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Sprüche 19–21

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191Besser arm und ehrlich sein als verschlagen und dumm.

2Unbedachter Eifer ist nicht gut, wer es allzu eilig hat, tritt fehl.

3Durch eigene Dummheit verdirbt man den Plan, doch wütend ist man auf Gott.

4Besitz vermehrt die Zahl der Freunde, doch vom Armen trennt sich der Freund.

5Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; wer Lügen vorbringt, kommt nicht davon.

6Viele schmeicheln dem, der Einfluss hat, und jeder will der Freund des Freigebigen sein.

7Den Armen hassen alle Verwandten, und seine Bekannten meiden ihn. Und er jagt leeren Versprechungen nach.

8Bilde deinen Verstand, dann tust du dir Gutes; folg deiner Einsicht, dann findest du Glück!

9Ein falscher Zeuge bleibt nicht ungestraft; wer Lügen vorbringt, hat sein Leben verspielt.

10Es ist nicht schön, wenn ein Dummkopf in Überfluss lebt und ein Diener über Fürsten herrscht.

11Ein Mensch, der Einsicht hat, regt sich nicht auf, es ehrt ihn, dass er Verfehlungen verzeiht.

12Der Zorn des Königs ist wie Löwengebrüll, doch seine Gunst ist wie Tau auf dem Gras.

13Ein Verhängnis für den Vater ist der dumme Sohn; und eine nörgelnde Frau ist wie ein tropfendes undichtes Dach.

14Haus und Habe kann man erben, doch Jahwe schenkt eine verständige Frau.

15Faulheit versenkt in tiefen Schlaf; wer nachlässig ist, muss hungern.

16Wer Gottes Gebot beachtet, der achtet auf sein Leben, doch wer sich gehen lässt, kommt um.

17Wer Bedürftigen hilft, leiht es Jahwe, und der wird ihm seine Wohltat vergelten.

18Deinen Sohn erziehe streng, solange noch Hoffnung ist, aber lass dich nicht hinreißen, töte ihn nicht.

19Wer im Jähzorn handelt, trägt seine Strafe davon; greifst du einmal ein, musst du es immer wieder tun.

20Hör auf den Rat und nimm die Zurechtweisung an, dann bist du am Ende ein weiser Mann.

21Viele Dinge nimmt ein Mensch sich vor, doch zustande kommt der Ratschluss Jahwes.

22Was einen Menschen wertvoll macht, ist seine Güte. Es ist besser arm zu sein als ein verlogener Mann.

23Jahwe zu fürchten ist gut zum Leben: Satt und zufrieden verbringt man die Nacht und wird von keinem Unglück heimgesucht.

24Greift der Faule mit der Hand in die Schüssel, bringt er sie nicht zurück in den Mund.

25Schlägt man den Spötter, wird ein Unerfahrener klug; weist man den Verständigen zurecht, lernt er daraus.

26Wer den Vater misshandelt, die Mutter verjagt, ist ein verkommener, schändlicher Sohn.

27Hör dir die Mahnung gar nicht erst an, mein Sohn, wenn du doch von der Lehre abweichen willst.

28Ein ehrloser Zeuge verspottet das Recht, und Gottlose finden am Unrecht Geschmack.

29Für Spötter stehen Gerichte bereit und Prügel für den Rücken von Toren.

201Der Wein macht Spötter, das Bier Krakeeler. Wer sich betrinkt, der kann nicht weise sein.

2Das Drohen des Königs gleicht dem Brüllen des Löwen. Wer seinen Zorn erregt, hat sein Leben verwirkt.

3Vom Streit zu lassen, ehrt einen Mann, doch jeder Trottel stürzt sich hinein.

4Im Herbst mag der Faule nicht pflügen, und wenn er ernten will, findet er nichts.

5Guter Rat im Herzen des Menschen ist wie ein tiefes Wasser, doch ein kluger Mann schöpft daraus.

6Viele loben ihre eigene Frömmigkeit, doch wer findet wirklich einen verlässlichen Mann?

7Wer gottgefällig und rechtschaffen lebt: glücklich die Kinder, die er hinterlässt!

8Ein König, der auf dem Richterstuhl sitzt, findet mit den Augen jeden Bösen heraus.

9Wer kann schon sagen: „Mein Gewissen ist rein, ich bin frei von jeder Schuld.“?

10Zweierlei Maß und zweierlei Gewicht, beides verabscheut Jahwe.

11Schon ein Junge zeigt an seinem Tun, ob sein Handeln rein und redlich ist.

12Das Ohr, das hört, das Auge, das sieht, Jahwe hat beide gemacht.

13Liebst du den Schlaf, so bist du bald arm. Mach die Augen auf, dann hast du zu essen.

14„Schlecht, schlecht!“ sagt der Käufer, doch wenn er weggeht, gibt er mit dem Schnäppchen an.

15Es gibt Gold und viele Perlen – der kostbarste Schmuck ist ein verständiges Wort.

16Nimm sein Gewand, denn er hat für den Fremden gebürgt, pfände ihn aus diesem Grund selbst.

17Erschwindeltes Brot schmeckt gut, doch danach ist der Mund voller Kies.

18Durch Beratung haben Pläne Bestand. Zieh nur mit weiser Überlegung in den Kampf!

19Wer als Verleumder umherzieht, gibt Anvertrautes preis. Lass dich nicht mit einem Schwätzer ein!

20Wer Vater oder Mutter verflucht, dessen Lampe erlischt in Finsternis.

21Wer das Erbe hastig an sich reißt, wird am Ende nicht gesegnet sein.

22Sag nicht: „Ich will das Böse vergelten!“ Warte auf Jahwe, dann hilft er dir.

23Zweierlei Gewicht ist Jahwe ein Gräuel, und eine falsche Waage ist nicht gut.

24Von Jahwe werden unsere Schritte gelenkt. Was versteht der Mensch von seinem Weg?

25Wer vorschnell ruft: „Geweiht!“ und dann erst sein Gelübde bedenkt, der ist schon in die Falle getappt.

26Ein weiser König sondert die Gesetzlosen aus, als ob er das Dreschrad über sie führt.

27Der Geist des Menschen ist ein Licht Jahwes, durchforscht sein ganzes Inneres.

28Gnade und Treue behüten den König, und durch Güte stützt er seinen Thron.

29Der Stolz der Jungen ist ihre Kraft, der Schmuck der Alten das graue Haar.

30Blutige Striemen bessern den Bösen und Schläge des Menschen Inneres.

211Wie ein Wasserlauf ist das Herz des Königs in Jahwes Hand; er lenkt es, wohin er auch will.

2Der Mensch hält alles, was er tut, für gut, doch Jahwe prüft, was er im Herzen hat.

3Gerechtigkeit und rechtes Tun sind Jahwe lieber als Opfer.

4Stolze Augen und Überheblichkeit, die Leuchte der Gottlosen, ist Sünde.

5Überlegung und Fleiß bringen guten Gewinn, doch Hast und Eile nichts als Verlust.

6Durch Betrug erworbener Reichtum ist wie ein Dunst, der verweht, eine tödliche Falle.

7Gewalttat reißt die Gesetzlosen weg, denn sie weigern sich, das Richtige zu tun.

8Der Weg des Schuldigen windet sich dahin, der Gerechte geht den geraden Weg.

9Besser auf dem Flachdach zu wohnen als mit einer zänkischen Frau zusammen im Haus.

10Ein böser Mensch hat Böses im Sinn, kein Mitgefühl für den Nächsten.

11Bestraft man den Spötter, lernt ein Unerfahrener davon; belehrt man den Weisen, lernt er selbst daraus.

12Der gerechte Gott achtet auf das gottlose Haus und stürzt die Gottlosen ins Unglück.

13Wer sein Ohr vor dem Schrei des Schwachen verschließt, bekommt auch keine Antwort, wenn er einmal ruft.

14Eine heimliche Gabe besänftigt den Zorn, ein verborgenes Geschenk die heftige Wut.

15Der Gerechte freut sich, wenn Recht geschieht, doch der Verbrecher wird in Schrecken versetzt.

16Ein Mensch, der vom Weg der Einsicht abirrt, ruht bald in der Versammlung der Schatten.

17Wer die Festfreude liebt, wird dem Mangel verfallen; wer aufwendig lebt, wird niemals reich.

18Der Ungerechte dient als Lösegeld für den Gerechten, der Betrüger für den Ehrlichen.

19Besser in der Wüste hausen als Ärger mit einer zänkischen Frau.

20Wertvolle Schätze und duftendes Öl sind in der Wohnung des Weisen, doch ein Dummer vergeudet sie schnell.

21Wer nach Gerechtigkeit und Güte strebt, findet Leben, Recht und Ehre.

22Ein Weiser erobert die Stadt der Starken und stürzt das Bollwerk ihrer Sicherheit.

23Wer den Mund hält, hält sich Probleme vom Hals.

24Der stolze Übermütige – man nennt ihn Spötter – spielt mit böser Überheblichkeit.

25Den Faulen bringen seine Wünsche um, denn seine Hände wollen nichts tun.

26Es giert die Begierde den ganzen Tag, doch der Gerechte gibt und kann großzügig sein.

27Das Opfer des Gottlosen ist Jahwe ein Gräuel, besonders wenn er es für Schandtaten bringt.

28Ein falscher Zeuge geht zugrunde, doch wer zuhört, redet mit Erfolg.

29Der Gottlose macht ein freches Gesicht, der Gerechte hat einen sicheren Gang.

30Keine Weisheit, keine Einsicht, kein menschlicher Rat besteht vor Jahwe.

31Das Pferd wird gerüstet für den Tag der Schlacht, doch der Sieg ist die Sache Jahwes.

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