Logos Bibelsoftware

Jesaja 29–30

Neue evangelistische ÜbersetzungAndere Übersetzungen

Deutsch

Arabisch

Chinesisch (traditionell)

Chinesisch (vereinfacht)

Englisch

Französisch

Hebräisch

Italienisch

Koreanisch

Latein

Portugiesisch

Russisch

Spanisch

Tschechisch

Ungarisch

Letzte Gnadenfrist für „Ariël“

291Weh dir Ariël, du Gottesherd, du Stadt, die David einst belagert hat. Fügt nur Jahr an Jahr und feiert Fest um Fest! 2Ich werde Ariël bedrängen, dass es Stöhnen und Wehgeschrei gibt und es mir wie ein Gottesherd2 wird. 3Ich umlagere dich in engem Ring, ich schließe dich ein mit einem Wall und umstelle dich mit Belagerungsgeschütz. 4Dann wirst du auf dem Boden liegen und reden in den Staub gebeugt, dass deine Stimme dumpf erklingt. Wie eine Geisterstimme aus der Totenwelt wispert deine Rede aus dem Staub heraus. 5Und die Menge deiner Feinde ist wie feiner Staub, das Heer der Angreifer wie dahinfliegende Spreu. Doch dann wird es ganz plötzlich geschehen, in einem Augenblick: 6Jahwe greift ein, der allmächtige Gott, mit Donnern und Dröhnen und gewaltigem Krach, mit Wind und Wirbelsturm und wütenden Flammen und lodernder Glut. 7Und die Horde der Völker, die gegen Ariël zieht, es belagert und bestürmt, ist nur noch wie ein böser Traum, ein Bild in der Nacht. 8Es wird sein, wie wenn ein Hungriger vom Essen träumt: Wacht er auf, ist sein Magen immer noch leer. Wenn ein Durstiger vom Trinken träumt und aufwacht, ist er mit trockener Kehle völlig erschöpft. So wird es dieser Völkermenge gehen, die den Zionsberg bekriegt.

9Starrt nur hin und werdet starr! Bleibt verblendet und erblindet! Ihr seid berauscht, doch nicht von Wein, ihr taumelt hin und her, und das ganz ohne Bier. 10Denn Jahwe hat einen Geist der Ohnmacht über euch gebracht. Eure Augen – die Propheten – hat er zugedrückt und eure Häupter – die Seher – hat er verhüllt.

11Und jede Offenbarung ist für euch wie eine Schriftrolle versiegelt. Gibt man sie einem, der lesen kann, und sagt: „Hier, lies das!“, wird er antworten: „Das kann ich nicht, es ist versiegelt.“ 12Und gibt man sie mit der gleichen Bitte einem, der nicht lesen kann, wird er antworten: „Ich kann nicht lesen!“

13Weiter hat der Herr gesagt:

Dieses Volk ist nur mit dem Mund nah bei mir, es ehrt mich mit den Lippen, aber sein Herz ist weit von mir weg. Ihre Gottesfurcht ist ja nur angelerntes Menschengebot. 14Deshalb will ich auch in Zukunft seltsam handeln an diesem Volk, wunderlich und wundersam, dass die Weisheit seiner Weisen vergeht und der Verstand ihrer Verständigen verfliegt.

15Wehe denen, die ihre Pläne vor Jahwe verstecken, damit ihre Werke im Dunkeln vor sich gehen! Dann sagen sie noch: „Wer sieht uns denn? Wer merkt schon, was wir tun?“ 16Wie verdreht ihr nur seid! Ist der Töpfer denn nicht mehr wert als der Ton? Kann das Werk von seinem Schöpfer sagen: „Er hat mich ja nicht gemacht!“? Kann das Kunstwerk von dem Künstler sagen: „Er versteht doch nichts davon!“?

