Logos Bible Study

Jesaja 7–12

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Das Zeichen des Immanuël

71Als Ahas Ben-Jotam, der Enkel von Usija, König über Juda war, zogen die Könige Rezin von Syrien und Pekach Ben-Remalja von Israel gegen Jerusalem. Sie griffen die Stadt an, konnten sie aber nicht erobern. 2Schon als dem Königshaus gemeldet wurde, dass die syrischen Truppen im Gebiet von Efraïm3 stünden, fürchteten sich der König und sein ganzes Volk. Sie zitterten wie vom Sturm geschüttelte Bäume im Wald. 3Da sagte Jahwe zu Jesaja: „Geh mit deinem Sohn Schear-Jaschub4 hinaus auf die Straße, die zu dem Feld führt, wo die Tuchmacher ihre Stoffe bleichen, an das Ende der Wasserleitung beim oberen Teich. Dort wirst du König Ahas treffen. 4Sag zu ihm: ‚Bleib ruhig und handle nicht unüberlegt. Hab keine Angst vor Rezin und Ben-Remalja und ihrem Zorn. Es sind nur qualmende Brennholzstummel. 5Weil die Syrer unter Rezin und die Efraïmiten unter Ben-Remalja den bösen Plan geschmiedet haben, 6nach Juda zu ziehen, den Leuten dort Angst einzujagen, ihr Land in Besitz zu nehmen und den Sohn von Tabeal als König einzusetzen, 7sagt Jahwe, der Herr:

Das wird nicht zustande kommen, das wird nicht geschehen. 8Damaskus wird nur Syriens Hauptstadt bleiben, und Rezin nur dort König sein. Es dauert nur noch 65 Jahre, dann wird auch Efraïm zerschlagen sein und als Volk nicht mehr bestehen. 9Bis dahin ist Samaria nur noch die Hauptstadt von Efraïm, und Ben-Remalja muss mit Samaria zufrieden sein. Hat euer Glaube keinen Bestand, werdet auch ihr nicht bestehen!‘ “

10Jahwe sprach weiter zu Ahas und ließ ihm sagen: 11„Fordere dir ein Zeichen zur Bestätigung von Jahwe, deinem Gott, ganz gleich ob aus der Höhe des Himmels oder der Tiefe der Totenwelt.“ 12Doch Ahas erwiderte: „Nein, ich will kein Zeichen verlangen, ich will Jahwe nicht auf die Probe stellen.“ 13Da sagte Jesaja: „Hört zu, ihr vom Königshaus! Reicht es euch nicht, dass ihr den Menschen zur Last fallt? Müsst ihr auch noch die Geduld meines Gottes strapazieren? 14Deshalb wird euch der Herr selbst ein Zeichen geben. Seht, die ‹unberührte› junge Frau wird schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen, den sie Immanuël, Gott-mit-uns, nennt.15Er wird Dickmilch und Honig essen, bis er versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen. 16Und bevor er alt genug ist, Gut und Böse zu unterscheiden, wird das Land der beiden Könige verwüstet sein, vor denen dir jetzt graut.

17Aber Jahwe wird über dich, dein Volk und deine Familie eine Unglückszeit kommen lassen, wie es sie seit der Trennung Efraïms von Juda nicht gegeben hat. Das Unglück wird der König von Assyrien sein. 18An dem Tag wird Jahwe sowohl den Fliegenschwarm aus dem Nildelta von Ägypten als auch den Bienenschwarm aus Assyrien herbeipfeifen. 19Sie werden kommen und sich überall niederlassen: in Talschluchten und Felsspalten, in Dornenhecken und an jeder Wasserstelle. 20Dann wird der Herr das Schermesser kommen lassen, das er auf der anderen Seite des Euphrat in Dienst genommen hat, nämlich den König von Assyrien, und euch den Kopf, die Schamhaare und den Bart abscheren13. 21Wenn diese Zeit kommt, wird jeder nur noch eine Kuh und zwei Ziegen haben. 22Aber die werden so viel Milch geben, dass jeder Dickmilch essen muss. Denn von Dickmilch und Honig muss jeder leben, der im Land übrig geblieben ist. 23Dann wird jeder Weinberg den Dornen und Disteln gehören, selbst solche, die 1000 Weinstöcke haben, von denen jeder ein ‹Schekel› Silber wert war. 24Nur mit Pfeil und Bogen wird man noch dorthin gehen, denn all das Land wird voller Dornen und Disteln sein. 25Und die Berghänge, die man jetzt noch mit der Hacke bestellt, wird niemand mehr betreten, weil sie sich in Dornengestrüpp und Disteln verwandelt haben. Nur Rinder und Kleinvieh treibt man noch dorthin.“

Schnell-Raub – Rasch-Beute

81Jahwe sagte zu mir: „Nimm dir eine große Tafel und schreibe darauf mit deutlich lesbarer Schrift: ‚Für Schnell-Raub Rasch-Beute‘ 2und lass dies von zwei vertrauenswürdigen Zeugen bestätigen, dem Priester Urija und Secharja Ben-Jeberechja.“ 3Als ich dann mit meiner Frau, der Prophetin, schlief, wurde sie schwanger und brachte einen Sohn zur Welt. Da sagte Jahwe zu mir: „Nenne ihn ‚Schnell-Raub Rasch-Beute‘! 4Denn ehe der Junge ‚Vater‘ und ‚Mutter‘ sagen kann, werden die Reichtümer von Damaskus und die Schätze Samarias dem König von Assyrien vorangetragen.“

Die assyrische Invasion

5Weiter sagte Jahwe zu mir: 6„Weil dieses Volk1 das ruhig dahinfließende Wasser im Kanal von Schiloach2 verachtet und sich über Rezin und Ben-Remalja freut, 7wird der Herr die große und reißende Flut des Euphrat über sie kommen lassen, nämlich den König von Assyrien mit all seiner Heeresmacht. Wie ein Strom, der anschwillt und über alle Ufer tritt, 8wird er sich bis nach Juda hin wälzen und alles überfluten, sodass den Bewohnern das Wasser bis zum Hals steht. Die Ausläufer dieser Flut bedecken dein Land weit und breit, Immanuël.“

Gott – Zuflucht oder Ruin

9Tobt ihr Völker und erschreckt! Hört zu, Nationen in der Ferne! Rüstet nur! Ihr werdet doch zerschmettert. Rüstet nur – und resigniert! 10Schmiedet ruhig Pläne! Sie werden in die Brüche gehen. Beratet euch, so viel ihr wollt! Es kommt doch nichts dabei heraus. Denn Gott steht uns bei.4

11Denn so sprach Jahwe zu mir, als seine Hand mich packte und er mich davor warnte, den Weg dieses Volkes mitzugehen:

12„Ihr sollt nicht alles Verschwörung nennen, was dieses Volk Verschwörung nennt! Ihr müsst nicht fürchten, was sie erschreckt! 13Doch Jahwe, den allmächtigen Gott, den sollt ihr heilig halten! Vor ihm sollt ihr euch fürchten. Er flöße euch den Schrecken ein! 14Für die einen wird er das Heiligtum sein, doch für die anderen aus ganz Israel: der Stein, an dem man sich stößt, der Fels, an dem man fällt. Für die Bewohner von Jerusalem wird er Netz und Schlinge sein. 15Viele von ihnen stolpern und kommen zu Fall, verstricken und verfangen sich.“

16Gottes Warnungen will ich gut verschnüren und seine Weisungen meinen Schülern in Verwahrung geben. 17Und ich will warten auf Jahwe, will hoffen auf ihn, der sich den Nachkommen Jakobs nicht zeigt. 18Seht, ich und die Kinder, die Jahwe mir gab, ein Wahrzeichen für Israel, ein Zeichen von Jahwe, dem allmächtigen Gott, der auf dem Zionsberg wohnt.

19Und wenn sie euch auffordern, von den Totengeistern Auskunft zu holen, von den Wispernden und Murmelnden, dann erwidert: „Soll ein Volk denn nicht seinen Gott befragen? Sollen die Lebenden sich von den Toten helfen lassen? 20Zurück zur Weisung Jahwes und zu seinen Warnungen!“ Wer nicht so denkt, für den gibt es kein Morgenrot. 21Verdrossen und hungrig streift er durchs Land. Der Hunger macht ihn rasend und er verflucht seinen König und seinen Gott. Er blickt nach oben 22und starrt auf die Erde und sieht nur bedrückende Finsternis, Not und Verzweiflung. Er ist hineingestoßen in lichtlose Nacht.

Das messianische Morgenrot

23Doch es bleibt nicht dunkel über dem, der von Finsternis bedrängt ist. Hat die frühere Zeit dem Land der Stämme Sebulon und Naftali auch Schande gebracht, so bringt die spätere den Weg am Meer9 wieder zu Ehren, auch jenseits des Jordan im Umkreis der Völker.

91Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein großes Licht. Licht strahlt auf über denen, die im Land der Todesschatten wohnen. 2Du weckst den Jubel, machst die Freude groß! Sie freuen sich vor dir wie in der Erntezeit, sie jubeln wie beim Beuteverteilen. 3Denn wie am Tag von Midian zerbrichst du das drückende Joch, das ihnen den Rücken gebeugt, den Stock, der sie angetrieben hat. 4Denn jeder Stiefel, der dröhnend daherstampft, jeder Mantel, der sich in Blutlachen wälzt, wird ins Feuer geworfen und verbrannt. 5Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt; das wird der künftige Herrscher sein. Und dieser Name gehört zu ihm: wunderbarer Berater, kraftvoller Gott, Vater der Ewigkeit, Friedensfürst. 6Seine Macht reicht weit, und sein Frieden hört nicht auf. Er regiert sein Reich auf Davids Thron, seine Herrschaft hat für immer Bestand, denn er stützt sie durch Recht und Gerechtigkeit. Das wirkt Jahwe, der allmächtige Gott, im Eifer seiner Leidenschaft.

Der Schatten über Samaria

7Ein Urteil hat mein Herr über Jakob gefällt, und an Israel wurde es vollstreckt. 8Zu spüren bekam es das ganze Volk – das von Efraïm und was in Samarien wohnt – mit seinem selbstherrlich hochmütigen Spruch: 9„Die Ziegel sind gefallen, doch mit Quadern bauen wir auf, das Holz der wilden Feigenbäume4 ist zerbrochen, doch wir setzen dort Zedernbalken ein.“ 10Aber Jahwe wiegelt Rezins Unterfürsten auf, ihre Feinde stachelt er gegen sie an. 11Die Syrer kommen von vorn und von hinten die Philister, und sie fressen Israel mit vollem Maul. – Trotzdem legt sich der Zorn Gottes nicht. Seine Hand bleibt drohend ausgestreckt.

12Doch das Volk kehrt nicht um zu dem, der es schlägt. Jahwe, den allmächtigen Gott, suchen sie nicht. 13Da haut Jahwe Kopf und Schwanz von Israel ab, Palmzweig und Binse an einem einzigen Tag. 14Die Ältesten und Vornehmen sind der Kopf, der Lügen lehrende Prophet ist der Schwanz. 15Die Führer dieses Volkes sind Verführer, und die Geführten wissen nicht mehr wohin. 16Deshalb freut sich der Herr nicht über seine jungen Männer, erbarmt sich nicht über seine Witwen und Waisen. Denn alle sind sie gottlos und böse, aus jedem Mund kommt schändliches Geschwätz. – Trotzdem legt sich der Zorn Gottes nicht. Seine Hand bleibt drohend ausgestreckt.

17Denn ihre Bosheit lodert auf wie ein Feuer, das Dornen und Disteln verzehrt. Im dichten Unterholz des Waldes zündet es und wirbelt als schwarze Rauchwolke hoch. 18Durch den Zorn Jahwes, des Allmächtigen, ist das Land verbrannt. Und wie ein Feuerfraß wütet das Volk, keiner verschont den andern. 19Man verschlingt etwas von rechts und bleibt doch hungrig, man frisst nach links und wird nicht satt. Jeder frisst das Fleisch seines eigenen Arms. 20Manasse frisst Efraïm und Efraïm Manasse, und beide fallen über Juda her. – Trotzdem legt sich der Zorn Gottes…

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Footnotes

  1. 3Efraïm. Einflussreichster Stamm im Nordreich Israels. Sein Name kann für das ganze Nordreich stehen.
  2. 4Schear-Jaschub. Das heißt: Ein Rest kehrt um.
  3. 13Bart abscheren. Als Zeichen der Demütigung.
  4. 1dieses Volk. Das meint hier wohl die proassyrische Partei in Juda, die sich freute, dass die Assyrer ihren Feind, das Nordreich Israel, zu vernichten begannen.
  5. 2Kanal von Schiloach. Ein Bild für Jerusalem im Gegensatz zu dem riesigen Euphratstrom.
  6. 4Gott steht uns bei. Hebräisch: Immanuël.
  7. 9Weg am Meer. Das erfüllte sich, als Jesus von Kafarnaum aus am See Gennesaret wirkte, in der Nähe des Fernweges, der von Ägypten nach Damaskus führte und Weg am Meer genannt wurde.
  8. 4wilden Feigenbäume Das Holz der Sykomore eignete sich gut zum Bauen, besonders für Decken und Dachkonstruktionen. Seine Früchte galten als Nahrung der Armen.