Logos Bible Study

Sacharja 4–6

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Der Leuchter (5. Vision)

41Der Engel, der mir zur Seite stand und alles erklärt hatte, kam wieder und rüttelte mich auf wie einen, der aus dem Schlaf geweckt wird. 2Er fragte mich: „Was siehst du?“ – „Einen Leuchter“, erwiderte ich, „er ist ganz aus Gold. Über ihm ist sein Ölbehälter, von dem aus je sieben Röhren zu den Öllampen führen, die oben an dem Leuchter sind. 3Rechts und links vom Ölgefäß sehe ich je einen Ölbaum stehen. – 4Was hat das zu bedeuten, mein Herr?“, fragte ich den Engel. 5„Verstehst du das denn nicht?“, erwiderte er. „Nein, mein Herr“, sagte ich. 6Da gab er mir folgende Auskunft:

„So lautet das Wort Jahwes an Serubbabel1: ‚Nicht durch Heeresmacht und menschliche Gewalt wird es geschehen, sondern durch meinen Geist‘, spricht Jahwe, der allmächtige Gott. 7Wer bist du, großer Berg? Vor Serubbabel wirst du zur Ebene! Ja, mit lautem Jubel wird er den Schlussstein einsetzen: ‚Wie schön, wie schön ist er!‘ “ 8Ich empfing auch die folgende Botschaft Jahwes: 9„Serubbabel hat den Grund für den Bau dieses Hauses gelegt. Er wird es auch mit seinen Händen vollenden! Daran wirst du erkennen, Serubbabel, dass Jahwe, der allmächtige Gott, mich2 zu euch geschickt hat. 10Denn auch der, der den Tag geringer Anfänge verachtet, wird mit Freude diesen besonderen Stein in Serubbabels Hand sehen. –

Diese sieben Öllampen sind die Augen Jahwes, die über die ganze Erde schweifen.“ 11Ich fragte weiter: „Und was bedeuten die beiden Ölbäume rechts und links vom Leuchter?“ 12Und noch einmal: „Was haben die beiden Büschel von Ölbaumzweigen neben den zwei Goldtrichtern zu bedeuten, durch die das goldfarbene Öl fließt?“ 13„Verstehst du das nicht?“, fragte er. „Nein, mein Herr“, erwiderte ich. 14Er sagte: „Das sind die beiden Gesalbten, die bei dem Herrn der ganzen Erde stehen.“

Die Gottlosigkeit verlässt das Land (5–6)

Die fliegende Rolle (6. Vision)

51Ich blickte wieder auf und sah auf einmal eine Schriftrolle durch die Luft fliegen. 2Der Engel fragte mich: „Was siehst du?“ – „Ich sehe eine offene Schriftrolle fliegen, etwa zehn Meter lang und fünf Meter breit1.“ 3„Das ist der Fluch“, sagte er mir, „der über das ganze Land kommt. Denn nach dem, was auf der einen Seite geschrieben steht, wird jeder Dieb weggefegt werden, und nach dem, was auf der anderen Seite steht, jeder Meineidige. 4Ich habe ihn kommen lassen, spricht Jahwe, der allmächtige Gott, und schicke ihn in das Haus jedes Diebes und jedes Menschen, der in meinem Namen einen Meineid schwört. Er wird auf ihren Häusern lasten und jeden Balken und Stein darin zerfressen, bis sie zusammenbrechen.“

Die Frau in der Tonne (7. Vision)

5Dann trat der Engel, der mir zur Seite stand, wieder vor und sagte: „Schau hoch und sieh, was dort zum Vorschein kommt!“ 6„Was ist denn das?“, fragte ich. „Das ist eine Tonne“, erwiderte er, „und so sieht die Schuld des ganzen Landes aus.“ 7Auf einmal hob sich der runde Bleideckel auf der Tonne und eine Frau kam zum Vorschein. 8„Das ist die Gottlosigkeit“, sagte der Engel. Er stieß die Frau in die Tonne zurück und schlug den Bleideckel zu. 9Als ich wieder aufblickte, sah ich zwei Frauen mit Flügeln, wie Störche sie haben. Sie rauschten heran, packten die Tonne und flogen mit ihr davon. 10„Wohin bringen sie das?“, fragte ich den Engel. 11„Sie bauen ihm einen Tempel im Land Schinar2“, sagte er, „und stellen die Gottlosigkeit dort auf ein Podest.“

Die vier Wagen (8. Vision)

61Als ich wieder aufblickte, sah ich vier Wagen, die zwischen zwei Bergen aus Bronze hervorkamen. 2Der erste Wagen wurde von roten Pferden gezogen, der zweite von schwarzen, 3der dritte von weißen und der vierte von gescheckten, alles starke Tiere. 4„Was bedeutet das, mein Herr?“, fragte ich den Engel, der mir zur Seite stand. 5Er erwiderte: „Das sind die vier Winde des Himmels. Sie kommen vom Herrn der ganzen Erde, von dem sie ihre Befehle empfangen haben. 6Das schwarze Gespann zieht nach Norden und das weiße hinter ihm her. Das gescheckte zieht nach Süden.“ 7Die starken Pferde drängten ungeduldig vorwärts. Da rief der Engel Jahwes: „Los! Durchzieht die Erde!“ Da galoppierten sie davon. 8Und mir rief er laut zu: „Die nach dem Norden losgezogen sind, werden meinen Geist über das Land im Norden bringen und meinen Zorn stillen.“

Krönung des Hohen Priesters

9Dann empfing ich die folgende Botschaft Jahwes: 10„Geh heute noch in das Haus Joschijas Ben-Zefanja und lass dir von Heldai, Tobija und Jedaja das geben, was sie aus Babylonien mitgebracht haben. 11Nimm das Silber und Gold und lass daraus eine Krone anfertigen. Setze sie dem Hohen Priester Jeschua Ben-Jozadak auf 12und sage zu ihm: ‚So spricht Jahwe, der allmächtige Gott: Es wird ein Mann kommen, der Spross heißt, denn wo er steht, wird es sprossen. Er wird den Tempel Jahwes bauen. 13Ja, er wird ihn wieder aufbauen. Er wird königlichen Schmuck tragen, auf seinem Thron sitzen und herrschen, aber zugleich wird er auch Priester sein. Und auf dem Thron wird ein friedliches Einvernehmen bestehen. 14Die Krone soll zur Erinnerung an Heldai, Tobija und Jedaja und die Gastfreundschaft Ben-Zefanjas im Tempel Jahwes aufbewahrt werden. 15Aus der Ferne werden sie kommen und am Tempel Jahwes bauen. Daran werdet ihr erkennen, dass Jahwe, der allmächtige Gott, mich zu euch gesandt hat. Das wird aber nur geschehen, wenn ihr aufmerksam auf Jahwe, euren Gott, hört.‘ “

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Footnotes

  1. 1Serubbabel. Nachkomme des letzten jüdischen Königs; er führte 18 Jahre vorher einen Teil des Volkes aus der Gefangenschaft zurück in die Heimat.
  2. 2mich. Offenbar den Engel Jahwes, der Jahwe selbst repräsentiert.
  3. 1fünf Meter breit. 20 × 10 Ellen, das sind die Maße der Vorhalle des Salomonischen Tempels.
  4. 2Land Schinar. Das meint die Ebene Babyloniens, wo die Menschen einst in grenzenloser Überheblichkeit den babylonischen Turm gebaut hatten (siehe 1. Mose 11,1–9).