Logos Bible Study

Amos 3–4

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3–6: Gründe für das Gottesgericht

Das bevorzugte Volk

31Hört, was Jahwe über euch sagt, ihr Israeliten, über das ganze Geschlecht, das ich aus Ägypten herausgeführt habe! 2Von allen Völkern der Erde habe ich nur euch ausgewählt. Deshalb ziehe ich euch zur Rechenschaft für alle eure Vergehen.

Der Prophet muss reden

3Gehen wohl zwei miteinander, ohne sich begegnet zu sein? 4Brüllt der Löwe im Wald, ohne Beute zu haben? Brüllt der Junglöwe im Versteck, wenn er nichts gefangen hat? 5Wird ein Vogel im Bodennetz gefangen, ohne dass es aufgestellt ist? Springt das Klappnetz vom Boden hoch, wenn sich nichts darin gefangen hat? 6Wird in der Stadt Alarm geblasen, ohne dass ein Bewohner erschrickt? Geschieht ein Unglück in der Stadt, ohne dass Jahwe es bewirkt? 7Denn Jahwe, der Herr, tut nichts, ohne seinen Dienern, den Propheten, das Geheimnis zu enthüllen. 8Der Löwe brüllt, wer fürchtet sich da nicht? Jahwe, der Herr, spricht, wer wird da nicht zum Propheten?

Der Untergang Samarias

9Lasst es hören in den Palästen von Aschdod und denen im Land Ägypten: „Versammelt euch auf den Bergen um Samaria herum und seht euch das wilde Treiben dort an, die Unterdrückung im Innern der Stadt! 10Sie treten das Recht mit den Füßen, spricht Jahwe. Mit Gewalt und Misshandlung häufen sie Schätze in Palästen auf.“

11Darum spricht Jahwe, der Herr: „Feinde werden euer Land umzingeln, sie reißen eure Festung nieder und plündern eure Paläste.“

12So spricht Jahwe: „Wie ein Hirt aus dem Rachen des Löwen vom Lamm nur zwei Unterschenkel rettet oder nur einen Zipfel vom Ohr, so werden die Israeliten gerettet, die in Samaria auf ihrem Diwan sitzen, auf ihren Ruhepolstern aus Damast.“

13„Hört und schärft es dem Haus Jakob1 ein!“, spricht Jahwe, der Herr, Gott der Allmächtige. 14„Es kommt der Tag, an dem ich Israel für seine Verbrechen zur Rechenschaft ziehe. Dann rechne ich ab mit den Altären von Bet-El2: Ich schlage ihre Hörner ab und lasse sie liegen. 15Ich zertrümmere Winterhaus und Sommerpalast. Die mit Elfenbein geschmückten Häuser werden verschwinden, ja, mit den vielen Häusern ist es vorbei“, sagt Jahwe.

Gegen die reichen Frauen

41Hört dies Wort, ihr Kühe von Baschan1, die ihr auf dem Berg Samarias wohnt! Ihr unterdrückt die Schwachen und schindet die Bedürftigen. Ihr sagt zu euren Männern: „Los, schafft uns zu trinken herbei!“

2Jahwe, der Herr, schwört bei seiner Heiligkeit: „Passt auf, es werden Tage kommen, da schleppt man euch an Haken weg, an Fischerangeln die Letzten von euch! 3Durch Mauerbreschen müsst ihr hinaus, eine nach der anderen, und werdet zum Bannort gejagt.“ sagt Jahwe.

Gott will Umkehr, nicht Kult

4„Geht nach Bet-El und übt Verbrechen, nach Gilgal und sündigt noch mehr! Bringt eure Schlachtopfer am nächsten Morgen, euren Zehnten am übernächsten Tag! 5Verbrennt als Dankopfer gesäuertes Brot, ruft zu freiwilligen Opfern auf und lasst es alle hören! So liebt ihr es doch, ihr Israeliten!“, sagt Jahwe, der Herr.

6„So habe auch ich euch nichts zu beißen gegeben. In euren Städten und Dörfern gab es Mangel an Brot. Und doch kehrtet ihr nicht zu mir um!“, sagt Jahwe.

7„So hielt auch ich den Regen zurück, drei Monate vor der Ernte. Auf die eine Stadt ließ ich es regnen, auf die andere Stadt nicht. Das eine Feld wurde beregnet; das andere, das keinen Regen bekam, verdorrte. 8Von zwei, drei Städten schleppten sich die Leute zu einer Stadt hin, die noch Wasser hatte. Aber es reichte nicht für so viele. Und doch kehrtet ihr nicht zu mir um!“, sagt Jahwe.

9„Ich schickte euch Mehltau und Getreidebrand. Ich ließ eure Gärten und Weinberge vertrocknen. Eure Feigen- und Olivenbäume fraßen die Heuschrecken kahl. Und doch kehrtet ihr nicht zu mir um!“, sagt Jahwe.

10„Ich schickte euch die Pest wie einst den Ägyptern. Eure jungen Männer wurden im Kampf erschlagen. Eure Pferde gab ich den Feinden zur Beute. Ich ließ euch den Leichengestank eurer Heerlager in die Nase steigen. Und doch kehrtet ihr nicht zu mir um!“, sagt Jahwe.

11„Ich habe bei euch das Unterste zuoberst gekehrt, wie damals bei Sodom und Gomorra. Da wart ihr wie ein angekohltes Holzscheit, das man aus dem Feuer reißt. Und doch kehrtet ihr nicht zu mir um!“, sagt Jahwe.

12„Deshalb handle ich so an dir, Israel. Und weil ich dir das alles antun werde, mach dich bereit, deinem Gott zu begegnen, Israel!“

13Denn sieh, er formt die Berge, er erschafft den Wind. Er sagt dem Menschen, was er im Sinn hat. Er macht das Morgenrot zur Finsternis, er schreitet über die Gipfel der Erde. Er heißt Jahwe, Gott, der Allmächtige.

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Footnotes

  1. 1Haus Jakob. Nachkommen von Jakob (Israel), dem Stammvater Israels.
  2. 2Bet-El liegt 9 km nördlich von Jerusalem und war das Zentrum des pervertierten israelitischen Gottesdienstes, wobei Jahwe durch ein goldenes Kalb verehrt wurde.
  3. 1Baschan. Fruchtbare Hochebene östlich und nördlich vom See Gennesaret, bekannt für Rinderzucht.