Psalm 138–145
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Dankbare Gewissheit
1381Von David.
Von ganzem Herzen will ich dich preisen, vor den „Göttern“ lobsinge ich dir. 2Anbetend werfe ich mich nieder vor deinem Heiligtum und lobe deinen Namen, weil du so gütig und wahrhaftig bist. Denn du hast dein Wort erfüllt und deinen Namen groß über alles gemacht. 3Du hast mich erhört am Tag, als ich rief, und hast die Kraft meines Lebens vermehrt.
4Alle Könige der Erde werden dich loben, Jahwe, wenn sie die Worte aus deinem Mund hören. 5Sie werden singen von den Wegen Jahwes, denn die Herrlichkeit Jahwes ist groß. 6Gewiss, Jahwe ist hoch und erhaben, aber den Niedrigen sieht er doch und den Stolzen erkennt er von fern.
7Auch wenn man mich schwer bedrängt, belebst du mich. Du nimmst mich in Schutz vor der Wut meiner Feinde, deine mächtige Hand hilft mir heraus. 8Jahwe vollbringt es für mich. Jahwe, deine Gnade hört niemals auf. Lass nicht ab von dem, was du tust!
Von Gott durchschaut
1391Dem Chorleiter. Ein Psalmlied von David.
Jahwe, du hast mich erforscht und erkannt. 2Ob ich sitze oder stehe, du weißt es, du kennst meine Gedanken von fern. 3Ob ich ruhe oder gehe, du prüfst es, mit all meinen Wegen bist du vertraut. 4Noch eh das Wort auf meine Zunge kommt, hast du es schon gehört, Jahwe. 5Von allen Seiten umschließt du mich, ich bin ganz in deiner Hand. 6Das ist zu wunderbar für mich, es zu begreifen, zu hoch, dass ich es versteh!
7Wohin sollte ich gehen, um dir zu entkommen, wohin fliehen, dass du mich nicht siehst? 8Stiege ich zum Himmel hinauf, so bist du da, legte ich mich zu den Toten, da wärst du auch. 9Nähme ich die Flügel des Morgenrots und ließe mich nieder am Ende des Meeres, 10auch dort würdest du mich führen, deine Hand hielte mich fest. 11Sagte ich: „Die Finsternis umschließe mich, das Licht um mich werde Nacht!“ 12Auch die Finsternis ist nicht finster vor dir, die Nacht leuchtet vor dir wie der Tag, die Finsternis wäre wie das Licht.
13Denn du selbst hast mein Inneres gebildet, mich zusammengefügt im Leib meiner Mutter. 14Ich preise dich, dass ich so wunderbar und staunenswert erschaffen bin. Ja, das habe ich erkannt: Deine Werke sind wunderbar! 15Nie war ich unsichtbar für dich, als ich unbemerkt Gestalt annahm, in irdischer Tiefe kunstvoll zusammengefügt. 16Du sahst mich schon, als ich ein einziger Knäuel1 ‹in meiner winzig kleinen Zelle› war. Und bevor mein erster Tag begann, stand mein Leben längst in deinem Buch.
17Wie kostbar, Gott, sind mir deine Gedanken! Es sind so unfassbar viele! 18Wollte ich sie zählen, so wären sie mehr als der Sand. Und wenn ich erwache, bin ich noch immer bei dir. 19Würdest du, Gott, doch den Gottlosen töten! Ihr blutgierigen Menschen, macht euch fort! 20Sie reden nur mit Hinterlist von dir, lehnen sich vergeblich gegen dich auf. 21Sollte ich nicht hassen, die dich hassen, Jahwe, und verachten, die aufstehen gegen dich? 22Ich hasse sie mit äußerstem Hass und betrachte sie auch als Feinde für mich.
23Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz! Prüfe mich und erkenne meine Gedanken! 24Sieh, ob ein gottloser Weg mich verführt, und leite mich auf dem ewigen Weg!
Hinterlistige Feinde
1401Dem Chorleiter. Ein Psalmlied von David.
2Rette mich, Jahwe, vor bösen Menschen, schütze mich vor den Männern roher Gewalt, 3die ständig über Bosheiten brüten. Täglich zetteln sie Kriege an. 4Sie haben spitze Zungen wie die Schlangen, von ihren Lippen träufelt Natterngift. ♪
5Bewahre mich, Jahwe, vor den Händen der Bösen! Gib mir Schutz vor den gewalttätigen Männern, die entschlossen sind, mich niederzuwerfen. 6Die Stolzen haben mir Fallen gestellt, mir Schlingen und Netze gelegt, mir den Wegrand gefährlich gemacht. ♪
7Ich sage zu Jahwe: „Du bist mein Gott! Hör mein Flehen, Jahwe, ich schreie zu dir! 8Jahwe, mein Herr, du Schutzmacht meines Heils! Am Tag der Waffen hast du meinen Kopf beschützt. 9Gib dem Gottlosen nicht, was er will, Jahwe! Lass seinen Anschlag niemals gelingen!“ ♪
10Wenn meine Feinde rundum sich erheben, dann fallen ihre bösen Worte auf sie selbst zurück. 11Es regne glühende Kohlen auf sie! Ins Feuer stürze Gott sie, in Abgründe hinein, aus denen sie nicht mehr entkommen! 12Kein Platz für böse Zungen sei im Land! Unglück soll die Gewalttäter hetzen bis zu ihrem Sturz!
13Ich weiß, dass Jahwe sich um die Belange der Schwachen und um das Recht der Armen kümmern wird. 14Gewiss, die Gerechten loben deinen Namen, und die Aufrichtigen wohnen bei dir.
Bitte um Bewahrung vor Sünde
1411Ein Psalmlied von David.
Jahwe, ich rufe zu dir, komm schnell! Hör mein Rufen bitte an! 2Lass wie Weihrauch mein Gebet vor dir sein, meine erhobenen Hände wie ein Opfer zur Nacht. 3Stell eine Wache vor meinen Mund, einen Posten, der meine Lippen bewacht!
4Lass nicht zu, dass ich nach bösen Dingen verlange; dass ich mit schlechten Leuten böse Taten begehe; dass ich nach ihren Leckerbissen gierig bin! 5Ein Gerechter möge mich schlagen, das betrachte ich als Freundlichkeit, als Wohltat, die ich gerne annehmen will.
Doch mein Gebet ist gegen jene Bösen gerichtet. 6Und wenn dann ihre Führer vom Felsen gestürzt sind, werden sie sehen, wie milde mein Urteil noch war: 7„Wie einer das Erdreich aufreißt und pflügt“, sagen sie, „so sind unsere Gebeine ins Tor der Toten gestreut.“
8Auf dich, Jahwe, sind meine Augen gelenkt, zu dir, Herr, fliehe ich hin. Schütte mein Leben nicht aus! 9Und schütze mich vor dem Netz, das die Bösen mir legten, den Fallen, in die ich hineinstürzen soll. 10Lass sie stolpern in ihren eigenen Strick und führe mich sicher an ihnen vorbei.
In schwerer Bedrängnis
1421Lehrgedicht von David, als er in der Höhle war. Ein Gebet.
2Zu Jahwe rufe ich laut und flehe ihn um seine Hilfe an. 3Ich klage ihm meine Not, und teile ihm mit, was mich quält. 4Auch als ich den Mut verlor, wusstest du, wie es weitergeht. Auf dem Weg, den ich gehen musste, haben sie mir heimlich eine Schlinge gelegt. 5Schau nach rechts und sieh doch, da ist niemand, der mich beachtet. Jede Zuflucht ging mir verloren, keiner fragt nach mir.
6Darum schreie ich zu dir, Jahwe, und sage: „Du bist mein Zufluchtsort, mein Anteil unter den Lebendigen.“ 7Hör auf mein Schreien, denn ich bin sehr schwach! Rette mich vor meinen Verfolgern, sie sind mir zu stark. 8Befreie mein Leben aus dem Gefängnis, damit ich dich lobpreisen kann! Die Gerechten werden sich um mich scharen, wenn du mir Gutes getan hast.
Geh nicht mit mir ins Gericht!
1431Ein Psalmlied. Von David.
Hör mein Gebet, Jahwe, achte auf mein Flehen! Erhöre mich, denn du bist treu und gerecht! 2Geh mit deinem Diener nicht ins Gericht, denn vor dir kann kein Lebendiger bestehen!
3Der Feind verfolgt meine Seele, tritt mein Leben zu Boden und stößt mich in eine Dunkelheit wie bei den Toten im Grab. 4Mein Geist ist erstarrt, ich bin vor Angst wie gelähmt.
5Ich denke an die vergangene Zeit, grüble nach über dein Tun und überlege, was du geschaffen hast. 6Betend breite ich meine Hände zu dir aus, meine Seele verlangt nach dir wie ein ausgetrocknetes Land. ♪
7Jahwe, erhöre mich bald! Denn mein Geist zehrt sich auf. Verbirg dein Gesicht nicht vor mir! Sonst gleiche ich bald denen im Grab.
8Lass mich schon früh am Morgen deine Gnade erfahren, denn ich setze mein Vertrauen auf dich. Zeig mir den Weg, den ich gehen soll, denn auf dich richte ich meinen Sinn! 9Rette mich vor meinen Feinden, Jahwe, denn bei dir suche ich Schutz!
10Lehre mich zu tun, was dir gefällt, denn du bist mein Gott! Dein guter Geist führe mich auf ebenes Land!
11Zur Ehre deines Namens erhalte mein Leben, Jahwe! Gerechter Gott, befreie mich aus dieser Not! 12Sei so gnädig und vernichte den Feind, lass umkommen den, der mein Leben bedrängt, ich bin doch der, der dir dient!
Danklied des Königs
1441Von David.
Gepriesen sei Jahwe, mein Fels, der meine Hände das Kämpfen lehrt, meine Finger den Waffengebrauch. 2Meine Gnade und meine Burg, meine Festung und mein Retter, mein Schild und der, bei dem ich sicher bin, der mir mein Volk unterwirft. 3Was ist der Mensch, Jahwe, dass du an ihn denkst, das kleine Menschlein, dass du Acht darauf hast? 4Der Mensch ist wie ein Hauch, sein Leben wie ein Schatten, der vorüberfliegt.
5Neige deinen Himmel, Jahwe, und steige herab! Berühre die Berge, dass Rauch aufsteigt! 6Lass Blitze blitzen und zerstreue den Feind! Schieß deine Pfeile und verwirre sie! 7Streck deine Hände vom Himmel herab, reiß mich heraus aus der tödlichen Flut, rette mich aus fremder Männer Gewalt! 8Mit ihren Worten betrügen sie und mit ihrer Hand schwören sie falsch.
9Gott, ich singe dir ein neues Lied, auf der zehnsaitigen Harfe spiele ich dir: 10„Er gibt den Königen Sieg, auch David, seinem Diener, und entreißt ihn dem tödlichen Schwert.“ 11Rette mich aus fremder Männer Gewalt! Denn mit ihren Worten betrügen sie und mit ihrer Hand schwören sie falsch.
12Unsere Söhne seien wie junge Bäume, großgezogen in ihrer Jugend. Unsere Töchter seien Ecksäulen gleich, geschnitzt für einen Palast. 13Unsere Scheunen seien gut gefüllt, uns mit Vorräten aller Art zu versorgen. Unser Kleinvieh möge sich tausendfach mehren, zehntausendfach auf unseren Weiden. 14Unsere Kühe mögen trächtig sein und ohne Riss und Fehlgeburt kalben. Auf unseren Plätzen höre man kein Klagegeschrei. 15Wohl dem Volk, dem es so ergeht! Wie glücklich ist das Volk, das Jahwe zum Gott hat!
Gottes unendliche Güte
1451 Ein Lobgesang. Von David.
Dich will ich rühmen, mein Gott und König, deinem Namen immer und ewig lobsingen. 2An jedem Tag will ich dich loben, deinen Namen preisen allezeit.
3Groß ist Jahwe und sehr zu loben, unerforschlich seine Herrlichkeit. 4Eine Generation rühmt der nächsten dein Werk und erzählt von deinem gewaltigen Tun. 5Die herrliche Pracht deiner Majestät und deine Wundertaten will ich bedenken. 6Von der Macht deiner furchtbaren Taten soll man sprechen, und ich will erzählen, was für ein großer Gott du bist.
7Die Erinnerung an deine große Güte sprudelt heraus, sie jubeln vor Freude über deine Gerechtigkeit. 8…
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Footnotes
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden