Logos Bibelsoftware

Jeremia 19–22

Neue evangelistische ÜbersetzungAndere Übersetzungen

Deutsch

Arabisch

Chinesisch (traditionell)

Chinesisch (vereinfacht)

Englisch

Französisch

Hebräisch

Italienisch

Koreanisch

Latein

Portugiesisch

Russisch

Spanisch

Tschechisch

Ungarisch

Der zerschlagene Krug

191Jahwe sagte zu mir: „Kauf dir einen Krug vom Töpfer! Dann hol dir ein paar Älteste vom Volk und von den Priestern 2und geh mit ihnen zum Scherbentor hinaus ins Hinnomtal. Dort rufe Folgendes aus: 3‚Hört das Wort Jahwes, ihr Könige von Juda und ihr Bewohner Jerusalems! So spricht Jahwe, der allmächtige Gott Israels: Passt auf! Ich bringe solches Unheil über diesen Ort, dass es jedem, der davon hört, in den Ohren gellt. 4Denn sie haben mich verlassen und mir diesen Ort durch Räucheropfer entfremdet, die sie anderen Göttern brachten, die weder sie noch ihre Vorfahren noch die Könige von Juda gekannt haben. Außerdem haben sie dieses Tal mit dem Blut unschuldiger Menschen getränkt. 5Dann haben sie Opferstätten für den Baal gebaut, um ihre Kinder darauf zu verbrennen, was ich ihnen nie befohlen habe. Niemals ist mir so etwas in den Sinn gekommen! 6Deshalb wird die Zeit kommen, spricht Jahwe, in der man diesen Ort nicht mehr Tofet oder Hinnomtal nennen wird, sondern Mordtal. 7An diesem Ort werde ich die Pläne der Leute von Juda und Jerusalem vereiteln. Ich lasse sie ihren Todfeinden in die Hände fallen und mit dem Schwert erschlagen. Ihre Leichen werde ich den Vögeln und den wilden Tieren zum Fraß vorwerfen. 8Ich werde diese Stadt zu einem Ort des Grauens und der Verachtung machen. Wer an ihr vorüberzieht, schüttelt über ihre Wunden entsetzt den Kopf. 9Und wenn eure Todfeinde die Stadt belagern, werdet ihr vor lauter Hunger das Fleisch eurer eigenen Kinder essen und euch zuletzt gegenseitig schlachten.‘

10Dann zerbrich den Krug vor den Augen deiner Begleiter 11und sag zu ihnen: ‚So spricht Jahwe, der Allmächtige: Dieses Volk und diese Stadt werde ich zerbrechen wie dieses Tongeschirr, das man nicht wiederherstellen kann. Man wird die Toten im Tofet begraben müssen, weil man sonst keinen Platz mehr dazu hat. 12Auch diese Stadt mache ich samt ihren Bewohnern dem Tofet gleich‘, spricht Jahwe. 13‚Die Häuser in Jerusalem und die Paläste der Könige sollen genauso unrein werden wie der Tofet, und zwar alle Häuser, auf deren Terrassen sie den Sternen Weihrauch verbrannt und anderen Göttern Trankopfer ausgegossen haben.‘ “

Jeremia wird misshandelt

14Als Jeremia vom Tofet zurückkam, wo er im Auftrag Jahwes geweissagt hatte, stellte er sich in den Tempelvorhof und rief allen Leuten dort zu: 15„So spricht Jahwe, der allmächtige Gott Israels: ‚Ich will über diese Stadt und alle dazugehörenden Städte all das Unheil bringen, das ich ihnen angedroht habe; denn sie haben sich hartnäckig verstockt, um nicht auf meine Worte zu hören.‘ “

201Als der Priester Paschhur Ben-Immer – er war der Oberaufseher im Haus Jahwes – diese Weissagung Jeremias hörte, 2ließ er den Propheten schlagen und im oberen Benjamintor beim Haus Jahwes in den Block1 spannen. 3Am nächsten Morgen ließ Paschhur Jeremia wieder frei. Da sagte dieser zu ihm: „Jahwe nennt dich nicht mehr Paschhur, sondern Magor-Missabib, ‚Schrecken überall‘. 4Denn so spricht Jahwe: ‚Pass auf! Ich mache dich zum Schrecken für dich selbst und alle deine Freunde. Mit eigenen Augen wirst du sehen, wie sie durch das Schwert ihrer Feinde fallen. Ich liefere ganz Juda dem König von Babylon aus. Die einen wird er nach Babylonien verschleppen und die anderen mit dem Schwert erschlagen. 5Den ganzen Reichtum dieser Stadt überlasse ich ihren Feinden, allen Besitz, alle Kostbarkeiten, auch die Schätze der Könige von Juda. Alles wird geplündert, geraubt und nach Babylonien gebracht. 6Auch du, Paschhur, wirst mit allen Bewohnern deines Hauses in die Gefangenschaft gehen. Du wirst zusammen mit deinen Freunden, denen du falsch geweissagt hast, nach Babylonien kommen, dort sterben und dort begraben werden.‘ “

Jeremias Klage und Selbstverfluchung

7Jahwe, du hast mich mitgerissen, und ich ließ es geschehen. Du hast mich gepackt und überwältigt. Nun verspotten sie mich den ganzen Tag, alle lachen mich aus. 8Sooft ich den Mund auftue, muss ich schreien: „Verbrechen!“ rufe ich und „Unterdrückung!“ Nichts als täglich Spott und Hohn bringt mir das Wort Jahwes. 9Aber wenn ich mich entschloss: / „Ich will nicht mehr an ihn denken, ich will nicht mehr sein Sprecher sein!“, dann brannte es in meinem Herzen wie Feuer, dann glühte es in meinem Inneren. Ich quälte mich, es auszuhalten, doch ich konnte es nicht. 10So viele höre ich tuscheln: „Er verbreitet nur Schrecken um sich herum. Zeigt ihn an! Ja, das machen wir!“ Selbst meine nächsten Bekannten / warten nur auf meinen Fall. „Vielleicht lässt er sich verleiten! Dann kommen wir ihm endlich bei, dann rächen wir uns an ihm!“

11Aber Jahwe steht mir bei wie ein gewaltiger Held. Darum straucheln meine Verfolger und erreichen nichts. Sie werden völlig blamiert, weil es ihnen nicht gelingt. Ihre Schande, wird niemals vergessen sein. 12Und du, Jahwe, allmächtiger Gott, schaust den Gerechten an, prüfst ihn auf Herz und Nieren. Lass mich sehen, wie du sie bestrafst, denn dir vertraute ich meine Sache an. 13Singt Jahwe und lobt ihn, denn er rettet den Armen aus der Gewalt des Bösen.

14Verflucht der Tag, an dem ich geboren! Der Tag sei nicht gesegnet, an dem mich meine Mutter bekam! 15Verflucht der Mann, der meinem Vater die frohe Botschaft brachte: / „Es ist ein Junge! Du hast einen Sohn!“ und ihn damit sehr erfreute. 16Es möge ihm ergehen wie den Städten, die Jahwe ohne Erbarmen zerstörte! Schon am Morgen soll er Schreckensschreie hören und am Mittag Kriegeslärm, 17weil Gott mich nicht sterben ließ im Mutterleib. Dann wäre meine Mutter mein Grab geworden und ihr Bauch für immer schwanger geblieben. 18Warum musste ich den Mutterleib verlassen? Um nichts als Elend und Kummer zu sehen? Um mein Leben in Schande zu beenden?

21–39: Rebellische Führer – Gottes Gericht

Empfehlung an Zedekija (21–24)

Auskunft für den König

211Wort Jahwes, das zu Jeremia kam, als König Zidkija Paschhur Ben-Malkija und den Priester Zefanja Ben-Maaseja zu ihm schickte und ihm sagen ließ: 2„König Nebukadnezzar von Babylon führt Krieg gegen uns. Frag doch Jahwe, was geschehen wird, ob er vielleicht wie früher ein Wunder für uns tut, sodass Nebukadnezzar abziehen muss.“ 3Da sagte Jeremia zu den Männern: „Gebt dem König folgenden Bescheid: 4‚So spricht Jahwe, Israels Gott: Passt auf! Noch kämpft ihr außerhalb der Mauern gegen den König von Babylon und die Chaldäer1, die euch belagern. Ich werde euch zum Rückzug zwingen, sodass ihr eure Waffen ins Innere der Stadt holen müsst. 5Ich selbst kämpfe gegen euch mit starker Hand und mächtigem Arm, mit Zorn und Grimm und großer Wut. 6Ich werde alles sterben lassen, was in dieser Stadt lebt, Menschen und Vieh. An einer schweren Seuche werden sie zugrunde gehen. 7Und danach, spricht Jahwe, werde ich König Zidkija von Juda und seine hohen Beamten und alles Volk in dieser Stadt, das von Hunger, Schwert und Pest noch verschont wurde, ihren Todfeinden ausliefern. Nebukadnezzar wird euch alle mit dem Schwert umbringen lassen, schonungslos, ohne Mitleid und Erbarmen.‘ “

8Dem Volk aber musste Jeremia ausrichten: „So spricht Jahwe: ‚Ihr habt die Wahl zwischen Leben und Tod. 9Wer in dieser Stadt bleibt, wird durch den Krieg, durch Hunger oder Pest sterben. Wer aber die Stadt verlässt und zu den Chaldäern überläuft, kommt mit dem Leben davon. 10Denn ich bin fest entschlossen, Unglück über die Stadt zu bringen und ihr nicht zu helfen‘, spricht Jahwe. ‚Sie wird dem König von Babylon in die Hände fallen, und der wird sie in Schutt und Asche legen.‘ “

Die Botschaft an die Regierung

11An das Königshaus von Juda: „Hört das Wort Jahwes, 12ihr Nachkommen Davids! So spricht Jahwe: ‚Haltet jeden Morgen gerechtes Gericht! Befreit den Beraubten von seinem Bedrücker! Sonst kommt wie ein Feuer mein Zorn über euch, unlöschbar wegen der Bosheit eures Tuns! 13Passt auf! Ich komme über euch, die ihr dort unten auf dem Felsen2 thront!‘, Das ist der Ausspruch Jahwes. ‚Meint ihr, niemand kommt zu euch herab und dringt in eure Bauten ein? 14Ich ziehe euch zur Rechenschaft für alle eure Taten‘, spricht Jahwe. ‚Ich lege Feuer in eure Paläste3, das ringsum alles verzehrt.‘ “

Gegen die Könige

221Jahwe sagte zu mir: „Geh hinunter in den Palast des Königs von Juda und rufe diese Botschaft aus: 2‚Höre, was Jahwe dir zu sagen hat, König von Juda, der auf dem Thron Davids sitzt. Höre es mitsamt deinen Dienern und dem Volk, das durch diese Tore kommt! 3So spricht Jahwe: Sorgt für Recht und Gerechtigkeit, befreit die Beraubten aus der Gewalt ihrer Unterdrücker! Bedrängt weder Fremde noch Waisen und Witwen, und misshandelt sie nicht! Vergießt hier kein unschuldiges Blut! 4Nur wenn ihr euch wirklich daran haltet, werden auch weiterhin Könige durch diese Tore einziehen, Könige, die auf dem Thron Davids sitzen; mit Pferd und Wagen werden sie fahren, sie und ihre Diener und das Volk. 5Wenn ihr aber nicht auf diese Worte hört, dann schwöre ich bei mir selbst: Dieser Palast wird zu einem Trümmerhaufen werden!‘ “

6Denn so spricht Jahwe über den Palast der Könige von Juda: „Du warst schön wie Gilead und wie der Gipfel des Libanon. Trotzdem mache ich eine Wüste aus dir, einen unbewohnten Ort. 7Ich schicke dir eine Abrisskolonne mit ihren Werkzeugen. Die werden deine herrlichen Zedernstämme herausbrechen und ins Feuer werfen. 8Menschen aus vielen Ländern werden dann hier vorüberziehen und sich fragen: ‚Warum hat Jahwe dieser großen Stadt das angetan?‘ 9Dann wird man ihnen antworten: ‚Weil sie den Bund mit Jahwe, ihrem Gott, gebrochen haben. Sie haben sich vor anderen Göttern niedergeworfen und sie verehrt.‘ “

Trauer um Schallum

10Weint nicht um den Toten, trauert nicht um ihn. Weint vielmehr über den, der fortziehen muss, denn er wird seine Heimat nie wiedersehen. 11Denn so spricht Jahwe über Schallum Ben-Joschija, den König von Juda, der seinem Vater auf dem Thron folgte und die Stadt verlassen musste: „Er wird niemals wieder hierher zurückkehren! 12Er wird dort sterben, wohin man ihn verschleppt hat. Dieses Land wird er nie wiedersehen!“

…

In Logos lesen

Dieser Abschnitt wurde gekürzt. Jeremia 19–22 in Logos weiterlesen

Fußnoten

  1. 1Der Block war ein Balkengerüst, in das der Gefangene an Händen, Füßen und Hals eingespannt wurde, um den Körper zu verdrehen, was schwere Schmerzen verursachte.
  2. 1Chaldäer. Ursprünglich Bewohner von Süd-Babylonien, später wurden alle Babylonier Chaldäer genannt.
  3. 2auf dem Felsen. Der Königspalast war unterhalb des Tempels auf einem Felsen gebaut.
  4. 3eure Paläste. Wörtlich: in ihren Wald. Gemeint sind die Zedernsäulen und –balken der Paläste.