Sprüche 16–18
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(Sprichwörter Salomos)
161Der Mensch stellt seine Überlegungen an, doch was er dann sagt, kommt von Jahwe.
2Der Mensch hält alles, was er tut, für recht, doch Jahwe prüft schon das, was er denkt.
3Vertraue Jahwe deine Vorhaben an, dann werden deine Pläne gelingen.
4Alle führt Jahwe zu seiner Antwort, so auch die Gottlosen zu ihrem Unheils-Tag.
5Stolze Menschen verabscheut Jahwe. Die Hand darauf! Sie entgehen ihrer Strafe nicht.
6Durch Liebe und Treue wird Schuld gesühnt, durch Ehrfurcht vor Jahwe bleibt man dem Bösen fern.
7Wenn das Tun eines Menschen Jahwe gefällt, macht er auch dessen Feinde zum Frieden bereit.
8Besser wenig mit Gerechtigkeit als großes Einkommen durch Unrecht.
9Das Herz des Menschen plant seinen Weg, aber Jahwe lenkt seinen Schritt.
10Ein Gottesurteil ist auf den Lippen des Königs, beim Rechtsspruch verfehlt er sich nicht.
11Es ist Jahwes Wille, dass die Waage einwandfrei ist, sein Werk sind auch die Gewichte im Beutel.
12Gottloses Tun verabscheut der König, denn sein Thron steht nur durch Gerechtigkeit fest.
13Wahrhaftige Worte gefallen dem König; er liebt es, wenn jemand ehrlich ist.
14Der Zorn des Königs ist ein Bote des Todes, doch ein weiser Mann wendet ihn ab.
15Das strahlende Gesicht des Königs bedeutet Leben; seine Gunst ist wie eine Wolke, die im Frühjahr Regen bringt.
16Weisheit zu erwerben ist viel besser als Gold, Verstand zu bekommen ist mehr als alles Silber wert.
17Die Straße der Ehrlichen heißt: Meide das Böse! Wer das beachtet, bewahrt sein Leben.
18Hochmut kommt vor dem Fall und Stolz vor dem Sturz.
19Besser bescheiden bei Armen zu sein, als mit Überheblichen den Gewinn zu teilen.
20Wer auf das Wort achtet, findet das Gute. Wie glücklich ist der, der Jahwe vertraut!
21Wer im Herzen weise ist, wird verständig genannt, und Anmut in der Sprache fördert die Überzeugungskraft.
22Der Verstand ist eine Lebensquelle für den, der ihn hat; Dumme werden durch ihre Dummheit bestraft.
23Ein Weiser redet mit Verstand, das ist seinem Lehren förderlich.
24Freundliche Worte sind wie Honig, süß für die Seele und für den Körper gesund.
25Mancher Weg erscheint dem Menschen recht, doch am Ende führt er in den Tod.
26Der Hunger treibt den Menschen an, er arbeitet, um essen zu können.
27Ein böser Mensch gräbt Unheil aus, und auf seinen Lippen brennt es wie Feuer.
28Ein falscher Mensch sät überall Streit, ein Verleumder kann Freunde entzweien.
29Ein Gewalttäter verführt den, der ihm vertraut, und bringt ihn auf einen schlechten Weg.
30Wer mit den Augen zwinkert, führt Böses im Schild; wer die Lippen verzieht, hat es schon getan.
31Graues Haar ist ein prächtiger Schmuck, gefunden auf dem Weg der Gerechtigkeit.
32Geduld bringt weiter als Heldentum; einer, der sich selbst beherrscht, ist besser als einer, der Städte einnimmt.
33Im Gewandbausch schüttelt man das Los, doch von Jahwe kommt die Entscheidung.
171Besser trockenes Brot und Einigkeit als ein großes Festmahl und Streit.
2Ein kluger Diener wird Herr über einen missratenen Sohn und teilt sich mit den Brüdern das Erbe.
3Im Tiegel wird das Silber geprüft, im Ofen das Gold; doch Jahwe ist es, der die Herzen prüft.
4Ein Bösewicht hört auf böses Geschwätz, ein Lügner schenkt dem Verleumder Gehör.
5Wer Arme verspottet, verhöhnt deren Schöpfer; und wer sich über Unglück freut, der bleibt nicht ungestraft.
6Der Alten Schmuck sind Enkelkinder, der Kinder Stolz ihre Väter.
7Zum Dummkopf passt kein glänzender Spruch; und eine Lüge nicht zum geachteten Mann.
8Bestechung ist wie ein Zauberstein für den Geber, wohin er sich wendet, hat er Erfolg.
9Wer nach Liebe sucht, deckt Vergehen zu, doch wer die Sache aufrührt, vertreibt den Freund.
10Eine Rüge trifft einen Verständigen mehr als hundert Schläge einen Narren.
11Nur Aufruhr sucht der böse Mensch, doch ihm wird ein schrecklicher Bote geschickt.
12Besser einer Bärin begegnen, der die Jungen geraubt sind, als einem Narren mit seinem Unverstand.
13Wer Gutes mit Bösem vergilt, bei dem bleibt das Unheil ein ständiger Gast.
14Der Anfang eines Streits ist wie ein Wasserdurchbruch. Hör auf, bevor der Prozess beginnt!
15Den Schuldigen gerecht zu sprechen und den Gerechten für schuldig zu erklären, beides verabscheut Jahwe.
16Was soll das Geld in des Toren Hand? Kann er Weisheit kaufen ohne Verstand?
17Ein Freund steht immer zu dir, ein wahrer Bruder ist er in der Not.
18Wer mit Handschlag für die Schulden eines anderen bürgt, vermisst wohl seinen Verstand.
19Wer Streit liebt, liebt die Sünde; wer sein Tor zu hoch baut, fordert den Einsturz heraus.
20Ein hinterhältiger Mensch findet kein Glück; ins Unheil stürzt, wer sich beim Reden verstellt.
21Hat jemand einen Dummkopf zum Sohn, dann hat er auch Kummer; der Vater eines Narren freut sich nicht.
22Ein frohes Herz tut dem Körper wohl, ein zerschlagener Geist trocknet ihn aus.
23Der Gottlose nimmt heimlich Geschenke an, um die Wege des Rechts zu umgehen.
24Der Verständige hat die Weisheit vor Augen, doch für den Dummen liegt sie am Ende der Welt.
25Ein dummer Sohn macht seinem Vater Verdruss; – und Kummer seiner Mutter, die ihn geboren hat.
26Eine Geldstrafe für den Unschuldigen ist nicht gut, doch Edelleute schlagen zu lassen ist gegen alles Recht.
27Wer Einsicht hat, spart sich die Worte, wer sich beherrschen kann, zeigt seinen Verstand.
28Selbst ein Dummkopf gilt als weise, wenn er schweigt, als verständig, wenn er seine Lippen schließt.
181Wer sich absondert, geht nur den eigenen Wünschen nach, jede Einsicht wehrt er heftig ab.
2Ein Dummkopf will die Sache nicht verstehen, er deckt nur auf, was er im Herzen hat.
3Mit Gottlosen kommt Verachtung und mit der Schande die Schmach.
4Die Worte eines Menschen können tiefe Wasser sein, ein sprudelnder Bach, eine Quelle der Weisheit.
5Es ist nicht gut, Partei für den Schuldigen zu nehmen und dem Gerechten sein Recht zu verweigern.
6Die Reden eines Narren stiften Streit, und sein Mund schreit, bis er Prügel bekommt.
7Der Mund des Narren ist sein Untergang, seine Lippen bringen ihn zu Fall.
8Die Worte des Verleumders sind wie Leckerbissen; man verschlingt sie mit großem Appetit.
9Wer seine Arbeit nachlässig tut, ist wie einer, der alles zerstört.
10Wie ein fester Turm ist der Name Jahwes, der Gerechte läuft zu ihm und ist in Sicherheit.
11Sein Vermögen hält der Reiche für eine sichere Stadt, in seiner Einbildung ist es ein verlässlicher Schutz.
12Vor dem Sturz will mancher hoch hinaus, doch der Ehre geht Demut voraus.
13Wer Antwort gibt, bevor er zuhört, ist dumm und macht sich lächerlich.
14Der Mut eines Menschen überwindet die Krankheit, doch wer hilft einem lebensmüden Geist?
15Ein verständiger Mensch erweitert sein Wissen, spitzt die Ohren und lernt stets dazu.
16Geschenke öffnen viele Türen, selbst zu den Großen bringen sie dich.
17Wer als Erster aussagt, hat scheinbar Recht, doch dann kommt sein Gegner und stellt es in Frage.
18Das Los beendet den Streit, schafft Abstand zwischen Mächtigen.
19Ein getäuschter Bruder ist wie eine verschlossene Burg, Zänkereien verschließen wie Riegel das Tor.
20Von der Frucht des Mundes wird der Körper satt, vom Erfolg der Lippen kann man leben.
21Die Zunge hat Macht über Leben und Tod; wer sie gut nutzt, genießt ihre Frucht.
22Wer seine Frau gefunden hat, hat Gutes gefunden und dazu das Gefallen Jahwes.
23Der Arme muss bescheiden fragen, der Reiche antwortet hart.
24Viele Gefährten gefährden dich, ein echter Freund ist treuer als ein Bruder.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden