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Hiob 16–18

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Hiob: Ihr seid leidige Tröster!

161Da erwiderte Hiob:

2„Ähnliches habe ich viel gehört, ihr alle seid leidige Tröster! 3Haben die windigen Worte ein Ende? Was sticht dich nur, dass du so widersprichst? 4Auch ich könnte reden wie ihr, wenn ihr an meiner Stelle wärt. Ich könnte mit Worten gegen euch glänzen, würde meinen Kopf über euch schütteln. 5Ich würde euch stärken mit meinem Mund, der Trost von meinen Lippen würde Linderung bringen.“

Gott ist mein Feind geworden!

6„Wenn ich rede, hört mein Schmerz nicht auf, lass ich es sein, geht er auch nicht fort. 7Ja, jetzt hat er mich erschöpft. Du hast mein ganzes Umfeld zerstört. 8Und du hast mich gepackt. Mein Verfall sagt gegen mich aus und erhebt sich als Zeuge. Ins Gesicht klagt er mich an. 9Sein Zorn zerreißt und verfolgt mich, er knirscht mit den Zähnen und durchbohrt mich mit seinem Blick. 10Sie reißen das Maul gegen mich auf, schlagen mir voll Hohn auf die Wangen, rotten sich zusammen gegen mich. 11Und Gott gibt mich den Schurken preis, stößt mich in die Hände der Bösen.

12Ich war in Frieden, da verstörte er mich; er hat mich beim Nacken gepackt und zerschmettert. Er stellte mich als seine Zielscheibe hin, 13seine Pfeile umschwirren mich. Erbarmungslos durchbohrt er meine Nieren, schüttet meine Galle zur Erde. 14Bresche um Bresche schlägt er in mich; er stürmt wie ein Krieger gegen mich an.

15Der Trauersack ist meine zweite Haut, kraftlos liege ich im Staub. 16Mein Gesicht ist rot vom Weinen, und meine Augen sind von dunklen Schatten umringt. 17Doch kein Unrecht klebt an meinen Händen, mein Gebet ist rein.“

Gott soll mein Richter sein!

18„O Erde, deck mein Blut nicht zu, damit mein Schreien nicht zur Ruhe kommt. 19Nun aber seht! Im Himmel ist mein Zeuge, der in der Höhe für mich spricht. 20Meine Freunde sind es, die mich verspotten; mit Tränen blickt mein Auge zu Gott. 21Er schaffe Recht zwischen Mensch und Gott, zwischen dem Mann und seinem Freund. 22Denn die wenigen Jahre verstreichen, dann geh ich den Weg, der ohne Wiederkehr ist.“

171„Mein Geist ist gebrochen, meine Tage gelöscht, das Grab wartet auf mich. 2Nichts als Spott begleitet mich, die ganze Nacht verfolgt mich ihr Gezänk. 3Sei du selbst mein Bürge bei dir! Wer sonst würde die Hand für mich geben? 4Ihr Herz hast du ja der Einsicht verschlossen, darum erlaubst du ihnen keinen Triumph. 5Gibt jemand seine Freunde preis, werden die Augen seiner Kinder verdorren. 6Zum Spott für die Leute stellt er mich hin als einen, dem man ins Angesicht spuckt. 7Mein Auge ist trüb vor Gram, meine Glieder sind wie ein Schatten. 8Die Aufrechten sind darüber entsetzt, und der Schuldlose empört sich über den Bösen. 9Doch der Gerechte hält fest an seinem Weg, wer reine Hände hat, gewinnt an Kraft. 10Kommt alle nur wieder heran, ich finde doch keinen Weisen bei euch.“

Mir bleibt nur noch das Grab

11„Meine Tage sind vorbei, zunichte meine Pläne und was in meinem Herzen war. 12Sie machen mir die Nacht zum Tag, das Licht soll sein wie das Dunkel. 13Ich hoffe nichts mehr, bei den Toten ist mein Haus, in der Finsternis mache ich mir mein Bett. 14Zum Grab sage ich: ‚Du bist mein Vater!‘, und zum Gewürm: ‚Mutter und Schwester!‘ 15Wo ist nun meine Hoffnung? Wer kann sie denn sehen? 16Sie steigt mit mir zu den Toten hinab und sinkt mit mir in den Staub.“

Zweite Rede des Bildad: Du zerreißt dich selbst!

181Da erwiderte Bildad von Schuach:

2„Wie weit wollt ihr es mit den Worten noch treiben? Kommt zur Besinnung, danach können wir reden! 3Warum hält man uns für Vieh, warum denkst du, wir sind dumm? 4Du zerreißt dich selbst in deinem Zorn. Soll wegen dir die Erde veröden, von seiner Stelle rücken ein Fels?“

Der Gottlose bekommt seine Strafe!

5„Doch das Licht des Gottlosen erlischt, die Flamme seines Feuers leuchtet nicht. 6Das Licht in seinem Zelt wird dunkel, und die Leuchte über ihm erlischt. 7Seine starken Schritte werden kurz, sein eigener Rat bringt ihn zu Fall. 8Mit eigenen Füßen gerät er ins Netz, auf Fallgittern geht er entlang. 9Das Fangeisen packt seine Ferse, die Schlinge hält ihn fest. 10Sein Strick ist in der Erde verborgen, seine Falle auf dem Pfad.

11Ringsum überfallen ihn Schrecken und hetzen ihn auf Schritt und Tritt. 12Das Unheil ist hungrig nach ihm, das Unglück steht für ihn bereit, 13es frisst ihm Stücke von der Haut. Der Vorbote des Todes verzehrt ihm die Glieder. 14Sein Vertrauen reißt man aus seinem Zelt, man treibt ihn zum König der Schrecken. 15Keiner, der zu ihm gehört, wird in seinem Zelt wohnen, auf seine Wohnung wird Schwefel gestreut. 16Unten verdorren seine Wurzeln, und oben wird jeder Zweig dürr. 17Sein Andenken verschwindet im Land, auf der Gasse kennt ihn keiner mehr. 18Aus dem Licht wird er ins Dunkel gestürzt, man jagt ihn aus der Welt hinaus. 19Kein Kind, kein Enkel pflanzt die Sippe fort, nicht einer überlebt in seinem Ort. 20Die im Westen erschaudern über seinen Tag, und die im Osten packt das Entsetzen. 21Ja, das ist die Wohnung des Bösen, die Stätte dessen, der Gott nicht kennt.“

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