1. Korinther 12–13
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Der Stellenwert der Geistesgaben
121Auch über die Wirkungen des Geistes will ich euch, meine Geschwister, nicht im Unklaren lassen. 2Ihr wisst ja, wie es euch zu den stummen Götzenbildern hinzog, als ihr noch Ungläubige wart, und wie ihr geradezu hingerissen wurdet. 3Deshalb erkläre ich euch ausdrücklich: Keiner, der durch den Geist Gottes redet, sagt: „Jesus ist verflucht.“1 Und keiner kann sagen: „Jesus ist der Herr!“, wenn es nicht der Heilige Geist bewirkt.
4Nun gibt es verschiedene Gaben, aber es ist derselbe Geist; 5es gibt verschiedene Dienste, aber es ist derselbe Herr; 6es gibt verschiedene Kräfte, aber es ist derselbe Gott, der alles in allen wirkt. 7Aber an jedem von uns will sich der Geist zum Nutzen der Gemeinde offenbaren: 8Dem Einen wird vom Geist das Wort der Weisheit gegeben, ein Anderer kann durch denselben Geist Einsicht vermitteln, 9einem Dritten wird eine besondere Glaubenskraft geschenkt, einem Anderen wieder Heilungsgaben – alles durch denselben Geist. 10Der Geist ermächtigt den Einen, Wunder zu wirken; einen Anderen lässt er Weisungen Gottes verkündigen. Ein Dritter erhält die Fähigkeit zu unterscheiden, was vom Geist Gottes kommt und was nicht. Einer wird befähigt, in nicht gelernten fremden Sprachen zu reden, und ein Anderer, sie zu übersetzen. 11Das alles wird von ein und demselben Geist bewirkt, der jedem seine besondere Gabe zuteilt, wie er es beschlossen hat.
12Es ist wie mit unsrem Körper, der ein Ganzes ist und doch aus vielen Teilen besteht. Alle zusammen bilden den einen Leib. So ist es auch bei Christus, dem Messias. 13Denn wir alle sind durch den einen Geist in einen Leib eingefügt und mit dem einen Geist getränkt worden: Juden und Nichtjuden, Sklaven und freie Bürger. 14Ein menschlicher Körper besteht ja auch nicht nur aus einem Teil, sondern aus vielen. 15Wenn nun der Fuß behaupten würde: „Weil ich nicht Hand bin, gehöre ich nicht zum Leib“, hört er damit auf, Teil des Körpers zu sein? 16Und wenn das Ohr erklären würde: „Weil ich kein Auge bin, gehöre ich nicht zum Leib“, gehört es deshalb nicht dazu? 17Wenn der ganze Körper aus einem Auge bestünde, wo wäre dann sein Gehör? Und wenn alles Gehör wäre, womit könnte er riechen? 18Nun hat aber Gott jedes Teil so in den Leib eingefügt, wie es seinem Plan entsprach. 19Wären alle zusammen nur ein einziges Glied, wo wäre dann der Leib? 20Aber nun gibt es viele Glieder und alle gehören zu dem einen Körper. 21Das Auge kann doch nicht zur Hand sagen: „Ich brauche dich nicht“, und der Kopf doch nicht zu den Füßen: „Ich verzichte auf euch“. 22Im Gegenteil, gerade die scheinbar schwächeren Glieder des Körpers sind unentbehrlich. 23Die unansehnlichen kleiden wir mit größerer Sorgfalt, und die, deren wir uns schämen, mit besonderem Anstand. 24Die ansehnlichen Glieder brauchen das ja nicht. Gott hat den Leib so zusammengefügt, dass die geringeren Teile besonders geehrt werden, 25denn er wollte keine Spaltung im Körper. Alle Glieder sollen einträchtig füreinander sorgen. 26Wenn ein Glied leidet, leiden alle anderen mit; und wenn eins besonders geehrt wird, freuen sich die anderen mit.
27Zusammen seid ihr der Leib von Christus und einzeln genommen Glieder davon. 28Einige hat Gott in der Gemeinde eingesetzt: Das sind erstens die Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer. Dann kommen die, die Wunder tun; dann die, die Gnadengaben zum Heilen, zu Hilfeleistungen oder zum Leiten haben; schließlich die, die in ungelernten fremden Sprachen reden. 29Sind nun etwa alle Apostel, alle Propheten, alle Lehrer? Können alle Wunder tun? 30Haben alle Gnadengaben zum Heilen? Reden alle in fremden Sprachen? Können alle sie übersetzen? 31Ihr bemüht euch um die größeren Gaben? Dann zeige ich euch einen Weg, der weit besser ist.
Folgt dem Weg der Liebe!
131Wenn ich die Sprachen von Menschen und Engeln sprechen könnte, aber keine Liebe hätte, wäre ich ein schepperndes Blech, eine lärmende Klingel. 2Und wenn ich weissagen könnte und alle Geheimnisse wüsste; wenn ich jede Erkenntnis besäße und einen Glauben, der Berge versetzt, aber keine Liebe hätte, wäre ich nichts. 3Und wenn ich meinen ganzen Besitz zur Armenspeisung verwendete, ja wenn ich mich selbst aufopferte, um berühmt ‹oder verbrannt›1 zu werden, aber keine Liebe hätte, nützte es mir nichts.
4Liebe hat Geduld. Liebe ist freundlich. Sie kennt keinen Neid. Sie macht sich nicht wichtig und bläst sich nicht auf; 5sie ist nicht taktlos und sucht nicht sich selbst; sie lässt sich nicht reizen und trägt Böses nicht nach; 6sie freut sich nicht, wenn Unrecht geschieht, sie freut sich, wenn die Wahrheit siegt. 7Sie erträgt alles; sie glaubt und hofft immer. Sie hält allem stand.
8Die Liebe wird niemals aufhören. Prophetische Eingebungen werden aufhören, das Reden in Sprachen wird verstummen, ‹die Gabe der› Erkenntnis wird es nicht mehr geben. 9Denn wir erkennen und weissagen ja nur einzelne Dinge. 10Wenn dann aber das Ganze kommt, wird alles Unfertige beseitigt werden. 11Als ich Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte und urteilte wie ein Kind. Als ich Mann wurde, tat ich das Kindliche ab. 12Jetzt sehen wir wie in einem blank polierten Stück Metall nur rätselhafte Umrisse, dann aber werden wir alles direkt zu Gesicht bekommen. Jetzt erkenne ich nur Teile des Ganzen, dann aber werde ich so erkennen, wie ich von Gott erkannt worden bin. 13Was bis dahin bleibt, sind Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei. Und die größte davon ist die Liebe.
Footnotes
- 1verflucht Offenbar eine Aussage ungläubiger Juden über Jesus mit Rückgriff auf 5. Mose 21,23 Dt 21:23. Siehe auch Galater 3,13 Ga 3:13.
- 1In den Handschriften unterscheiden sich beide Worte nur durch einen veränderten Buchstaben.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden