Psalm 47–50
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Der höchste Herr
471Dem Chorleiter. Ein Psalmlied von den Söhnen Korachs.
2Ihr Völker alle, klatscht in die Hände! Lobt Gott und lasst euren Jubel laut hören! 3Denn Jahwe, der Höchste, ist aller Ehren wert, ein großer König über die ganze Welt. 4Er hat uns Völker unterstellt, uns ganze Nationen zu Füßen gelegt. 5Er hat für uns das Erbland ausgewählt, den Stolz der Nachkommen Jakobs, die er liebt. ♪ 6Im Jauchzen stieg Gott hinauf, im Schall des Schofar-Horns, Jahwe.
7Singt, lobsingt zu Gottes Ehre, singt, lobsingt unserem König! 8Denn Gott ist König der ganzen Erde, singt ihm euer schönstes Lied1! 9Gott ist König über die Völker; Gott sitzt auf seinem heiligen Thron. 10Die Großen der Völker kommen herbei als Volk des Gottes Abrahams, denn Gott gehören die Schilde2 der Erde. Er allein ist über alle erhöht.
Gottes Stadt
481Ein Lied mit Begleitung, ein Psalm von den Söhnen Korachs.
2Groß ist Jahwe und sehr zu loben in der Stadt unseres Gottes, auf seinem heiligen Berg. 3Schön ragt er empor – eine Freude für die ganze Welt –, der Zionsberg, der sich nach Norden erstreckt. Dort liegt die Stadt des großen Königs. 4Gott ist in ihren Palästen und er ist bekannt als ein sicherer Schutz.
5Denn seht: Die Könige vereinten sich und zogen gemeinsam heran. 6Doch was sie sahen, ließ sie erstarren; bestürzt ergriffen sie die Flucht. 7Dort kam das Zittern über sie wie die Wehen über eine Frau. 8Den Ostwind hast du benutzt und die großen Schiffe zerstört.
9Wie wir es hörten, so haben wir es gesehen in Jahwes Stadt, der Stadt des Allmächtigen. Gott wird sie erhalten bis in Ewigkeit. ♪ 10Wir denken über deine Gnade nach, Gott, wir tun es, wenn wir in deinem Tempel sind. 11Wie dein Name, Gott, so reicht dein Ruhm bis an das Ende der Welt. Deine Hand ist mit Gerechtigkeit gefüllt.
12Es freue sich der Zionsberg, auch Judas Städte sollen jubeln wegen deiner gerechten Gerichte. 13Zieht um die Zionsstadt, umkreist sie und zählt ihre Türme! 14Bewundert ihre befestigten Mauern, betrachtet ihre Paläste und erzählt es der kommenden Generation. 15Denn so ist Gott, unser Gott, für immer und ewig. Er wird uns leiten unser Leben lang.
Leben kann man nicht kaufen
491Dem Chorleiter. Ein Psalmlied von den Söhnen Korachs.
2Hört dies an, ihr Völker alle, merkt auf, alle Bewohner der Welt; 3Menschenkinder, Herrensöhne, miteinander Arm und Reich! 4Mein Mund soll Weisheitsworte künden, mein Herz bemüht sich um Einsicht. 5Mein Ohr ist für die Weisheit offen und beim Zitherspiel erkläre ich den Spruch.
6Warum soll ich mich fürchten in schlimmer Zeit, wenn menschliche Bosheit mich umstellt? 7Sie verlassen sich auf ihr Vermögen, mit ihrem großen Reichtum geben sie an. 8Doch keiner kann sein Leben kaufen, indem er Gott das Geld dafür gibt. 9Für das Leben ist jeder Kaufpreis zu hoch, den kann man niemals erbringen.
10Kein Mensch lebt für immer fort, am Sterben führt kein Weg vorbei. 11Denn man sieht: Die Weisen sterben. Auch Tor und Dummkopf kommen um. Ihr Vermögen lassen sie andern. 12Sie denken, ihre Häuser blieben ewig, ihre Wohnungen hätten für immer Bestand; selbst Ländereien hatten sie nach sich benannt.
13Kein Mensch bleibt ewig in Prunk und Pracht, am Ende geht er zugrunde wie das Vieh.
14So geht es denen, die auf sich selbst vertrauen, so enden die, denen nur das eigene Geschwätz gefällt. ♪ 15Wie Schafe weidet sie der Tod. Sie sinken ins Totenreich hinab. Ihre Häuser verfallen, / ihr Körper verwest. / Und dann sind Aufrichtige an der Macht. 16Mein Leben aber wird von Gott erlöst, er reißt mich heraus aus den Krallen des Todes. ♪
17Fürchte dich nicht, wenn ein Mann sich bereichert, wenn der Wohlstand seines Hauses sich mehrt. 18Denn im Tod nimmt er das alles nicht mit, sein Reichtum folgt ihm nicht ins Grab. 19Wenn er sich auch sein Leben lang lobt und sich sagt: „Man schmeichelt dir, wenn du es dir gut gehen lässt!“, 20so muss er doch dorthin, wo seine Väter sind, von denen keiner mehr das Licht erblickt.
21Der Mensch ist ohne Einsicht in all seiner Pracht: Am Ende geht er zugrunde wie das Vieh.
Echte Gottesverehrung
501Ein Psalmlied von Asaf.
Gott aller Götter, Jahwe! Er redet und ruft über die Welt. Von dort, wo die Sonne aufgeht, bis dahin, wo sie versinkt; 2vom Zion her, der vollkommenen Schönheit, zeigt Gott sich in strahlendem Glanz. 3Unser Gott kommt und er schweigt nicht. Feuer frisst vor ihm her, und um ihn tobt ein gewaltiger Sturm. 4Himmel und Erde ruft er zum Gericht seines Volkes herbei: 5„Holt meine Getreuen zusammen, die beim Opfer in meinen Bund eingetreten sind!“ 6Die Himmel verkünden seine Gerechtigkeit. Und der Richter ist Gott selbst. ♪
7„Höre, mein Volk, und lass mich reden! Israel, ich muss dich verwarnen! Ich bin Gott, dein Gott! 8Nicht wegen deiner Opfer tadle ich dich, deine Brandopfer sind immer vor mir. 9Doch ich nehme deine Opfer nicht an. Ich brauche keinen Stier aus deinem Stall und keinen Bock aus deinem Pferch! 10Denn mein ist alles Wild im Wald, die Tiere auf den tausend Bergen. 11Ich kenne alle Vögel dort. Was sich regt auf dem Feld, ist mir bekannt. 12Hätte ich Hunger, müsste ich es dir nicht sagen, denn mein ist die Welt und was sie erfüllt. 13Soll ich denn das Fleisch von Stieren essen? Trinke ich denn Blut von Böcken?
14Opfere Gott deinen Dank! Erfülle, was du dem Höchsten versprochen hast! 15Und wenn du in Not bist, rufe mich an! So rette ich dich, und dann verehrst du mich.“
16Zum Gottlosen aber spricht Gott: „Was redest du von meinen Geboten, nimmst meinen Bund in deinen Mund? 17Du lässt dir ja nichts von mir sagen, schlägst jede Mahnung in den Wind. 18Mit Dieben freundest du dich an, bist bei Ehebrechern zu Haus. 19Du lässt deinen Mund zum Bösen los und deine Zunge knüpft Lügengewebe. 20Du ziehst über deinen Bruder her, selbst den Sohn deiner Mutter machst du schlecht. 21Das hast du getan, und ich schwieg. Hast du gemeint, ich sei so wie du? Ich werde dich strafen! Ich halte es dir vor! 22Hört zu, die ihr Gott vergessen habt, sonst zerreiße ich euch und keiner hilft euch mehr.
23Dank ist die Opfergabe, die mich ehrt. Das ist der Weg, auf dem du Gottes Heil erkennst.“
Footnotes
- ♪steht für das hebräische Sela, das vielleicht mit Empor! wiedergegeben werden kann, aber nicht sicher zu übersetzen ist. Wahrscheinlich war es ein Zeichen für die Musik.
- 1schönstes Lied. Wörtlich: Singt ihm ein Maskil, ein Lehrgedicht. Oder: Singt ihm mit Verstand!
- 2Die Könige wurden als Schutzschilde ihrer Völker angesehen.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden