Sprüche 27–29
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271Rühme dich nicht des morgigen Tages, denn du weißt nicht, was ein neuer Tag bringt.
2Mag ein anderer dich loben, doch nicht dein eigener Mund; ein Fremder mag dich rühmen, doch nicht deine eigenen Lippen.
3Ein Stein ist schwer, Sand eine Last; noch schwerer wiegt der Ärger, den man mit Dummköpfen hat.
4Zorn ist grausam und Wut wie eine Flut, doch wer kann sich retten vor der Eifersucht?
5Besser ein offener Tadel als Liebe, die ängstlich schweigt.
6Treu gemeint sind die Schläge von dem, der dich liebt, doch reichlich die Küsse des Hassers.
7Der Satte verachtet den besten Honig, dem Hungrigen ist alles Bittere süß.
8Wie ein Vogel, der weit vom Nest weg fliegt, ist ein Mensch, der seine Heimat verlässt.
9Salböl und Weihrauch erfreuen das Herz, die Freundlichkeit des Freundes die bekümmerte Seele.
10Den Freund und deines Vaters Freund gib niemals auf! Lauf nicht zu deinem Bruder, wenn du in Schwierigkeiten bist! Besser ein Nachbar in der Nähe als ein Bruder in der Ferne.
11Werde weise, mein Sohn, und erfreue mein Herz, damit ich den widerlegen kann, der mich beschimpft.
12Der Kluge sieht das Unglück voraus und bringt sich in Sicherheit; der Unerfahrene geht weiter und kommt zu Fall.
13Nimm sein Gewand, denn er hat für den Fremden gebürgt; pfände ihn aus diesem Grund selbst.
14Wer frühmorgens seinen Nächsten allzu laut grüßt, dem wird es als Verwünschung ausgelegt.
15Ein tropfendes Dach, das am Regentag nervt, gleicht sehr einer zänkischen Frau. 16Wer sie aufhalten will, kann auch versuchen, den Wind festzuhalten und Öl mit den Fingern zu greifen.
17Ein Messer wetzt das andere, durch Umgang mit anderen bekommt man den Schliff.
18Wer den Feigenbaum behütet, bekommt die Feigen zu essen; wer seinen Herrn beschützt, wird geehrt.
19Im Spiegel des Wassers erkennst du dein Gesicht, im Spiegel deiner Gedanken dich selbst.
20Totenreich und Unterwelt werden nie satt, auch die Augen des Menschen sehen niemals genug.
21Was der Tiegel für das Silber, der Schmelzofen fürs Gold, ist der Ruf für einen Mann.
22Wenn du den Dummkopf im Mörser zerstampfst, wenn der Stößel ihn trifft wie die Körner, seine Dummheit treibst du nicht aus.
23Sorge für dein Kleinvieh, achte auf deine Herden, 24denn Geldbesitz ist nicht von Dauer; selbst eine Krone wird nicht immer vererbt. 25Ist das Heu gemacht, erscheint das frische Gras, und man sammelt die Kräuter der Berge. 26Die Lämmer geben dir Kleidung und die Böcke Geld für ein Feld. 27Die Ziegen geben reichlich Milch, und du hast Nahrung für dein Haus – und noch für deine Mägde den Lebensunterhalt.
281Der Schuldige flieht, auch wenn ihn keiner verfolgt; der Gerechte tritt sicher auf wie ein Löwe.
2Ist Aufruhr im Land, vermehren sich die Herrscher; durch einen klugen und einsichtigen Mann hat das Recht lange Bestand.
3Ein Armer, der seinesgleichen unterdrückt, ist wie ein Wolkenbruch, der die Ernte zerstört.
4Wer Gottes Weisung verlässt, wird den Gottlosen loben, wer sie beachtet, stellt sich gegen ihn.
5Böse Menschen haben kein Verständnis für das Recht, doch wer nach Jahwes Nähe sucht, versteht das alles.
6Besser arm und ehrlich sein als reich und verschlagen.
7Wer das Gesetz befolgt, ist ein verständiger Sohn, doch wer mit Verschwendern Umgang hat, ist eine Schande für seinen Vater.
8Wer seinen Besitz durch Zins und Wucher mehrt, sammelt es für einen, der sich über Arme erbarmt.
9Wer auf Gottes Weisung nicht mehr hört – abscheulich ist selbst sein Gebet.
10Wer Redliche auf böse Wege führt, fällt in die eigene Grube; doch Aufrichtige nehmen Gutes in Besitz.
11Der Reiche hält sich selbst für klug, doch ein verständiger Armer durchschaut ihn.
12Wenn Gerechte triumphieren, ist die Herrlichkeit groß; sind Verbrecher obenauf, versteckt sich der Mensch.
13Wer seine Sünden verheimlicht, dem geht es nicht gut. Doch wer sie bekennt und von ihnen lässt, über den erbarmt sich Gott.
14Wohl dem, der Gott fürchtet und ehrt! Doch ins Unglück stürzt, wer sich ihm verschließt.
15Wie ein brüllender Löwe und ein gieriger Bär, so ist ein gottloser Herrscher für ein armes Volk.
16Mancher Fürst ist arm an Verstand, aber reich an Erpressung. Wer Ausbeutung hasst, bleibt lange im Amt.
17Wer einen Mord auf dem Gewissen hat, flieht oft bis in den Abgrund. Man halte ihn nicht auf!
18Wer ehrlich lebt, wird Hilfe finden; wer krumme Wege geht, kommt plötzlich zu Fall.
19Wer seinen Acker bebaut, hat reichlich Brot; wer windige Geschäfte macht, hat reichlich Not.
20Ein treuer Mann wird reich gesegnet; doch wer schnell reich werden will, bleibt nicht ohne Schuld.
21Parteiisch zu sein ist gar nicht gut. Mancher tut Böses schon für ein Stück Brot.
22Nach Reichtum hastet der habgierige Mann; er weiß nicht, dass es ihn so in die Armut treibt.
23Wer einen Menschen zurechtweist, findet schließlich Dank, mehr als einer, der immer nur schmeichelt.
24Wer Vater oder Mutter beraubt und meint, das sei kein Unrecht, stellt sich auf die gleiche Stufe mit einem Verbrecher.
25Wer immer mehr will, erregt nur Streit; wer auf Jahwe vertraut, hat mehr als genug.
26Wer auf sich selbst vertraut, ist dumm; wer der Weisheit folgt, lebt in Sicherheit.
27Wer dem Armen hilft, hat keinen Mangel, doch wer die Augen vor ihnen verschließt, wird mit Flüchen überhäuft.
28Sind die Gottlosen obenauf, versteckt sich der Mensch; doch wenn sie verschwinden, mehren sich die Gerechten.
291Wer eigensinnig Ermahnungen trotzt, bricht plötzlich zusammen und findet keine Heilung mehr.
2Wenn die Gerechten zahlreich sind, freut sich das Volk; wenn ein Gesetzloser herrscht, stöhnt es auf.
3Wer Weisheit liebt, erfreut seinen Vater; wer sich mit Huren einlässt, bringt sein Vermögen durch.
4Ein König, der für Recht sorgt, gibt seinem Land Bestand; wer nur Steuern erpresst, zerstört es.
5Wer seinem Nächsten schmeichelt, legt ein Netz vor dessen Füßen aus.
6Der Böse verfängt sich im Unrecht, doch der Gerechte jubelt und singt.
7Der Gerechte weiß um die Sache der Armen, der Gottlose ist rücksichtslos.
8Spötter versetzen die Stadt in Erregung, Weise beschwichtigen den Zorn.
9Ist ein Weiser mit einem Narren vor Gericht, dann tobt dieser und lacht und gibt keine Ruh.
10Blutmenschen hassen einen ehrlichen Mann, doch Aufrichtige nehmen sich seiner an.
11Ein Trottel lässt jeden Ärger heraus, ein Weiser hält ihn zurück.
12Ein Herrscher, der auf Lügen hört, hat nur gottlose Diener.
13Der Arme und der Wucherer begegnen sich; Jahwe ist es, der beiden das Augenlicht gibt.
14Wenn ein König auch den Schwachen Recht verschafft, hat sein Thron für immer Bestand.
15Stock und Ermahnung fördern Vernunft, doch ein sich selbst überlassenes Kind wird eine Schande für die Mutter sein.
16Wenn die Gottlosen sich mehren, vermehrt sich das Unrecht; doch wer auf Gott vertraut, wird sehen, wie sie untergehen.
17Erziehe deinen Sohn, dann gibt er Ruhe, und du hast bald viel Freude an ihm.
18Ohne Prophetenwort verwildert ein Volk, doch wohl ihm, wenn es das Gesetz bewahrt.
19Mit Worten lässt sich kein Sklave belehren, er versteht sie zwar, befolgt sie aber nicht.
20Siehst du einen, der hastig und gedankenlos spricht? Für einen Dummkopf ist mehr Hoffnung als für ihn.
21Wer seinen Sklaven von Kind auf verwöhnt, wird am Ende von ihm ausgenutzt.
22Ein zorniger Mann beginnt überall Streit, und ein Hitzkopf richtet reichlich Unheil an.
23Durch Überheblichkeit erniedrigt sich der Mensch; Ehre erlangt, wer nicht hoch von sich denkt.
24Wer mit einem Dieb die Beute teilt, muss lebensmüde sein! Er hört den Bannfluch ‹des Richters›, zeigt aber nicht an, was er weiß.
25Menschenfurcht ist eine Falle, doch wer Jahwe vertraut, ist geborgen.
26Viele suchen die Gunst eines Herrschers, doch nur Jahwe verschafft ihnen Recht.
27Für den Gerechten ist der Falsche abscheulich, und für den Schuldigen der, der geradlinig lebt.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden