Psalm 68,2–70,6
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2Gott steht auf und zerstreut seine Feinde; und die ihn hassen, ergreifen die Flucht. 3Wie Rauch, der verweht, so treibst du sie fort. Und wie Wachs im Feuer zerfließt, so vergehen die Gottlosen vor Gott. 4Doch die Gerechten werden sich freuen, werden jubeln vor ihm, überwältigt von Glück.
5Singt Gott zu, besingt seinen Namen! Macht Bahn für den, der durch die Wüste fährt – sein Name ist Jahwe! Freut euch vor ihm! 6Vater der Waisen und Anwalt der Witwen ist Gott in seinem Heiligtum. 7Gott bringt Einsame nach Hause und führt Gefangene hinaus ins Glück. Doch wer sich gegen ihn stellt, bleibt in der Dürre zurück.
8Gott, als du deinem Volk voranzogst, als du die Wüste durchschrittest, ♪ 9da bebte die Erde, da gab der Himmel Wasser vor dir, dem Gott vom Sinai, Israels Gott. 10Gott, du ließest reichlich regnen und belebtest dein erschöpftes Land. 11Deine Schar ist darin sesshaft geworden, so gütig sorgtest du für die Armen, Gott.
12Der Herr spricht das entscheidende Wort. Und die große Schar der Frauen verkündigt den Sieg: 13„Die feindlichen Könige fliehen, ihre Heere sind auf der Flucht. Die Frauen zu Hause verteilen die Beute. 14Wer bleibt da noch bei den Herden liegen? Die Flügel der Taube schimmern von Silber, ihr Gefieder ist mit glänzendem Gold überdeckt.1 15Wenn der Allmächtige die Könige vertreibt, fällt Schnee auf dem Zalmon.“2
16Der Baschansberg3 ist ein Gottesberg, ein Gebirge mit vielen Gipfeln. 17Was blickt ihr neidisch, ihr Berge und Gipfel, auf den Berg, den Gott zu seiner Wohnung nahm? Für immer wird Jahwe dort wohnen. 18Zehntausende von blitzenden Wagen hat Gott; in ihrer Mitte ist der Herr, ein Sinai an Heiligkeit. 19Du stiegst hinauf in die Höhe, führtest Gefangene mit, nahmst Gaben von den Menschen an, selbst von den Rebellen, damit Jahwe, Gott, hier eine Wohnung hat.
20Gepriesen sei der Herr! Tag für Tag trägt er uns die Last, er, der Gott unseres Heils. ♪ 21Gott ist ein Gott, der uns tatkräftig hilft; und bei Jahwe, dem Herrn, entkommt man dem Tod. 22Ja, Gott zerschmettert den Kopf seiner Feinde, den Schädel dessen, der in Sünde lebt. 23Der Herr sprach: „Aus Baschan bringe ich sie zurück, selbst aus den Tiefen des Meeres. 24Du wirst waten im Blut deiner Feinde, selbst deine Hunde lecken es mit ihrer Zunge auf.“
25Gott, deinen Triumphzug haben sie gesehen, wie du, mein Gott und König, einzogst in dein Heiligtum. 26Voran gingen die Sänger, danach die Saitenspieler, umringt von Tamburin schlagenden Mädchen. 27Preist Gott, wenn ihr euch versammelt! Lobt Jahwe, ihr aus Israels Quell. 28Voran geht Benjamin, der kleinste Stamm, im fröhlichen Zug die Fürsten von Juda, dazu auch die von Sebulon und Naftali.
29Gott, biete auf deine Macht, die Gottesmacht, die du an uns erwiesen hast! 30In deinem Tempel über Jerusalem bringen die Könige dir ihren Tribut. 31Bedrohe das Biest im Schilf, die Horde der Stiere unter den Kälbern der Völker! Tritt denen entgegen, die nach Silber rennen! Zerstreue die Völker, denen Krieg gefällt! 32Aus Ägypten werden Gesandte kommen, Nubien5 streckt seine Hände zu Gott aus.
33Singt Gott zu, ihr Königreiche der Erde! Singt und besingt den Herrn! ♪ 34Der hinfährt durch die Himmel, die von Anbeginn sind. Hört, wie mächtig seine Stimme erschallt! 35Erkennt die Herrschaft Gottes an! Seine Hoheit ruht auf Israel, seine Macht in den Wolken. 36Furchterregend ist Gott in seinem Heiligtum. Er ist Israels Gott, der seinem Volk Macht und Stärke schenkt. Gepriesen sei Gott!
Rette mich, ich versinke!
691Dem Chorleiter. Nach der Melodie „Lilien“. Von David.
2Rette mich, Gott, das Wasser steht schon am Hals! 3Ich versinke im strudelnden Moor; meine Füße verlieren den Grund. Ich bin in tiefes Wasser geraten, die Strömung reißt mich weg.
4Vom Rufen bin ich erschöpft, meine Kehle ist wund. Meine Augen erlöschen vom Warten auf meinen Gott. 5Ich habe mehr Feinde als Haare auf dem Kopf, und sie hassen mich ohne Grund. Die mich vernichten wollen, sind mächtig. Mit Lügen fordern sie zurück, was ich niemals an mich nahm.
6Du kennst meine Dummheit, Gott, und meine Vergehen sind dir bekannt. 7Jahwe, du Herr aller Heere, lass nicht zu, dass die, die auf dich hoffen, enttäuscht werden durch mich! Du Gott Israels, lass nicht zu, dass die, die dich suchen, beschämt sind wegen mir!
8Weil ich dir gehöre, werde ich beschimpft. Schamröte bedeckt mein Gesicht. 9Ein Fremder bin ich für meine Brüder geworden, ein Ausländer für meine Geschwister. 10Denn der Eifer um dein Haus reibt mich ganz auf, und wenn sie dich beschimpfen, trifft es mich tief.
11Als ich weinte und beim Fasten war, verhöhnten sie mich. 12Als ich Trauer trug, gossen sie ihren Spott über mich aus. 13Selbst im Rathaus ziehen sie über mich her, und im Wirtshaus bin ich der Spottgesang.
14Doch an dich, Jahwe, richte ich mein Gebet, denn bei dir ist immer Gnadenzeit. Hilf mir, Gott, denn deine Güte ist groß; erhöre mich, denn auf dich ist Verlass. 15Zieh mich aus dem Schlamm, lass mich nicht versinken; rette mich vor meinen Hassern und reiß mich aus den Wassertiefen heraus! 16Sonst spült die Strömung mich fort, der Strudel zieht mich in die Tiefe und die Grube schließt sich über mir.
17Erhöre mich, Jahwe, denn deine Gnade tut gut! Wende dich mir zu in deinem großen Erbarmen! 18Verbirg dein Gesicht nicht vor mir, dein Diener bin ich doch! Ich bin voller Angst, erhöre mich bald! 19Komm bitte zu mir, erlöse mein Leben; rette mich und mache meine Feinde still.
20Du, du kennst meine Schmach, den Schimpf und die Schande, und meine Feinde hast du im Blick. 21Der Hohn brach mein Herz und machte es unheilbar krank. Auf Mitleid hoffte ich, es war umsonst; auf Tröster, doch keiner war in Sicht.
22Ins Essen haben sie mir Galle gegeben und Essig für meinen Durst. 23Ihr Tisch werde zur Falle für sie und zum Strick für die, die sich so sicher sind. 24Lass ihre Augen erlöschen und ihre Hüften kraftlos sein. 25Schütte deinen Zorn über sie aus, die Glut deines Grimms erreiche sie bald! 26Ihr Lagerplatz möge verwüstet und ihre Zelte sollen menschenleer sein. 27Denn sie haben den gejagt, den du geschlagen hast. Schadenfroh erzählen sie vom Schmerz derer, die du verwundet hast. 28Schütte Schuld auf ihre Schuld und erkläre sie nie für gerecht! 29Lösche ihre Namen aus dem Buch des Lebens aus! Sie sollen nicht mit den Gerechten aufgezeichnet sein!
30Ich aber bin elend und von Schmerzen geplagt. Deine Hilfe, Gott, wird mich erhöhen. 31Dann kann ich dich loben im Lied und dich hoch ehren mit Dank. 32Das wird dich mehr erfreuen als ein Stier, ein Opferstier mit Horn und Huf. 33Die Gebeugten sehen es und werden froh. Ihr alle, die ihr Gottes Nähe sucht, fasst neuen Mut! 34Denn Jahwe hört der Hilflosen Schrei, seine Gefangenen verachtet er nicht.
35Loben sollen ihn Himmel und Erde, die Meere und alles, was sich dort regt. 36Denn Jahwe wird Zion befreien und baut Judas Städte wieder auf. Dann wird sein Volk dort wohnen, es besitzt wieder das Land. 37Die Söhne seiner Diener werden es erben, und die, die seinen Namen lieben, wohnen darin.
Komm schnell und rette mich!
701Dem Chorleiter. Von David. Zur Erinnerung.
2Komm schnell und rette mich, Gott! Hilf mir, Jahwe!
3Sie suchen meinen Tod. Schämen sollen sie sich! Schande über sie! Sie genießen meine Not. Lass sie abziehen mit Schmach, 4sich davonschleichen in Scham, sie, die hämisch riefen: „Haha!“!
5Die dich suchen, sollen jubeln und sich freuen an dir! Die dich als Retter lieben, sollen sagen: „Groß ist Gott!“
6Doch ich bin elend und arm. Gott, eile zu mir! Meine Hilfe und mein Retter bist du – Jahwe, zögere nicht!
Footnotes
- ♪steht für das hebräische Sela, das vielleicht mit Empor! wiedergegeben werden kann, aber nicht sicher zu übersetzen ist. Wahrscheinlich war es ein Zeichen für die Musik.
- 1Gold überdeckt. Israel, Gottes „Taube“, wird reich durch die Beute.
- 2Zalmon, der Dunkle, vielleicht ein bewaldeter Hügel bei Sichem.
- 3Baschansberg ist möglicherweise ein anderer Ausdruck für den schneebedeckten Hermon, der die fruchtbare, wasserreiche Baschanebene im Norden begrenzt und den man von Baschan aus sieht.
- 5Nubien. Hebräisch: Kusch. Land am Oberlauf des Nil, südlich von Ägypten.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden