Jesaja 52–53
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Jerusalem im kommenden Reich
521Wach auf, Jerusalem, Zion, wach auf! Erhebe dich und zieh dich an! Kleide dich in deine Prachtgewänder, du heilige Stadt! Denn künftig darf dich keiner mehr betreten, der unbeschnitten oder unrein2 ist. 2Schüttle den Staub von dir ab! Steh auf, gefangenes Jerusalem! Zion, wirf die Halsfesseln ab! 3Denn so spricht Jahwe: „Für euren Verkauf bekam ich kein Geld, darum werdet ihr auch ohne Silber ausgelöst.“ 4Denn so spricht Jahwe, der Herr: „Am Anfang zog mein Volk nach Ägypten hinab. Als Fremde lebten sie dort. Dann hat Assyrien es grundlos bedrückt. 5Und wie steht es jetzt?“, sagt Jahwe. „Man nahm mein Volk und hat nichts bezahlt. Und sie johlten über ihren guten Fang. Ununterbrochen schmähen sie mich und ziehen meine Ehre in den Dreck“, sagt Jahwe. 6„Darum greife ich ein, und dann wird auch mein Volk erkennen, dass ICH es BIN, der spricht: ‚Hier bin ich!‘ “
7Hoch willkommen ist der Freudenbote, der mit guter Botschaft über die Berge kommt, der Frieden verkündet und Rettung verheißt, der zu Zion sagt: „Dein Gott herrscht als König!“ 8Hört! Eure Wächter rufen laut, und sie jubeln allesamt. Denn sie sehen mit eigenen Augen, wie Jahwe wieder nach Zion kommt. 9Ihr Trümmer Jerusalems, brecht in Jubel aus! Denn Jahwe tröstet sein Volk, er hat Jerusalem befreit. 10Bloßgestreift hat Jahwe seinen heiligen Arm, vor den Augen aller Völker greift er ein. Er rettet sein Volk, und die ganze Welt sieht zu.
11Fort, fort! Zieht weg von dort! Fasst nichts Besudeltes an! Zieht weg aus Babylon! Haltet euch rein! Denn ihr tragt die Gegenstände für den Tempel Jahwes. 12Ihr müsst jedoch nicht ängstlich eilen, denn ihr geht nicht als Flüchtlinge weg. Jahwe selbst zieht vor euch her, und Israels Gott wird auch hinter euch sein.
Das vierte Lied vom Diener Gottes
13Seht, mein Diener wird erfolgreich sein! Er wird sich erheben, wird emporgetragen und zu höchsten Ehren gelangen. 14Viele haben sich über sein Aussehen entsetzt, denn er war völlig entstellt und kaum noch als Mensch zu erkennen. 15Doch nun sind viele Völker überrascht, selbst Könige halten die Hand vor den Mund. Denn auf einmal sehen sie, was ihnen nie erzählt worden war, wovon sie nie etwas hörten, verstehen sie jetzt.
531Wer hat denn unserer Botschaft geglaubt? Und an wem hat sich Jahwes Macht ‹auf diese Weise› gezeigt? 2Er wuchs vor ihm auf wie ein Spross, wie ein Trieb aus trockenem Grund. Er war weder stattlich noch schön. Er war unansehnlich, und er gefiel uns nicht. 3Er wurde verachtet, und alle mieden ihn. Er war voller Schmerzen, mit Leiden vertraut, wie einer, dessen Anblick man nicht mehr erträgt. Er wurde verabscheut, und auch wir verachteten ihn.
4Doch unsere Krankheit, er hat sie getragen, und unsere Schmerzen, er lud sie auf sich. Wir dachten, er wäre von Gott gestraft, von ihm geschlagen und niedergebeugt. 5Doch man hat ihn durchbohrt wegen unserer Schuld, ihn wegen unserer Sünden gequält. Für unseren Frieden ertrug er den Schmerz, und durch seine Striemen sind wir geheilt. 6Wie Schafe hatten wir uns alle verirrt; jeder ging seinen eigenen Weg. Doch ihm lud Jahwe unsere ganze Schuld auf.
7Er wurde misshandelt, doch er, er beugte sich und machte seinen Mund nicht auf. Wie ein Lamm, das zum Schlachten geführt wird, wie ein Schaf, das vor den Scherern verstummt, so ertrug er alles ohne Widerspruch. 8Durch Bedrückung und Gericht wurde er dahingerafft, doch wer von seinen Zeitgenossen dachte darüber nach? Man hat sein Leben auf der Erde ausgelöscht. Die Strafe für die Schuld meines Volkes traf ihn. 9Bei Gottlosen sollte er liegen im Tod, doch ins Steingrab eines Reichen legte man ihn, weil er kein Unrecht beging und kein unwahres Wort aus seinem Mund kam.
10Doch Jahwe wollte ihn zerschlagen. Er war es, der ihn leiden ließ. Und wenn er sein Leben als Schuldopfer eingesetzt hat, wird er leben und Nachkommen haben. Durch ihn gelingt der Plan Jahwes.
11Nach seiner Seelenqual sieht er das Licht und wird für sein Leiden belohnt. Durch seine Erkenntnis wird mein Diener, der Gerechte, den Vielen Gerechtigkeit bringen; und ihre Vergehen lädt er auf sich. 12Darum teile ich die Vielen ihm zu, und die Starken werden seine Beute sein, weil er sein Leben dem Tod ausgeliefert hat und sich unter die Verbrecher rechnen ließ. Dabei war er es doch, der die Sünden der Vielen trug und fürbittend für Verbrecher eintrat.
Footnotes
- 2Unrein waren grundsätzlich alle Ausländer, aber auch die Israeliten, die die Reinheitsgebote des mosaischen Gesetzes nicht beachteten.
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