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Hosea 1–4

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1–3: Die Tragödie einer treulosen Frau

Hoseas Ehe (1)

11Wort Jahwes, das zu Hosea Ben-Beëri kam, als Usija, Jotam, Ahas und Hiskija Könige von Juda waren und als Jerobeam Ben-Joasch über Israel regierte.

Hoseas Familie als Bild für Israel

2Als Jahwes Reden mit Hosea begann, sagte er zu ihm: „Heirate eine Frau, die es mit vielen treibt, und zeuge mit ihr Kinder der Geilheit2! Denn das ganze Land kehrt sich verhurt und geil von Jahwe ab.“ 3Da heiratete er Gomer, die Tochter von Diblajim. Sie wurde schwanger von ihm und brachte einen Jungen zur Welt. 4Da sagte Jahwe zu Hosea: „Nenn ihn Jesreel! Denn bald werde ich das Blutbad rächen, das König Jehu in Jesreel angerichtet hat. Seine Nachkommen werden es büßen, und mit dem Königtum Israels wird es vorbei sein. 5In der Ebene Jesreel werde ich den Bogen Israels zerbrechen.“

6Gomer wurde wieder schwanger und brachte ein Mädchen zur Welt. Da sagte er zu ihm: „Nenn sie Lo-Ruhama, ‚Kein-Erbarmen‘, denn ich habe jetzt kein Erbarmen mehr mit den Leuten von Israel, sondern verwerfe sie völlig. 7Doch mit den Leuten von Juda will ich Mitleid haben. Ich werde sie retten, denn ich bin Jahwe, ihr Gott. Aber ich tue es nicht durch Bogen, Schwert und Kampf, nicht durch Pferde und Reiter.“

8Als Gomer Lo-Ruhama nicht mehr stillte, wurde sie ein drittes Mal schwanger und brachte einen Jungen zur Welt. 9Da sagte Jahwe: „Nenn ihn Lo-Ammi, ‚Nicht-mein-Volk‘, denn ihr seid nicht mehr mein Volk, und ich bin nicht mehr für euch da!“

Hoseas Scheidung (2)

Nach der Strafe ist Gott gnädig

21Die Menge der Israeliten wird sein wie der Sand am Ufer des Meeres, den man nicht mehr zählen und nicht messen kann. Und statt dass man zu ihnen sagt: „Ihr seid nicht mein Volk!“, werden sie ‘Söhne des lebendigen Gottes’ genannt. 2Dann versammeln sich die Nachkommen Judas und die Leute von Israel dazu. Sie werden sich ein gemeinsames Oberhaupt geben und wie junge Pflanzen das Land bedecken. Was für ein großer Tag, wenn das geschieht, was Jesreel besagt!2 3Sagt zu euren Brüdern: „Ammi – ‚mein Volk‘!“ und zu euren Schwestern: „Ruhama – ‚Erbarmen‘!“

Die treulose Frau Israel

4Verklagt eure Mutter, verklagt sie! Denn sie ist nicht meine Frau, und ich bin nicht mehr ihr Mann. Sie soll den Hurenschmuck aus dem Gesicht entfernen, die Anhänger des Ehebruchs zwischen den Brüsten. 5Sonst ziehe ich sie nackt aus und lege sie hin wie am Tag der Geburt. Ich mache sie zu einer Wüste, einem wasserlosen Land, und lasse sie sterben vor Durst. 6Ich hab auch kein Mitleid mit all ihren Kindern, denn Kinder ihrer Geilheit sind sie. 7Ja, ihre Mutter war wie eine Hure, sie hat es mit anderen Männern getrieben. Sie sagte: „Ich lauf meinen Liebhabern nach. Die geben mir Wasser und Brot, Wolle und Leinen, Öl und Getränke.“ 8Darum versperre ich ihr den Weg, verzäune ihn mit Dornengestrüpp, verbaue ihn mit einer Mauer. 9Wenn sie dann ihren Liebhabern nachläuft, kann sie sie nicht erreichen. Sie wird sie suchen, kann sie aber nicht finden. Dann wird sie sagen: „Ich kehre um und gehe wieder zu meinem ersten Mann. Denn damals ging es mir besser als jetzt.“ 10Aber sie erkannte nicht, dass ich es war, der ihr das Korn, den Wein und das Öl gab, dass ich ihr das Silber und Gold vermehrte. Doch sie hat es für Baal3 vertan.

11Darum hole ich mein Korn zurück, wenn es reift, meinen Wein zur Erntezeit. Ich entreiße ihr Wolle und Flachs, die ihre Nacktheit verhüllen sollten. 12Dann decke ich ihre Scham vor den Augen ihrer Liebhaber auf. Keiner soll sie aus meiner Hand reißen. 13Ich mache all ihren Freuden ein Ende, den Feiern am Neumond und Sabbat, den großen Festen im Jahr. 14Ich verwüste ihr Weinstock und Feigenbaum, von denen sie sagte: „Das ist mein Liebeslohn, den ich von meinen Liebhabern erhielt.“ Ich werde sie zum Waldgestrüpp machen, und die wilden Tiere fressen sie kahl. 15Dann rechne ich mit ihr die Tage ab, wo sie den Baalen Rauchopfer brachte, sich mit Ringen und Halsketten schmückte und ihren Liebhabern folgte – und mich vergaß, spricht Jahwe.

16Dann aber will ich selbst sie verlocken. Ich führe sie in die Wüste und rede ihr zu Herzen. 17Von dort aus gebe ich ihr die Weinberge zurück und das Tal von Achor als Tor der Hoffnung. Dort wird sie meine Liebe erwidern wie damals in ihrer Jugend, als sie aus Ägypten kam.

Ein neuer Bund

18An jenem Tag, spricht Jahwe, wirst du zu mir sagen: „Mein Mann!“ und nennst mich nicht weiter: „Mein Baal!“ 19Ich lasse die Baalsnamen von ihren Lippen verschwinden, sie wird sie nie mehr erwähnen. 20Dann schließe ich einen Bund für sie mit den wilden Tieren, mit den Vögeln und allem Gewürm. Ich zerbreche Bogen und Schwert: Es gibt keinen Krieg mehr im Land, und sie leben dann in Sicherheit. 21Ich will dich für immer gewinnen, ich verlobe dich mir in Gerechtigkeit und Recht. Ich schenke dir Gnade und Erbarmen. 22Ich verlobe dich mir und schenke dir meine Treue. Dann wirst du Jahwe erkennen.

23An jenem Tag, spricht Jahwe, da antworte ich. Ich erhöre den Himmel, und der erhört die Erde. 24Die Erde erhört das Korn, den Wein und das Öl, und diese erhören Jesreel. 25Und ich will sie mir säen im Land, mit Lo-Ruhama hab ich Erbarmen und zu Lo-Ammi sage ich: Du bist mein Volk! Und es wird sagen: Mein Gott!

Hoseas Wiederheirat (3)

31Jahwe sagte zu mir: „Geh noch einmal hin und liebe eine Frau, die einen Liebhaber hat und im Ehebruch lebt. Denn genauso liebt Jahwe die Israeliten, obwohl sie sich anderen Göttern zuwenden und Opferkuchen aus Rosinen mögen.“ 2Da kaufte ich sie mir für 15 ‹Schekel›1 Silber und anderthalb Sack2 Gerste. 3Ich sagte zu ihr: „Du wirst jetzt lange Zeit bei mir bleiben und dich mit keinem anderen Mann einlassen. Auch ich werde nicht mit dir schlafen.“ 4Denn genauso wird es den Israeliten gehen. Sie werden eine lange Zeit ohne König und Obere bleiben, ohne Schlachtopfer und Kultstein, ohne Priesterorakel und Götzenbild. 5Dann aber werden sie umkehren und sich Jahwe, ihrem Gott, zuwenden und ihrem König aus der Nachkommenschaft Davids. Am Ende der Zeit werden sie zitternd zu Jahwe kommen und seine Güte suchen.

4–14: Die Tragödie eines treulosen Volkes

Israels Schuld (4–7)

Anklage gegen Israel

41Hört das Wort Jahwes, ihr Israeliten! Jahwe führt einen Prozess gegen die Bewohner des Landes, denn Wahrheit und Liebe und Gotteserkenntnis sind nicht mehr im Land. 2Nein, Fluch und Lüge, Mord und Diebstahl und Ehebruch machen sich breit. Verbrechen reiht sich an Verbrechen. 3Darum vertrocknet das Land, und jeder Bewohner welkt dahin. Auch die wilden Tiere, die Vögel und die Fische werden verenden.

4Doch niemand klage an, keiner weise zurecht! Aber mit dir, Priester, gehe ich ins Gericht: 5Am helllichten Tag kommst du zu Fall, und der Prophet mit dir in der Nacht. Und deine Mutter bringe ich um. 6Mein Volk kommt um aus Mangel an Erkenntnis. Weil du die Erkenntnis verworfen hast, habe auch ich dich als Priester verworfen. Du hast das Gesetz deines Gottes vergessen, darum vergesse auch ich deine Kinder. 7Je mehr sie wurden, desto mehr versündigten sie sich. So vertauschte ich ihre Ehre durch Schande. 8Sie mästen sich von den Sünden meines Volkes, sind gierig nach seinen Verfehlungen. 9Darum geht es dem Priester so, wie dem Volk: Ich bestrafe ihn für sein Verhalten und zahle ihm sein böses Tun heim.

10Sie essen zwar, werden aber nicht satt; sie treiben es mit vielen, vermehren sich aber nicht, denn sie haben es aufgegeben, Jahwe zu achten. 11Geilheit und junger Wein rauben den Verstand. 12Mein Volk pflegt sein Holz zu befragen, sein Stecken soll ihm Auskunft geben. Der Geist der Hurerei hat es in die Irre geführt, sie huren sich weg von ihrem Gott. 13Opfermahle feiern sie auf den Höhen der Berge, auf den Hügeln bringen sie Rauchopfer dar unter Eichen, Styrax1, Terebinthen2. Denn deren Schatten ist so schön. Deshalb treiben es eure Töchter mit vielen, und eure Schwiegertöchter betreiben Ehebruch.

14Nicht eure Töchter ziehe ich zur Rechenschaft, dass sie es so treiben, nicht eure Schwiegertöchter, dass sie ehebrechen. Denn ihr selbst geht ja mit Huren beiseite, feiert Opfermahle mit geweihten Frauen. So kommt das Volk, das keine Einsicht hat, zu Fall.

15Auch wenn du, Israel, zur Hure wirst, soll Juda doch nicht schuldig werden. Kommt nicht nach Gilgal, zieht nicht nach Götzenhausen hinauf! Schwört auch nicht: So wahr Jahwe lebt! 16Ja, wie eine störrische Kuh ist Israel störrisch geworden. Soll Jahwe sie nun weiden lassen wie ein Lamm auf freiem Feld? 17Efraïm5 ist mit Götzen verbunden. Soll es doch machen, was es will! 18Ist ihr Saufen vorüber, huren sie maßlos herum. / Leidenschaftlich lieben sie die Schande ihrer Schamlosigkeit. 19Ein Sturm fegt sie hinweg. Mit ihren Altären ist es vorbei.

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Fußnoten

  1. 2Geilheit. Das hebräische Wort sanah kommt 19mal bei Hosea vor. Es kann zwar Prostituierte meinen, bezeichnet aber meist ein illegitimes Sexualverhalten (treibt es mit vielen) oder im übertragenen Sinn den Abfall von Gott.
  2. 2Jesreel bedeutet: „Gott sät“.
  3. 3Baal bedeutet „Herr“ oder „Gebieter“. Er wurde als Fruchtbarkeitsgott in Kanaan verehrt.
  4. 1Das sind 165 g Silber.
  5. 2Wörtlich: 1 Homer + 1 Letech. Das sind etwa 100 kg Gerste.
  6. 1Der Styraxbaum wird 3–6 Meter hoch, verzweigt sich stark und ist dicht belaubt.
  7. 2Terebinthe. Belaubter Baum mit breitem Wipfel, der nicht mehr als 7 m hoch und als Schattenspender geschätzt wird.
  8. 5Efraïm war der einflussreichste Stamm im Nordreich Israel. Der Name konnte deshalb auch für das ganze Nordreich stehen.