Logos Bible Study

Psalm 73–83

Elberfelder 1905Other versions

73

1Ein Psalm; von Asaph. Fürwahr, Gott ist Israel gut, denen, die reinen Herzens sind.

2Ich aber, wenig fehlte, so wären meine Füße abgewichen, um nichts wären ausgeglitten meine Schritte.

3Denn ich beneidete die Übermütigen, als ich sah die Wohlfahrt der Gesetzlosen.

4Denn keine Qualen haben sie bei ihrem Tode, und wohlgenährt ist ihr Leib.

5Nicht sind sie im Ungemach der Sterblichen, und mit den Menschen werden sie nicht geplagt.

6Deshalb umgibt sie der Hochmut wie ein Halsgeschmeide, Gewalttat umhüllt sie wie ein Gewand.

7Es tritt aus dem Fett hervor ihr Auge; sie wallen über in den Einbildungen des Herzens.

8Sie höhnen und reden in Bosheit von Bedrückung; von oben herab reden sie.

9Sie setzen in den Himmel ihren Mund, und ihre Zunge wandelt auf der Erde.

10Deshalb wendet sich hierher sein Volk, und Wasser in Fülle wird von ihnen geschlürft.

11Und sie sprechen: Wie wüßte es Gott, und wie sollte Wissen sein bei dem Höchsten?

12Siehe, diese sind Gesetzlose, und, immerdar sorglos, erwerben sie sich Vermögen.

13Fürwahr, vergebens habe ich mein Herz gereinigt, und in Unschuld gewaschen meine Hände.

14Da ich ja geplagt ward den ganzen Tag, und alle Morgen meine Züchtigung da war.

15Wenn ich gesagt hätte: Ich will ebenso reden, siehe, so wäre ich treulos gewesen dem Geschlecht deiner Söhne.

16Da dachte ich nach, um dieses zu begreifen: eine mühevolle Arbeit war es in meinen Augen;

17bis ich hineinging in die Heiligtümer Gottes und jener Ende gewahrte.

18Fürwahr, auf schlüpfrige Örter setzest du sie, stürzest sie hin zu Trümmern.

19Wie sind sie so plötzlich verwüstet, haben ein Ende genommen, sind umgekommen durch Schrecknisse!

20Wie einen Traum nach dem Erwachen wirst du, Herr, beim Aufwachen ihr Bild verachten.

21Als mein Herz sich erbitterte und es mich in meinen Nieren stach,

22da war ich dumm und wußte nichts; ein Tier war ich bei dir.

23Doch ich bin stets bei dir: du hast mich erfaßt bei meiner rechten Hand;

24durch deinen Rat wirst du mich leiten, und nach der Herrlichkeit wirst du mich aufnehmen.

25Wen habe ich im Himmel? Und neben dir habe ich an nichts Lust auf der Erde.

26Vergeht mein Fleisch und mein Herz, meines Herzens Fels und mein Teil ist Gott auf ewig.

27Denn siehe, es werden umkommen, die dir ferne sind; du vertilgst alle, die buhlerisch von dir abweichen.

28Ich aber, Gott zu nahen ist mir gut; ich habe meine Zuversicht auf den Herrn, Jehova, gesetzt, um zu erzählen alle deine Taten.

74

1Ein Maskil; von Asaph. Gott, warum hast du verworfen für immer, raucht dein Zorn wider die Herde deiner Weide?

2Gedenke deiner Gemeinde, die du erworben hast vor alters, erlöst als dein Erbteil, des Berges Zion, auf welchem du gewohnt hast!

3Erhebe deine Tritte zu den immerwährenden Trümmern! Alles im Heiligtum hat der Feind verderbt.

4Es brüllen deine Widersacher inmitten deiner Versammlungsstätte; sie haben ihre Zeichen als Zeichen gesetzt.

5Sie erscheinen wie einer, der die Axt emporhebt im Dickicht des Waldes;

6und jetzt zerschlagen sie sein Schnitzwerk allzumal mit Beilen und mit Hämmern.

7Sie haben dein Heiligtum in Brand gesteckt, zu Boden entweiht die Wohnung deines Namens.

8Sie sprachen in ihrem Herzen: Laßt uns sie niederzwingen allesamt! Verbrannt haben sie alle Versammlungsstätten Gottes im Lande.

9Unsere Zeichen sehen wir nicht; kein Prophet ist mehr da, und keiner bei uns, welcher weiß, bis wann.

10Bis wann, o Gott, soll höhnen der Bedränger, soll der Feind deinen Namen verachten immerfort?

11Warum ziehst du deine Hand und deine Rechte zurück? Hervor aus deinem Busen, mache ein Ende!

12Gott ist ja mein König von alters her, der Rettungen schafft inmitten des Landes.

13Du zerteiltest das Meer durch deine Macht, zerschelltest die Häupter der Wasserungeheuer auf den Wassern.

14Du zerschmettertest die Häupter des Leviathans, gabst ihn zur Speise dem Volke, den Bewohnern der Wüste.

15Du ließest Quell und Bach hervorbrechen, immerfließende Ströme trocknetest du aus.

16Dein ist der Tag, dein auch die Nacht; den Mond und die Sonne hast du bereitet.

17Du hast festgestellt alle Grenzen der Erde; Sommer und Winter, du hast sie gebildet.

18Gedenke dessen: der Feind hat Jehova gehöhnt, und ein törichtes Volk hat deinen Namen verachtet.

19Gib nicht dem Raubtiere hin die Seele deiner Turteltaube; die Schar deiner Elenden vergiß nicht für immer!

20Schaue hin auf den Bund! Denn die finsteren Örter der Erde sind voll von Wohnungen der Gewalttat.

21Nicht kehre beschämt zurück der Unterdrückte; laß den Elenden und Armen deinen Namen loben!

22Stehe auf, o Gott, führe deinen Rechtsstreit! Gedenke deiner Verhöhnung von den Toren den ganzen Tag!

23Vergiß nicht die Stimme deiner Widersacher! Das Getöse derer, die sich wider dich erheben, steigt auf beständig.

75

1Dem Vorsänger, „Verdirb nicht!“ Ein Psalm von Asaph, ein Lied. Wir preisen dich, o Gott, wir preisen dich; und nahe ist dein Name, deine Wundertaten verkündigen es.

2„Wenn ich die Versammlung empfangen werde, will ich in Geradheit richten.

3Zerschmolzen sind die Erde und alle ihre Bewohner: Ich habe ihre Säulen festgestellt.“ (Sela.)

4Ich sprach zu den Übermütigen: Seid nicht übermütig! und zu den Gesetzlosen: Erhebet nicht das Horn!

5Erhebet nicht hoch euer Horn; redet nicht Freches mit gerecktem Halse!

6Denn nicht von Osten, noch von Westen, und nicht von Süden her kommt Erhöhung.

7Denn Gott ist Richter; diesen erniedrigt er, und jenen erhöht er.

8Denn ein Becher ist in der Hand Jehovas, und er schäumt von Wein, ist voll von Würzwein, und er schenkt daraus: ja, seine Hefen müssen schlürfend trinken alle Gesetzlosen der Erde.

9Ich aber, ich will es verkünden ewiglich, will Psalmen singen dem Gott Jakobs.

10Und alle Hörner der Gesetzlosen werde ich abhauen; es werden erhöht werden die Hörner der Gerechten.

76

1Dem Vorsänger, mit Saitenspiel. Ein Psalm von Asaph, ein Lied. Bekannt ist Gott in Juda, in Israel groß sein Name.

2Und in Salem ist seine Hütte, und seine Wohnung in Zion.

3Dort zerbrach er des Bogens Blitze, Schild und Schwert und Krieg. (Sela.)

4Glanzvoller bist du, herrlicher als die Berge des Raubes.

5Zur Beute sind geworden die Starkherzigen, sie schlafen ihren Schlaf; und keiner der tapferen Männer fand seine Hände.

6Vor deinem Schelten, Gott Jakobs, sind in tiefen Schlaf gesunken sowohl Wagen als Roß.

7Du, du bist furchtbar, und wer kann vor dir bestehen, sobald du erzürnst!

8Du ließest Gericht hören von den Himmeln her; die Erde fürchtete sich und ward stille.

9Als Gott aufstand zum Gericht, um zu retten alle Sanftmütigen des Landes. (Sela.)

10Denn der Grimm des Menschen wird dich preisen; mit dem Rest des Grimmes wirst du dich gürten.

11Tut und bezahlet Gelübde Jehova, eurem Gott; mögen alle, die rings um ihn her sind, Geschenke bringen dem Furchtbaren!

12Er wird abmähen den Geist der Fürsten, er ist furchtbar den Königen der Erde.

77

1Dem Vorsänger, für Jeduthun. Von Asaph, ein Psalm. Meine Stimme ist zu Gott, und ich will schreien; meine Stimme ist zu Gott, und er wird mir Gehör schenken.

2Am Tage meiner Drangsal suchte ich den Herrn; meine Hand war des Nachts ausgestreckt und ließ nicht ab; meine Seele weigerte sich getröstet zu werden.

3Ich gedachte Gottes, und ich stöhnte; ich sann nach, und mein Geist ermattete. (Sela.)

4Du hieltest fest die Lider meiner Augen; ich war voll Unruhe und redete nicht.

5Ich durchdachte die Tage vor alters, die Jahre der Urzeit.

6Ich gedachte meines Saitenspiels in der Nacht; ich sann nach in meinem Herzen, und es forschte mein Geist.

7Wird der Herr auf ewig verwerfen, und hinfort keine Gunst mehr erweisen?

8Ist zu Ende seine Güte für immer? Hat das Wort aufgehört von Geschlecht zu Geschlecht?

9Hat Gott vergessen gnädig zu sein? Hat er im Zorn verschlossen seine Erbarmungen? (Sela.)

10Da sprach ich: Das ist mein Kranksein. Der Jahre der Rechten des Höchsten,

11will ich gedenken, der Taten des Jah; denn deiner Wunder von alters her will ich gedenken;

12und ich will nachdenken über all dein Tun, und über deine Taten will ich sinnen.

13Gott! Dein Weg ist im Heiligtum; wer ist ein großer Gott wie Gott?

14Du bist der Gott, der Wunder tut, du hast deine Stärke kundwerden lassen unter den Völkern.

15Du hast dein Volk erlöst mit erhobenem Arm, die Söhne Jakobs und Josephs. (Sela.)

16Dich sahen die Wasser, o Gott, dich sahen die Wasser: sie bebten; ja, es erzitterten die Tiefen.

17Die Wolken ergossen Wasser; das Gewölk ließ eine Stimme erschallen, und deine Pfeile fuhren hin und her.

18Die Stimme deines Donners war im Wirbelwind, Blitze erleuchteten den Erdkreis; es zitterte und bebte die Erde.

19Im Meere ist dein Weg, und deine Pfade in großen Wassern, und deine Fußstapfen sind nicht bekannt.

20Du hast dein Volk geleitet wie eine Herde durch die Hand Moses und Aarons.

78

1Ein Maskil; von Asaph. Horche, mein Volk, auf mein Gesetz! Neiget euer Ohr zu den Worten meines Mundes!

2Ich will meinen Mund auftun zu einem Spruche, will Rätsel hervorströmen lassen aus der Vorzeit.

3Was wir gehört und erfahren und unsere Väter uns erzählt haben,

4wollen wir nicht verhehlen ihren Söhnen, dem künftigen Geschlecht erzählend den Ruhm Jehovas und seine Stärke, und seine Wunderwerke, die er getan hat.

5Denn er hat ein Zeugnis aufgerichtet in Jakob, und ein Gesetz gestellt in Israel, die er unseren Vätern geboten hat, um sie ihren Söhnen kundzutun;

6damit sie kennte das künftige Geschlecht, die Söhne, die geboren werden sollten, und sie aufständen und sie ihren Söhnen erzählten;

7und auf Gott ihr Vertrauen setzten, und die Taten Gottes nicht vergäßen, und seine Gebote bewahrten;

8und nicht würden wie ihre Väter, ein widersetzliches und widerspenstiges Geschlecht, ein Geschlecht, das sein Herz nicht befestigte, und dessen Geist nicht treu war gegen Gott.

9Die Söhne Ephraims, gerüstete Bogenschützen, wandten um am Tage des Kampfes.

10Sie hielten nicht den Bund Gottes und weigerten sich, in seinem Gesetz zu wandeln;

11und sie vergaßen seine Taten…

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