Sprüche 5–7
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5
1Mein Sohn, merke auf meine Weisheit, neige dein Ohr zu meiner Einsicht,
2um Besonnenheit zu beobachten, und damit deine Lippen Erkenntnis bewahren.
3Denn Honigseim träufeln die Lippen der Fremden, und glatter als Öl ist ihr Gaumen;
4aber ihr Letztes ist bitter wie Wermut, scharf wie ein zweischneidiges Schwert.
5Ihre Füße steigen hinab zum Tode, an dem Scheol haften ihre Schritte.
6Damit sie nicht den Weg des Lebens einschlage, schweifen ihre Bahnen, ohne daß sie es weiß.
7Nun denn, ihr Söhne, höret auf mich, und weichet nicht ab von den Worten meines Mundes!
8Halte fern von ihr deinen Weg, und nahe nicht zu der Tür ihres Hauses:
9damit du nicht anderen deine Blüte gebest, und deine Jahre dem Grausamen;
10damit nicht Fremde sich sättigen an deinem Vermögen, und dein mühsam Erworbenes nicht komme in eines Ausländers Haus;
11und du nicht stöhnest bei deinem Ende, wenn dein Fleisch und dein Leib dahinschwinden, und sagest:
12Wie habe ich die Unterweisung gehaßt, und mein Herz hat die Zucht verschmäht!
13Und ich habe nicht gehört auf die Stimme meiner Unterweiser, und mein Ohr nicht zugeneigt meinen Lehrern.
14Wenig fehlte, so wäre ich in allem Bösen gewesen, inmitten der Versammlung und der Gemeinde.
15Trinke Wasser aus deiner Zisterne und Fließendes aus deinem Brunnen.
16Mögen nach außen sich ergießen deine Quellen, deine Wasserbäche auf die Straßen.
17Dir allein sollen sie gehören, und nicht Fremden mit dir.
18Deine Quelle sei gesegnet, und erfreue dich an dem Weibe deiner Jugend;
19die liebliche Hindin und anmutige Gemse, ihre Brüste mögen dich berauschen zu aller Zeit, taumle stets in ihrer Liebe.
20Und warum solltest du, mein Sohn, an einer Fremden taumeln, und den Busen einer Fremden umarmen?
21Denn vor den Augen Jehovas sind eines jeden Wege, und alle seine Geleise wägt er ab.
22Die eigenen Missetaten werden ihn, den Gesetzlosen, fangen, und in seiner Sünde Banden wird er festgehalten werden.
23Sterben wird er, weil ihm Zucht mangelt, und in der Größe seiner Torheit wird er dahintaumeln.
6
1Mein Sohn, wenn du Bürge geworden bist für deinen Nächsten, für einen anderen deine Hand eingeschlagen hast;
2bist du verstrickt durch die Worte deines Mundes, gefangen durch die Worte deines Mundes:
3tue denn dieses, mein Sohn, und reiße dich los, da du in deines Nächsten Hand gekommen bist; geh hin, wirf dich nieder, und bestürme deinen Nächsten;
4gestatte deinen Augen keinen Schlaf, und keinen Schlummer deinen Wimpern;
5reiße dich los wie eine Gazelle aus der Hand, und wie ein Vogel aus der Hand des Vogelstellers.
6Geh hin zur Ameise, du Fauler, sieh ihre Wege und werde weise.
7Sie, die keinen Richter, Vorsteher und Gebieter hat,
8sie bereitet im Sommer ihr Brot, hat in der Ernte ihre Nahrung eingesammelt.
9Bis wann willst du liegen, du Fauler? Wann willst du von deinem Schlafe aufstehen?
10Ein wenig Schlaf, ein wenig Schlummer, ein wenig Händefalten, um auszuruhen:
11und deine Armut wird kommen wie ein rüstig Zuschreitender, und deine Not wie ein gewappneter Mann.
12Ein Belialsmensch, ein heilloser Mann ist, wer umhergeht mit Verkehrtheit des Mundes,
13mit seinen Augen zwinkt, mit seinen Füßen scharrt, mit seinen Fingern deutet.
14Verkehrtheiten sind in seinem Herzen; er schmiedet Böses zu aller Zeit, streut Zwietracht aus.
15Darum wird plötzlich sein Verderben kommen; im Augenblick wird er zerschmettert werden ohne Heilung.
16Sechs sind es, die Jehova haßt, und sieben sind seiner Seele ein Greuel:
17Hohe Augen, eine Lügenzunge, und Hände, die unschuldiges Blut vergießen;
18ein Herz, welches heillose Anschläge schmiedet, Füße, die eilends zum Bösen hinlaufen;
19wer Lügen ausspricht als falscher Zeuge, und wer Zwietracht ausstreut zwischen Brüdern.
20Mein Sohn, bewahre das Gebot deines Vaters, und verlaß nicht die Belehrung deiner Mutter;
21binde sie stets auf dein Herz, knüpfe sie um deinen Hals.
22Wenn du einhergehst, wird sie dich leiten; wenn du dich niederlegst, wird sie über dich wachen; und erwachst du, so wird sie mit dir reden.
23Denn das Gebot ist eine Leuchte, und die Belehrung ein Licht; und die Zurechtweisung der Zucht sind der Weg des Lebens:
24um dich zu bewahren vor dem bösen Weibe, vor der Glätte der Zunge einer Fremden.
25Begehre nicht in deinem Herzen nach ihrer Schönheit, und sie fange dich nicht mit ihren Wimpern!
26Denn um eines hurerischen Weibes willen kommt man bis auf einen Laib Brot, und eines Mannes Weib stellt einer kostbaren Seele nach.
27Sollte jemand Feuer in seinen Busen nehmen, ohne daß seine Kleider verbrennten?
28Oder sollte jemand über glühende Kohlen gehen, ohne daß seine Füße versengt würden?
29So der, welcher zu dem Weibe seines Nächsten eingeht: keiner, der sie berührt, wird für schuldlos gehalten werden.
30Man verachtet den Dieb nicht, wenn er stiehlt, um seine Gier zu stillen, weil ihn hungert;
31und wenn er gefunden wird, kann er siebenfach erstatten, kann alles Gut seines Hauses hingeben.
32Wer mit einem Weibe Ehebruch begeht, ist unsinnig; wer seine Seele verderben will, der tut solches.
33Plage und Schande wird er finden, und seine Schmach wird nicht ausgelöscht werden.
34Denn Eifersucht ist eines Mannes Grimm, und am Tage der Rache schont er nicht.
35Er nimmt keine Rücksicht auf irgendwelche Sühne und willigt nicht ein, magst du auch das Geschenk vergrößern.
7
1Mein Sohn, bewahre meine Worte, und birg bei dir meine Gebote;
2bewahre meine Gebote und lebe, und meine Belehrung wie deinen Augapfel.
3Binde sie um deine Finger, schreibe sie auf die Tafel deines Herzens.
4Sprich zur Weisheit: Du bist meine Schwester! Und nenne den Verstand deinen Verwandten;
5damit sie dich bewahre vor dem fremden Weibe, vor der Fremden, die ihre Worte glättet.
6Denn an dem Fenster meines Hauses schaute ich durch mein Gitter hinaus;
7und ich sah unter den Einfältigen, gewahrte unter den Söhnen einen unverständigen Jüngling,
8der hin und her ging auf der Straße, neben ihrer Ecke, und den Weg nach ihrem Hause schritt,
9in der Dämmerung, am Abend des Tages, in der Mitte der Nacht und in der Dunkelheit.
10Und siehe, ein Weib kam ihm entgegen im Anzug einer Hure und mit verstecktem Herzen.
11Sie ist leidenschaftlich und unbändig, ihre Füße bleiben nicht in ihrem Hause;
12bald ist sie draußen, bald auf den Straßen, und neben jeder Ecke lauert sie.
13Und sie ergriff ihn und küßte ihn, und mit unverschämtem Angesicht sprach sie zu ihm:
14Friedensopfer lagen mir ob, heute habe ich meine Gelübde bezahlt;
15darum bin ich ausgegangen, dir entgegen, um dein Antlitz zu suchen, und dich habe dich gefunden.
16Mit Teppichen habe ich mein Bett bereitet, mit bunten Decken von ägyptischem Garne;
17ich habe mein Lager benetzt mit Myrrhe, Aloe und Zimmet.
18Komm, wir wollen uns in Liebe berauschen bis an den Morgen, an Liebkosungen uns ergötzen.
19Denn der Mann ist nicht zu Hause, er ist auf eine weite Reise gegangen;
20er hat den Geldbeutel in seine Hand genommen, am Tage des Vollmondes wird er heimkehren.
21Sie verleitete ihn durch ihr vieles Bereden, riß ihn fort durch die Glätte ihrer Lippen.
22Auf einmal ging er ihr nach, wie ein Ochs zur Schlachtbank geht, und wie Fußfesseln zur Züchtigung des Narren dienen,
23bis ein Pfeil seine Leber zerspaltet; wie ein Vogel zur Schlinge eilt und nicht weiß, daß es sein Leben gilt.
24Nun denn, ihr Söhne, höret auf mich, und horchet auf die Worte meines Mundes!
25Dein Herz wende sich nicht ab nach ihren Wegen, und irre nicht umher auf ihren Pfaden!
26Denn viele Erschlagene hat sie niedergestreckt, und zahlreich sind alle ihre Ermordeten.
27Ihr Haus sind Wege zum Scheol, die hinabführen zu den Kammern des Todes.
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