Logos Bible Study

Hiob 40–41

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Kannst du die Schöpfung beherrschen? (40–41)

Hiobs erste Antwort an Jahwe

401So reagierte Jahwe auf Hiob und sagte:

2„Will der Tadler mit dem Allmächtigen streiten? Der Gott Zurechtweisende antworte darauf!“ 3Da erwiderte Hiob Jahwe: 4„Schau, ich bin zu gering. Was soll ich erwidern? Ich lege die Hand auf den Mund. 5Einmal habe ich geredet, ich wiederhole es nicht, zweimal, und ich tu es nicht wieder.“

Die zweite Rede Gottes aus dem Sturm

6Jahwe antwortete Hiob aus dem Sturm und sagte:

7„Steh jetzt auf und zeig dich als Mann! Dann will ich dich fragen, und du belehrst mich. 8Willst du im Ernst mein Recht bestreiten, mich schuldig sehn, damit du Recht bekommst?

9Sag, hast du einen Arm wie Gott, kann deine Stimme donnern wie er? 10Schmück dich doch mit Hoheit und Stolz, kleide dich in Herrlichkeit und Pracht! 11Gieß aus die Fluten deines Zorns, sieh den Stolzen an und erniedrige ihn! 12Beuge den Hochmut mit deinem Blick! Tritt auf der Stelle die Gottlosen nieder! 13Verscharr sie allesamt im Staub, schließe sie im Verborgenen ein! 14Dann will auch ich dich preisen, denn deine Rechte rettete dich!“

Der Behemot

15„Sieh doch den Behemot1, den ich wie dich erschuf. Gras frisst er wie das Rind. 16Seine Kraft ist in den Lenden, seine Stärke in den Muskeln seines Bauchs. 17Er streckt seinen Schwanz wie die Zeder. Seine Sehnen sind dicht verflochten, 18seine Knochen wie Röhren aus Bronze, seine Rippen wie eiserne Stäbe. 19Er ist das Erste von Gottes Geschöpfen. Der ihn schuf, gab ihm sein Schwert. 20Das Futter tragen die Berge ihm zu, dort, wo die Wildtiere spielen. 21Unter Lotosbüschen legt er sich nieder, versteckt in Rohr und Sumpf. 22Lotosbüsche spenden ihm Schatten, die Weiden am Bach umgeben ihn. 23Da schwillt der Strom. Doch er läuft nicht weg, hält still. Und der Sturzbach schießt ihm ans Maul. 24Kann man ihn fangen, wenn er die Augen offen hat, ihm Stricke durch die Nase ziehn?“

Der Leviatan

25„Ziehst du den Leviatan2 mit der Angel herbei, umschlingst du seine Zunge mit dem Seil? 26Ziehst du ihm einen Ring durch die Nase, bohrst einen Haken durch seine Kiefer? 27Wird er dich lange um Gnade bitten oder richtet er freundliche Worte an dich? 28Wird er einen Bund mit dir schließen, dass er für immer dein Sklave sein wird? 29Spielst du mit ihm wie mit einem Vogel und bindest ihn für deine Mädchen an? 30Feilschen die Jagdgenossen um ihn, verteilen sie ihn unter die Händler? 31Spickst du seine Haut mit Spießen, mit Harpunen seinen Kopf? 32Leg nur deine Hand an ihn und denk an den Kampf! Du tust es sicher nicht wieder.

411Die Hoffnung, ihn zu fangen, wird immer enttäuscht. Schon sein Anblick bringt dich zu Fall. 2Niemand ist so tollkühn, dass er ihn weckt!

Und wer ist es, der vor mir bestehen kann? 3Wer hat mir je etwas gegeben, das ich ihm zurückzahlen müsste? Alles unter dem Himmel gehört mir. 4Ich will nicht schweigen von ihm, wie stark er ist und schön gebaut.

5Wer schälte ihm je das Oberkleid ab? Wer greift ihm zwischen die Zähne? 6Wer öffnet das Tor seines Rachens? Rings um seine Zähne steht Schrecken. 7Stolz stehen die Rillen der Schilde, mit festem Siegel verschlossen. 8Einer fügt sich an den andern, kein Hauch dringt dazwischen. 9Sie hängen fest aneinander; sie greifen ineinander und trennen sich nicht.

10Sein Niesen verstrahlt Licht, und seine Augen sind wie die Wimpern des Frührots. 11Fackeln fahren aus seinem Maul, feurige Funken schießen heraus. 12Aus seinen Nüstern kommt Rauch wie aus einem heißen Topf. 13Sein Atem entzündet Kohlen, eine Flamme schlägt aus seinem Maul. 14In seinem Nacken wohnt Stärke. Und vor ihm her hüpft die Angst. 15Sein Bauch ist straff und fest, wie angegossen, unbewegt. 16Sein Herz ist fest wie Stein, hart wie der untere Mühlstein.

17Selbst Helden graut es, wenn er sich erhebt, vor Schreck ziehen sie sich zurück. 18Trifft man ihn, hält kein Schwert stand, nicht Lanze noch Geschoss und Pfeil. 19Eisen hält er für Stroh, Bronze für morsches Holz. 20Ein Pfeil verjagt ihn nicht, Schleudersteine sind ihm wie Stoppeln. 21Für Stroh hält er die Keule, er lacht über den Aufprall vom Wurfspieß. 22Scharfe Scherben sind an seinem Bauch; einen Dreschschlitten zieht er über den Schlamm. 23Er macht die Tiefe zu einem siedenden Kessel, das Meer zu einem Salbentopf. 24Hinter sich lässt er eine leuchtende Spur, die Flut erscheint wie Silberhaar. 25Auf der Erde ist keiner ihm gleich, ein Geschöpf ohne Furcht. 26Auf alles Hohe blickt er herab, ein König über das stolze Wild.“

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Footnotes

  1. 1Behemot ist die Mehrzahl von behema, Vieh. Es meint ein Ungetüm von Vieh, ein unbesiegbares Riesentier. Seine Beschreibung erinnert an einen Saurier.
  2. 2Leviatan. Der hebräische Ausdruck bedeutet „der Gewundene“. Seine Beschreibung erinnert an einen riesigen Wassersaurier.