Logos Bible Study

Jesaja 51–53

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511„Hört auf mich, die ihr nach Gerechtigkeit fragt, die ihr nach Jahwe sucht! Schaut zu dem Felsen hin, aus dem ihr gehauen seid, auf den Brunnenschacht, aus dem man euch gegraben hat. 2Seht auf euren Vater Abraham und auf Sara, die euch geboren hat! Als Einzelnen berief ich ihn. Doch ich habe ihn gesegnet und ihm viele Nachkommen geschenkt.“ 3Seid gewiss! Jahwe tröstet Zion und auch alle seine Trümmer! Das verwüstete Land macht er zu einem Paradies, die Steppe wie den Garten Jahwes. Freude und Fröhlichkeit findet man dort, Lobpreis und Gesang.

4„Merke auf, mein Volk und höre auf mich! Denn von mir geht die Weisung aus und mein Recht wird den Völkern zum Licht. 5Meine Wahrheit ist nah, mein Heil tritt hervor, mein Arm verschafft den Völkern ihr Recht. Die Meeresländer hoffen auf mich, auf meinen Beistand warten sie. 6Blickt zum Himmel hoch: Er wird sich auflösen wie Rauch. Schaut auf die Erde unter euch: Sie wird zerfallen wie ein altes Gewand, und ihre Bewohner werden sterben wie die Fliegen. Doch mein Heil wird ewig bleiben, und meine Gerechtigkeit zerbricht nie.

7Hört auf mich, die ihr Gerechtigkeit kennt, du Volk, das meine Weisung in sich trägt: Fürchtet nicht den Hohn von Menschen, erschreckt doch nicht vor ihrem Spott! 8Denn wie die Motte ein Kleid zerfrisst, so wird es ihnen ergehen, wie Wolle, die von der Schabe gefressen wird. Doch meine Gerechtigkeit wird ewig bestehen und mein Heil in jeder Generation.“

9„Wach auf, Jahwe, wach auf! Umkleide dich mit Kraft! Zeig deine Macht, wie du sie in den Tagen der Vorzeit erwiesen hast! Warst du es nicht, der Rahab zerhieb, der das Ungetüm im Meer erstach? 10Hast du nicht das Meer trockengelegt, das Wasser der großen Flut? Hast du nicht den Meeresgrund zu einem Weg gemacht, auf dem hindurchzog dein befreites Volk?“ 11So kehren die von Jahwe Befreiten zurück, voll Jubel kommen sie wieder nach Zion, bleibende Freude wird um sie her sein; ja, Wonne und Glück stellen sich ein, Kummer und Seufzen sind für immer vorbei.

12„Ich, ich bin es, der euch tröstet! Wie kommst du dazu, dich vor Sterblichen zu fürchten, vor Menschen, die vergehen wie Gras, 13und Jahwe zu vergessen, der dich gemacht hat, der den Himmel ausgespannt und die Erde gegründet hat? Warum zitterst du den ganzen Tag vor dem Zorn des Peinigers, der dich unbedingt vernichten will? Wo bleibt denn die Wut deines Feindes? 14Bald werden die Gefesselten befreit, keiner wird durch Hunger sterben, für alle ist genug zu essen da. 15Ich bin doch Jahwe, dein Gott, der das Meer aufwühlt, so dass die Wogen tosen. Sein Name ist Jahwe, der Allmächtige. 16Meine Worte gab ich in deinen Mund, und mit dem Schatten meiner Hand hüllte ich dich ein, als ich den Himmel ausspannte und die Erde gründete, als ich zu Zion sagte: ‚Du bist mein Volk.‘ “

Der Zornbecher Gottes

17Raff dich auf, Jerusalem! Erhebe dich, steh auf! Jahwe ließ dich trinken den Becher seines Zorns. Du hast ihn bis zur Neige ausgeschlürft, den Trank, der jeden taumeln macht. 18Und von all den Söhnen, die Jerusalem gebar, war keiner, der sie an die Hand genommen hat, von allen, die sie aufzog, niemand, der sie führte. 19Doppelt hat es dich getroffen, doch wer zeigt dir schon Mitgefühl? Verwüstung und Zusammenbruch, Hungersnot und Schwert – und niemand tröstet dich. 20Ohnmächtig sanken deine Kinder hin, an allen Ecken lagen sie wie die Antilope im Netz, getroffen vom Zorn Jahwes, von Gottes Schelte und Grimm. 21Darum höre doch, gebeugte Stadt, die taumelt und doch nicht betrunken ist! 22So spricht Jahwe, dein Herr und dein Gott, der den Rechtsstreit seines Volkes führt: „Ich nehme dir den Becher aus der Hand, den Trank des Zornes, der dich taumeln macht, du musst ihn nicht mehr trinken. 23Ich drück ihn denen in die Hand, die dich gepeinigt haben, denen, die dir sagten: ‚Wirf dich nieder, wir schreiten über dich!‘ So musstest du deinen Rücken zum Fußboden machen, zum Weg für die, die über dich hinweggeschritten sind.“

Jerusalem im kommenden Reich

521Wach auf, Jerusalem, Zion, wach auf! Erhebe dich und zieh dich an! Kleide dich in deine Prachtgewänder, du heilige Stadt! Denn künftig darf dich keiner mehr betreten, der unbeschnitten oder unrein2 ist. 2Schüttle den Staub von dir ab! Steh auf, gefangenes Jerusalem! Zion, wirf die Halsfesseln ab! 3Denn so spricht Jahwe: „Für euren Verkauf bekam ich kein Geld, darum werdet ihr auch ohne Silber ausgelöst.“ 4Denn so spricht Jahwe, der Herr: „Am Anfang zog mein Volk nach Ägypten hinab. Als Fremde lebten sie dort. Dann hat Assyrien es grundlos bedrückt. 5Und wie steht es jetzt?“, sagt Jahwe. „Man nahm mein Volk und hat nichts bezahlt. Und sie johlten über ihren guten Fang. Ununterbrochen schmähen sie mich und ziehen meine Ehre in den Dreck“, sagt Jahwe. 6„Darum greife ich ein, und dann wird auch mein Volk erkennen, dass ICH es BIN, der spricht: ‚Hier bin ich!‘ “

7Hoch willkommen ist der Freudenbote, der mit guter Botschaft über die Berge kommt, der Frieden verkündet und Rettung verheißt, der zu Zion sagt: „Dein Gott herrscht als König!“ 8Hört! Eure Wächter rufen laut, und sie jubeln allesamt. Denn sie sehen mit eigenen Augen, wie Jahwe wieder nach Zion kommt. 9Ihr Trümmer Jerusalems, brecht in Jubel aus! Denn Jahwe tröstet sein Volk, er hat Jerusalem befreit. 10Bloßgestreift hat Jahwe seinen heiligen Arm, vor den Augen aller Völker greift er ein. Er rettet sein Volk, und die ganze Welt sieht zu.

11Fort, fort! Zieht weg von dort! Fasst nichts Besudeltes an! Zieht weg aus Babylon! Haltet euch rein! Denn ihr tragt die Gegenstände für den Tempel Jahwes. 12Ihr müsst jedoch nicht ängstlich eilen, denn ihr geht nicht als Flüchtlinge weg. Jahwe selbst zieht vor euch her, und Israels Gott wird auch hinter euch sein.

Das vierte Lied vom Diener Gottes

13Seht, mein Diener wird erfolgreich sein! Er wird sich erheben, wird emporgetragen und zu höchsten Ehren gelangen. 14Viele haben sich über sein Aussehen entsetzt, denn er war völlig entstellt und kaum noch als Mensch zu erkennen. 15Doch nun sind viele Völker überrascht, selbst Könige halten die Hand vor den Mund. Denn auf einmal sehen sie, was ihnen nie erzählt worden war, wovon sie nie etwas hörten, verstehen sie jetzt.

531Wer hat denn unserer Botschaft geglaubt? Und an wem hat sich Jahwes Macht ‹auf diese Weise› gezeigt? 2Er wuchs vor ihm auf wie ein Spross, wie ein Trieb aus trockenem Grund. Er war weder stattlich noch schön. Er war unansehnlich, und er gefiel uns nicht. 3Er wurde verachtet, und alle mieden ihn. Er war voller Schmerzen, mit Leiden vertraut, wie einer, dessen Anblick man nicht mehr erträgt. Er wurde verabscheut, und auch wir verachteten ihn.

4Doch unsere Krankheit, er hat sie getragen, und unsere Schmerzen, er lud sie auf sich. Wir dachten, er wäre von Gott gestraft, von ihm geschlagen und niedergebeugt. 5Doch man hat ihn durchbohrt wegen unserer Schuld, ihn wegen unserer Sünden gequält. Für unseren Frieden ertrug er den Schmerz, und durch seine Striemen sind wir geheilt. 6Wie Schafe hatten wir uns alle verirrt; jeder ging seinen eigenen Weg. Doch ihm lud Jahwe unsere ganze Schuld auf.

7Er wurde misshandelt, doch er, er beugte sich und machte seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das zum Schlachten geführt wird, wie ein Schaf, das vor den Scherern verstummt, so ertrug er alles ohne Widerspruch. 8Durch Bedrückung und Gericht wurde er dahingerafft, doch wer von seinen Zeitgenossen dachte darüber nach? Man hat sein Leben auf der Erde ausgelöscht. Die Strafe für die Schuld meines Volkes traf ihn. 9Bei Gottlosen sollte er liegen im Tod, doch ins Steingrab eines Reichen legte man ihn, weil er kein Unrecht beging und kein unwahres Wort aus seinem Mund kam.

10Doch Jahwe wollte ihn zerschlagen. Er war es, der ihn leiden ließ. Und wenn er sein Leben als Schuldopfer eingesetzt hat, wird er leben und Nachkommen haben. Durch ihn gelingt der Plan Jahwes.

11Nach seiner Seelenqual sieht er das Licht und wird für sein Leiden belohnt. Durch seine Erkenntnis wird mein Diener, der Gerechte, den Vielen Gerechtigkeit bringen; und ihre Vergehen lädt er auf sich. 12Darum teile ich die Vielen ihm zu, und die Starken werden seine Beute sein, weil er sein Leben dem Tod ausgeliefert hat und sich unter die Verbrecher rechnen ließ. Dabei war er es doch, der die Sünden der Vielen trug und fürbittend für Verbrecher eintrat.

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Footnotes

  1. 2Unrein waren grundsätzlich alle Ausländer, aber auch die Israeliten, die die Reinheitsgebote des mosaischen Gesetzes nicht beachteten.