Numeri 9–11
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Zur Passaordnung
91Im April des zweiten Jahres nach dem Auszug aus Ägypten redete Jahwe in der Wüste Sinai zu Mose. Er sagte: 2„Die Israeliten sollen das Passa zur festgesetzten Zeit feiern, 3und zwar am 14. Tag dieses Monats gegen Abend, also zur festgelegten Zeit. Ihr sollt es nach allen Ordnungen und Vorschriften tun.“ 4Mose sagte den Israeliten, dass sie das Passa feiern sollten. 5So feierten sie das Fest am Abend des 14. April in der Wüste Sinai, wie Jahwe es Mose angewiesen hatte. Genauso taten sie es.
6Es gab aber Männer, die an einem Toten unrein geworden waren und das Passa an diesem Tag nicht feiern konnten. Sie kamen zu Mose und Aaron 7und sagten zu ihnen: „Wir sind an einem Toten unrein geworden. Warum soll es uns verwehrt sein, die Opfergabe für Jahwe zur festgesetzten Zeit zu bringen?“ 8Mose entgegnete: „Wartet, ich will hören, was Jahwe für euch anordnet.“
9Jahwe befahl Mose, 10den Israeliten zu sagen: „Wenn jemand bei euch oder euren nachfolgenden Generationen an einem Toten unrein geworden ist oder sich auf einer weiten Reise befindet und trotzdem Jahwe das Passa feiern will, 11der soll es am 14. des nächsten Monats gegen Abend tun. Man soll es zu ungesäuerten Broten und bitteren Kräutern essen. 12Sie dürfen nichts bis zum nächsten Morgen übrig lassen und keinen der Knochen des Lammes zerbrechen. Sie müssen die Passaordnung einhalten. 13Wer aber rein ist und sich nicht auf einer Reise befindet und es trotzdem unterlässt, das Passa zu feiern, muss aus seiner Volksgemeinschaft entfernt werden, denn er hat die Opfergabe für Jahwe nicht zur festgesetzten Zeit gebracht. Dieser Mann muss seine Schuld tragen. 14Wenn ein Fremder bei euch lebt und Jahwe das Passa feiern will, soll er es nach den Ordnungen und Vorschriften des Passafestes tun. Für den Fremden und den Einheimischen im Land gilt dieselbe Ordnung.“
Die Wolken- und Feuersäule
15An dem Tag, als man die Wohnung aufrichtete, das Zelt der göttlichen Urkunde, wurde dieses von der Wolke bedeckt – der Wolke, die vom Abend bis zum Morgen wie ein Feuerschein leuchtete. 16So war es ständig: Tagsüber stand die Wolke über der Wohnung, nachts war es der Feuerschein. 17Immer wenn die Wolke sich vom Zelt erhob, brachen die Israeliten auf. Und dort, wo die Wolke sich niederließ, lagerten sie. 18Nach dem Befehl Jahwes brachen die Israeliten auf und nach seinem Befehl schlugen sie ihr Lager auf. Sie blieben immer so lange, wie die Wolke auf dem Zelt ruhte. 19Wenn die Wolke viele Tage auf der Wohnung stehen blieb, folgten die Israeliten der Weisung Jahwes und zogen nicht weiter. 20Blieb sie nur wenige Tage, brachen sie entsprechend früher auf, immer nach Jahwes Befehl. 21Es kam auch vor, dass die Wolke nur eine Nacht blieb oder nur einen Tag und eine Nacht. Wenn die Wolke sich erhob, brachen sie auf. 22Oder es waren zwei Tage oder ein Monat oder längere Zeit – wenn die Wolke auf der Wohnung ruhte, schlugen die Israeliten ihr Lager auf und blieben so lange, bis sie sich wieder erhob. 23Nach dem Befehl Jahwes blieben sie und nach dem Befehl Jahwes brachen sie auf. Sie befolgten die Anweisung, die Jahwe ihnen durch Mose gegeben hatte.
Die silbernen Trompeten
101Jahwe sagte zu Mose: 2„Lass zwei Trompeten aus getriebenem Silber anfertigen. Sie sollen dazu dienen, die Gemeinschaft zusammenzurufen und das Zeichen zum Aufbruch zu geben. 3Wenn man beide bläst, soll sich die ganze Gemeinschaft bei dir am Eingang zum Offenbarungszelt versammeln. 4Wenn man nur eine bläst, sollen sich die Fürsten, die Oberhäupter der Wehrtruppen Israels, bei dir versammeln. 5Wenn ihr das Signal blast, sollen die Stämme aufbrechen, die im Osten lagern. 6Blast ihr das Signal zum zweiten Mal, sollen die Stämme aufbrechen, die im Süden lagern. 7Wenn aber die Versammlung einberufen werden soll, dürft ihr nicht dieses Signal blasen. 8Die Trompeten sollen von den Nachkommen Aarons, den Priestern, geblasen werden. Das ist eine immerwährende Ordnung, die auch für nachfolgende Generationen gilt. 9Und wenn ihr gegen einen Feind, der in euer Land einfällt, in den Krieg ziehen müsst, dann sollt ihr mit den Trompeten das Signal geben. Dann wird bei Jahwe, eurem Gott, an euch gedacht werden, und ihr werdet vor euren Feinden gerettet. 10Auch bei freudigen Anlässen, an den Festen und Neumondtagen, sollt ihr die Trompeten zu euren Brand- und Freudenopfern blasen. Sie sollen euch vor Gott in Erinnerung bringen. Ich bin Jahwe, euer Gott.“
Aufbruch vom Sinai
11Im zweiten Jahr nach dem Auszug aus Ägypten, am 20. Mai, erhob sich die Wolke von der Wohnung der göttlichen Urkunde2. 12Da zogen die Israeliten aus der Wüste Sinai weiter von Lagerplatz zu Lagerplatz, bis sich die Wolke in der Wüste Paran3 niederließ. 13So brachen sie zum ersten Mal auf, wie Jahwe es Mose befohlen hatte.
14Zuerst brach die Abteilung unter dem Feldzeichen des Stammes Juda auf. Judas Heeresverband wurde von Nachschon Ben-Amminadab geführt. 15Der Heeresverband des Stammes Issachar wurde von Netanel Ben-Zuar geführt 16und der Heeresverband des Stammes Sebulon von Eliab Ben-Helon. 17Nachdem die Wohnung abgebaut war, brachen die Gerschoniten und die Merariten auf, die die Wohnung trugen.
18Dann kam die Abteilung unter dem Feldzeichen des Stammes Ruben. Rubens Heeresverband wurde von Elizur Ben-Schedëur geführt. 19Der Heeresverband des Stammes Simeon wurde von Schelumiël Ben-Zurischaddai geführt und 20der Heeresverband des Stammes Gad von Eljasaf Ben-Dëuël. 21Dann brachen die Kehatiten auf, die das Heilige trugen. Und man baute die Wohnung auf, bis sie ankamen.
22Hinter ihnen zog die Abteilung unter dem Feldzeichen des Stammes Efraïm. Efraïms Heeresverband wurde von Elischama Ben-Ammihud geführt. 23Der Heeresverband des Stammes Manasse wurde von Gamliël Ben-Pedazur geführt und 24der Heeresverband des Stammes Benjamin von Abidan Ben-Gidoni.
25Die Nachhut für alle Lager bildete die Abteilung unter dem Feldzeichen des Stammes Dan. Dans Heeresverband wurde von Ahiëser Ben-Ammischaddai geführt. 26Der Heeresverband des Stammes Ascher wurde von Pagiël Ben-Ochran geführt 27und der Heeresverband des Stammes Naftali von Ahira Ben-Enan. 28So brachen die Israeliten auf, Heerschar um Heerschar.
29Mose sagte zu Hobab, dem Sohn seines midianitischen Schwiegervaters Reguël: „Wir machen uns jetzt auf den Weg zu dem Ort, den Jahwe uns versprochen hat. Geh mit uns! Wir werden dir Gutes tun, denn Jahwe hat Israel Gutes zugesagt.“ 30Doch Hobab erwiderte: „Nein, ich werde nicht mitkommen, sondern in mein Land und zu meiner Verwandtschaft gehen.“ 31„Verlass uns doch nicht!“, bat Mose. „Du weißt, wo wir uns in der Wüste lagern können, und sollst uns als Auge dienen. 32Wenn du mit uns kommst und all das Gute geschieht, das Jahwe uns zugesagt hat, werden wir auch dir Gutes tun.“
33So zogen sie vom Berg Jahwes aus drei Tagereisen weit. Die Bundeslade Jahwes zog vor ihnen her, um den Lagerplatz zu bestimmen, 34und die Wolke Jahwes war über ihnen, wenn sie auszogen. 35Immer wenn die Lade aufbrach, sagte Mose:
„Steh auf, Jahwe! Dann laufen deine Feinde auseinander, dann fliehen die, die dich hassen.“
36Und wenn sie Halt machte, sagte er:
„Komm wieder, Jahwe, zu den Abertausenden von Israel!“
11–20: Unterwegs nach Kadesch
Offener Ungehorsam im Volk (11–14)
Unzufriedenheit im Volk
111Das Volk lag Jahwe mit schweren Klagen in den Ohren. Als Jahwe das vernahm, entflammte sein Zorn. Er schickte ein Feuer, das am Rand des Lagers aufloderte und um sich fraß. 2Da schrie das Volk zu Mose um Hilfe. Mose betete zu Jahwe und das Feuer fiel in sich zusammen. 3Den Ort nannte man Tabera, Brand, weil das Feuer Jahwes gegen sie aufgelodert war.
4Doch das hergelaufene Gesindel unter ihnen wurde gierig. Aber auch die Israeliten fingen wieder an zu jammern und sagten: „Wer gibt uns Fleisch zu essen? 5Wir denken an die Fische, die wir in Ägypten umsonst bekamen, an die Gurken und Melonen, den Porree, die Zwiebeln und den Knoblauch. 6Uns ist jetzt der Appetit vergangen, denn nichts von alldem ist da. Hier sehen wir immer nur das Manna.“
7Das Manna war wie Koriandersamen2 und sah aus wie Bedolach-Harz3. 8Die Leute streiften umher, sammelten es ein, zermahlten es in Handmühlen oder zerstampften es in Mörsern, sie kochten es im Topf oder machten Brotfladen daraus. Es hatte einen Geschmack wie Ölkuchen. 9Wenn nachts der Tau auf das Lager fiel, fiel auch das Manna.
10Mose hörte die Leute jammern, eine Sippe wie die andere. Sie standen vor ihren Zelten und der Zorn Jahwes flammte heftig auf. Das missfiel Mose sehr. 11Er sagte zu Jahwe: „Warum behandelst du deinen Diener so schlecht und womit habe ich es verdient, dass du die Last dieses ganzen Volkes auf mich legst? 12Bin ich denn mit diesem Volk schwanger gegangen oder habe ich es geboren, dass du von mir verlangst, es wie ein Wärter an der Brust zu tragen und in das Land zu bringen, das du ihren Vätern zugesagt hast? 13Woher soll ich denn Fleisch nehmen, um es diesem ganzen Volk zu geben? Sie liegen mir in den Ohren mit ihrem Geschrei und wollen Fleisch zu essen haben. 14Ich allein kann dieses Volk nicht tragen. Das ist mir zu schwer. 15Wenn du aber weiter so mit mir umgehen willst, dann töte mich lieber, wenn du mir gnädig bist, damit ich mein Unglück nicht länger ansehen muss.“
16Da sagte Jahwe zu Mose: „Versammle mir siebzig Männer von den Ältesten Israels, von denen du weißt, dass sie sich als Aufseher des Volkes bewährt haben, und nimm sie mit zum Offenbarungszelt. Dort sollen sie sich mit dir hinstellen. 17Dann komme ich herab und rede dort mit dir. Ich nehme von dem Geist, der auf dir ruht, und lege ihn auf sie. So können sie zusammen mit dir an der Last des Volkes tragen, und du musst es nicht mehr allein tun. 18Zum Volk aber sollst du sagen: ‚Heiligt euch für morgen, da werdet ihr Fleisch zu essen haben, denn ihr habt Jahwe die Ohren vollgejammert und gefragt, wer euch Fleisch zu essen gibt, denn in Ägypten wäre es euch ja gut gegangen.‘ Jahwe wird euch Fleisch…
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Footnotes
- 2Wörtlich: des Zeugnisses. Gemeint sind die beiden Steintafeln mit den zehn Geboten.
- 3Die Wüste Paran hat man vermutlich in der nördlichen Sinaihalbinsel westlich der Araba zu suchen.
- 2Koriandersamen. Die Übersetzung des hebräischen Wortes „gad“ mit Koriander, dessen 2–3 mm große Samenkörner grau-weißlich sind, ist nicht sicher.
- 3Bedolach. Ein duftendes durchscheinendes Edelharz.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden