Logos Bible Study

Jesaja 60–62

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Jerusalems künftige Herrlichkeit

601Steh auf, ‹Jerusalem›, und leuchte! Denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit Jahwes strahlt über dir! 2Noch hüllt Finsternis die Erde ein, tiefes Dunkel alle Völker. Doch über dir strahlt Jahwe auf, seine Herrlichkeit erscheint über dir. 3Ganze Völker ziehen zu deinem Licht hin, Könige zu deinem strahlenden Glanz. 4Schau dich um und sieh es dir an! Sie strömen von allen Seiten zu dir. Deine Söhne kommen von fern, deine Töchter trägt man auf den Armen herbei. 5Du wirst es sehen und strahlen vor Glück, dein Herz bebt vor Freude und öffnet sich weit. Die Schätze der Völker werden zu dir gebracht, der Reichtum des Meeres strömt dir zu. 6Kamelkarawanen bedecken dein Land, junge Dromedare von Efa und Midian. Von Saba2 kommen sie mit Weihrauch und Gold und verkündigen mit Freude das Lob Jahwes. 7Alle Schafherden Kedars sammeln sich bei dir, die Schafböcke von Nebajot stehen in deinem Dienst. Als angenehme Opfer kommen sie auf meinen Altar. So ehre ich mein herrliches Haus. 8Was kommt da wie eine Wolke geflogen, wie Tauben zu ihren Löchern in der steilen Wand? 9Ja, die Meeresländer hoffen auf mich, die Hochseeschiffe fahren voran und bringen deine Kinder von ferne herbei und mit ihnen ihr Silber und Gold. Das alles geschieht zur Ehre Jahwes, denn der heilige Gott Israels hat dich herrlich gemacht.

10Fremde werden deine Mauern wieder bauen, und ihre Könige werden dir dienstbar sein. In meinem Zorn habe ich dich zwar gestraft, doch in Gnade erbarme ich mich über dich. 11Stets hält man deine Tore offen, Tag und Nacht sind sie nicht zu. Den Reichtum der Völker bringt man zu dir, und ihre Könige führt man herbei. 12Denn jedes Volk und jedes Reich, das dir nicht dient, wird bald zugrunde gehen. Diese Stämme werden völlig verheert. 13Die Pracht des Libanon wird zu dir gebracht, Zypressen, Platanen und Wacholderbäume. Den Ort meines Heiligtums sollen sie schmücken, zieren den Platz wo meine Füße stehn. 14Die Söhne derer, die dich beugten, kommen nun gebückt zu dir. Die dich verspottet haben, bücken sich nun zu deinen Fußsohlen hin. Sie nennen dich „Zion Jahwes“, Stadt, die dem Heiligen Israels gehört! 15Du bist nicht mehr verlassen und verhasst, eine Stadt, die von allen gemieden wird. Ich mache dich zu einer ewigen Pracht, zur Freude von Generationen. 16Du wirst die Milch der Völker saugen, wirst trinken an der Brust von Königen. Du wirst erkennen, dass ich, Jahwe, dein Retter bin, dass der starke Gott Jakobs dein Befreier ist. 17Anstelle von Bronze bring ich dir Gold, statt des Eisens bringe ich Silber herbei, statt der Hölzer Erz und Eisen anstelle der Steine. Deine Verwaltung wird Frieden sein und deine Regierung Gerechtigkeit. 18Man hört nichts mehr von Gewalt in deinem Land, von Verwüstung und Zerstörung in deinem Gebiet. Du wirst deine Mauern „Rettung“ nennen und deine Tore „Lob“.

19Das Licht der Sonne wirst du künftig nicht mehr brauchen, auch nicht mehr den Mondschein in der Nacht, denn dein ewiges Licht wird Jahwe sein, dein Gott leuchtet dir in herrlichem Glanz. 20Darum wird deine Sonne niemals mehr untergehen, dein Mond nimmt niemals ab, denn Jahwe ist dann dein ewiges Licht. Und deine Trauerzeit ist für immer vorbei. 21Dein Volk wird nur aus Gerechten bestehen, und das Land wird für immer ihr Eigentum sein; ein blühender Garten, von Jahwe angelegt, ein Werk seiner Hände zu seinem Ruhm. 22Die kleinste Sippe wird eine Tausendschaft sein, der Geringste ein gewaltiger Stamm. Wenn die Zeit dafür gekommen ist, führe ich, Jahwe, das alles ganz schnell herbei.

Die Botschaft des Messias

611Der Geist Jahwes, des Herren, ruht auf mir, denn Jahwe hat mich gesalbt1. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen und zerbrochene Herzen zu verbinden; den Gefangenen zu verkünden: „Ihr seid frei!“ und den Gefesselten: „Ihr seid los!“; 2um auszurufen das Gnadenjahr Jahwes und den Tag der Rache für unseren Gott, um alle Trauernden zu trösten 3und den Trauernden Zions Freude zu bringen. Schmuck bekommen sie anstelle von Schmutz, Freudenöl statt Trauersack, Jubellieder statt Mutlosigkeit. Man nennt sie „Terebinthen der Gerechtigkeit“, eine Pflanzung Jahwes, die seine Herrlichkeit zeigt. 4Die uralten Trümmerstätten bauen sie dann auf, stellen die wüsten Orte wieder her. Die zertrümmerten Städte bauen sie neu, alles, was Generationen lang Ruine war. 5Dann nehmen Fremde euch die Arbeit ab, sie weiden eure Herden, bestellen euer Land und werden eure Weingärtner sein. 6Und euch wird man „Priester Jahwes“ nennen, „Diener unseres Gottes“ sagt man zu euch. Ihr werdet genießen, was die Völker besitzen, denn ihre Schätze gehören jetzt euch. 7Statt des Doppelmaßes eurer Schmach, statt der Schande, die als euer Anteil galt, wird euer Teil am Land nun doppelt so groß; ewige Freude wird euch geschenkt. 8„Denn ich, Jahwe, ich liebe das Recht und hasse den gemeinen Raub. Weil ich treu bin, belohne ich sie und schließe mit ihnen einen ewigen Bund. 9Ihre Nachkommen sind unter den Stämmen bekannt, ihre Sprösslinge unter den Völkern. Wer sie sieht, erkennt es gleich: Das sind die, die Jahwe gesegnet hat.“

10Ich freu mich, ja ich freue mich über Jahwe! Meine Seele jubelt über meinen Gott! Er kleidet mich in Gewänder des Heils und legt mir den Mantel der Gerechtigkeit um. Wie ein Bräutigam bin ich festlich geschmückt, wie eine Braut, die ihr Geschmeide anlegt. 11Denn wie die Erde Pflanzen hervortreibt, wie ein Garten die Saat wachsen lässt, so bringt Jahwe, der Herr, unsere Gerechtigkeit hervor, bei allen Völkern unseren Ruhm.

Die Herrlichkeit Jerusalems

621Um Zions willen darf ich nicht schweigen, um Jerusalems willen will ich nicht ruhen, bis das Recht in ihm aufstrahlt wie das Morgenlicht und seine Rettung wie eine Fackel in der Nacht. 2Die Völker werden deine Gerechtigkeit sehen und alle Könige deine strahlende Pracht. Man legt dir einen neuen Namen bei, den Jahwe selbst für dich bestimmt. 3Du wirst ein Schmuckstück sein in Jahwes Hand, ein königliches Diadem1, gehalten von deinem Gott. 4Du wirst nicht länger „die Verstoßene“ genannt, dein Land wird nicht mehr „Ödland“ heißen, sondern „Gottes Liebling“ nennt man dich und dein Land „Regenland“. Denn Jahwe hat seine Freude an dir, und dein Land wird verheiratet sein. 5Denn wie der junge Mann sein Mädchen heiratet, so vermählen sich deine Söhne mit dir. Und wie der Bräutigam sich an seiner Braut freut, so hat dein Gott Freude an dir.

6Ich habe Wächter auf deine Mauern gestellt, Jerusalem! Ihr Rufen verstummt nicht einen Augenblick, weder am Tag noch in der Nacht. Ihr Wächter sollt Jahwe an Jerusalem erinnern! Gönnt euch keine Rast, 7und lasst ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wieder so hergestellt hat, dass alle Welt die Stadt rühmt. 8Jahwe hat geschworen bei seiner rechten Hand und seinem Siegesarm: „Nie mehr wird dein Korn die Speise deiner Feinde sein, nie mehr trinken Fremde den Wein, für den du so hart gearbeitet hast. 9Nein, wer das Korn einbringt, soll davon essen und Jahwe loben. Wer den Wein liest, soll davon trinken im Vorhof meines Heiligtums.“

10Zieht durch die Tore ein und aus und bahnt dem Volk einen Weg! Baut, ja baut die Straße und räumt die Steine aus dem Weg! Stellt ein Zeichen für die Völker auf! 11Seht, Jahwe lässt es hören bis ans Ende der Welt: „Sagt der Zionsstadt: ‚Pass auf, dein Retter kommt! Schau, er bringt den Siegespreis mit! Das Volk, das er befreite, zieht vor ihm her.‘ “ 12Man wird es nennen „das heilige Volk“ und „Die Erlösten Jahwes“. Und dich wird man nennen „Die Begehrte“ und „Die nie mehr verlassene Stadt“.

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Footnotes

  1. 2Saba war ein reiches Land im südlichen Arabien. Es entspricht vielleicht dem heutigen Jemen.
  2. 1Gesalbt (Hebräisch: maschah) ist die Wurzel von maschiah, der Messias, der Gesalbte. Damit werden hier alle Personenausprägungen des dreieinen Gottes erwähnt.
  3. 1Ein Diadem ist keine Krone, sondern ein schmales Band aus Seide, Leinen oder Edelmetall, das oft mit Perlen oder Edelsteinen besetzt ist. Es symbolisiert königliche Würde und Macht.