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Sprüche 19–20

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Das 19. Kapitel

1.Ein Armer, der in seiner Frömmigkeit wandelt, ist besser denn ein Verkehrter mit seinen Lippen, der doch ein Narr ist.

2.Wo man nicht mit Vernunft handelt, da geht’s nicht wohl zu; und wer schnell ist mit Füßen, der tut sich Schaden.

3.Die Torheit eines Menschen verleitet seinen Weg, und doch tobt sein Herz wider den HERRN.

4.Gut macht viele Freunde; aber der Arme wird von seinen Freunden verlassen.

5.Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer Lügen frech redet, wird nicht entrinnen.

6.Viele schmeicheln der Person des Fürsten; und alle sind Freunde des, der Geschenke gibt.

7.Den Armen hassen alle seine Brüder; wie viel mehr halten sich seine Freunde von ihm fern! Und wer sich auf Worte verläßt, dem wird nichts.

8.Wer klug wird, liebt sein Leben; und der Verständige findet Gutes.

9.Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; und wer frech Lügen redet, wird umkommen.

10.Dem Narren steht nicht wohl an, gute Tage haben, viel weniger einem Knecht, zu herrschen über Fürsten.

11.Wer geduldig ist, der ist ein kluger Mensch, und ist ihm eine Ehre, daß er Untugend überhören kann.

12.Die Ungnade des Königs ist wie das Brüllen eines jungen Löwen; aber seine Gnade ist wie der Tau auf dem Grase.

13.Ein törichter Sohn ist seines Vaters Herzeleid, und ein zänkisches Weib ein stetiges Triefen.

14.Haus und Güter vererben die Eltern; aber ein vernünftiges Weib kommt vom HERRN.

15.Faulheit bringt Schlafen, und eine lässige Seele wird Hunger leiden.

16.Wer das Gebot bewahrt, der bewahrt sein Leben; wer aber seines Weges nicht achtet, wird sterben.

17.Wer sich des Armen erbarmt, der leihet dem HERRN; der wird ihm wieder Gutes vergelten.

18.Züchtige deinen Sohn, solange Hoffnung da ist; aber laß deine Seele nicht bewegt werden, ihn zu töten.

19.Großer Grimm muß Schaden leiden; denn willst du ihm steuern, so wird er noch größer.

20.Gehorche dem Rat, und nimm Zucht an, daß du hernach weise seiest.

21.Es sind viel Anschläge in eines Mannes Herzen; aber der Rat des HERRN besteht.

22.Ein Mensch hat Lust an seiner Wohltat; und ein Armer ist besser denn ein Lügner.

23.Die Furcht des HERRN fördert zum Leben, und wird satt bleiben, daß kein Übel sie heimsuchen wird.

24.Der Faule verbirgt seine Hand im Topf und bringt sie nicht wieder zum Munde.

25.Schlägt man den Spötter, so wird der Unverständige klug; straft man einen Verständigen, so wird er vernünftig.

26.Wer Vater verstört und Mutter verjagt, der ist ein schändliches und verfluchtes Kind.

27.Laß ab, mein Sohn, zu hören die Zucht, und doch abzuirren von vernünftiger Lehre.

28.Ein loser Zeuge spottet des Rechts, und der Gottlosen Mund verschlingt das Unrecht.

29.Den Spöttern sind Strafen bereitet, und Schläge auf der Narren Rücken.

Das 20. Kapitel

1.Der Wein macht lose Leute, und starkes Getränk macht wild; wer dazu Lust hat, wird nimmer weise.

2.Das Schrecken des Königs ist wie das Brüllen eines jungen Löwen; wer ihn erzürnt, der sündigt wider sein Leben.

3.Es ist dem Mann eine Ehre, vom Hader bleiben; aber die gern Hadern, sind allzumal Narren.

4.Um der Kälte willen will der Faule nicht pflügen; so muß er in der Ernte betteln und nichts kriegen.

5.Der Rat im Herzen eines Mannes ist wie tiefe Wasser; aber ein Verständiger kann’s merken, was er meint.

6.Viele Menschen werden fromm gerühmt; aber wer will finden einen, der rechtschaffen fromm sei?

7.Ein Gerechter, der in seiner Frömmigkeit wandelt, des Kindern wird’s wohl gehen nach ihm.

8.Ein König, der auf seinem Stuhl sitzt, zu richten, zerstreut alles Arge mit seinen Augen.

9.Wer kann sagen: Ich bin rein in meinem Herzen und lauter von meiner Sünde?

10.Mancherlei Gewicht und Maß ist beides Greuel dem HERRN.

11.Auch einen Knaben kennt man an seinem Wesen, ob er fromm und redlich werden will.

12.Ein hörend Ohr und sehend Auge, die macht beide der HERR.

13.Liebe den Schlaf nicht, daß du nicht arm werdest; laß deine Augen wacker sein, so wirst du Brot genug haben.

14."Böse, böse!" spricht man, wenn man’s hat; aber wenn’s weg ist, so rühmt man es dann.

15.Es gibt Gold und viele Perlen; aber ein vernünftiger Mund ist ein edles Kleinod.

16.Nimm dem sein Kleid, der für einen andern Bürge wird, und pfände ihn um des Fremden willen.

17.Das gestohlene Brot schmeckt dem Manne wohl; aber hernach wird ihm der Mund voll Kieselsteine werden.

18.Anschläge bestehen, wenn man sie mit Rat führt; und Krieg soll man mit Vernunft führen.

19.Sei unverworren mit dem, der Heimlichkeit offenbart, und mit dem Verleumder und mit dem falschen Maul.

20.Wer seinem Vater und seiner Mutter flucht, des Leuchte wird verlöschen mitten in der Finsternis.

21.Das Erbe, darnach man zuerst sehr eilt wird zuletzt nicht gesegnet sein.

22.Sprich nicht: Ich will Böses vergelten ! Harre des HERRN, der wird dir helfen.

23.Mancherlei Gewicht ist ein Greuel dem HERRN, und eine falsche Waage ist nicht gut.

24.Jedermanns Gänge kommen vom HERRN. Welcher Mensch versteht seinen Weg?

25.Es ist dem Menschen ein Strick, sich mit Heiligem übereilen und erst nach den Geloben überlegen.

26.Ein weiser König zerstreut die Gottlosen und bringt das Rad über sie.

27.Eine Leuchte des HERRN ist des Menschen Geist; die geht durch alle Kammern des Leibes.

28.Fromm und wahrhaftig sein behütet den König, und sein Thron besteht durch Frömmigkeit.

29.Der Jünglinge Stärke ist ihr Preis; und graues Haar ist der Alten Schmuck.

30.Man muß dem Bösen wehren mit harter Strafe und mit ernsten Schlägen, die man fühlt.

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