17Nur noch eine kurze Zeit, dann wandelt sich der Libanon in einen Garten, und der Garten wird zu einem Wald. 18An dem Tag werden selbst die Tauben hören, was aus dem Buch gelesen wird, und die Augen der Blinden werden Dunkel und Finsternis los. 19Die Erniedrigten freuen sich wieder über Jahwe, und die Armen jubeln über Israels heiligen Gott. 20Dann ist der Unterdrücker nicht mehr da, und mit dem Spötter ist es aus. Dann sind alle beseitigt, die böse Absichten hatten, 21die andere als Verbrecher verleumden, die Richtern bei der Arbeit Fallen stellen und den, der Recht sucht, aus seinem Recht verdrängen.

22Darum sagt Jahwe, der Abraham gerettet hat, zu den Nachkommen Jakobs: „Nun ist Jakob nicht mehr bloßgestellt, sein Gesicht wird nicht mehr bleich. 23Denn wenn er und seine Kinder sehen, was ich in ihrer Mitte tue, geben sie meinem Namen die Ehre, machen sie Jakobs Heiligen groß und fürchten Israels Gott. 24Und die, deren Geist im Irrtum war, bekommen Einsicht zurück, die Murrenden nehmen Belehrung an.“

Gegen Bündnis-Verhandlungen

301„Wehe den trotzigen Söhnen!“, spricht Jahwe. „Sie machen einen Plan, der nicht von mir ausgeht; sie schließen einen Bund, der gegen meinen Willen ist, und häufen Schuld auf Schuld. 2Sie ziehen nach Ägypten hinab und fragen nicht nach meinem Rat. Sie suchen Schutz beim Pharao und Zuflucht im Schatten Ägyptens. 3Doch der Schutz des Pharao wird euch zur Schande und die Zuflucht in Ägypten zur Schmach. 4Eure Oberen kamen zwar bis Zoan und eure Gesandten bis nach Hanes2, 5doch sie wurden nur enttäuscht. Dieses Volk kann niemandem nützen, es schafft weder Hilfe noch Gewinn, sondern bringt nur Schande und Hohn.“

6Das Wort, das auf dem Großtier des Südens lastet: Durch ein Land von Gefahren und Angst, von Löwinnen und Löwen, von Nattern und fliegenden Schlangen bringen sie ihren Reichtum auf dem Rücken der Esel und ihre Schätze auf den Höckern der Kamele zu einem Volk, das niemand nützen kann. 7Denn Ägyptens Hilfe ist nichts wert. Darum nenne ich es: „Das Ungetüm, das untätig ist.“

8Geh jetzt und schreibe es auf eine Tafel, verzeichne es auch in ein Buch, dass es bezeugt ist für alle Zeit! 9Denn mein Volk ist ein widerspenstiges Volk. Sie wollen meine Kinder sein, doch lügen sie dabei, denn sie hören nicht auf die Weisung Jahwes. 10Zu den Sehern sagen sie: „Seht nicht!“ und zu den Schauenden: „Ihr sollt uns nicht das Richtige schauen, sondern das, was uns gefällt! Gebt uns eure Phantasien! 11Verlasst den Weg! Weicht ab vom Pfad! Lasst uns in Ruhe mit Israels heiligem Gott!“ 12Darum spricht der Heilige Israels: „Weil ihr dieses Wort verwerft, euch auf Gewalt und Betrug verlasst, 13darum wird eure Schuld für euch sein wie ein durchgehender Riss, wie eine Beule in einer hohen Mauer, die dann plötzlich, in einem Augenblick, zusammenbricht.“ 14Er wird sie zerbrechen, wie ein Töpferkrug zerbricht, der mitleidlos zertrümmert wird, sodass kein Stück mehr unter seinen Scherben ist, mit dem man Glut aus einem Ofen oder Wasser aus der Pfütze schöpfen kann.

15Denn so spricht Jahwe, der Herr, Israels heiliger Gott: „Durch Umkehr und Ruhe werdet ihr befreit, im Stillsein und Vertrauen liegt eure ganze Kraft. Doch ihr wolltet es ja nicht. 16Ihr sagt: ‚Nein, auf Pferden fliegen wir dahin!‘ – Nicht fliegen, sondern fliehen werdet ihr! – Ihr sagt: ‚Auf schnellen Rennern reiten wir!‘ – Eure Verfolger rennen schneller als ihr. 17Tausend von euch werden zittern, wenn ein einziger droht; und wenn nur fünf euch bedrohen, rennt ihr alle davon. Und was von euch übrig bleibt, ist wie eine Signalstange auf dem Berg, wie ein Feldzeichen auf der Hügelspitze. 18Und trotzdem wartet Jahwe darauf, euch gnädig zu sein. Um sich über euch zu erbarmen, zeigt er seine Macht, denn Jahwe ist ein Gott des Rechts. Wohl denen, die auf sein Eingreifen vertrauen!“

19Ja, du Volk aus Zion, das in Jerusalem wohnt, du musst nicht mehr weinen! Er wird dir Gnade schenken, wenn du um Hilfe rufst; sobald er deine Stimme hört, antwortet er schon. 20Zwar hat der Herr euch Brot der Not und Wasser der Bedrängnis gereicht3, doch jetzt verbirgt er sich nicht länger vor euch: Deine Augen dürfen deinen Lehrer sehen. 21Wenn ihr nach rechts oder links abbiegen wollt, werdet ihr eine Stimme hinter euch hören: „Dies ist der Weg, dem folgt!“ 22Dann wirst du den Überzug deiner silbernen Schnitzbilder und die Bekleidung deiner goldenen Götzen entweihen. Wie etwas Besudeltes wirfst du sie weg. „Fort mit dem Dreck!“, sagst du dazu. 23Dann gibt er Regen deiner Saat auf dem Feld und Brotgetreide als guten Ertrag, saftig und fett. Dann weidet euer Vieh auf einem weiten Wiesengrund. 24Die Rinder und Esel, mit denen ihr die Felder pflügt, werden vermengtes Sauerfutter fressen, das man mit Worfschaufel und Gabel gemischt und vor ihnen ausgebreitet hat. 25Am Tag der großen Schlacht, wenn die feindlichen Türme fallen, werden Wasserbäche von allen Bergen und allen hohen Hügeln fließen. 26Dann wird das Licht des Mondes wie das Licht der Sonne sein, und das Sonnenlicht wird sieben Mal so hell erscheinen wie sonst, als ob das Licht von einer Woche an einem Tag zusammentrifft. An diesem Tag wird Jahwe die Wunden, die er seinem Volk geschlagen hat, heilen und verbinden.

27Seht, Jahwe kommt persönlich von weither! Er glüht vor Zorn und ist gewaltig erregt. Seine Lippen verziehen sich vor Grimm, und seine Zunge ist wie ein um sich fressendes Feuer. 28Sein Atem tobt wie ein reißender Bach, dessen Wasser bis zum Halse steht. Er schüttelt die Völker in seinem Sieb und schüttet sie fort wie wertlose Spreu. Er legt einen Zaum in ihr Maul, der sie in die Irre führt. 29Dann singt ihr Lieder wie in der Nacht, in der das Fest gefeiert wird. Ihr werdet euch wie Pilger freuen, die mit Flöten zu Jahwes Berg ziehen, zu ihm, dem Felsen Israels. 30Dann hört man Jahwes Donnerstimme, sein Arm zuckt herab mit zornigem Grollen und wütendem Feuer, mit Unwetter, Wolkenbruch und Hagelschlag. 31Ja, vor der Stimme Jahwes erschrickt Assyrien, wenn es seine Rute spürt. 32Jedes Mal wenn die Zuchtrute saust, die Jahwe auf sie niederfahren lässt, hört man Tamburin- und Zitherspiel. Mit schwingendem Arm kämpft er gegen sie. 33Längst ist die Feuerstelle auch für den König bereit: tief und weit, ein riesiger Verbrennungsplatz, Holzscheite massenhaft. Wie ein Lavastrom setzt der Atem Jahwes ihn in Brand.

In Logos lesen

Fußnoten

  1. 2wie ein Gottesherd. Voll mit Erschlagenen, wie die Opfertiere auf dem Altar, wie ein Holocaust, ein Ganzopfer im Feuer.
  2. 2Hanes. Vielleicht Herakleopolis Magna, 80 km südlich von Kairo.
  3. 3… gereicht. Verkürzte Rationen während der Belagerung.