Sprüche 3–5
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Vertrauen und Gehorsam (Lektion 3)
31Mein Sohn, vergiss meine Weisung nicht, behalte meine Vorschriften im Herzen! 2Sie geben dir ein langes Leben und sichern dir Jahre im Frieden. 3Nie sollen dich Liebe und Treue verlassen, binde sie um deinen Hals und schließe sie in dein Herz! 4So findest du Gunst und Anerkennung bei Gott und den Menschen.
5Vertraue auf Jahwe mit ganzem Herzen und stütze dich nicht auf deinen Verstand! 6Such ihn zu erkennen bei allem, was du tust, dann räumt er dir die Hürden aus dem Weg!
7Halte dich nicht selbst für klug, sondern fürchte Jahwe und meide das Böse! 8Das ist Heilung und Wohltat für dich.
9Ehre Jahwe mit deinem Besitz, mit dem Besten von dem, was du erntest. 10Dann füllen sich deine Scheunen mit Korn und deine Fässer mit jungem Wein.
Der Nutzen der Weisheit (Lektion 4)
11Mein Sohn, verachte nicht die Belehrung Jahwes, sei nicht unwillig, wenn er dich ermahnt. 12Denn wen Jahwe liebt, den erzieht er streng, wie der Vater den Sohn, den er gern hat.
13Wie glücklich muss der sein, der Weisheit fand, der Mensch, der Verständnis erwarb! 14Denn Weisheit erwerben ist besser als Geld erwerben, ihr Gewinn ist mehr wert als Gold. 15Sie ist viel kostbarer als Perlen, dein ganzer Schmuck kommt ihr nicht gleich. 16In der rechten Hand bietet sie langes Leben und in ihrer linken Reichtum und Ehre. 17Ihre Wege sind Wege der Freude und ihre Pfade führen zum Glück. 18Sie ist ein Lebensbaum für den, der sie ergreift, wer an ihr festhält, ist glücklich zu preisen.
19Durch Weisheit hat Jahwe die Erde gegründet, den Himmel befestigt durch Verstand. 20Sein Wissen brachte die Meere hervor, die Wolken triefen vom Tau.
Die Weisheit im täglichen Leben (Lektion 5)
21Mein Sohn, verliere das nicht aus den Augen, bewahre Umsicht und Besonnenheit! 22Sie sind das Leben für dich und ein schöner Schmuck für deinen Hals. 23Dann gehst du sicher deinen Weg, und dein Fuß stößt nirgendwo an. 24Wenn du dich hinlegst, schreckst du nicht auf, legst du dich nieder, erfrischt dich dein Schlaf. 25Du fürchtest dich nicht vor plötzlichem Schrecken, dem Grauen, das über Gottlose kommt. 26Denn Jahwe steht dir bei, er bewahrt deinen Fuß vor der Falle.
27Versage keine Wohltat dem, der sie braucht. Wenn du helfen kannst, dann tue es auch! 28Sag nicht zu deinem Nächsten: „Komm später wieder, morgen gebe ich es dir!“, wo du jetzt schon helfen kannst.
29Plane nichts Böses gegen deinen Nächsten, der vertrauensvoll neben dir wohnt! 30Geh mit keinem grundlos vor Gericht, wenn er dir nichts Böses tat.
31Beneide Gewalttätige nicht, wähle keinen ihrer Wege! 32Denn Jahwe verabscheut den, der auf Abwegen geht. Doch dem Aufrichtigen gewährt er das vertraute Gespräch.
33Auf dem Haus des Gottlosen2 liegt der Fluch Jahwes, doch die Wohnung des Gerechten3 segnet er.
34Ja, mit Spöttern treibt er Spott, aber Demütigen erweist er Gnade.
35Weise kommen zu Ehren, Dummköpfe tragen Schande davon.
Weisheit – der beste Erwerb (Lektion 6)
41Hört, ihr Söhne, auf die Mahnung des Vaters, merkt auf, damit ihr Einsicht lernt, 2denn gute Lehre gebe ich euch! Schiebt meine Weisung nicht weg!
3Als ich ein kleiner Junge war, zart und einzig vor meiner Mutter, da hat mein Vater mich schon unterwiesen. 4Er sagte: „Präg dir meine Worte ein! Bewahre meine Gebote und lebe danach! 5Erwirb dir Weisheit und Verstand! Vergiss sie nicht und richte dich nach dem, was ich sage! 6Verlass die Weisheit nicht, sie wird dich behüten! Liebe sie, so beschützt sie dich. 7Weisheit musst du mit Weisheit erwerben. Verschaff dir Einsicht mit allem, was du hast! 8Wenn du die Weisheit ehrst, dann wirst du geehrt, und liebst du sie, bringt sie dir Anerkennung ein. 9Sie setzt einen schönen Kranz auf deinen Kopf, eine prächtige Krone schenkt sie dir.“
Weisheit – der sicherste Weg (Lektion 7)
10Höre, mein Sohn, nimm an, was ich sage, dann mehren sich dir die Jahre des Lebens. 11Im Weg der Weisheit unterweise ich dich, ich leite dich auf ebener Bahn. 12Wenn du gehst, wird dein Schritt nicht gehemmt, wenn du läufst, dann stolperst du nicht. 13Halte an deiner Erziehung fest, verleugne sie nicht, bewahre sie, denn sie ist dein Leben! 14Komm nicht auf die Bahn der Gesetzlosigkeit, den Weg der Bösen betrete nie! 15Vermeide ihn, betritt ihn nicht, wende dich von ihm ab und gehe vorbei! 16Denn sie können nicht schlafen, es sei denn, sie haben Böses getan; wenn sie nichts verbrochen haben, raubt es ihnen den Schlaf. 17Unrecht ist ihr tägliches Brot, und Gewalt ist der Wein, den sie trinken. 18Doch der Pfad der Gerechten ist wie das Morgenlicht, es strahlt immer heller bis zum vollen Tag. 19Der Weg der Gottlosen ist wie das Dunkel, sie wissen nicht, worüber sie gestolpert sind.
Weisheit – Hilfe zum Leben (Lektion 8)
20Mein Sohn, achte auf meine Worte und hör mir gut zu! 21Lass sie nicht aus den Augen, bewahre sie in Herz und Sinn! 22Denn sie sind Leben für den, der sie findet, und Gesundheit für den ganzen Leib.
23Mehr als alles hüte dein Herz, denn aus ihm strömt das Leben. 24Entferne Unwahrheit aus deinem Mund, die Falschheit von deinen Lippen! 25Deine Augen sollen geradeaus schauen, dein Blick gehe nach vorn. 26Ebne die Bahn für deinen Fuß, damit du feste Wege hast. 27Biege nicht ab, weder rechts noch links, halte deinen Fuß vom Bösen fern!
Warnung vor der Verführerin (Lektion 9)
51Mein Sohn, höre meiner Weisheit willig zu und öffne meiner Einsicht dein Ohr, 2dass du Besonnenheit erhältst und deine Lippen Erkenntnis bewahren.
3Denn mit honigsüßen Worten lockt sie dich, die fremde Frau. Ihre Zunge ist glatter als Öl, 4doch zuletzt ist sie bitter wie Wermut1, scharf wie ein zweischneidiges Schwert. 5Ihre Füße steigen nieder zum Tod, ihre Schritte streben dem Totenreich zu. 6Damit du den Weg zum Leben nicht siehst, lenkt sie dich ab, ohne dass du es merkst.
7Und nun, ihr Söhne, hört auf mich! Schlagt meine Warnungen nicht in den Wind! 8Geh solch einer Frau aus dem Weg, komm nicht in die Nähe ihres Hauseingangs! 9Sonst überlässt du anderen deine Kraft, einem Grausamen all deine Jahre. 10Sonst leben andere von deinem Vermögen, Fremde besitzen dann, was du erarbeitet hast. 11Und du stöhnst an deinem Ende, wenn dein Fleisch und dein Leib sich verzehren 12und wenn du jammerst: „Warum habe ich nur die Erziehung gehasst? Weshalb habe ich die Mahnung verachtet? 13Hätte ich doch aufgepasst und auf meine Lehrer gehört! 14Fast hätte mich alles Unheil getroffen, und das vor aller Öffentlichkeit.“
15Trink Wasser aus deiner eigenen Zisterne, Wasser, das aus deinem Brunnen quillt. 16Sollen deine Quellen auf die Straße fließen, deine Bäche auf die Plätze der Stadt? 17Dir allein soll sie gehören, keinem Fremden neben dir. 18Deine Quelle sei gesegnet! Freue dich an der Frau deiner Jugend! 19Die liebreizende Gazelle, das anmutige Reh – ihre Brüste sollen dich immer berauschen, ihre Liebe bezaubere dich wieder und wieder! 20Warum willst du dich mit einer Fremden vergnügen, warum die Brüste einer Unbekannten umschlingen?
21Denn Jahwe hat die Wege des Menschen im Blick, auf seine Pfade gibt er Acht. 22Die eigenen Sünden fangen den Gottlosen ein, die Stricke seiner Sünde fesseln ihn selbst. 23Er wird sterben aus Mangel an Zucht, seine große Dummheit bringt ihn ins Grab.
Fußnoten
- 2Gottlose sind Menschen in Gottes Volk, die sich aber nicht nach Gottes Geboten richten.
- 3Der Gerechte im Alten Testament lebt mit Gott und Menschen im richtigen Verhältnis und richtet sich nach Gottes Geboten.
- 1Wermut. Heilpflanze, deren bittere Aromastoffe auch für Getränke verwendet werden, zum Beispiel in Wermutwein.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden