Logos Bible Study

Sprüche 5–7

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Warnung vor der Verführerin (Lektion 9)

51Mein Sohn, höre meiner Weisheit willig zu und öffne meiner Einsicht dein Ohr, 2dass du Besonnenheit erhältst und deine Lippen Erkenntnis bewahren.

3Denn mit honigsüßen Worten lockt sie dich, die fremde Frau. Ihre Zunge ist glatter als Öl, 4doch zuletzt ist sie bitter wie Wermut1, scharf wie ein zweischneidiges Schwert. 5Ihre Füße steigen nieder zum Tod, ihre Schritte streben dem Totenreich zu. 6Damit du den Weg zum Leben nicht siehst, lenkt sie dich ab, ohne dass du es merkst.

7Und nun, ihr Söhne, hört auf mich! Schlagt meine Warnungen nicht in den Wind! 8Geh solch einer Frau aus dem Weg, komm nicht in die Nähe ihres Hauseingangs! 9Sonst überlässt du anderen deine Kraft, einem Grausamen all deine Jahre. 10Sonst leben andere von deinem Vermögen, Fremde besitzen dann, was du erarbeitet hast. 11Und du stöhnst an deinem Ende, wenn dein Fleisch und dein Leib sich verzehren 12und wenn du jammerst: „Warum habe ich nur die Erziehung gehasst? Weshalb habe ich die Mahnung verachtet? 13Hätte ich doch aufgepasst und auf meine Lehrer gehört! 14Fast hätte mich alles Unheil getroffen, und das vor aller Öffentlichkeit.“

15Trink Wasser aus deiner eigenen Zisterne, Wasser, das aus deinem Brunnen quillt. 16Sollen deine Quellen auf die Straße fließen, deine Bäche auf die Plätze der Stadt? 17Dir allein soll sie gehören, keinem Fremden neben dir. 18Deine Quelle sei gesegnet! Freue dich an der Frau deiner Jugend! 19Die liebreizende Gazelle, das anmutige Reh – ihre Brüste sollen dich immer berauschen, ihre Liebe bezaubere dich wieder und wieder! 20Warum willst du dich mit einer Fremden vergnügen, warum die Brüste einer Unbekannten umschlingen?

21Denn Jahwe hat die Wege des Menschen im Blick, auf seine Pfade gibt er Acht. 22Die eigenen Sünden fangen den Gottlosen ein, die Stricke seiner Sünde fesseln ihn selbst. 23Er wird sterben aus Mangel an Zucht, seine große Dummheit bringt ihn ins Grab.

Vier Gefahren (Lektion 10)

61Mein Sohn, hast du für deinen Nächsten gebürgt, dich einem Fremden mit Handschlag verpflichtet, 2hast du dich durch deine Worte gebunden, dich gefesselt durch das, was du sagtest? 3Dann tue dies, mein Sohn: Reiß dich los! Denn ein andrer hat dich in seiner Gewalt. Geh unverzüglich hin und bestürme ihn mit Bitten! 4Gönne deinen Augen keinen Schlaf und deinen Lidern keine Ruhe – 5bis du ihm entkommen bist wie die Gazelle dem Jäger, wie der Vogel dem Zugriff des Fängers.

6Geh zur Ameise, du Fauler, sieh, was sie tut, und lerne von ihr! 7Kein Vorgesetzter treibt sie an, kein Aufseher und keiner der etwas befiehlt. 8Und doch sorgt sie im Sommer für Nahrung, sammelt ihre Vorräte zur Erntezeit. 9Wie lange willst du noch liegen, du Fauler? Wann stehst du endlich auf? 10Nur noch ein wenig Schlaf, nur noch ein bisschen Schlummer, nur noch ein wenig liegen, die Hände gefaltet, 11und schon kommt dir die Armut ins Haus! Wie ein Landstreicher, ja wie ein Räuber überfällt dich die Not.

12Ein Schuft, ein Bösewicht ist, wer Lügen verbreitet, 13wer mit den Augen zwinkert, mit den Füßen Zeichen gibt, mit Fingern Andeutungen macht, 14wer ein Herz voller Falschheit hat, mit bösen Plänen darin und immer wieder Streit entfacht. 15Darum nimmt er auf einmal ein schreckliches Ende, wird plötzlich zerschmettert und nichts hilft ihm auf.

16Sechs Dinge sind Jahwe verhasst, und sieben sind ihm ein Gräuel: 17stolze Augen, falsche Zungen und Hände, die Unschuldige töten, 18ein Herz, das böse Gedanken durchpflügt, Füße, die dem Verbrechen nachlaufen, 19ein falscher Zeuge, der Lügen in die Ohren bläst, und einer, der Zank zwischen Brüdern entfacht.

Warnung vor Ehebruch (Lektion 11)

20Bewahre, mein Sohn, das Gebot deines Vaters, verwirf die Weisung deiner Mutter nicht! 21Nimm sie dir zu Herzen, binde sie um deinen Hals. 22Beim Gehen sollen sie dich leiten, beim Liegen dich beschützen und beim Wachwerden dir raten. 23Denn das Gebot ist wie eine Leuchte, die Weisung wie ein Licht, und die Zurechtweisungen führen zum Leben, 24um dich zu schützen vor der schlechten Frau, der glatten Zunge der Fremden. 25Begehre nicht ihre Schönheit und fall nicht darauf herein, dass sie dir schöne Augen macht. 26Denn eine Hure bringt dich nur ums Brot, doch eine fremde Ehefrau um dein kostbares Leben.

27Kann man Feuer im Gewandbausch tragen, ohne dass die Kleidung verbrennt? 28Kann man über Kohlenglut laufen und versengt sich nicht die Füße dabei? 29So geht es dem, der zur Frau eines anderen geht. Wer mit ihr schläft, der bleibt nicht ungestraft.

30Man verachtet den Dieb nicht, wenn er stiehlt, um sein Verlangen zu stillen, weil der Hunger ihn treibt. 31Doch wird er ertappt, muss er es ersetzen, siebenfach, mit allem, was er besitzt. 32Doch wer mit der Frau eines anderen Mannes Ehebruch treibt, muss den Verstand verloren haben. Nur wer sich selbst vernichten will, lässt sich auf so etwas ein. 33Schläge und Schande bringt es ihm ein und eine Schmach, die er nie wieder auslöschen kann.

34Denn Eifersucht erweckt die Wut des Ehemanns; hat er zur Rache Gelegenheit, verschont er dich nicht. 35Er lässt sich auf keine Entschädigung ein, bleibt unerbittlich, selbst wenn du ihn mit Geld überhäufst.

Lass dich nicht verführen! (Lektion 12)

71Mein Sohn, bewahre meine Worte, hüte meine Weisung wie einen Schatz! 2Bewahre meine Gebote, damit du lebst; hüte sie wie deinen Augapfel. 3Binde sie um deine Finger, schreibe sie tief in dein Herz! 4Nenn die Weisheit deine Schwester und lass die Einsicht deine Freundin sein, 5dass sie dich bewahre vor der Frau eines andern, vor der Fremden, die dir schöne Worte macht.

6Einmal stand ich am Fenster meines Hauses und blickte durch das Gitter hinaus. 7Da bemerkte ich unter den Grünschnäbeln dort einen jungen Burschen ohne Verstand. 8Er ging über die Straße, bog um die Ecke und nahm den Weg zu ihrem Haus. 9Es war schon in der Dämmerung, beim Einbruch der Nacht, wenn es dunkel wird. 10Schau, da kommt eine Frau ihm entgegen, wie eine Hure aufgemacht, ihre Absicht versteckt. 11Leidenschaftlich ist sie und hemmungslos; es hält sie nicht in ihrem Haus. 12Bald ist sie draußen, bald auf den Plätzen, an allen Straßenecken lauert sie. 13Da greift sie ihn und küsst ihn ab und spricht ihn herausfordernd an:

14„Ich musste heute ein Freudenopfer1 bringen, nun habe ich mein Versprechen erfüllt. 15Darum kam ich heraus, dir zu begegnen, dich habe ich gesucht und gefunden. 16Ich habe mein Bett neu bezogen. Es ist buntes ägyptisches Leinen, 17und ich habe es mit Myrrhe besprengt, mit Aloë und Zimt. 18Komm, wir lieben uns die ganze Nacht, wir berauschen uns an Liebeslust! 19Denn mein Mann ist nicht zu Hause, er ist auf Reisen, sehr weit fort. 20Den Geldbeutel hat er mit sich genommen. Zum Vollmondtag erst kommt er zurück.“

21Mit solchen Worten verleitet sie ihn, verführt ihn mit schmeichelnden Lippen. 22Er folgt ihr sofort, wie ein Ochse, den man zum Schlachten führt, wie ein Hirsch, den das Fangseil umschlingt, 23bis ein Pfeil seine Leber zerreißt und er wie ein Vogel im Fangnetz hängt. Er weiß nicht, dass es um sein Leben geht.

24Hört mir zu, ihr jungen Männer! Merkt euch gut, was ich sage! 25Lasst euch von solch einer Frau nicht verführen, verirrt euch nicht auf ihre Spur! 26Denn sie hat schon viele gefällt und erschlagen, die Zahl ihrer Todesopfer ist hoch! 27Ihr Haus ist ein Weg zum Scheol2 hinab, er führt in die Kammern des Todes.

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Footnotes

  1. 1Wermut. Heilpflanze, deren bittere Aromastoffe auch für Getränke verwendet werden, zum Beispiel in Wermutwein.
  2. 1Beim Freudenopfer wurde im Gegensatz zum Brandopfer nur das Fett auf dem Altar verbrannt. Der größte Teil des Tieres durfte bei einer fröhlichen Opfermahlzeit gemeinsam mit Verwandten und Freunden verzehrt werden.
  3. 2Scheol. Der hebräische Begriff meint den Ort der Toten.