Jesaja 44–45
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Neues Leben für Gottes Volk
441„Doch jetzt hör zu, mein Diener Jakob, und du, erwähltes Israel! 2So spricht Jahwe, dein Schöpfer, der dich im Mutterleib gebildet hat, der, der dir hilft: Hab keine Angst, mein Diener Jakob, du mein erwählter Jeschurun!1 3Denn ich gieße Wasser auf das Durstige, rieselnde Bäche auf das trockene Land. Ich gieße meinen Geist über deine Nachkommen aus, meinen Segen über deine Kinder, 4dass sie aufschießen wie Gras nach dem Regen, wie Weidenbäume an Wasserbächen. 5Der eine sagt: ‚Ich gehöre Jahwe!‘ Nach Jakob nennt sich ein anderer. Einer schreibt auf seine Hand: ‚Eigentum Jahwes!‘, und ein anderer legt sich den Namen ‚Israel‘ bei.“
6So spricht Jahwe, der König Israels und sein Erlöser, Jahwe, der Allmächtige: „Ich bin der Erste und ich bin der Letzte, außer mir gibt es keinen Gott! 7Wer ist mir gleich? Er soll sich melden, spreche es aus, beweise es mir! Wer ließ von Urzeiten an das Kommende hören? Sollen sie uns doch sagen, was alles noch kommt!
8Lasst euch nicht erschrecken und zittert nicht! Habe ich es dir nicht schon lange gesagt? Ihr seid meine Zeugen dafür. Gibt es noch einen Gott außer mir? Es gibt keinen Fels, ich müsste ihn kennen! 9Alle Götzenmacher sind ein Nichts, ihre geliebten Götzen nützen nichts. Und ihre Zeugen sehen nichts und werden beschämt. 10Wie kann man sich nur einen Gott machen wollen, ein Götterbild gießen, das doch nie etwas nützt? 11Wer mit so etwas verbunden ist, wird sicher beschämt. Die Kunsthandwerker sind ja nur Menschen. Mögen sie sich sammeln, treten sie vor! Erschrecken werden sie und schämen werden sie sich.
12Der Schmied nimmt ein Stück Eisen und steckt es in die Glut. Dann bringt er es mit Hämmern in die gewünschte Form, bearbeitet es mit seinem kräftigen Arm. Dabei hungert er sich ab und verliert seine Kraft, er trinkt kein Wasser und ist ganz erschöpft. 13Der Holzschnitzer misst einen Block ab, umreißt ihn mit dem Stift, zeichnet mit dem Zirkel vor und arbeitet die Form mit Stecheisen aus. Sein Schnitzbild sieht aus wie ein Mensch. Es ist ein Prachtstück von Mann. Dann wird es in ein Haus gestellt. 14Vorher fällt man eine Zeder, wählt eine Eiche oder sonst einen stärkeren Baum, pflanzt eine Fichte, die der Regen wachsen lässt. 15Sie dienen ihm als Feuerholz, er nimmt davon und wärmt sich damit, heizt ein, um damit Brot zu backen, oder er schnitzt daraus einen Gott und wirft sich nieder vor ihm. 16Die Hälfte davon legt er ins Feuer, röstet Fleisch in der Glut und sättigt sich daran. Auch wärmt er sich und sagt: ‚Ah, mir wird warm! Wie gut das tut!‘ 17Und den Rest davon macht er zu einem Gott, zu seinem Götterbild. Er bückt sich vor ihm, wirft sich nieder und betet zu dem Holz: ‚Rette mich, du bist ja mein Gott!‘ – 18Unwissend sind sie und ohne Verstand! Ihre Augen sind verklebt, dass sie nichts sehen, und ihr Herz, dass es nicht begreift. 19Keiner denkt darüber nach und kommt zu Verstand: ‚Die Hälfte habe ich verbrannt, in seiner Glut backte ich zum Essen Brot und röstete Fleisch, und den Rest davon machte ich zu einem Gräuel. Vor einem Holzklotz bückte ich mich.‘ 20Wer Asche hütet, ist betrogen, sein Herz hat ihn getäuscht. So rettet er sein Leben nicht, so sagt er nicht: ‚Ein Trugbild hab ich in der Hand!‘ 21Bedenke dies, Jakob, denn mein Diener bist du! Ich habe dich geschaffen, Israel, und du stehst unter meinem Schutz! Ich vergesse dich nicht! 22Wie eine Wolke fege ich deine Verfehlungen weg, wie einen Nebel deine Sünden. Kehr zu mir um, denn ich habe dich erlöst!“
23Jubelt, ihr Himmelswelten, denn Jahwe hat es getan! Jauchzt, ihr Tiefen der Erde! Brecht in Jubel aus, ihr Berge, du Wald und alle deine Bäume! Denn Jahwe hat Jakob erlöst, an Israel zeigt er seine Herrlichkeit.
Berufung des Befreiers Kyrus
24So spricht Jahwe, dein Erlöser, der dich im Mutterleib gebildet hat: „Ich bin es, Jahwe, der alles wirkt, der den Himmel ausgespannt und die Erde ausgebreitet hat, ich allein! Wer war da bei mir? 25Ich bin es, der die Wahrsager zu Narren macht, die Zeichen der Orakelpriester platzen lässt, der die Weisen zur Umkehr zwingt und all ihr Wissen wertlos macht. 26Ich bin es, der das Wort bestätigt, das sein Diener spricht; der den Plan ausführt, den seine Boten verkünden; der von Jerusalem sagt: ‚Es werde bewohnt!‘ und von den Städten Judas: ‚Sie werden wieder aufgebaut! Eure Trümmer richte ich auf!‘, 27der zum tiefen Meer sagt: ‚Trockne aus! Deine Fluten sollen versiegen!‘; 28der von Kyrus spricht: ‚Er ist mein Hirt! Er wird alles tun, was ich von ihm will.‘ Er wird befehlen: ‚Jerusalem wird aufgebaut! Der Grundstein des Tempels werde gelegt!‘ “
451So spricht Jahwe zu Kyrus, seinem Gesalbten, den er an der Hand gefasst hat, um Völker ihm zu unterwerfen, um Königen den Hüftgurt zu lösen, um vor ihm zu öffnen Tür und Tor: 2„Ich selbst, ich gehe vor dir her. Ich ebne die Ringmauern ein, zerschlage Bronzetore und zerbreche eiserne Riegel. 3Ich liefere dir die verborgenen Schätze und die versteckten Vorräte aus, damit du erkennst, dass ich, Jahwe, der Gott Israels bin, der dich bei deinem Namen rief. 4Wegen Jakob, meinem Diener, wegen meines Schützlings Israel habe ich dich berufen und verlieh dir einen Ehrennamen, ohne dass du mich kanntest. 5Ich bin Jahwe, und sonst ist keiner da! Ich bin der einzige Gott! Ich gebe dir die Macht, obwohl du nichts von mir weißt, 6damit man von da, wo die Sonne aufgeht, bis dahin, wo sie untergeht, erkennt, dass es außer mir keinen Gott gibt. Ich bin Jahwe, und sonst ist keiner da! 7Ich bin es, der Licht und Dunkelheit macht, der Frieden gibt und Unheil schafft. Ich, Jahwe, bin es, der das alles tut.
8Ihr Himmel oben, träufelt Gerechtigkeit herab, ihr Wolken, lasst sie strömen! Die Erde öffne sich und bringe Heil hervor, lasse wachsen Gerechtigkeit. Ich, Jahwe, habe das bewirkt.“
9Wehe dem, der mit seinem Urheber hadert und doch nur eine Scherbe von vielen Tonscherben ist. Sagt der Ton vielleicht zum Töpfer: „Was machst du denn da?“ Hält er ihm vielleicht vor: „Du hast kein Geschick!“? 10Wehe dem, der zum Vater sagt: „Warum hast du gezeugt?“ und zur Mutter: „Warum hast du Wehen gehabt?“
11So spricht Jahwe, der heilige Gott Israels und sein Schöpfer: „Fragt mich über das, was kommt! Doch meine Kinder und das Werk meiner Hände lasst mir anbefohlen sein! 12Ich selbst habe die Erde gemacht und den Menschen auf ihr! Ich habe den Himmel ausgespannt und gab den Sternen ihr Gesetz. 13Weil ich gerecht bin, habe ich Kyrus erweckt und ebne ihm seinen Weg. Meine Stadt baut er wieder auf, mein verschlepptes Volk lässt er frei, ohne Lösegeld und ohne Bestechungsgeschenk. Das sagt Jahwe, der Allmächtige.“
Die Huldigung der Nationen
14So spricht Jahwe: „Der Erwerb der Ägypter, der nubische Handelsgewinn, die hochgewachsenen Leute von Seba werden dir gehören. Als Sklaven werden sie dir folgen, in Fesseln kommen sie herbei. Sie werfen sich nieder vor dir und bekennen: ‚Nur bei dir ist Gott! Sonst gibt es keinen, überhaupt keinen Gott!‘ “
15Ja, du bist ein Gott, der sich verborgen hält, du Gott und Retter Israels! 16Zuschanden sollen sie alle werden, die Götzenmacher, und tief beschämt abziehen allesamt. 17Doch Israel wird durch Jahwe befreit und so für immer gerettet sein. Nie werdet ihr beschämt und enttäuscht.
18Denn so spricht Jahwe, der den Himmel erschuf – er ist Gott –, der die Erde geformt und gebildet hat. Er selbst hat sie gegründet und nicht formlos erschaffen, sondern zum Bewohnen hat er sie gemacht: „Ich bin Jahwe, und keiner sonst! 19Ich habe nicht im Verborgenen geredet, irgendwo in einem finsteren Land. Ich habe den Nachkommen Jakobs nicht gesagt: ‚Vergeblich sucht ihr mich.‘ Nein, ich bin Jahwe, der die Wahrheit sagt! Und was ich verkünde, ist gerecht!
20Versammelt euch, kommt alle her! Tretet vor, die ihr dem Untergang eurer Völker entkommen seid! Wer Holzgötter herumträgt, hat keinen Verstand, er fleht zu einem Gott, der ihm nicht helfen kann. 21Erzählt doch von den Taten eurer Götter! Ja, beratet euch und bringt Beweise herbei! Wer hat dies alles seit langem verkündet, es längst im Voraus angesagt? War ich es nicht, Jahwe, außer dem es weiter keinen Gott gibt? Außer mir gibt es keinen gerechten und rettenden Gott! 22Wendet euch mir zu und lasst euch retten, ihr Menschen von allen Enden der Welt! Denn ich bin Gott und keiner sonst! 23Ich schwöre bei mir selbst, Wahrheit kommt aus meinem Mund, ein Wort, das unverbrüchlich ist: Alle fallen vor mir auf die Knie und jede Zunge schwört mir zu: 24‚Nur bei Jahwe ist Wahrheit und Macht!‘ Beschämt werden alle zu ihm kommen, die gegen ihn gewütet haben. 25In Jahwe werden alle Israeliten gerecht, und in ihm rühmen sie sich dann!“
Footnotes
- 1Jeschurun ist ein Ehrenname für Israel und bedeutet vielleicht: der Redliche.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden