Klagelieder 2,13–19
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13Was soll ich dir nur als Beispiel nennen, Jerusalem, geliebte Stadt? Mit welchem Schicksal kann ich deins vergleichen, wie dich trösten, Mädchen, Tochter Zion? Dein Zusammenbruch ist groß wie das Meer. Wer kann dich noch heilen?
14Nur Lug und Trug erschauten dir deine Propheten! Sie deckten deine Schuld nicht auf, um dein Geschick zu wenden. Mit ihren leeren Prophetensprüchen betrogen und verführten sie dich.
15Alle, die vorüberziehen, klatschen schadenfreudig in die Hände. Sie spotten und schütteln den Kopf über die Tochter Jerusalem: „Ist das die Stadt, die man als Krone der Schönheit rühmte und als Freude der ganzen Welt?“
16Alle deine Feinde reißen ihr Maul über dich auf. Sie zischen und fletschen die Zähne. „Wir haben sie erledigt!“, sagen sie. „Endlich ist der ersehnte Tag gekommen! Jetzt haben wir es geschafft und es gesehen!“
17Jahwe hat getan, was er plante, hat seine Worte wahr gemacht, die er schon längst verkündigen ließ. Nun riss er dich ohne Mitleid nieder. Er schenkte deinen Feinden Triumph, erhöhte die Macht deiner Gegner.
18Ihr Herz schreit auf zum Herrn, du Mauer von Zion. Lass deine Tränen fließen wie einen Bach, unaufhörlich Tag und Nacht. Gönn dir selbst keine Rast und deinen Augen keine Ruh!
19Steh auf und jammere in der Nacht, immer wenn eine Nachtwache beginnt. Schütte dein ganzes Herz aus in der Gegenwart des Herrn. Erhebe deine Hände zu ihm, flehe um das Leben deiner Kinder, die draußen an den Straßenecken vor Hunger verschmachten.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden