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Jesaja 23–25

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Gegen Tyrus

231Das Wort, das auf Tyrus lasten wird: Heult, ihr Handelsschiffe, denn euer Hafen ist zerstört! Als ihr von Zypern kamt, habt ihr davon gehört. 2Werdet stumm, ihr Küstenbewohner, ihr Händler von Sidon. Eure Aufkäufer überquerten das Meer 3und führten Korn aus Ägypten ein. Die Saat am Nil und die Ernte am Strom brachten euch den Gewinn. 4Schäm dich, Sidon, und du, Festung am Meer! Nun sagt euch das Meer: „Es ist, als hätte ich nie geboren, als hätte ich niemals Wehen gehabt! Zog ich denn niemals Kinder groß?“3 5Sobald die Kunde nach Ägypten kommt, werden sie sich winden, wie es einst bei der Nachricht von Tyrus geschah. 6Fahrt doch nach Tarschisch hinüber! Heult, ihr Küstenbewohner! 7Ist das eure fröhliche, brausende Stadt, gegründet in uralter Zeit, die ihre Siedler in die Ferne schickt? 8Wer hat das Unheil gegen dieses Tyrus geplant, das Königskronen spendete, dessen Kaufleute Fürsten waren und dessen Händler die Vornehmsten der Welt? 9Das beschloss Jahwe, der allmächtige Gott, um zu entweihen die prunkende Pracht, zu erniedrigen die Großen der Welt.

10Bewässert euer Land wie die Bauern am Nil, ihr Kinder von Tarschisch! Denn es gibt keine Werft mehr bei euch. 11Jahwe hat seine Hand über das Meer ausgestreckt und Königreiche erschreckt. Er erließ den Befehl, die Burgen dieses Händlerlandes niederzureißen. 12Er sagte: Nie mehr sollst du fröhlich sein, Sidon, du vergewaltigte junge Frau! Auch wenn ihr nach Zypern flieht, findet ihr dort keine Sicherheit. 13Das ist ja ein Chaldäerland, jenes Volk, das damals noch nicht war. Nun hat Assyrien es für seine Schiffe bestimmt. Sie haben Belagerungstürme gebaut, die Burgen zerstört und zu Trümmerhaufen gemacht. 14Heult, ihr Schiffe von Tarschisch, denn euer Hafen wurde zerstört.

15Es kommt eine Zeit, wo Tyrus siebzig Jahre lang – so lange, wie ein König lebt – vergessen sein wird. Und nach diesen siebzig Jahren wird es Tyrus ergehen wie der Hure im Lied:

16Nimm die Laute, durchstreife die Stadt, du vergessene Hure! Spiel, so gut du kannst! Singe Lied um Lied, damit man wieder an dich denkt!

17Wenn die siebzig Jahre vorbei sind, wird Jahwe sich wieder um Tyrus kümmern. Die Stadt wird ihr altes Geschäft wieder aufnehmen und sich an alle Königreiche der Welt verkaufen. 18Aber ihr Handelsgewinn und Hurenlohn wird dann Jahwe gehören. Er wird nicht angesammelt und gehortet werden, sondern denen zugutekommen, die in der Nähe Jahwes wohnen, damit sie reichlich zu essen haben und Prachtgewänder tragen können.

Gottes Gericht über die Erde

241Jahwe verwüstet die Erde und fegt sie leer, er entstellt ihr Gesicht und zerstreut die Bewohner. 2Dann geht es dem Priester wie dem Volk, dem Sklaven wie dem Herrn, der Magd wie der Gebieterin, dem Käufer wie dem Verkäufer, dem Borger wie dem Leiher, dem Schuldner wie dem Gläubiger. 3Die Erde wird völlig leer und ausgeplündert sein, denn Jahwe hat das Urteil gefällt. 4Die Erde verfällt und verfault, der Weltkreis verwelkt, und auch die Mächtigen gehen ein. 5Entweiht liegt die Erde unter ihren Bewohnern, denn sie haben Gottes Gesetz übertreten, seine Ordnungen missachtet und den ewigen Bund ungültig gemacht. 6Darum frisst ein Fluch die Erde, und die Bewohner büßen für ihre Schuld. Sie schwinden dahin, von Glut verzehrt. Von den Menschen bleibt nur ein winziger Rest. 7Es vertrocknet der Most, der Weinstock verwelkt, und die einst so Fröhlichen seufzen jetzt. 8Der Freudenklang der Tamburine verstummt, der Lärm der feiernden Menge erstirbt, das fröhliche Harfenspiel bricht ab. 9Man trinkt keinen Wein mehr bei frohem Gesang, bitter schmeckt den Zechern ihr Bier. 10Zertrümmert ist die öde Stadt, verschlossen und verrammelt jedes Haus. 11Man wimmert um Wein auf den Gassen. Die Freude ist untergegangen, aller Jubel im Land ist verbannt. 12Öde ist der Rest der Stadt, das Tor ist nur ein Haufen Schutt.

13So wird es unter den Völkern der Erde geschehen. Es wird wie beim Abschlagen von Oliven sein, wie bei der Nachlese im Weinberg, wenn die Ernte dann vorüber ist. 14Sie beginnen zu jubeln, sie preisen die Größe Jahwes. Über das Meer im Westen jauchzen sie ihm zu. 15„Ehrt auch im Osten den Namen Jahwes, und an den Meeresküsten lobt Jahwe, Israels Gott!“ 16Vom Ende der Erde hören wir Gesang: „Gebt ihm die Ehre, er hat für das Recht gesorgt!“

Ich aber schreie: „Mir ist elend, ich vergehe! Weh mir, ich kann nicht mehr!“ Treulose kennen keine Treue! Nur noch Treuebruch, Veruntreuung und Treulosigkeit! 17Grauen und Furcht, Fallgrube und Fangnetz erwarten die Bewohner der Welt. 18Wer vor den Schreckensschreien flieht, fällt in die Grube, und wer sich aus der Grube retten kann, verfängt sich im Netz. Die Schleusen des Himmels öffnen sich, und es beben die Fundamente der Welt. 19Berstend reißt die Erde auf, sie bricht und zerbricht, sie wankt und schwankt, 20sie taumelt wie ein Betrunkener, schaukelt wie eine Nachthütte im Feld. Ihre Sünde lastet schwer auf ihr. Sie fällt und steht nicht wieder auf.

21An dem Tag zieht Jahwe zur Rechenschaft die Geistermächte der unsichtbaren Welt und die irdischen Herrscher der Erde. 22Sie werden zusammengetrieben und in die Grube gesperrt. Sie werden ins Gefängnis gebracht und nach langer Zeit erst bestraft. 23Da wird der Mond ganz rot vor Scham und die Sonne vor der Schande bleich, denn als König herrscht Jahwe, der Allmächtige, auf dem Zionsberg und in Jerusalem. Und seinen Führern zeigt er seine Herrlichkeit.

Gottes Friedensreich

251Jahwe, du bist mein Gott! Dich will ich erheben und deinen Namen preisen! Denn du hast Wunder vollbracht nach deinem Beschluss, der schon lange gefasst und nun in wahrhaftiger Treue ausgeführt ist. 2Die Stadt hast du zum Steinhaufen gemacht, die starke Burg zu einem Trümmerfeld. Die Paläste der Fremden bewohnt keiner mehr. Die Stadt wird niemals wieder aufgebaut. 3Nun ehrt dich eine mächtige Nation, in den Städten brutaler Völker fürchtet man dich. 4Denn du bist die Festung des Schwachen, die Zuflucht des Armen in seiner Not, ein Schutzdach vor dem Wolkenbruch, ein Schatten vor der Sonnenglut, wenn die Wut der Tyrannen wie ein Wetter gegen eine Mauer tobt 5und wie glühende Hitze den ausgedörrten Boden verbrennt. Du hast ihr Toben zum Schweigen gebracht. Wie der Schatten einer Wolke die Hitze dämpft, so dämpftest du ihr Siegesgeschrei.

6Hier auf dem Zionsberg wird es geschehen: Jahwe, der Allmächtige, wird alle Völker zum Fest einladen, zu einem Mahl mit feinsten Speisen und einem guten Tropfen, mit kräftigen, köstlichen Gerichten und gut gelagertem alten Wein. 7Hier wird er den Schleier zerreißen, der allen Völkern das Gesicht verhüllt, die Decke entfernen, die auf den Nationen liegt. 8Den Tod wird er für immer verschlingen, und Jahwe, der Herr, wischt die Tränen von jedem Gesicht. Er nimmt seinem Volk die Schmach in aller Welt weg. Ja, das hat Jahwe zugesagt.

9An dem Tag wird man sagen: „Da ist unser Gott! Auf ihn hatten wir unsere Hoffnung gesetzt. Das ist Jahwe! Wir haben nicht vergeblich gehofft. Jubeln wir! Freuen wir uns, denn er hat uns die Rettung gebracht!“ 10Jahwes Hand schützt diesen Berg, doch Moab wird zertreten im eigenen Land, so wie man Stroh in der Jauche zertritt. 11Und rudert er mit seinen Armen darin wie ein Schwimmer, der sich zu retten versucht, wird sein Hochmut dennoch niedergedrückt, auch wenn er sich geschickt dagegen wehrt. 12Deine hohen, steilen Mauern reißt er nieder und macht sie alle dem Erdboden gleich.

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Fußnoten

  1. 3… Kinder groß. Selbst das Meer hat seine Kinder verloren, wenn die Handelsschiffe ausbleiben.