Logos Bible Study

Psalm 44–49

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Von Gott verstoßen?

441Dem Chorleiter. Ein Lehrgedicht von den Söhnen Korachs.

2Gott, mit eigenen Ohren haben wir es gehört; unsere Väter haben uns von dem Werk erzählt, das du gewirkt hast in ihren Tagen, den Tagen längst vergangener Zeit. 3Mit eigener Hand hast du Völker vertrieben, sie aber eingepflanzt. Nationen hast du Schaden zugefügt, sie aber ausgebreitet. 4Denn nicht mit ihrem Schwert nahmen sie das Land, es half ihnen nicht die eigene Kraft. Nein, dein Arm hat ihnen geholfen und das Licht deiner Gegenwart. Denn du fandest Gefallen an ihnen.

5Du selbst bist mein König, Gott; befiehl die Rettung von Jakobs Nachkommenschaft! 6Mit dir stoßen wir unsere Bedränger nieder, durch deinen Namen zertreten wir sie. 7Denn ich vertraue nicht auf meinen Bogen, mein Schwert wird mich nicht retten. 8Nein, du befreist uns von unseren Feinden; lässt sie scheitern mit ihrem Hass. 9Wir rühmen uns den ganzen Tag über solch einen Gott, und preisen deinen Namen immerzu. ♪

10Doch du hast uns verworfen und in Schande gebracht und ziehst nicht aus mit unserem Heer. 11Du lässt uns fliehen vor unseren Feinden, und Menschen, die uns hassen, plündern uns aus. 12Du gibst uns hin wie Vieh zum Verzehr, zerstreust uns unter die Völker. 13Für ein Spottgeld verkaufst du dein Volk und hast nichts durch den Kaufpreis verdient. 14Du machst uns zum Schimpf für die Nachbarn, zum Hohn und Spott für alle um uns her. 15Du machst uns zum Sprichwort für die Völker, Nationen schütteln den Kopf über uns. 16Immer steht mir die Schande vor Augen, und Scham bedeckt mein Gesicht, 17wenn ich die Spötter und Lästerer höre und die rachsüchtigen Feinde sehen muss.

18All das ist über uns gekommen, und doch haben wir dich nicht vergessen, nicht verraten deinen Bund. 19Unsere Herzen wichen nicht von dir ab, unsere Schritte nicht von deinem Pfad. 20Doch du hast uns zu Boden geschlagen, wir hausen wie Schakale in Trümmern, sind mit Todesdunkel bedeckt. 21Hätten wir den Namen unseres Gottes vergessen, zu einem fremden Gott die Hände erhoben, 22hätte Gott das nicht bemerkt? Er kennt doch die Geheimnisse des Herzens. 23Nein, wegen dir werden wir täglich getötet, wie Schlachtvieh sieht man uns an.

24Erwache doch! Warum schläfst du, Herr? Wach auf! Verstoße uns nicht für immer! 25Warum wendest du dich ab, vergisst unsere Not und Bedrängnis? 26Erniedrigt liegen wir am Boden, kraftlos hingestreckt im Staub. 27Steh auf und komm uns zu Hilfe! Erlöse uns, weil du doch gütig bist!

Lied zur Hochzeit des Königs

451Dem Chorleiter. Zu singen wie das Lilienlied.1 Ein Lehrgedicht von den Söhnen Korachs. Ein Lied von der Liebe.

2Gute Worte bewegen mein Herz. Dem König trag ich meine Lieder vor. Meine Zunge sei wie die Feder eines guten Poeten!

3Du bist schöner als andere Menschen, anmutig strömen die Worte aus dir. Darum hat Gott dich gesegnet für ewig. 4Gürte, du Held, dein Schwert an die Hüfte, umhülle dich mit Majestät und Pracht! 5Deiner Herrlichkeit wird es gelingen. Zieh aus für die Sache der Wahrheit, für Demut und Gerechtigkeit! Furcht verschaffe dir dein mächtiger Arm! 6Deine Pfeile sind scharf. Unterwirf dir die Völker, triff deine Feinde mitten ins Herz! 7Gott, dein Thron hat für immer Bestand! Dein Zepter ist Gerechtigkeit. 8Du liebst das Recht; alle Gottlosigkeit ist dir verhasst. Darum hat dich, Gott, dein Gott mit dem Öl der Freude gesalbt wie keinen der anderen bei dir. 9Von Myrrhe3, Aloë4 und Kassia5 duften deine Gewänder, aus Elfenbeinhallen erfreut dich Saitenspiel.

10Königstöchter stehen da mit deinen Kostbarkeiten. Die Braut steht dir zur Rechten, mit feinstem Gold aus Ofir geschmückt. 11Hör zu, Tochter! Sieh her und neige dein Ohr! Vergiss dein Volk und Vaterhaus! 12Begehrt der König deine Schönheit, – er ist ja dein Herr –, so neige dich vor ihm! 13Die Leute von Tyrus bringen Geschenke, die Reichen des Volkes huldigen dir. 14Ganz herrlich steht die Königstochter in ihrem Gemach, mit Gold durchwirkt ist ihr Gewand. 15In buntbestickten Kleidern wird sie zum König geführt, unberührte Mädchen folgen ihr. Auch ihre Freundinnen begleiten sie zu dir. 16Mit Freude und Jubel geleitet man sie. So ziehen sie in den Palast des Königs ein.

17An die Stelle deiner Väter treten einst deine Söhne; du setzt sie als Fürsten im ganzen Land ein. 18Deinen Namen will ich bekennen in jeder Generation. Darum werden die Völker dich loben allezeit.

Gott, unsere Burg

461Dem Chorleiter. Nach einer Mädchenweise. Ein Lied von den Söhnen Korachs.

2Gott ist uns Zuflucht und Stärke, ein Helfer in Zeiten der Not. 3Darum fürchten wir uns nicht, wenn auch die Erde erbebt, wenn Berge versinken im Meer, 4wenn seine Fluten noch so toben und Berge erzittern unter ihrer Wucht. ♪

5Ein Strom aus vielen Bächen erfreut die Gottesstadt, das Heiligtum, die Wohnung des Höchsten. 6Gott ist in ihrer Mitte, nichts kann sie erschüttern. Gott hilft ihr, wenn der Morgen anbricht. 7Völker toben, Weltreiche wanken, seine Stimme erschallt, und die Erde vergeht.

8Jahwe, der Allmächtige, ist mit uns, der Gott Jakobs ist unsere sichere Burg. ♪1

9Kommt und seht die Taten Jahwes, der Entsetzen auf der Erde verbreitet, 10der Kriege aufhören lässt auf der ganzen Welt, der Bogen zerbricht und Speere zerschlägt und die Streitwagen im Feuer verbrennt. 11„Lasst ab ‹davon› und erkennt, dass ich Gott bin! Ich werde erhöht sein unter den Völkern, erhaben über die Erde.“

12Jahwe, der Allmächtige, ist mit uns, der Gott Jakobs ist unsere sichere Burg. ♪

Der höchste Herr

471Dem Chorleiter. Ein Psalmlied von den Söhnen Korachs.

2Ihr Völker alle, klatscht in die Hände! Lobt Gott und lasst euren Jubel laut hören! 3Denn Jahwe, der Höchste, ist aller Ehren wert, ein großer König über die ganze Welt. 4Er hat uns Völker unterstellt, uns ganze Nationen zu Füßen gelegt. 5Er hat für uns das Erbland ausgewählt, den Stolz der Nachkommen Jakobs, die er liebt. ♪ 6Im Jauchzen stieg Gott hinauf, im Schall des Schofar-Horns, Jahwe.

7Singt, lobsingt zu Gottes Ehre, singt, lobsingt unserem König! 8Denn Gott ist König der ganzen Erde, singt ihm euer schönstes Lied1! 9Gott ist König über die Völker; Gott sitzt auf seinem heiligen Thron. 10Die Großen der Völker kommen herbei als Volk des Gottes Abrahams, denn Gott gehören die Schilde2 der Erde. Er allein ist über alle erhöht.

Gottes Stadt

481Ein Lied mit Begleitung, ein Psalm von den Söhnen Korachs.

2Groß ist Jahwe und sehr zu loben in der Stadt unseres Gottes, auf seinem heiligen Berg. 3Schön ragt er empor – eine Freude für die ganze Welt –, der Zionsberg, der sich nach Norden erstreckt. Dort liegt die Stadt des großen Königs. 4Gott ist in ihren Palästen und er ist bekannt als ein sicherer Schutz.

5Denn seht: Die Könige vereinten sich und zogen gemeinsam heran. 6Doch was sie sahen, ließ sie erstarren; bestürzt ergriffen sie die Flucht. 7Dort kam das Zittern über sie wie die Wehen über eine Frau. 8Den Ostwind hast du benutzt und die großen Schiffe zerstört.

9Wie wir es hörten, so haben wir es gesehen in Jahwes Stadt, der Stadt des Allmächtigen. Gott wird sie erhalten bis in Ewigkeit. ♪ 10Wir denken über deine Gnade nach, Gott, wir tun es, wenn wir in deinem Tempel sind. 11Wie dein Name, Gott, so reicht dein Ruhm bis an das Ende der Welt. Deine Hand ist mit Gerechtigkeit gefüllt.

12Es freue sich der Zionsberg, auch Judas Städte sollen jubeln wegen deiner gerechten Gerichte. 13Zieht um die Zionsstadt, umkreist sie und zählt ihre Türme! 14Bewundert ihre befestigten Mauern, betrachtet ihre Paläste und erzählt es der kommenden Generation. 15Denn so ist Gott, unser Gott, für immer und ewig. Er wird uns leiten unser Leben lang.

Leben kann man nicht kaufen

491Dem Chorleiter. Ein Psalmlied von den Söhnen Korachs.

2Hört dies an, ihr Völker alle, merkt auf, alle Bewohner der Welt; 3Menschenkinder, Herrensöhne, miteinander Arm und Reich! 4Mein Mund soll Weisheitsworte künden, mein Herz bemüht sich um Einsicht. 5Mein Ohr ist für die Weisheit offen und beim Zitherspiel erkläre ich den Spruch.

6Warum soll ich mich fürchten in schlimmer Zeit, wenn menschliche Bosheit mich umstellt? 7Sie verlassen sich auf ihr Vermögen, mit ihrem großen Reichtum geben sie an. 8Doch keiner kann sein Leben kaufen, indem er Gott das Geld dafür gibt. 9Für das Leben ist jeder Kaufpreis zu hoch, den kann man niemals erbringen.

10Kein Mensch lebt für immer fort, am Sterben führt kein Weg vorbei. 11Denn man sieht: Die Weisen sterben. Auch Tor und Dummkopf kommen um. Ihr Vermögen lassen sie andern. 12Sie denken, ihre Häuser blieben ewig, ihre Wohnungen hätten für immer Bestand; selbst Ländereien hatten sie nach sich benannt.

13Kein Mensch bleibt ewig in Prunk und Pracht, am Ende geht er zugrunde wie das Vieh.

14So geht es denen, die auf sich selbst vertrauen, so enden die, denen nur das eigene Geschwätz gefällt. ♪ 15Wie Schafe weidet sie der Tod. Sie sinken ins Totenreich hinab. Ihre Häuser verfallen, / ihr Körper verwest. / Und dann sind Aufrichtige an der Macht. 16Mein Leben aber wird von Gott erlöst, er reißt mich heraus aus den Krallen des Todes. ♪

17Fürchte dich nicht, wenn ein Mann sich bereichert, wenn der Wohlstand seines Hauses sich mehrt. 18Denn im Tod nimmt er das alles nicht mit, sein Reichtum folgt ihm nicht ins Grab. 19Wenn er sich auch sein Leben lang lobt und sich sagt: „Man schmeichelt dir, wenn du es dir gut gehen lässt!“, 20so muss er doch dorthin, wo seine Väter sind, von denen keiner mehr das Licht erblickt.

21Der Mensch ist ohne Einsicht in all seiner Pracht: Am Ende geht er zugrunde wie das Vieh.

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Footnotes

  1. ♪steht für das hebräische Sela, das vielleicht mit Empor! wiedergegeben werden kann, aber nicht sicher zu übersetzen ist. Wahrscheinlich war es ein Zeichen für die Musik.
  2. 1Lilien. Hebräisch: Schoschannim. In Hohelied 2,1 beschreibt der Ausdruck die Anmut der Braut. Hier ist wahrscheinlich die Art der Musik gemeint.
  3. 3Myrrhe. Ein sehr kostbares wohlriechendes Harz afrikanisch-arabischer Herkunft, das in Salbölen und Arzneien verarbeitet wurde.
  4. 4Aloë. Öl aus dem Harz eines Baumes, der in Indien wuchs.
  5. 5Kassia. Gemeint sind wahrscheinlich Duftstoffe und das Öl, das aus der Rinde des Zimt-Kassienbaums in Südchina gewonnen wurde.
  6. 1 steht für das hebräische Sela, das vielleicht mit Empor! wiedergegeben werden kann, aber nicht sicher zu übersetzen ist. Wahrscheinlich war es ein Zeichen für die Musik.
  7. 1schönstes Lied. Wörtlich: Singt ihm ein Maskil, ein Lehrgedicht. Oder: Singt ihm mit Verstand!
  8. 2Die Könige wurden als Schutzschilde ihrer Völker angesehen.