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Sprüche 25–27

Elberfelder 1905Other versions

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25

1Auch diese sind Sprüche Salomos, welche die Männer Hiskias, des Königs von Juda, zusammengetragen haben:

2Gottes Ehre ist es, eine Sache zu verbergen, aber der Könige Ehre, eine Sache zu erforschen.

3Der Himmel an Höhe, und die Erde an Tiefe, und das Herz der Könige sind unerforschlich.

4Man entferne die Schlacken von dem Silber, so geht für den Goldschmied ein Gerät hervor.

5Man entferne den Gesetzlosen vor dem König, so wird sein Thron feststehen durch Gerechtigkeit.

6Brüste dich nicht vor dem König, und stelle dich nicht an den Platz der Großen.

7Denn besser ist es, daß man dir sage: Komm hier herauf, als daß man dich erniedrige vor dem Edlen, den deine Augen doch gesehen haben.

8Geh nicht eilig aus zu einem Streithandel, damit am Ende davon nicht fraglich werde, was du zu tun hast, wenn dein Nächster dich beschämt.

9Führe deinen Streithandel mit deinem Nächsten, aber enthülle nicht das Geheimnis eines anderen;

10damit dich nicht schmähe, wer es hört, und dein übler Ruf nicht mehr weiche.

11Goldene Äpfel in silbernen Prunkgeräten: so ist ein Wort, geredet zu seiner Zeit.

12Ein goldener Ohrring und ein Halsgeschmeide von feinem Golde: so ist ein weiser Tadler für ein hörendes Ohr.

13Wie Kühlung des Schnees an einem Erntetage ist ein treuer Bote denen, die ihn senden: er erquickt die Seele seines Herrn.

14Wolken und Wind, und kein Regen: so ist ein Mann, welcher mit trügerischem Geschenke prahlt.

15Ein Richter wird überredet durch Langmut, und eine gelinde Zunge zerbricht Knochen.

16Hast du Honig gefunden, so iß dein Genüge, damit du seiner nicht satt werdest und ihn ausspeiest.

17Mache deinen Fuß selten im Hause deines Nächsten, damit er deiner nicht satt werde und dich hasse.

18Hammer und Schwert und geschärfter Pfeil: so ist ein Mann, der wider seinen Nächsten falsches Zeugnis ablegt.

19Ein zerbrochener Zahn und ein wankender Fuß: so ist das Vertrauen auf einen Treulosen am Tage der Drangsal.

20Einer, der das Oberkleid ablegt am Tage der Kälte, Essig auf Natron: so, wer einem traurigen Herzen Lieder singt.

21Wenn deinen Hasser hungert, speise ihn mit Brot, und wenn ihn dürstet, tränke ihn mit Wasser;

22denn glühende Kohlen wirst du auf sein Haupt häufen, und Jehova wird dir vergelten.

23Nordwind gebiert Regen, und eine heimliche Zunge verdrießliche Gesichter.

24Besser auf einer Dachecke wohnen, als ein zänkisches Weib und ein gemeinsames Haus.

25Frisches Wasser auf eine lechzende Seele: so eine gute Nachricht aus fernem Lande.

26Getrübter Quell und verderbter Brunnen: so ist der Gerechte, der vor dem Gesetzlosen wankt.

27Viel Honig essen ist nicht gut, aber schwere Dinge erforschen ist Ehre.

28Eine erbrochene Stadt ohne Mauer: so ist ein Mann, dessen Geist Beherrschung mangelt.

26

1Wie Schnee im Sommer und wie Regen in der Ernte, so ist Ehre dem Toren nicht geziemend.

2Wie der Sperling hin und her flattert, wie die Schwalbe wegfliegt, so ein unverdienter Fluch: er trifft nicht ein.

3Die Peitsche dem Pferde, der Zaum dem Esel, und der Stock dem Rücken der Toren.

4Antworte dem Toren nicht nach seiner Narrheit, damit nicht auch du ihm gleich werdest.

5Antworte dem Toren nach seiner Narrheit, damit er nicht weise sei in seinen Augen.

6Die Füße haut sich ab, Unbill trinkt, wer Bestellungen ausrichten läßt durch einen Toren.

7Schlaff hängen die Beine des Lahmen herab: so ein Spruch im Munde der Toren.

8Wie das Binden eines Steines in eine Schleuder: so, wer einem Toren Ehre erweist.

9Ein Dorn, der in die Hand eines Trunkenen gerät: so ein Spruch im Munde der Toren.

10Ein Schütze, der alles verwundet: so, wer den Toren dingt und die Vorübergehenden dingt.

11Wie ein Hund, der zurückkehrt zu seinem Gespei: so ist ein Tor, der seine Narrheit wiederholt.

12Siehst du einen Mann, der in seinen Augen weise ist, für einen Toren ist mehr Hoffnung als für ihn.

13Der Faule spricht: Der Brüller ist auf dem Wege, ein Löwe inmitten der Straßen.

14Die Tür dreht sich in ihrer Angel: so der Faule auf seinem Bette.

15Hat der Faule seine Hand in die Schüssel gesteckt, beschwerlich wird es ihm, sie zu seinem Munde zurückzubringen.

16Der Faule ist weiser in seinen Augen als sieben, die verständig antworten.

17Der ergreift einen Hund bei den Ohren, wer vorbeigehend sich über einen Streit ereifert, der ihn nichts angeht.

18Wie ein Wahnsinniger, der Brandgeschosse, Pfeile und Tod schleudert:

19so ein Mann, der seinen Nächsten betrügt und spricht: Habe ich nicht Scherz getrieben?

20Wo es an Holz fehlt, erlischt das Feuer; und wo kein Ohrenbläser ist, hört der Zank auf.

21Kohle zur Glut und Holz zum Feuer, und ein zänkischer Mann zum Schüren des Streites.

22Die Worte des Ohrenbläsers sind wie Leckerbissen, und sie dringen hinab in das Innerste des Leibes.

23Ein irdenes Geschirr, mit Schlackensilber überzogen: so sind feurige Lippen und ein böses Herz.

24Der Hasser verstellt sich mit seinen Lippen, aber in seinem Innern hegt er Trug.

25Wenn er seine Stimme holdselig macht, traue ihm nicht; denn sieben Greuel sind in seinem Herzen.

26Versteckt sich der Haß in Trug, seine Bosheit wird sich in der Versammlung enthüllen.

27Wer eine Grube gräbt, fällt hinein; und wer einen Stein wälzt, auf den kehrt er zurück.

28Eine Lügenzunge haßt diejenigen, welche sie zermalmt; und ein glatter Mund bereitet Sturz.

27

1Rühme dich nicht des morgenden Tages, denn du weißt nicht, was ein Tag gebiert.

2Es rühme dich ein anderer und nicht dein Mund, ein Fremder und nicht deine Lippen.

3Schwer ist der Stein, und der Sand eine Last; aber der Unmut des Narren ist schwerer als beide.

4Grimm ist grausam, und Zorn eine überströmende Flut; wer aber kann bestehen vor der Eifersucht!

5Besser offener Tadel als verhehlte Liebe.

6Treugemeint sind die Wunden dessen, der liebt, und überreichlich des Hassers Küsse.

7Eine satte Seele zertritt Honigseim; aber einer hungrigen Seele ist alles Bittere süß.

8Wie ein Vogel, der fern von seinem Neste schweift: so ein Mann, der fern von seinem Wohnorte schweift.

9Öl und Räucherwerk erfreuen das Herz, und die Süßigkeit eines Freundes kommt aus dem Rate der Seele.

10Verlaß nicht deinen Freund und deines Vaters Freund, und geh nicht am Tage deiner Not in deines Bruders Haus: besser ein naher Nachbar als ein ferner Bruder.

11Sei weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, damit ich Antwort geben könne meinem Schmäher.

12Der Kluge sieht das Unglück und verbirgt sich; die Einfältigen gehen weiter und leiden Strafe.

13Nimm ihm das Kleid, denn er ist für einen anderen Bürge geworden; und der Fremden halber pfände ihn.

14Wer frühmorgens aufsteht und seinem Nächsten mit lauter Stimme Glück wünscht, als Verwünschung wird es ihm angerechnet.

15Eine beständige Traufe am Tage des strömenden Regens und ein zänkisches Weib gleichen sich.

16Wer dieses zurückhält, hält den Wind zurück und seine Rechte greift in Öl.

17Eisen wird scharf durch Eisen, und ein Mann schärft das Angesicht des anderen.

18Wer des Feigenbaumes wartet, wird seine Frucht essen; und wer über seinen Herrn wacht, wird geehrt werden.

19Wie im Wasser das Angesicht dem Angesicht entspricht, so das Herz des Menschen dem Menschen.

20Scheol und Abgrund sind unersättlich: so sind unersättlich die Augen des Menschen.

21Der Schmelztiegel für das Silber, und der Ofen für das Gold; und ein Mann nach Maßgabe seines Lobes.

22Wenn du den Narren mit der Keule im Mörser zerstießest, mitten unter der Grütze, so würde seine Narrheit doch nicht von ihm weichen.

23Bekümmere dich wohl um das Aussehen deines Kleinviehes, richte deine Aufmerksamkeit auf die Herden.

24Denn Wohlstand ist nicht ewig; und währt eine Krone von Geschlecht zu Geschlecht?

25Ist geschwunden das Heu, und erscheint das junge Gras, und sind eingesammelt die Kräuter der Berge,

26so dienen Schafe zu deiner Kleidung, und der Kaufpreis für ein Feld sind Böcke;

27und genug Ziegenmilch ist da zu deiner Nahrung, zur Nahrung deines Hauses, und Lebensunterhalt für deine Mägde.

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