Hiob 15,17–35
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Ungerechten wird es schlimm ergehen
17„Ich will’s dir erklären, hör mir gut zu! Was ich schaute, erzähle ich dir, 18was die Weisen verkündigten, was ihre Väter sie lehrten, 19als ihnen allein das Land gehörte und noch kein Fremder unter ihnen war:
20Der Böse ängstigt sich sein Leben lang, alle Jahre hindurch vor dem gewaltsamen Tod. 21In seinen Ohren gellt der Schrecken, mitten im Frieden kommt der Verwüster über ihn. 22Er hofft nicht mehr, dem Dunkel zu entkommen, das Schwert des Mörders wartet schon auf ihn. 23Auf der Suche nach Brot irrt er umher; er weiß, dass ein finsterer Tag auf ihn wartet. 24Angst und Schrecken überfallen ihn, greifen ihn an wie ein König im Krieg.
25Denn gegen Gott erhebt er seine Hand, dem Allmächtigen trotzt er. 26Mit den dicken Buckeln seiner Schilde rennt er halsstarrig gegen ihn an. 27Denn sein Gesicht war rund und gesund, an den Hüften hatte er Speck angesetzt, 28und in Städten der Geächteten hatte er Wohnung genommen, in Häusern, die man nicht bewohnen soll, die bestimmt waren, Trümmer zu bleiben.
29Er bleibt nicht reich, sein Vermögen hat keinen Bestand, seine Ähre2 neigt sich nicht. 30Der Finsternis entkommt er nicht, und seinen Schössling dörrt die Flamme aus, Gottes Atem fegt ihn weg. 31Warum vertraut er auf nichtige Dinge? Er wird getäuscht, denn er tauscht wieder Nichtiges ein. 32Noch vor seiner Zeit erfüllt es sich: Sein Palmzweig grünt nicht mehr. 33Er ist wie ein Weinstock, der seine unreifen Trauben abstößt, wie ein Ölbaum, der seine Blüten abwirft. 34Denn eine böse Sippschaft bleibt unfruchtbar, Feuer frisst die Zelte der Bestechlichen. 35Mit Mühsal gehen sie schwanger und bringen Unrecht zur Welt, ihr Schoß bringt Selbstbetrug hervor.“
Footnotes
- 2Ähre. Die Bedeutung des hebräischen Wortes ist unbekannt. Ähre passt am besten in den Zusammenhang, weil sie sich nicht zur Erde neigt, wenn ihre Frucht nicht ausreift.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden