Psalm 73–83
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1.Ein Psalm Asaphs. Israel hat dennoch Gott zum Trost, wer nur reines Herzens ist.
2.Ich aber hätte schier gestrauchelt mit meinen Füßen; mein Tritt wäre beinahe geglitten.
3.Denn es verdroß mich der Ruhmredigen, da ich sah, daß es den Gottlosen so wohl ging.
4.Denn sie sind in keiner Gefahr des Todes, sondern stehen fest wie ein Palast.
5.Sie sind nicht in Unglück wie andere Leute und werden nicht wie andere Menschen geplagt.
6.Darum muß ihr Trotzen köstlich Ding sein, und ihr Frevel muß wohl getan heißen.
7.Ihre Person brüstet sich wie ein fetter Wanst; sie tun, was sie nur gedenken.
8.Sie achten alles für nichts und reden übel davon und reden und lästern hoch her.
9.Was sie reden, daß muß vom Himmel herab geredet sein; was sie sagen, das muß gelten auf Erden.
10.Darum fällt ihnen ihr Pöbel zu und laufen ihnen zu mit Haufen wie Wasser
11.und sprechen: "Was sollte Gott nach jenen fragen ? Was sollte der Höchste ihrer achten?"
12.Siehe, das sind die Gottlosen; die sind glücklich in der Welt und werden reich.
13.Soll es denn umsonst sein, daß mein Herz unsträflich lebt und ich meine Hände in Unschuld wasche,
14.ich bin geplagt täglich, und meine Strafe ist alle Morgen da?
15.Ich hätte auch schier so gesagt wie sie; aber siehe, damit hätte ich verdammt alle meine Kinder, die je gewesen sind.
16.Ich dachte ihm nach, daß ich’s begreifen möchte; aber es war mir zu schwer,
17.bis daß ich ging in das Heiligtum Gottes und merkte auf ihr Ende.
18.Ja, du setzest sie aufs Schlüpfrige und stürzest sie zu Boden.
19.Wie werden sie so plötzlich zunichte! Sie gehen unter und nehmen ein Ende mit Schrecken.
20.Wie ein Traum, wenn einer erwacht, so machst du, HERR, ihr Bild in der Stadt verschmäht.
21.Da es mir wehe tat im Herzen und mich stach in meine Nieren,
22.da war ich ein Narr und wußte nichts; ich war wie ein Tier vor dir.
23.Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand,
24.du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich endlich in Ehren an.
25.Wenn ich nur dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erde.
26.Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.
27.Denn siehe, die von dir weichen, werden umkommen; du bringest um, alle die von dir abfallen.
28.Aber das ist meine Freude, daß ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setzte auf den HERRN HERRN, daß ich verkündige all dein Tun.
Der 74. Psalm
1.Eine Unterweisung Asaphs. Gott, warum verstößest du uns so gar und bist so grimmig zornig über die Schafe deiner Weide?
2.Gedenke an deine Gemeinde, die du vor alters erworben und dir zum Erbteil erlöst hast, an den Berg Zion, darauf du wohnest.
3.Hebe deine Schritte zum dem, was so lange wüst liegt. Der Feind hat alles verderbt im Heiligtum.
4.Deine Widersacher brüllen in deinen Häusern und setzen ihre Götzen darein.
5.Man sieht die Äxte obenher blinken, wie man in einen Wald haut;
6.sie zerhauen alle seine Tafelwerke mit Beil und Barte.
7.Sie verbrennen dein Heiligtum; sie entweihen und werfen zu Boden die Wohnung deines Namens.
8.Sie sprechen in ihrem Herzen; "Laßt uns sie plündern !" Sie verbrennen alle Häuser Gottes im Lande.
9.Unsere Zeichen sehen wir nicht, und kein Prophet predigt mehr, und keiner ist bei uns, der weiß, wie lange.
10.Ach Gott, wie lange soll der Widersacher schmähen und der Feind deinen Namen so gar verlästern ?
11.Warum wendest du deine Hand ab ? Ziehe von deinem Schoß dein Rechte und mache ein Ende.
12.Gott ist ja mein König von alters her, der alle Hilfe tut, die auf Erden geschieht.
13.Du zertrennst das Meer durch dein Kraft und zerbrichst die Köpfe der Drachen im Wasser.
14.Du zerschlägst die Köpfe der Walfische und gibst sie zur Speise dem Volk in der Einöde.
15.Du lässest quellen Brunnen und Bäche; du läßt versiegen starke Ströme.
16.Tag und Nacht ist dein; du machst, daß Sonne und Gestirn ihren gewissen Lauf haben.
17.Du setzest einem jeglichen Lande seine Grenze; Sommer und Winter machst du.
18.So gedenke doch des, daß der Feind den HERRN schmäht und ein töricht Volk lästert deinen Namen.
19.Du wollest nicht dem Tier geben die Seele deiner Turteltaube, und der Herde deiner Elenden nicht so gar vergessen.
20.Gedenke an den Bund; denn das Land ist allenthalben jämmerlich verheert, und die Häuser sind zerrissen.
21.Laß den Geringen nicht in Schanden davongehen; laß die Armen und Elenden rühmen deinen Namen.
22.Mache dich auf, Gott, und führe aus deine Sache; gedenke an die Schmach, die dir täglich von den Toren widerfährt.
23.Vergiß nicht des Geschreis deiner Feinde; das Toben deiner Widersacher wird je länger, je größer.
Der 75. Psalm
1.Ein Psalm und Lied Asaphs, daß er nicht umkäme, vorzusingen.
2.Wir danken dir, Gott, wir danken dir und verkündigen deine Wunder, daß dein Name so nahe ist.
3."Denn zu seiner Zeit, so werde ich recht richten.
4.Das Land zittert und alle, die darin wohnen; aber ich halte seine Säulen fest." (Sela.)
5.Ich sprach zu den Ruhmredigen: Rühmet nicht so ! und zu den Gottlosen: Pochet nicht auf Gewalt!
6.pochet nicht so hoch auf eure Gewalt, redet nicht halsstarrig,
7.es habe keine Not, weder vom Anfang noch vom Niedergang noch von dem Gebirge in der Wüste.
8.Denn Gott ist Richter, der diesen erniedrigt und jenen erhöht.
9.Denn der HERR hat einen Becher in der Hand und mit starkem Wein voll eingeschenkt und schenkt aus demselben; aber die Gottlosen müssen alle trinken und die Hefen aussaufen.
10.Ich aber will verkündigen ewiglich und lobsingen dem Gott Jakobs.
11."Und will alle Gewalt der Gottlosen zerbrechen, daß die Gewalt des Gerechten erhöht werde."
Der 76. Psalm
1.Ein Psalmlied Asaphs, auf Saitenspiel, vorzusingen.
2.Gott ist in Juda bekannt; in Israel ist sein Name herrlich.
3.Zu Salem ist sein Gezelt, und seine Wohnung zu Zion.
4.Daselbst zerbricht er die Pfeile des Bogens, Schild, Schwert und Streit. (Sela.)
5.Du bist herrlicher und mächtiger denn die Raubeberge.
6.Die Stolzen müssen beraubt werden und entschlafen, und alle Krieger müssen die Hand lassen sinken.
7.Von deinem Schelten, Gott Jakobs, sinkt in Schlaf Roß und Wagen.
8.Du bist erschrecklich. Wer kann vor dir stehen, wenn du zürnest?
9.Wenn du das Urteil lässest hören vom Himmel, so erschrickt das Erdreich und wird still,
10.wenn Gott sich aufmacht zu richten, daß er helfe allen Elenden auf Erden. (Sela.)
11.Wenn Menschen wider dich wüten, bist du auch noch gerüstet.
12.Gelobet und haltet dem HERRN, eurem Gott; alle, die ihr um ihn her seid, bringet Geschenke dem Schrecklichen,
13.der den Fürsten den Mut nimmt und schrecklich ist unter den Königen auf Erden.
Der 77. Psalm
1.Ein Psalm Asaphs für Jeduthun, vorzusingen.
2.Ich schreie mit meiner Stimme zu Gott; zu Gott schreie ich, und er erhört mich.
3.In der Zeit der Not suche ich den HERRN; meine Hand ist des Nachts ausgereckt und läßt nicht ab; denn meine Seele will sich nicht trösten lassen.
4.Wenn ich betrübt bin, so denke ich an Gott; wenn mein Herz in ängsten ist, so rede ich. (Sela.)
5.Meine Augen hältst du, daß sie wachen; ich bin so ohnmächtig, daß ich nicht reden kann.
6.Ich denke der alten Zeit, der vorigen Jahre.
7.Ich denke des Nachts an mein Saitenspiel und rede mit meinem Herzen; mein Geist muß forschen.
8.Wird denn der HERR ewiglich verstoßen und keine Gnade mehr erzeigen ?
9.Ist’s denn ganz und gar aus mit seiner Güte, und hat die Verheißung ein Ende?
10.Hat Gott vergessen, gnädig zu sein, und seine Barmherzigkeit vor Zorn verschlossen ? (Sela.)
11.Aber doch sprach ich: Ich muß das leiden; die rechte Hand des Höchsten kann alles ändern.
12.Darum gedenke ich an die Taten des HERRN; ja, ich gedenke an deine vorigen Wunder
13.und rede von allen deinen Werken und sage von deinem Tun.
14.Gott, dein Weg ist heilig. Wo ist so ein mächtiger Gott, als du, Gott, bist?
15.Du bist der Gott, der Wunder tut; du hast deine Macht bewiesen unter den Völkern.
16.Du hast dein Volk erlöst mit Macht, die Kinder Jakobs und Josephs. (Sela.)
17.Die Wasser sahen dich, Gott, die Wasser sahen dich und ängsteten sich, und die Tiefen tobten.
18.Die dicken Wolken gossen Wasser, die Wolken donnerten, und die Strahlen fuhren daher.
19.Es donnerte im Himmel, deine Blitze leuchteten auf dem Erdboden; das Erdreich regte sich und bebte davon.
20.Dein Weg war im Meer und dein Pfad in großen Wassern, und man spürte doch deinen Fuß nicht.
21.Du führtest dein Volk wie eine Herde Schafe durch Mose und Aaron.
Der 78. Psalm
1.Eine Unterweisung Asaphs. Höre, mein Volk, mein Gesetz; neigt eure Ohren zu der Rede meines Mundes!
2.Ich will meinen Mund auftun zu Sprüchen und alte Geschichten aussprechen,
3.die wir gehört haben und wissen und unsre Väter uns erzählt haben,
4.daß wir’s nicht verhalten sollten ihren Kindern, die hernach kommen, und verkündigten den Ruhm des HERRN und seine Macht und seine Wunder, die er getan hat.
5.Er richtete ein Zeugnis auf in Jakob und gab ein Gesetz in Israel, das er unsern Vätern gebot zu lehren ihre Kinder,
6.auf daß es die Nachkommen lernten und die Kinder, die noch sollten geboren werden; wenn sie aufkämen, daß sie es auch ihren Kinder verkündigten,
7.daß sie setzten auf Gott ihre Hoffnung und nicht vergäßen der Taten Gottes und seine Gebote hielten
8.und nicht würden wie ihre Väter, eine abtrünnige und ungehorsame Art, welchen ihr Herz nicht fest war und ihr Geist nicht treulich hielt an Gott,
9.wie die Kinder Ephraim, die geharnischt den Bogen führten, abfielen zur Zeit des Streits.
10.Sie hielten den Bund Gottes nicht und wollten nicht in seinem Gesetz wandeln
11.und vergaßen seiner Taten und seiner Wunder, die er ihnen erzeigt hatte.
12.Vor ihren Vätern tat er Wunder in Ägyptenland, im Felde Zoan.
13.Er zerteilte das Meer und ließ sie hindurchgehen und stellte das Wasser wie eine Mauer.
14.Er leitete sie des Tages mit einer Wolke und des Nachts mit einem hellen Feuer.
15.Er riß die Felsen in der Wüste und tränkte sie mit Wasser die Fülle
16.und ließ Bäche aus den Felsen fließen, daß sie hinabflossen wie Wasserströme.
17.Dennoch sündigten sie weiter gegen ihn und erzürnten den Höchsten in der Wüste
18.und versuchten Gott in ihrem Herzen, daß sie Speise…
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