Logos Bibelsoftware

Hiob 24–31

Neue evangelistische ÜbersetzungAndere Übersetzungen

Deutsch

Arabisch

Chinesisch (traditionell)

Chinesisch (vereinfacht)

Englisch

Französisch

Hebräisch

Italienisch

Koreanisch

Latein

Portugiesisch

Russisch

Spanisch

Tschechisch

Ungarisch

Die Gottlosen haben Erfolg!

241„Warum setzt der Allmächtige keine Gerichtstage fest? Warum sehen die, die ihn kennen, seine Gerechtigkeit1 nicht? 2Da verrücken manche die Grenzen, rauben die Herde und weiden sie selbst. 3Sie treiben den Esel der Waisen weg und nehmen das Rind der Witwe zum Pfand. 4Sie stoßen die Bedürftigen vom Weg. Die Armen des Landes verkriechen sich alle.

5Wie Wildesel in der Wüste müssen sie ans Tagewerk gehen und suchen schon früh nach Nahrung. Die Steppe gibt ihnen Brot für die Kinder. 6Auf freiem Feld schneiden sie Futterkorn ab, suchen Beeren im Weinberg des Bösen. 7Nackt übernachten sie ohne Gewand und haben keine Decke im Frost. 8Vom Regen der Berge sind sie durchnässt, an den Felsen suchen sie Schutz. 9Der Witwe reißt man ihren Säugling weg; die Waise des Armen nimmt man zum Pfand. 10Nackt müssen sie gehen, ohne Gewand, und hungernd schleppen sie Garben. 11In deren Hainen pressen sie das Öl, treten die Kelter und haben doch Durst. 12In der Stadt hört man Sterbende ächzen, Verletzte schreien um Hilfe, doch Gott nimmt keinen Anstoß daran.

13Jene sind Feinde des Lichts und wissen nichts von Gottes Wegen. Sie bleiben auch nicht auf seinem Pfad. 14Bevor es hell wird, steht der Mörder auf und bringt Arme und Schutzlose um. Und der Dieb geht um in der Nacht. 15Der Ehebrecher wartet auf die Dämmerung; er sagt: ‚Kein Auge soll mich sehen!‘, und er verhüllt sein Gesicht. 16Im Dunkeln brechen sie ein in die Häuser. Am Tag, da verstecken sie sich, denn sie scheuen das Licht. 17Die Finsternis gilt ihnen als Morgen, mit ihrem Schrecken sind sie wohlvertraut.“

Erst in der Ewigkeit werden sie bestraft!

18„Schnell fahren sie dahin wie auf Wasser, verflucht ist ihr Los auf der Erde. Den Weg zu den Weinbergen gehen sie nicht mehr. 19Dürre und Hitze raffen Schneewasser weg, so schluckt die Totenwelt einen Sünder. 20Selbst der Mutterleib vergisst ihn. An ihm labt sich das Gewürm. Nie mehr wird an ihn gedacht. So zerbricht das Böse wie ein Baum. 21So auch der, der die Kinderlose beraubte und der Witwe keine Freundlichkeit erwies. 22Starke reißt Gott durch seine Kraft um. Steht er auf, sind sie des Lebens nicht sicher. 23Er wiegt sie nur in Sicherheit, doch seine Augen sind auf ihren Wegen. 24Sie kommen für kurze Zeit hoch, doch dann ist es aus; sie sinken hin, man rafft sie wie alle anderen weg; sie verwelken wie die Spitze der Ähre. 25Ist es nicht so? Wer will mich Lügen strafen? Wer kann meine Worte widerlegen?“

Dritte Rede des Bildad: Kein Mensch ist gerecht vor Gott!

251Da erwiderte Bildad von Schuach:

2„Herrschaft und Schrecken ist bei ihm, der Frieden schafft in seinen Höhen. 3Kann man seine Scharen zählen? Über wem geht sein Licht nicht auf? 4Wie will der Mensch gerecht sein vor Gott, wie rein der von einer Frau Geborene? 5Schau, nicht einmal der Mond ist vor ihm hell, und die Sterne sind in seinen Augen nicht rein, 6wie viel weniger der Mensch, diese Made, das Menschenkind, der kleine Wurm!“

Hiob: Du hast nur leere Worte.

261Hiob erwiderte:

2„Wie hilfst du doch der Schwachheit auf und stehst der Ohnmacht bei! 3Wie gut du Dummheit berätst und großes Wissen offenbarst! 4Wessen Weisheit verbreitest du da, und wessen Geist entströmte dir?“

Ich zeige dir die Größe Gottes

5„Es zittern die Schatten vor Gott, tief unter dem Wasser und seinen Bewohnern. 6Das Grab ist nackt vor ihm, keine Decke hüllt den Abgrund ein. 7Er spannt den Norden aus über der Leere, hängt die Erde auf über dem Nichts. 8Er speichert das Wasser in seine Wolken, und das Gewölk zerreißt nicht unter dem Gewicht. 9Er versperrt den Anblick seines Thrones und breitet sein Gewölk davor aus. 10Er zieht eine Grenze über dem Wasser, wo Licht mit Finsternis zusammentrifft. 11Die Säulen des Himmels1 wanken, erstarren, wenn Gott sie bedroht. 12Durch seine Kraft erregt er das Meer, durch seine Einsicht zerschmettert er das Ungetüm. 13Der Himmel wird heiter durch seinen Hauch, seine Hand durchbohrt die flüchtige Schlange. 14Das sind nur kleine Fingerzeige von dem, was er tut; wir vernehmen ja nur ein Wispern von ihm. Wer könnte denn den Donner seiner Macht verstehen?“

Hiobs Schlussrede: Ich gebe euch nicht recht!

271Hiob setzte seine Rede fort und sagte:

2„So wahr Gott lebt, der mir mein Recht entzog, der Allmächtige, der mir das Leben bitter macht: 3Solange noch mein Atem in mir ist, in meiner Nase Gottes Hauch, 4kommt kein Unrecht über meine Lippen, werde ich niemals die Unwahrheit sagen. 5Ich denke nicht daran, euch recht zu geben. Bis zum Tod werde ich auf meiner Unschuld bestehen. 6An meiner Gerechtigkeit halte ich fest und lasse sie nicht; keinen meiner Tage hält mein Gewissen mir vor.“

Mein Feind sei wie der Gottlose!

7„Meinem Feind soll es wie dem Gottlosen gehen, dem, der gegen mich steht, wie einem Verbrecher. 8Denn was ist die Hoffnung des Gewissenlosen, wenn er ‹vom Leben› abgeschnitten wird und Gott ihm seine Seele nimmt? 9Wird Gott sein Schreien hören, wenn die Not ihn überfällt? 10Wird er sich am Allmächtigen freuen, kann er ihn jederzeit rufen?“

Gottlose werden untergehen!

11„Ich will euch belehren über Gottes Tun, nicht verhehlen, was der Allmächtige plant. 12Ihr alle habt es selbst geschaut, warum schwatzt ihr so nichtiges Zeug? 13Das ist das Los des gottlosen Menschen bei Gott, das Erbe des Tyrannen, das er vom Allmächtigen bekommt: 14Wenn seine Kinder sich mehren, dann für das Schwert; und seine Sprösslinge haben nicht genug Brot. 15Die ihm bleiben, begräbt die Pest; und seine Witwen weinen nicht. 16Wenn er auch Silber wie Staub anhäuft und Kleidung stapelt in Haufen, 17dann häuft er sie zwar auf, doch der Gerechte zieht sie an und das Silber nimmt ein Schuldloser mit. 18Wie eine Motte baut er sein Haus, wie eine Hütte, die der Wächter aufstellt. 19Reich legt er sich hin und tut es nicht wieder, er schlägt die Augen auf und ist nicht mehr. 20Wie eine Flut holt ihn der Schrecken ein, nachts entführt ihn ein Sturm. 21Der Ostwind hebt ihn hoch und reißt ihn mit, er fegt ihn von seiner Wohnstätte weg. 22Schonungslos wirft er sich auf ihn. Da will er flüchten, fliehen vor seiner Gewalt. 23Man klatscht über ihn in die Hände und zischt ihm nur noch hinterher.“

Weisheit nur durch Gottesfurcht

281„Das Silber hat seinen Fundort, das Gold eine Stätte, wo man es wäscht. 2Eisen holt man aus der Erde, Kupfer schmilzt man aus Gestein. 3Man setzt der Finsternis ein Ende; bis in die letzten Winkel stößt man vor; aus tiefem Dunkel holt man das Gestein. 4Man teuft1 einen Schacht von da aus, wo man wohnt. Und dort, wo kein Wanderer vorüberzieht, baumeln und schweben sie fern von den Menschen. 5Oben auf der Erde sprosst das Getreide, und unten wird sie wie von Feuer zerwühlt. 6Ihre Steine bergen den Saphir, auch Goldstaub findet sich dort. 7Kein Adler kennt diesen Pfad, kein Habicht hat ihn je erblickt; 8nie betrat ihn ein wildes Tier, kein Löwe ging je dort entlang. 9An harten Stein hat man die Hand gelegt, vom Fuß der Berge aus wühlt man sie um 10und treibt Stollen in die Felsen vor. Kostbares hat das Auge erblickt. 11Die Wasseradern hat man eingedämmt. Verborgenes zieht man ans Licht.

12Aber die Weisheit, wo findet man sie? Wo ist der Ort des Verstandes? 13Kein Mensch kennt die Stelle, wo sie ist, im Land der Lebenden findet man sie nicht. 14Die Tiefe sagt: ‚Sie ist nicht hier!‘, und das Meer: ‚Auch nicht bei mir.‘ 15Sie wird mit keinem Geld gekauft und nicht mit Silber aufgewogen. 16Man bezahlt sie nicht mit Ofirgold, nicht mit kostbarem Onyx und nicht mit Saphir. 17Gold und prächtiges Glas haben nicht ihren Wert, und keiner tauscht sie gegen Goldschmuck ein, 18auch Korallen und Kristall kommen gar nicht in Betracht. Wer Weisheit hat, hat mehr als Perlen. 19Der Topas aus Nubien kommt ihr nicht gleich, und reines Gold wiegt sie nicht auf. 20Die Weisheit – wo kommt sie nur her? Wo ist der Ort des Verstandes? 21Dem menschlichen Auge ist sie verborgen, auch die Vögel erspähen sie nicht. 22Selbst Abgrund und Tod müssen bekennen: ‚Wir haben bloß von ihr reden gehört.‘

23Doch Gott kennt den Weg zu ihr hin, er weiß, wo sie zu finden ist. 24Denn er blickt bis zu den Enden der Erde, sieht alles auf der ganzen Welt. 25Als er dem Wind sein Gewicht gab, als er das Maß des Wassers bestimmte, 26als er das Gesetz des Regens verfügte und die Bahn für den Donnerstrahl, 27da sah er sie und hat sie ermessen, er setzte sie ein und ergründete sie. 28Und den Menschen sagte er: ‚Mich, den Herrn, zu fürchten ist Weisheit, und Böses zu meiden, Verstand!‘ “

Hiobs vergangenes Glück

291Hiob setzte seine Rede fort und sagte:

2„Ach wäre ich doch wie in den früheren Jahren, wie in den Tagen, als Gott mich beschützte, 3als seine Leuchte über mir schien, als ich in seinem Licht durchs Dunkel ging; 4wie ich war in der Zeit meiner Reife, als Gottes Freundschaft über meinem Zelt stand, 5als der Allmächtige noch mit mir war und meine Söhne mich umgaben; 6als ich meine Füße in Sahne badete, der Fels neben mir Ölbäche ergoss!

7Ging ich durchs Tor zur Stadt hinauf und stellte meinen Sitz auf den Platz, 8traten die Jungen beiseite, wenn sie mich sahen; die Alten erhoben sich, blieben stehen, 9die Fürsten hielten ihr Reden zurück und legten die Hand auf den Mund. 10Die Stimme der Vornehmen verstummte, ihnen klebte die Zunge am Gaumen. 11Hörte mich jemand, so pries er mich glücklich; sah mich einer, so bezeugte er mir, 12dass ich den Armen befreite, der um Hilfe schrie, und die Waise, die ohne Beistand war.

13Der Segen des Verlorenen kam über mich, das Herz der Witwe machte ich jubeln. 14Ich kleidete mich in Gerechtigkeit, das Recht war mir Mantel und Kopfbund. 15Für den Blinden war ich Auge und für den Lahmen Fuß. 16Für die Armen war ich ein Vater, Unbekannten stand ich im Rechtsstreit bei. 17Ich zerbrach den Kiefer des Bösen, entriss seinen Zähnen die Beute.

18So dachte ich: ‚In meinem Nest werde ich sterben und meine Tage mehren wie Sand.‘ 19Meine Wurzel reicht bis zum…

In Logos lesen

Dieser Abschnitt wurde gekürzt. Hiob 24–31 in Logos weiterlesen

Fußnoten

  1. 1Gerechtigkeit. Wörtlich: Tage. Gemeint sind die Tage, an denen er Gericht hält.
  2. 1Säulen des Himmels. Vielleicht bildhaft für die Berge, deren Spitzen bis in die Wolken hineinragen.
  3. 1Teufen ist ein Wort aus der Bergmannssprache und bezeichnet die Herstellung von senkrechten Hohlräumen in der Erde zum Abbau von Bodenschätzen, wozu die Bergleute damals hinabgelassen wurden.