihr Inneres aus.
17Doch ich, ich rufe zu Gott, und Jahwe hilft mir. 18Abends und morgens und mittags klage ich und stöhne. Da hat er meine Stimme gehört, 19hat meine Seele zum Frieden erlöst, dass keiner mir zu nahe kommt. Denn viele waren gegen mich. 20Gott wird mich hören und macht sie vor mir klein, er, der seit Ewigkeiten herrscht. ♪ Sie wollen sich nicht ändern und nehmen Gott nicht ernst.
21Der Verräter vergreift sich an seinen Freunden, er bricht den feierlichen Bund. 22Seine Worte sind süß wie Sahne, doch sein Herz denkt nur an Krieg. Glatt wie Öl fließt seine Rede, doch jedes Wort ist wie ein Dolch.
23Wirf auf Jahwe deine Last und er wird dich erhalten. Niemals lässt er zu, dass der Gerechte fällt. 24Du, Gott, wirst sie in den Abgrund stürzen, die Männer von Blut und Betrug. Noch vor der Lebensmitte sind sie tot. Ich aber weiß mich sicher bei dir.
Footnotes
- ♪steht für das hebräische Sela, das vielleicht mit Empor! wiedergegeben werden kann, aber nicht sicher zu übersetzen ist. Wahrscheinlich war es ein Zeichen für die Musik.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden