Logos Bible Study

Sprüche 22–24

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221Ein guter Name ist besser als großer Besitz, Beliebtheit besser als Silber und Gold.

2Der Reiche und der Arme begegnen sich, der sie beide schuf, ist Jahwe.

3Der Kluge sieht das Unglück voraus und bringt sich in Sicherheit, der Unerfahrene geht weiter und kommt zu Fall.

4Der Lohn von Demut und Gottesfurcht ist Reichtum, Ehre und Leben.

5Der Weg des Falschen ist voll Haken und Schlingen, wer sein Leben liebt, meidet ihn.

6Gewöhne den Jungen an seinen Weg, dann bleibt er auch im Alter dabei.

7Der Reiche hat die Armen in seiner Gewalt, der Schuldner ist ein Sklave seines Gläubigers.

8Wer Unrecht sät, wird Unheil ernten, der Stock beendet seinen Übermut.

9Wer großzügig ist, wird gesegnet sein, denn er teilt sein Brot mit den Armen.

10Vertreibe den Spötter, dann zieht auch der Zank fort, das Streiten und Schimpfen hört auf.

11Wer ein reines Gewissen liebt und gewinnend reden kann, den nimmt der König zum Freund.

12Die Augen Jahwes behüten Erkenntnis, Worte des Treulosen stürzt er um.

13Der Faule sagt: „Ein Löwe ist draußen, der bringt mich um, mitten auf dem Platz!“

14Eine tiefe Grube ist der Mund der fremden Frau, wen Jahwe strafen will, der fällt hinein.

15Hat ein Kind nur Dummheiten im Kopf, entfernt man sie durch die Rute der Zucht.

16Wer den Armen unterdrückt, mehrt dessen Besitz; wer dem Reichen gibt, verschafft ihm Verarmung.1

Vortreffliche Lehren

17Hör mir zu! Vernimm die Worte von Weisen und nimm zu Herzen meine Erkenntnis! 18Es ist gut, wenn du die Worte auswendig lernst, damit du sie jederzeit aufsagen kannst. 19Ich belehre dich heute, damit du Jahwe vertraust. 20Vortreffliche Lehren schrieb ich dir auf, Ratschläge, gut und begründet. 21Sie zeigen dir die Wahrheit zuverlässiger Worte, damit du denen, die dich senden, zuverlässig Bescheid geben kannst.

22Beraube nicht den Schwachen, der sich nicht wehren kann, und vernichte den Hilflosen nicht vor Gericht. 23Jahwe schützt die Schutzlosen. Wer sie beraubt, dem raubt er das Leben.

24Lass dich nicht mit einem Zornigen ein, und vom Hitzkopf halte dich fern. 25Sonst gewöhnst du dich an seine Unart und bringst dich selber zu Fall.

26Sei nicht unter denen, die sich durch Handschlag verpflichten, die Bürgschaft leisten für fremde Schuld. 27Denn wenn du dann nicht bezahlen kannst, nimmt man dir selbst das Bett unter dir weg.

28Verrücke die uralte Grenze nicht, die deine Väter einst zogen!

29Siehst du einen, der tüchtig ist in seinem Beruf – Königen wird er dienen und nicht irgendwelchen, die niemand kennt.

231Wenn du bei hohen Herren zu Tische sitzt, bedenke immer, wen du vor dir hast. 2Setz dir ein Messer an die Kehle, wenn du allzu gierig bist! 3Und gib Acht bei ihren Leckerbissen, und lass dich durch sie nicht betrügen.

4Müh dich nicht ab, es zu Reichtum zu bringen, aus eigener Einsicht lass die Finger davon! 5Denn eh du dich versiehst, hat er Flügel bekommen und fliegt wie ein Adler fort durch die Luft.

6Vom Geizhals nimm keine Einladung an, seine Leckerbissen begehre nicht! 7Denn er hat alles abgezählt. „Iss und trink!“, sagt er zu dir, aber im Grunde gönnt er dir nichts. 8Den Bissen, den du gegessen hast, musst du erbrechen, und vergeudet ist jedes freundliche Wort.

9Sprich nicht zu den Ohren eines Toren, denn er verachtet deinen guten Rat.

10Verrücke die uralte Grenze nicht, auch nicht auf Kosten hilfloser Waisen. 11Denn sie haben einen mächtigen Beistand, der ihre Klage gegen dich führt.

12Öffne dein Herz für jede Ermahnung, dein Ohr für verständiges Reden.

13Erspare dem Knaben die Züchtigung nicht! Eine Tracht Prügel bringt ihn nicht um. 14Du schlägst ihn mit der Rute, doch du rettest sein Leben.

15Mein Sohn, wenn du klug und einsichtig wirst, ist das eine herzliche Freude für mich. 16Und mein Inneres wird jubeln, wenn Ehrliches von deinen Lippen kommt.

17Ereifere dich nicht über die Sünder, sondern bemühe dich täglich um die Ehre Jahwes! 18Denn das Ende kommt ja noch, und dann verlierst du deine Hoffnung nicht.

19Höre mein Sohn und sei klug, und bleib auf dem geraden Weg! 20Halte dich von den Weinsäufern fern und von denen, die im Fleischgenuss schwelgen. 21Denn Säufer und Schlemmer werden arm, und Schläfrigkeit kleidet in Lumpen.

22Hör auf deinen Vater, der dich gezeugt hat, und verachte deine Mutter nicht, auch wenn sie alt geworden ist. 23Lass dir die Wahrheit etwas kosten, auch Weisheit, Selbstbeherrschung und Verstand! Und gib das alles nie wieder her! 24Laut jubelt der Vater eines Gerechten; er freut sich über einen verständigen Sohn. 25Mögen auch deine Eltern sich freuen, möge jubeln die, die dich gebar.

26Gib mir dein Herz, mein Sohn, und lass dir meine Wege gefallen. 27Denn die Hure ist wie ein tiefer Schacht, die Fremde wie ein gefährliches Loch. 28Sie lauert dir auf wie ein Räuber und vermehrt die Zahl der untreuen Männer.

29Wer hat Ach und wer hat Weh? Wer hat Streit und wer jammert herum? Wer lässt sich grundlos schlagen, und wer hat glasige Augen? 30Die spät beim Wein noch sitzen, die kommen, um den Mischkrug zu kosten. 31Sieh den Wein nicht an, wie er schimmert, wie er so rot im Becher funkelt; wie glatt er durch die Kehle rinnt! 32Am Ende beißt er wie eine Schlange, wie eine Viper spritzt er sein Gift. 33Dann siehst du seltsame Dinge und redest dummes Zeug. 34Du fühlst dich wie auf stürmischer See, als ob du im Mastkorb eines Schiffes liegst. 35„Man hat mich geschlagen, doch es tat mir nicht weh; man hat mich verprügelt, ich merkte es nicht. Wie werde ich nur wieder wach? Ich brauche einen Schluck, ich muss wieder hin!“

241Beneide keine bösen Menschen, sei nicht begierig, bei ihnen zu sein! 2Denn sie haben nur Verbrechen im Sinn und reden nur, um Schaden zu tun.

3Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, durch Verstand gewinnt es Bestand; 4durch Wissen füllen sich die Räume mit schönen und nützlichen Gütern.

5Nur ein kluger Mann ist wirklich stark, durch Wissen lenkt er seine Kraft. 6Nur durch kluge Maßnahmen gewinnst du die Schlacht und durch viele Ratgeber den Sieg.

7Die Weisheit ist dem Narren zu hoch, im Rat macht er den Mund nicht auf.

8Wer nur darauf aus ist, Böses zu tun, den nennt man einen Bösewicht. 9Auch die Intrigen eines Dummen sind Sünde, und ein Spötter ist ein abscheulicher Mensch.

10Bist du lässig am gewöhnlichen Tag, versagt deine Kraft auch in der Bedrängnis.

11Rette die, die man zum Tod hinschleppt, und die zur Hinrichtung wanken, halte sie doch zurück! 12Wenn du sagst: „Wir haben nichts davon gewusst!“, dann sollst du wissen: Der dir ins Herz sieht, weiß Bescheid, der auf dich achtet, hat dich durchschaut! Jedem vergilt er, was er verdient.

13Iss Honig, mein Sohn, denn er ist gesund und ein Genuss für den Gaumen. 14Doch Weisheit ist heilsam für dein Leben. Hast du sie gefunden, dann hast du auch Zukunft, und deine Hoffnung schwindet nicht.

15Bring keinen Gerechten um Haus und Hof, du Gottloser, 16denn der Gerechte fällt sieben Mal und steht doch wieder auf, aber Gottlose versinken im Unglück.

17Fällt dein Feind, so freue dich nicht, frohlocke nicht, wenn er stürzt, 18damit es nicht Jahwe missfällt und er deinen Feind verschont.

19Reg dich nicht auf über die Bösen, beneide die Gottlosen nicht. 20Denn der Böse hat keine Zukunft, und die Leuchte der Gottlosen erlischt.

21Ehre Jahwe und achte den König, mein Sohn! Lass dich nicht mit Aufrührern ein! 22Denn plötzlich trifft sie das Verderben, von beiden kommt es über sie.

Weitere Sprüche von Weisen

23Auch die folgenden Sprüche stammen von Weisen:

Parteilichkeit im Gericht ist niemals gut. 24Wer zu dem Schuldigen sagt: „Du bist gerecht“, den verfluchen die Leute, ganze Völker verwünschen ihn. 25Doch denen, die gerecht entscheiden, geht es gut, über sie kommt Segen und Glück.

26Eine treffende Antwort ist wie ein Kuss auf die Lippen.

27Zuerst tu deine Arbeit draußen und bestelle dein Feld! Danach erst baue dein Haus!

28Tritt nie als falscher Zeuge gegen jemand auf, täusche nichts mit deinen Worten vor! 29Sag nicht: „Wie du mir, so ich dir! Was er mir antut, zahl ich ihm heim!“

30Ich kam am Feld eines Faulen vorbei, am Weinberg eines Mannes ohne Verstand. 31Sieh da, er war ganz überwuchert von Disteln, seine Fläche mit Unkraut bedeckt, seine Mauer eingestürzt. 32Ich schaute hin und nahm es zu Herzen, ich sah es und zog eine Lehre daraus: 33Nur noch ein wenig Schlaf, nur noch ein bisschen Schlummer; nur noch ein wenig liegen, die Hände gefaltet; 34wie schnell kommt dann die Armut ins Haus; wie schnell überfällt dich die Not!

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Footnotes

  1. 1Gemeint ist vielleicht, dass Bedrückung den Arbeitswillen des Armen vermehrt und Geschenke beim Reichen die Verschwendungssucht.