Genesis 11–25
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Der Turm von Babel
111Zuerst hatten die Menschen alle noch dieselbe Sprache und den gleichen Wortschatz. 2In dieser Vorzeit zogen sie umher und fanden eine Ebene im Land Schinar, wo sie sich niederließen. 3Damals sagte einer zum anderen: „Los! Machen wir Ziegel aus Lehm und brennen sie zu Stein!“ Die Ziegel wollten sie als Bausteine verwenden und Asphalt als Mörtel. 4Dann sagten sie: „Los! Bauen wir eine Stadt und einen Turm, der bis an den Himmel reicht! So werden wir uns einen Namen machen und verhindern, dass wir uns über die ganze Erde zerstreuen.“
5Jahwe kam herab, um sich anzusehen, was die Menschen da bauten – eine Stadt mit einem Turm! 6Da sagte er: „Es ist offensichtlich: Sie sind ein einziges Volk und sprechen nur eine Sprache. Und was sie jetzt begonnen haben, zeigt, dass ihnen künftig nichts unmöglich sein wird. Sie werden alles tun, was sie sich ausdenken. 7Los! Steigen wir hinunter und verwirren ihre Sprache, dass keiner mehr den anderen versteht!“ 8So zerstreute Jahwe die Menschen von dort aus über die ganze Erde, und sie mussten aufhören, die Stadt zu bauen. 9Deswegen gab man der Stadt den Namen Babel, Verwirrung, denn Jahwe hatte dort die Sprache aller Menschen verwirrt und sie von diesem Ort aus über die ganze Erde zerstreut.
Von Sem bis Abram
10Es folgt das Verzeichnis der Nachkommen Sems: Zwei Jahre nach der Flut wurde Sem der Vater von Arpachschad. Er war damals 100 Jahre alt 11und lebte noch 500 Jahre, in denen er weitere Söhne und Töchter zeugte. 12Arpachschad wurde mit 35 Jahren der Vater von Schelach 13und lebte noch 403 Jahre, in denen er ebenfalls weitere Söhne und Töchter zeugte. 14Mit 30 Jahren zeugte Schelach Eber 15und lebte danach noch 403 Jahre, in denen ihm weitere Söhne und Töchter geboren wurden. 16Eber war 34 Jahre alt, als er Peleg zeugte, 17und lebte dann noch 430 Jahre, in denen er weitere Söhne und Töchter zeugte. 18Peleg wurde mit 30 Jahren der Vater von Regu. 19Er lebte noch 209 Jahre, in denen er ebenfalls weitere Söhne und Töchter zeugte. 20Regu zeugte mit 32 Jahren Serug 21und lebte dann noch 207 Jahre, in denen er Söhne und Töchter zeugte. 22Mit 30 Jahren wurde Serug der Vater von Nahor 23und lebte dann noch 200 Jahre, in denen er weitere Söhne und Töchter zeugte. 24Mit 29 Jahren wurde Nahor der Vater von Terach. 25Danach lebte er noch 119 Jahre und bekam weitere Söhne und Töchter. 26Von seinem 70. Lebensjahr an zeugte Terach Abram, Nahor und Haran.
27Es folgt das Verzeichnis der Nachkommen Terachs. Terach wurde der Vater von Abram, Nahor und Haran. Haran war der Vater Lots 28und starb noch zu Lebzeiten seines Vaters Terach in seiner Heimatstadt Ur2 in Chaldäa3. 29Abram und Nahor heirateten dann. Abrams Frau hieß Sarai, Nahors Frau Milka. Sie war die Tochter Harans5 und Schwester von Jiska. 30Doch Sarai konnte keine Kinder bekommen. 31Terach brach aus Ur in Chaldäa auf, um nach Kanaan6 zu ziehen. Er nahm seinen Sohn Abram, seinen Enkel Lot und seine Schwiegertochter Sarai mit. Doch als sie nach Haran7 gekommen waren, ließen sie sich dort nieder. 32Dort starb auch Terach im Alter von 205 Jahren.
12–50: Die Vätergeschichte
Das Leben Abrahams (12–24)
Abrams Berufung
121Da sagte Jahwe zu Abram: „Zieh aus deinem Land weg! Verlass deine Sippe und auch die Familie deines Vaters und geh in das Land, das ich dir zeigen werde! 2Ich will dich zu einer großen Nation werden lassen; ich werde dich segnen und deinen Namen bekannt machen. Du wirst ein Segen für andere sein. 3Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dir fluchen. Alle Völker2 der Erde werden durch dich gesegnet sein.“
Abram in Kanaan
4Abram gehorchte dem Befehl Jahwes und brach auf. Lot zog mit ihm. Abram war 75 Jahre alt, als er Haran verließ. 5Seine Frau Sarai und sein Neffe Lot begleiteten ihn. Sie nahmen alle Menschen, die sie in Haran erworben hatten, und ihren ganzen Besitz mit. So zogen sie nach Kanaan. 6Abram durchzog das Land bis zu einem Platz bei Sichem4 in der Nähe des Wahrsagebaums5. Damals waren ja noch die Kanaaniter im Land. 7Dort ließ sich Jahwe von Abram sehen und sagte zu ihm: „Dieses Land will ich deinen Nachkommen geben!“ Da baute Abram an dieser Stelle einen Altar für Jahwe, der ihm erschienen war. 8Später zog er in das Bergland östlich von Bet-El und schlug seine Zelte so auf, dass er Bet-El im Westen und Ai im Osten hatte. Auch dort baute er Jahwe einen Altar und machte so den Namen Jahwes bekannt7. 9Dann brach er wieder auf und zog immer weiter in den Negev8 hinein.
Abram und Sarai in Ägypten
10Als eine schwere Hungersnot im Land ausbrach, suchte Abram Zuflucht in Ägypten. 11Kurz vor der ägyptischen Grenze sagte er zu seiner Frau Sarai: „Ich weiß, dass du eine sehr schöne Frau bist. 12Wenn die Ägypter dich sehen, werden sie sagen: ‚Das ist seine Frau!‘, und sie werden mich totschlagen, um dich zu bekommen. 13Sag doch, dass du meine Schwester bist, dann werden sie mich deinetwegen gut behandeln und am Leben lassen!“
14Tatsächlich geschah es so, als Abram nach Ägypten kam. Überall fiel seine Frau durch ihre Schönheit auf. 15Die Hofleute rühmten sie vor dem Pharao, und der ließ sie in seinen Palast holen. 16Ihretwegen überhäufte er Abram mit Geschenken. Er ließ ihm Schafe, Ziegen, Rinder und Esel zukommen, Sklaven und Sklavinnen, Eselstuten und Kamele. 17Doch weil der Pharao Abrams Frau zu sich genommen hatte, schlug Jahwe ihn und seine Familie mit schweren Krankheiten. 18Da ließ der Pharao Abram zu sich rufen. „Was hast du mir da angetan?“, warf er ihm vor. „Warum hast du mir nicht gesagt, dass sie deine Frau ist? 19Du hast sie als deine Schwester ausgegeben, und nur deshalb habe ich sie mir zur Frau genommen! Nun, hier ist deine Frau! Nimm sie und geh!“ 20Dann gab der Pharao seinen Männern Befehl, Abram und seinen Besitz sicher aus dem Land zu bringen.
Abram und Lot
131Von Ägypten kehrte Abram mit seiner Frau, seinem Besitz und seinem Neffen Lot wieder in das Südland Kanaans zurück. 2Abram war sehr reich. Eine Menge Vieh und Silber und Gold gehörten ihm. 3Er zog von einem Lagerplatz zum anderen, bis er wieder an die Stelle kam, wo sein Zelt zuerst gestanden hatte, zwischen Bet-El und Ai, 4wo er früher den Altar gebaut hatte. Dort rief er den Namen Jahwes an.
5Auch Lot, der mit Abram gezogen war, hatte viele Schafe, Ziegen, Rinder und Zelte. 6Doch das Weideland reichte nicht für beide aus. Ihr Herdenbesitz war zu groß. So konnten sie unmöglich beisammenbleiben. 7Es gab immer Streit zwischen den Hirten von Abrams und Lots Vieh. Damals wohnten ja auch noch die Kanaaniter und Perisiter1 im Land. 8Abram besprach das mit Lot. Er sagte: „Es soll kein Streit zwischen uns sein, auch nicht zwischen unseren Hirten. Wir sind doch Brüder! 9Steht dir nicht das ganze Land offen? Trenn dich doch von mir! Willst du nach links, dann gehe ich nach rechts, und willst du nach rechts, dann gehe ich nach links.“
10Lot schaute sich um und sah, dass es im Umkreis des Jordan reichlich Wasser gab. Bevor Jahwe nämlich Sodom und Gomorra zerstörte, war diese Gegend bis nach Zoar hin wie der Garten Jahwes und wie Ägypten. 11Damals entschied sich Lot für die Gegend im Umkreis des Jordan. So trennten sich beide: 12Abram blieb im Land Kanaan, und Lot zog ins Gebiet der Jordanstädte und kam mit seinen Zelten bis nach Sodom. 13Doch die Einwohner von Sodom waren sehr böse und sündigten schwer gegen Jahwe.
14Nachdem Lot weggezogen war, sagte Jahwe zu Abram: „Blick auf und schau dich nach allen Seiten gründlich um! 15Das ganze Land, das du siehst, will ich dir und deinen Nachkommen für immer geben. 16Und deine Nachkommen werde ich zahlreich machen wie den Staub der Erde. Nur wenn jemand die Staubkörner zählen könnte, können auch deine Nachkommen gezählt werden. 17Mach dich auf, und durchziehe das Land nach allen Richtungen! Denn dir will ich es geben.“ 18Abram zog mit seinen Zelten weiter und nahm seinen Wohnsitz unter den Terebinthen2 von Mamre bei Hebron. Dort baute er Jahwe einen Altar.
Abram befreit Lot (und Sodoms Beute). Der Segen Melchisedeks
141In dieser Zeit führten die Könige Amrafel von Schinar, Arjoch von Ellasar, Kedor-Laomer von Elam sowie der Völkerkönig Tidal1 2Krieg gegen die Könige Bera von Sodom, Birscha von Gomorra, Schinab von Adma, Schemeber von Zebojim und den König von Bela, das heute Zoar heißt.2 3Diese fünf hatten sich verbündet und waren in das Tal Siddim gezogen, wo heute das Salzmeer3 ist. 4Zwölf Jahre waren sie Kedor-Laomer untertan gewesen, doch im dreizehnten hatten sie gegen seine Herrschaft rebelliert. 5Jetzt im vierzehnten Jahr rückten Kedor-Laomer und die mit ihm verbündeten Könige heran. Zuerst besiegten sie die Refaïter bei Aschterot-Karnajim4, die Susiter bei Ham5, die Emiter in der Ebene von Kirjatajim6 6und die Horiter, die im Bergland von Seïr7 bis nach El-Paran am Rand der Wüste lebten. 7Dann zogen sie ‹in nordwestlicher Richtung› bis nach En-Mischpat, das jetzt Kadesch8 heißt, und verwüsteten das ganze Gebiet der Amalekiter und auch die Gegend von Hazezon-Tamar, die von Amoritern besiedelt war. 8Im Tal Siddim stellten sich ihnen die fünf Stadtkönige entgegen 9und kämpften gegen die vier angreifenden Könige. 10Nun war das Siddimtal voll von Asphaltgruben11, und als die Könige von Sodom und Gomorra flohen, gerieten sie da hinein. Die anderen Könige flohen ins Gebirge. 11Die Sieger plünderten Sodom und Gomorra und nahmen alle Lebensmittelvorräte mit. 12Auch Abrams Neffen Lot, der inzwischen in Sodom wohnte, schleppten sie mit und dazu seinen ganzen Besitz.
13Einer von denen, die entkommen konnten, berichtete dem Hebräer Abram, was geschehen war. Abram wohnte damals noch unter den Terebinthen des Amoriters Mamre. Das war ein Bruder von Eschkol und Aner, Abrams Verbündeten. 14Als Abram hörte, dass sein Neffe in Gefangenschaft geraten war, rief er seine Gefolgsleute zusammen, solche, die in seinen Zelten geboren waren, insgesamt 318 Mann12. Mit ihnen verfolgte er den Heerhaufen. In Dan13 holte er sie…
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Footnotes
- 2Ur war wohl die bedeutendste Stadt im südlichen Zweistromland (Mesopotamien). Nach Ausgrabungen zu urteilen hatte sie schon vor Abrams Zeit eine hohe Kulturstufe erreicht.
- 3Chaldäa. So wurde das Gebiet des südlichen Zweistromlandes bezeichnet. Der Begriff konnte später auch für ganz Babylonien stehen.
- 5Tochter Harans. Nahor heiratete also seine Nichte. Das wurde im Gesetz Moses nicht verboten.
- 6Kanaan. Das Land Kanaan umfasste etwa das Gebiet des heutigen Libanon und Israel.
- 7In Haran wurde genauso wie in Ur der Mondgott verehrt. Die Stadt lag aber noch 800 km von Kanaan entfernt.
- 2Völker. Das Wort meint auch Stämme, Sippen, Familien.
- 4Sichem war eine strategisch und religiös bedeutende Stadt auf dem Pass (Sichem = Schulter) zwischen den Bergen Ebal im Norden und Garizim im Süden.
- 5Wahrsagebaum. Wörtlich: Orakelterebinthe. Unter solchen Bäumen vernahmen die Wahrsager angeblich die Stimme Gottes im Rauschen der Zweige.
- 7machte bekannt. Das hebräische Wort kann anrufen (= beten) oder ausrufen (= bekannt machen) bedeuten.
- 8Negev bezeichnet das Südland Kanaans.
- 1Perisiter. Bewohner Kanaans; manche verstehen sie nicht als eigenen Stamm, sondern als die Dorfbewohner.
- 2Terbinthe. Belaubter Baum mit breitem Wipfel, der nur 7 m hoch wird und als Schattenspender geschätzt war.
- 1Tidal. Es handelt sich offenbar um Könige aus dem syrisch-babylonischen Raum.
- 2Zoar heißt. Die Namen der Stadtkönige aus dem Tal des Toten Meeres sind amoritisch.
- 3Salzmeer. Gemeint ist wohl der nördliche Teil des Toten Meeres, das insgesamt einen Salzgehalt von mehr als 25 % hat, sodass kein Fisch darin leben kann.
- 4Aschterot und Karnajim lagen etwa 35 km östlich des Sees Gennesaret.
- 5Ham lag etwa 20 km südlich von Karnajim.
- 6Die Ebene von Kirjatajim liegt möglicherweise östlich vom Toten Meer auf dem Weg der Könige nach Süden.
- 7Das Bergland von Seïr erstreckt sich östlich der Araba bis nach Elat (El-Paran) am Roten Meer.
- 8Kadesch (Kadesch-Barnea) lag an der Südgrenze von Kanaan, etwa 80 km südwestlich von Beerscheba.
- 11Asphaltgruben. Asphalt entsteht auch auf natürliche Weise aus Erdöl, das durch Verdunstung und Oxidation zu Bitumen wird und sich dabei mit Mineralstoffen vermischt. Es wurde als Mörtel und zum Abdichten von Schiffen und Gefäßen verwendet.
- 12318 Mann. Wenn Abram so viele hausgeborenen Sklaven aufbieten konnte, mussten in seinem Hausstand mindestens 1000 Männer leben, dazu noch die Frauen und Kinder.
- 13Die Stadt Dan lag an der Nordgrenze Israels, am Fuß des Berges Hermon, etwa 250 km von Abrams Siedlungsplatz entfernt.
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