Logos Bible Study

Psalm 22,2–32,11

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2Mein Gott, mein Gott! Warum hast du mich verlassen? Warum bist du so weit weg? Du hörst mein Schreien nicht! 3Mein Gott, ich rufe am Tag, doch du antwortest nicht, ich rufe bei Nacht und finde nicht Ruh!

4O Heiliger du, der in Israels Lobliedern wohnt! 5Unsere Väter vertrauten auf dich, ja, deiner Rettung vertrauten sie. 6Sie riefen zu dir und wurden gerettet; sie vertrauten auf dich, wurden niemals enttäuscht.

7Aber ich bin ein Wurm und kein Mann, ein Spott der Leute und verachtet vom Volk. 8Die mich sehen, spotten über mich, verziehen die Lippen, schütteln den Kopf. 9„Er hat es auf Jahwe gewälzt, der mag ihn jetzt retten, er hat ja Gefallen an ihm!“

10Aus dem Mutterleib hast du mich gezogen, an der Brust meiner Mutter mich Vertrauen gelehrt. 11Du bist mein Schutz, seit mein Leben begann, und mein Gott von meiner Mutter Leib an. 12Bleib nicht fern von mir, denn die Not ist so nah, und keiner, der helfen kann, ist da!

13Gewaltige Stiere kreisen mich ein, von Büffeln aus Baschan3 bin ich umringt. 14Sie reißen die Mäuler gegen mich auf; raubgierige Löwen brüllen mich an. 15Ich bin ausgeschüttet wie Wasser und ausgerenkt sind meine Glieder. Mein Herz zerschmilzt wie Wachs, als ob es in meinen Gedärmen zerfließt. 16Meine Kraft ist vertrocknet, dürr wie ein Scherben. Meine Zunge klebt am Gaumen fest; und in den Staub des Todes legst du mich.

17Denn mich umlauert die Meute der Hunde. Übles Gesindel hat mich umringt und hat mir Hände und Füße durchbohrt. 18All meine Knochen könnte ich zählen. Sie stehen dabei und gaffen mich an. 19Meine Kleider teilen sie unter sich auf, und mein Gewand verfällt ihrem Los.

20O Jahwe, du, bleib mir nicht fern! Du, meine Stärke, hilf mir und beeile dich! 21Rette mich vor dem Schwert meiner Feinde, mein Leben aus der Gewalt dieser Hunde. 22Reiß mich aus dem Rachen des Löwen, von den Hörnern der Büffel ziehe mich weg.5

23Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden. Mitten in der Gemeinde lobe ich dich. 24Lobt Jahwe, alle, die ihr ihn fürchtet! Ihr Nachkommen Jakobs, bringt ihm das Lob! Israels Enkel, erschauert vor ihm! 25Denn er hat das Elend nicht gescheut, nicht verachtet den Bedürftigen; er hat sein Gesicht nicht abgewandt und hat seinen Schrei gehört.

26Von dir erzählt mein Lobgesang in der großen Gemeinde; vor denen mit Ehrfurcht vor dir, löse ich mein Ehrenwort ein. 27Die sich vor ihm beugen, werden essen bis zur Sättigung. Die Jahwe suchen, werden ihn rühmen. Ja, für immer lebe euer Herz auf!

28Es werden daran denken die Enden der Erde, zu Jahwe sich kehren die Völker der Welt und sich beugen vor ihm. 29Denn Jahwe gehört das Königtum. Er ist der Herrscher über jede Nation.

30Nur vor ihm beugen sich alle Großen der Erde; und alle, die in den Todesstaub sinken, knien vor ihm, alle, deren Leben zu Ende geht. 31Die Nachkommen werden ihm dienen / und einem neuen Geschlecht erzählen vom Herrn. 32Sie werden kommen und seine Gerechtigkeit schildern dem Volk, das noch geboren wird; ja, er hat es vollbracht.

Der gute Hirt

231Ein Psalmlied von David.

Jahwe1 ist mein Hirt, mir fehlt es an nichts: 2Er bringt mich auf saftige Weiden und führt mich zum Rastplatz am Wasser. 3Er schenkt mir wieder neue Kraft. Und weil sein Name dafür steht, lenkt er mich immer in die richtige Spur. 4Selbst auf dem Weg durch das dunkelste Tal fürchte ich mich nicht, denn du bist bei mir. Dein Wehrstock und dein Hirtenstab,2 sie trösten und ermutigen mich. 5Vor den Augen meiner Feinde deckst du mir einen Tisch, nimmst mich herzlich in Empfang3 und schenkst mir den Becher voll ein. 6Nur Güte und Liebe verfolgen mich jeden Tag, und ich kehre für immer ins Haus Jahwes zurück.

Der König kommt

241Ein Psalmlied von David.

Gott gehört die Erde und was sie erfüllt, die Welt und ihre Bewohner. 2Jahwe hat sie auf Meere gegründet, gab ihr über Strömen festen Bestand.

3Wer darf stehen auf Jahwes Berg, betreten seinen heiligen Platz? 4Wer reine Hände hat und ein reines Gewissen, wer nicht auf Götzen vertraut und keine falschen Eide schwört, 5der wird empfangen den Segen Jahwes und das Recht vom Gott seines Heils. 6So ist das Volk, das nach ihm fragt, das wahre Geschlecht, das seine Nähe sucht. ♪

7„Schaut auf, ihr Tore, und öffnet euch weit; schwingt auf, ihr ewigen Pforten: Der König zieht ein, mit Ehre geschmückt!“ 8„Wer ist dieser König, so herrlich geehrt?“ „Es ist Jahwe, mächtig und stark, Jahwe, der Sieger im Kampf!“ 9„Schaut auf, ihr Tore, und öffnet euch weit; schwingt auf, ihr ewigen Pforten: Der König zieht ein, mit Ehre geschmückt!“ 10„Wer ist dieser König, so herrlich geehrt?“ „Es ist Jahwe, von Heeren umringt! Er ist der König, herrlich geehrt!“ ♪

Bitte um Vergebung und Führung

251 Von David.

Zu dir erhebe ich meine Seele, Jahwe. 2Mein Gott, ich vertraue auf dich: Lass mich nicht im Stich! Gönn meinen Feinden nicht diesen Triumph! 3Wer auf dich hofft, wird niemals enttäuscht, doch wer dich treulos verlässt, wird beschämt.

4Zeig mir deine Wege Jahwe, lehre mich auf ihnen zu gehn. 5Leite mich durch deine Wahrheit und belehre mich, denn du bist der Gott, der mir hilft. Auf dich warte ich den ganzen Tag. 6Denk an dein Erbarmen, Jahwe, und an die Beweise deiner Gunst, denn sie waren immer schon da. 7Denk nicht an meine Jugendsünden und an meine Vergehen! Denk nur in deiner Liebe an mich; tu es, weil du gütig bist, Jahwe.

8Jahwe ist gut und gerecht, darum belehrt er die Sünder. 9Demütigen zeigt er, was richtig ist, und lehrt sie, seinen Weg zu erkennen. 10Alle Wege, die Jahwe führt, sind voller Güte und Treue für alle, die sich an seinen Bund halten und das, was er bezeugt. 11Um deines Ansehens willen, Jahwe, vergib mir meine so große Schuld!

12Was ist mit dem, der Jahwe fürchtet? Ihm zeigt er den Weg, den er wählen soll. 13Er lebt dann in Frieden und Glück und seine Nachkommen besitzen das Land. 14Den Gottesfürchtigen vertraut Jahwe. Er weiht sie ein in seinen Bund.

15Meine Augen haben Jahwe immer im Blick, denn er zieht meine Füße aus dem Netz. 16Wende dich gnädig mir zu! Denn ich bin einsam und elend. 17Befreie mein Herz von der Angst und nimm den Druck von mir weg! 18Sieh mein Elend an und meine Not! Und alle meine Sünden – vergib sie mir!

19Schau, meine Feinde sind viele geworden! Sie verfolgen mich mit abgrundtiefem Hass. 20Erhalte mein Leben und rette mich! Lass mich nicht zugrunde gehen, denn ich suche Unterschlupf bei dir! 21Mögen Unschuld und Ehrlichkeit mich schützen, denn ich rechne auf dich!

22O Gott, erlöse Israel aus all seiner Not!

Sehnsucht nach Gottes Nähe

261Von David.

Richte du mich, Jahwe, denn ich war immer ehrlich vor dir. Ich habe Jahwe vertraut, ich werde nicht fallen. 2Prüf mich, Jahwe, und erprobe mich, prüfe mich auf Herz und Nieren! 3Ich hatte deine Gnade vor Augen, deine Treue bestimmte mein Leben.

4Ich hatte nichts mit Betrügern zu tun. Ich gab mich nicht mit Heuchlern ab. 5Die Gesellschaft von Übeltätern ist mir verhasst, bei den Gottlosen sitze ich nicht.

6In Unschuld wasche ich meine Hände und gehe um deinen Altar herum. 7Ich lasse laut ein Danklied hören und erzähle von all deinen Wundern, Jahwe. 8Ich liebe das Haus, in dem du wohnst, wo deine Herrlichkeit uns nahe ist.

9Raffe mich nicht mit den Sündern weg, nimm mir nicht mit den Mördern das Leben! 10Schandtaten kleben an ihren Händen, und ihre Taschen sind durch Bestechungen voll.

11Doch ich gehe ehrlich meinen Weg. Erlöse mich und sei mir gnädig! 12Jetzt stehe ich auf festem Grund und preise Jahwe vor allem Volk.

Gemeinschaft mit Gott

271Von David.

Jahwe ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fürchten? Jahwe ist die Schutzburg meines Lebens: Vor wem sollte ich erschrecken? 2Dringen Böse auf mich ein, um mich zu verschlingen, bedrängen mich meine Feinde, sind sie es, die stolpern und fallen. 3Selbst wenn ein Heer mich umzingelt, habe ich keine Angst. Und wenn es zum Kampf gegen mich kommt, bleib ich voller Zuversicht.

4Eins nur hab ich von Jahwe erbeten, das ist alles, was ich will: mein Leben lang im Haus Jahwes zu wohnen, um die Freundlichkeit Jahwes zu schauen und nachzudenken dort in seinem Heiligtum. 5Wenn schlimme Tage kommen, verbirgt er mich in seinem Haus, unter seinem Dach gibt er mir Schutz. Hoch auf einen Felsen stellt er mich.

6Erhobenen Hauptes sehe ich dann auf meine Feinde herab. Mit Jubel bringe ich Opfer in Jahwes Zelt, mit Singen und Spielen preise ich ihn.

7Hör mich, Jahwe, wenn ich rufe, sei mir gnädig und antworte mir! 8Mein Herz spricht dir nach: „Sucht meine Nähe!“ Ich suche deine Nähe, Jahwe. 9Wende dein Gesicht nicht ab, weise deinen Diener nicht zornig zurück! Du hast mir doch immer geholfen, Gott meines Heils! Gib mich nicht auf, verlass mich bitte nicht! 10Auch wenn mich Vater und Mutter verlassen, Jahwe nimmt mich bei sich auf.

11Lehr mich, Jahwe, deinen Weg, leite mich auf gerader Bahn – meinen Feinden zum Trotz. 12Gib mich nicht ihrem Mutwillen preis, denn falsche Zeugen verklagen mich. Sie wüten und drohen mit Gewalt. 13Doch ich bin mir sicher, dass ich leben bleiben und sehen werde, wie gütig Jahwe ist. 14Vertrau auf Jahwe, sei stark und fass dir ein Herz! Vertrau auf Jahwe!

Gebet um Schutz und Kraft

281Von David.

Zu dir, Jahwe, will ich rufen! Hüll dich nicht in Schweigen, mein Fels! Wenn du mich schweigend von dir weist, bin ich wie ein Toter im Grab. 2Hör mein Flehen, ich schreie nach dir, wenn ich meine Hände ausstrecke zu deinem Heiligtum!

3Reiß mich nicht mit den Gottlosen fort und mit den Verbrechern, die mit allen freundlich reden, im Herzen aber auf Böses aus sind! 4Zahl ihnen ihre bösen Taten heim, bestrafe sie für ihr Tun, gib ihnen, was sie verdienen! 5Denn sie achten nicht auf die Taten Jahwes noch auf das Werk seiner Hände. Darum reißt er sie nieder und richtet sie nicht wieder auf.

6Gelobt sei Jahwe, denn er hat mein Flehen gehört. 7Jahwe ist meine Kraft und mein Schild, auf ihn hat mein Herz vertraut. Als mir geholfen wurde, jubelte ich. Mit meinem Lied will ich ihn…

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Psalm 22,11: SEI MIR nicht fern, DENN DIE NOT IST NAHE UND NIEMAND IST DA, DER HILFT.

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Footnotes

  1. 3Baschan. Sehr fruchtbare Hochebene östlich vom See Gennesaret.
  2. 5Büffel ziehe mich weg. Man kann den Text auch so auffassen, dass der Umschwung schon in diesem Versteil sichtbar wird. „… der Büffel. Du hast mich erhört.“
  3. 1Jahwe. Andere schreiben: „Der Herr“. Siehe aber das Vorwort des Übersetzers zum Namen Gottes im Alten Testament.
  4. 2Mit dem Wehrstock, einer eisenbeschlagenen Keule, wurden Raubtiere abgewehrt, mit dem langen Hirtenstab die Schafe gelenkt.
  5. 3Wörtlich: Du salbst mir das Haupt mit Öl. Das gehörte damals zur Begrüßung eines Gastes, siehe Lukas 7,46.
  6. ♪steht für das hebräische Sela, das vielleicht mit Empor! wiedergegeben werden kann, aber nicht sicher zu übersetzen ist. Wahrscheinlich war es ein Zeichen für die Musik.