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Matthäus 3–4

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Sein Dienstantritt (3–4)

Johannes der Täufer

31Damals trat Johannes der Täufer in der Wüste von Judäa auf und predigte: 2„Ändert eure Einstellung, denn die Himmelsherrschaft bricht bald an!“ 3Johannes war es, von dem der Prophet Jesaja sagt:

„Hört, in der Wüste ruft eine Stimme: ‚Bereitet den Weg für den Herrn! Ebnet die Pfade für ihn!‘ “1

4Johannes trug ein grobes Gewand aus Kamelhaar, um das er einen Lederriemen geknotet hatte. Seine Nahrung bestand aus Heuschrecken und Honig von wild lebenden Bienen. 5Die Bevölkerung von Jerusalem, Judäa und der ganzen Jordangegend kam zu Johannes hinaus. 6Sie ließen sich im Jordan2 von ihm taufen3 und bekannten dabei ihre Sünden. 7Als Johannes viele von den Pharisäern4 und Sadduzäern5 zu seiner Taufstelle kommen sah, sagte er: „Ihr Schlangenbrut! Wer hat euch eingeredet, dass ihr dem kommenden Zorngericht Gottes entgeht? 8Bringt Früchte hervor, die zeigen, dass ihr eure Einstellung geändert habt! 9Und fangt nicht an zu denken, dass ihr doch die Nachkommen Abrahams seid. Ich sage euch: Gott kann Abraham aus diesen Steinen hier Kinder erwecken! 10Die Axt ist schon an die Wurzel der Bäume gelegt. Jeder Baum, der keine guten Früchte bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen. 11Ich taufe euch zwar mit Wasser aufgrund eurer Umkehr, aber es wird einer kommen, der mächtiger ist als ich. Ich bin nicht einmal gut genug, ihm die Sandalen auszuziehen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. 12Er hat die Worfschaufel6 in der Hand, um alle Spreu vom Weizen zu trennen. Den Weizen wird er in die Scheune bringen, die Spreu aber wird er mit einem Feuer verbrennen, das nie mehr ausgeht.“

13Dann kam Jesus aus Galiläa zu Johannes an den Jordan, um sich von ihm taufen zu lassen. 14Aber Johannes versuchte ihn davon abzubringen und sagte: „Ich hätte es nötig, von dir getauft zu werden, und du kommst zu mir?“ 15Doch Jesus antwortete: „Lass es für diesmal geschehen. Denn nur so können wir alles erfüllen, was Gottes Gerechtigkeit fordert.“ Da fügte sich Johannes. 16Als Jesus nach seiner Taufe aus dem Wasser stieg, öffnete sich der Himmel über ihm und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. 17Auf einmal sprach eine Stimme aus dem Himmel heraus: „Das ist mein über alles geliebter Sohn. An ihm habe ich Freude!“

Jesus wird auf die Probe gestellt

41Dann wurde Jesus vom Geist Gottes ins Bergland der Wüste hinaufgeführt, weil er dort vom Teufel versucht werden sollte. 2Vierzig Tage und Nächte lang aß er nichts. Als dann der Hunger ihn quälte, 3trat der Versucher heran und sagte: „Wenn du Gottes Sohn bist, dann befiehl, dass diese Steine hier zu Brot werden.“ 4Aber Jesus antwortete: „Nein, in der Schrift steht: ‚Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.‘1“ 5Daraufhin ging der Teufel mit ihm in die Heilige Stadt, stellte ihn auf den höchsten Vorsprung im Tempel 6und sagte: „Wenn du Gottes Sohn bist, dann stürz dich hier hinunter! Es steht ja geschrieben:

‚Er schickt seine Engel für dich aus, um dich zu beschützen. Auf den Händen werden sie dich tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.‘2“

7Jesus gab ihm zur Antwort: „Es heißt aber auch: ‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht herausfordern!‘3“ 8Schließlich ging der Teufel mit ihm auf einen sehr hohen Berg, zeigte ihm alle Königreiche der Welt und ihre Pracht 9und sagte: „Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.“ 10Da sagte Jesus: „Weg mit dir, Satan! Es steht geschrieben: ‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen!‘4“ 11Da ließ der Teufel von Jesus ab, und Engel kamen und versorgten ihn.

Erste Taten in Galiläa

12Als Jesus hörte, dass man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, zog er sich nach Galiläa zurück. 13Er blieb aber nicht in Nazaret, sondern verlegte seinen Wohnsitz nach Kafarnaum5 am See im Gebiet der Stämme Sebulon und Naftali. 14So erfüllte sich, was durch den Propheten Jesaja vorausgesagt wurde:

15„Du Land Sebulon und Naftali, am See gelegen und jenseits des Jordan, Galiläa der Völker: 16Das Volk, das im Finstern lebte, hat ein großes Licht gesehen. Über denen, die im Land der Todesschatten wohnten, ist Licht aufgegangen.“6

17Von da an begann Jesus zu predigen: „Ändert eure Einstellung, denn die Himmelsherrschaft bricht bald an!“

18Als Jesus am See von Galiläa7 entlangging, sah er zwei Brüder. Jeder warf sein rundes Wurfnetz aus. Es waren Simon, der auch Petrus genannt wurde, und sein Bruder Andreas. 19Jesus sagte zu ihnen: „Kommt, folgt mir! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“ 20Sofort ließen sie die Netze liegen und folgten ihm. 21Als er ein Stück weitergegangen war, sah er wieder zwei Brüder, Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus. Sie waren mit ihrem Vater im Boot und brachten die Netze in Ordnung. Auch sie forderte er auf, mit ihm zu kommen. 22Da verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten ihm.

23Jesus zog in ganz Galiläa umher. Er lehrte in den Synagogen und verkündigte die Freudenbotschaft vom Reich Gottes.8 Außerdem heilte er dort alle Arten von Krankheit und Leid. 24Bald wurde überall von ihm gesprochen, selbst in Syrien. Man brachte alle Leidenden zu ihm, Menschen, die an den unterschiedlichsten Krankheiten und Beschwerden litten, auch Besessene, Anfallskranke9 und Gelähmte. Er heilte sie alle. 25Große Menschenmassen folgten ihm aus Galiläa, aus dem Zehnstädtegebiet10, aus Jerusalem und Judäa und von der anderen Seite des Jordan.

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Fußnoten

  1. 2Der Jordan ist der wichtigste Fluss Israels, der als geologisches Phänomen das tiefstgelegene Tal der Erde durchfließt. Er entspringt im Norden im Gebiet des Berges Hermon, etwa 500 m über dem Meeresspiegel, und mündet 200 km südlich ins Tote Meer, dessen Wasserspiegel sich heute mehr als 430 m unter Meeresniveau befindet. Die Taufstelle ist traditionell etwa 7 km nördlich vom Toten Meer zu suchen.
  2. 3taufen. Symbolische Handlung, bei der ein Mensch kurz unter Wasser getaucht wurde.
  3. 4Pharisäer. Religionspartei, die auf genaue Einhaltung der Gesetze und Überlieferungen Wert legte.
  4. 5Sadduzäer. Politisch einflussreiche, römerfreundliche religiöse Gruppe, deren Mitglieder aus den vornehmen Familien stammten. Sie behaupteten, es gäbe keine Auferstehung nach dem Tod.
  5. 6Worfschaufel. Hölzerne Schaufel, mit der die ausgedroschenen Getreidekörner durch Hochwerfen im Wind von der groben Spreu getrennt wurden.
  6. 5Kafarnaum. Stadt am Nordwestufer des Sees.
  7. 7See von Galiläa. Das ist der See Gennesaret im Norden Israels, 21 km lang und bis zu 14 km breit. Er wird vom Jordan durchflossen und liegt etwa 212 m unter dem Meeresspiegel.
  8. 8Reich Gottes. Herrschaft Gottes, das Reich, das von Gott (bei Matthäus steht meist: vom Himmel) regiert wird.
  9. 9Anfallskranke. Menschen, die an Anfällen oder Auffälligkeiten leiden, die sie nicht selbst steuern können.
  10. 10Zehnstädtegebiet. Bund von zehn freien Städten im Ostjordanland, die von griechischer Kultur geprägt waren.

Parallelstellen

  1. 1Jesaja 40,3
  2. 15. Mose 8,3
  3. 2Psalm 91,11–12
  4. 35. Mose 6,16
  5. 45. Mose 6,13
  6. 6Jesaja 8,23 – 9,1