Psalm 104–105
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Lob des Schöpfers
1041Auf, meine Seele, lobe Jahwe! Jahwe, mein Gott, du bist sehr groß, bekleidet mit Hoheit und Pracht. 2Das Licht umgibt dich wie ein Gewand, den Himmel spannst du wie ein Zeltdach aus 3und baust deine Kammern über dem Wasser dort auf. Du machst die Wolken zu deinem Wagen und schwebst auf den Schwingen des Sturms. 4Du hast die Winde zu deinen Boten erwählt, loderndes Feuer zu deinen Gehilfen gemacht.
5Er gab der Erde ein festes Fundament, dass sie durch nichts mehr zu erschüttern ist. 6Die Flut bedeckte sie wie ein Kleid, das Wasser stand über den Bergen. 7Vor deiner Zurechtweisung musste es fliehen, deine Donnerstimme trieb es fort. 8Da schoben sich die Berge auf und die Täler senkten sich an den Ort, den du ihnen bestimmt hast. 9Du hast dem Wasser Grenzen gesetzt, die es nicht überschreitet. Nicht noch einmal bedeckt es die Erde.
10Du lässt Quellen entspringen in Bäche; zwischen den Bergen eilen sie hin. 11Wilde Tiere trinken daraus, die Wildesel löschen da ihren Durst. 12An diesen Bächen wohnen die Vögel, aus dichtem Laub ertönt ihr Gesang. 13Du tränkst die Berge aus himmlischen Kammern, durch dein Wirken wird die Erde satt.
14Gras lässt du sprossen für das Vieh, Pflanzen für den Acker des Menschen, aus dem er Nahrung für sich schafft, 15und Wein, der den Menschen erfreut, Öl, mit dem er seinen Körper pflegt, und Brot, mit dem er sich stärkt. 16Die Bäume Jahwes trinken sich satt, die Zedern, die er pflanzte auf dem Libanon. 17Die Vögel bauen ihre Nester darin. Auf den Zypressen2 nistet der Storch. 18Die hohen Berge gehören dem Steinbock, dem Klippdachs3 bieten die Felsen Schutz.
19Er hat den Mond gemacht, der die Zeiten bestimmt, die Sonne, die ihren Untergang kennt. 20Du lässt die Dunkelheit kommen, und es wird Nacht; da regen sich alle Tiere im Wald. 21Die Junglöwen brüllen nach Beute, sie fordern ihr Fressen von Gott. 22Geht die Sonne auf, ziehen sie sich zurück und legen sich nieder in ihrem Versteck. 23Dann geht der Mensch an seine Arbeit und tut bis zum Abend seine Pflicht.
24Wie zahlreich sind deine Werke, Jahwe! Du hast sie alle mit Weisheit gemacht. Von deinen Geschöpfen ist die Erde erfüllt. 25Da ist das Meer, groß und weit nach allen Seiten hin; da wimmelt es von Leben, Groß und Klein und ohne Zahl. 26Da ziehen Schiffe ihre Bahn und auch der ungeheure Leviatan, den du erschufst, um mit ihm zu spielen.
27Alle deine Geschöpfe warten auf dich, dass du ihnen Nahrung gibst zur richtigen Zeit. 28Du gibst ihnen, und sie sammeln sie ein. Du öffnest deine Hand: Sie werden an guten Dingen satt. 29Du verbirgst dein Gesicht: Sie werden verstört. Du entziehst ihnen den Atem: Sie sterben dahin und kehren wieder zum Staub zurück. 30Du sendest deinen Lebensgeist: Sie werden geboren. So erschaffst du der Erde ein neues Gesicht.
31Ewig bleibe Jahwes Herrlichkeit! Er möge sich freuen an dem, was er schuf! 32Blickt er die Erde an, so bebt sie; berührt er die Berge, speien sie Rauch. 33Mein Leben lang will ich Jahwe besingen, will meinem Gott lobsingen, solange ich bin. 34Möge ihm gefallen, was ich erdachte, denn auch ich freue mich an ihm! 35Mögen die Sünder von der Erde verschwinden und die Gottlosen nicht mehr sein! Auf, meine Seele, lobe Jahwe! Halleluja!4
Lob des Herrn der Geschichte
1051Lobt Jahwe! Ruft aus seinen Namen, macht den Völkern seine Taten bekannt! 2Singt ihm, lobsingt ihm und redet von all seinen Wundern! 3Rühmt euch seines heiligen Namens! Die nach Jahwe suchen, können sich freuen!
4Fragt nach Jahwe und seiner Macht, sucht seine Nähe zu aller Zeit! 5Denkt an die Wunder, die er tat, die Beweise seiner Macht und die Entscheide, die er traf. 6Ihr Nachkommen seines Dieners Abraham, ihr Söhne Jakobs, seine Erwählten: 7Das ist Jahwe, unser Gott! Seine Rechtsentscheide gelten in der ganzen Welt.
8Niemals vergisst er seinen Bund, sein festes Wort für tausend Generationen, 9den Bund, den er mit Abraham schloss, und den Eid, den er Isaak schwor. 10Er erklärte ihn für Jakob zum Gesetz, für Israel zum ewig gültigen Bund. 11Er sagte: Dir will ich das Land Kanaan geben als Erbland, das euch zugeteilt ist.
12Sie waren damals leicht zu zählen, nur wenig Leute und Fremde dabei. 13Sie zogen von einem Volk zum anderen, von einem Reich zu einem anderen Volk. 14Damals erlaubte er keinem, sie zu bedrücken, ihretwegen wies er Könige zurecht: 15„Tastet meine Gesalbten nicht an, tut meinen Propheten nichts Böses!“
16Dann brachte er eine Hungersnot über das Land, entzog ihnen jeden Vorrat an Brot.1 17Er schickte ihnen einen Mann voraus: Josef, er wurde als Sklave verkauft. 18Man zwängte seine Füße in Fesseln, Eisen umschloss seinen Hals, 19bis eintraf, was er vorausgesagt hatte, bis das Wort Jahwes seine Unschuld bewies.
20Der König befahl, seine Fesseln zu lösen, der Herrscher über Völker ließ ihn frei. 21Er setzte ihn zum Herrn über sein Haus, zum Herrscher über seinen ganzen Besitz, 22um seine Beamten an Josefs Willen zu binden und seine Ratgeber an seine Weisheit. 23Dann kam Israel nach Ägypten, Jakob wurde Gast im Lande Hams.
24Gott ließ sein Volk sehr fruchtbar sein, machte es stärker als seine Bedränger. 25Deren Herz verwandelte er zum Hass gegen sein Volk, sie begannen seine Diener boshaft zu täuschen. 26Da schickte er seinen Diener Mose und Aaron, den Mann seiner Wahl. 27Sie führten seine Wunderzeichen aus, seine Machtbeweise im Land der Nachkommen Hams.
28Er schickte Finsternis, es wurde stockdunkel, diesmal widersprachen sie nicht. 29Er verwandelte ihre Gewässer in Blut, ließ ihre Fische verenden. 30Dann wimmelte das Land von Fröschen bis hinein in den Palast ihres Königs. 31Auf seinen Befehl kamen lästige Fliegen, Stechmücken über das ganze Gebiet.
32Er schickte ihnen Hagel statt Regen, Blitze flammten über das Land. 33Er ließ Trauben und Feigen verderben, zerbrach die Bäume in ihrem Gebiet. 34Er befahl: Da kamen Heuschreckenschwärme, und ihre Larven waren ohne Zahl. 35Sie fraßen alles Grün im Land, sie fraßen alle Felder kahl.
36Er erschlug alle Erstgeburt in ihrem Land, die Ersten ihrer Manneskraft. 37Dann führte er sie heraus, beladen mit Silber und Gold, kein Gebrechlicher fand sich in all ihren Stämmen. 38Ägypten war froh, als sie zogen, denn die Angst vor ihnen hatte sie gepackt.
39Er breitete eine Wolke als Decke aus, ein Feuer, um die Nacht zu erleuchten. 40Er forderte Wachteln an und ließ sie kommen und sättigte sie mit Himmelsbrot. 41Er spaltete den Felsen; da floss Wasser heraus. Es lief wie ein Strom in die Wüste.
42Ja, er dachte an sein heiliges Wort und an seinen Diener Abraham. 43Er führte sein Volk in Freude heraus, in Jubel seine Erwählten. 44Er gab ihnen die Länder der Völker, den Ertrag ihrer Mühe nahmen sie in Besitz, 45damit sie seine Ordnungen bewahrten und seinen Weisungen folgten. Halleluja, preist Jahwe!
Footnotes
- 2Zypressen. Schlanke, kegelförmige Nadelbäume, bis zu 50 m hoch.
- 3Der Klippdachs oder Kapklippschliefer ist ein hasengroßes Säugetier und in Syrien, Israel und ganz Afrika heimisch.
- 4Halleluja. Hebräischer Jubelruf, der nur in den Psalmen und der Offenbarung vorkommt. Hallelu = lobt; Jah = poetische Kurzform für Jahwe.
- 1Vorrat an Brot. Wörtlich: zerbrach jeden Brotstab. In die Mitte der Brotfladen wurde schon vor dem Backen mit dem Finger ein Loch gebohrt, sodass sie anschließend, auf einen Stab gereiht, aufbewahrt werden konnten.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden