Psalm 100–102
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Lobt unseren Gott!
1001Ein Psalm für die Dankopferfeier.
Jauchzet Jahwe, alle Welt! 2Dient dem Herrn mit Freude! Kommt mit Jubel vor sein Angesicht! 3Erkennt es: Nur Jahwe ist Gott! Er hat uns gemacht und wir gehören ihm. Wir sind sein Volk, die Herde, die in seiner Obhut ist. 4Geht durch die Tempeltore mit Dank, in seine Vorhöfe mit Lobgesang! Dankt ihm und preist seinen Namen! 5Denn Jahwe ist gut, seine Gnade bleibt ewig und seine Treue gilt jeder Generation.
Gelöbnis des Königs
1011Von David. Ein Psalm.
Von Gnade und Recht will ich singen, dich, Jahwe, ehrt mein Gesang. 2Ich will einsichtig handeln auf dem richtigen Weg. Wann kommst du zu mir? Mit redlichem Herzen will ich leben in meinem Königshaus. 3Keine schandbaren Dinge fass ich ins Auge. Ich hasse es, Unrecht zu tun. Das soll nicht an mir zu finden sein. 4Falschheit sei meinem Herzen fern, ich will das Böse nicht kennen.
5Wer seinen Nächsten heimlich verleumdet, den mache ich stumm. Wer stolz und überheblich auf andere blickt, den dulde ich nicht. 6Ich achte auf die Treuen im Land, solche Menschen sollen um mich sein. Wer auf guten Wegen geht, der darf Diener sein bei mir. 7Wer andere betrügt, hat keinen Platz in meinem Haus. Wer Lügen verbreitet, muss mir aus den Augen gehn.
8Morgen für Morgen mach ich mich auf, um Gottlose zum Schweigen zu bringen. Jahwes Stadt befreie ich von allen, die das Böse tun.
Gebet eines Unglücklichen
1021Gebet eines tief Gebeugten, der schwach ist und vor Jahwe seine Sorge ausschüttet.
2Jahwe, hör mein Gebet! Mein Schreien dringe zu dir! 3Verbirg dein Gesicht nicht vor mir, wenn ich in Bedrängnis bin! Neige dich herab und höre mich an! Jetzt rufe ich, erhöre mich doch bald!
4Meine Tage gehen auf in Rauch, mein Körper glüht, als ob es in mir brennt. 5Wie Gras versengt und verdorrt ist mein Herz, denn das Essen habe ich vergessen. 6Mein lautes Stöhnen hat mich ausgezehrt. Nur Haut und Knochen bin ich noch.
7Ich gleiche einem Pelikan, der in der Wüste steht, der Eule, die in den Ruinen haust. 8Ich liege wach und fühle mich wie ein einsamer Vogel auf einem Dach. 9Den ganzen Tag verhöhnen meine Feinde mich. Spötter nutzen meinen Namen zum Fluch.
10Asche ist mein Brot geworden, und mein Trank ist mit Tränen gemischt, 11denn es traf mich dein furchtbarer Zorn. Du hast mich gepackt und zu Boden geschmettert. 12Wie Schatten dehnen meine Tage sich aus und ich verdorre wie Gras.
13Doch du bleibst in Ewigkeit, Jahwe, an dich denkt jede Generation. 14Du wendest dich Zion voller Barmherzigkeit zu, denn es ist Zeit, ihm gnädig zu sein, die Stunde ist da. 15Denn deine Diener haben seine Steine lieb und trauern über den Schutt.
16Dann fürchten die Völker den Namen Jahwes, die Herrscher der Erde deine Herrlichkeit, 17denn dann hat Jahwe Zion wieder aufgebaut, hat sich gezeigt in Herrlichkeit, 18hat die Gebete der Verlassenen gehört und ihre Bitten nicht verschmäht.
19Dies sei geschrieben für die kommende Generation. Dann wird Jahwe von einem Volk gelobt, das noch erschaffen wird. 20Gewiss schaute Jahwe herab aus heiliger Höhe, vom Himmel hat er auf die Erde geblickt. 21Da hört er das Stöhnen der Gefangenen und rettet sie vor dem sicheren Tod. 22So wird man in der Zionsstadt seinen Namen verkünden und in Jerusalem sein Lob. 23Völker werden sich dann versammeln, und die Königreiche kommen zum Dienst Jahwes.
24Auf dem Weg brach er meine Kraft, er hat mein Leben verkürzt. 25Ich sagte: „Mein Gott, nimm mich nicht in der Lebensmitte schon weg!“ Du überdauerst die Generationen. 26Einst hast du die Erde gegründet und der Himmel ist das Werk deiner Hand.
27Sie werden vergehen, du aber bleibst, sie werden zerfallen wie ein altes Kleid. Du wechselst sie wie ein Gewand, und sie schwinden dahin. 28Du aber bleibst wie du bist, und deine Jahre enden nie. 29Die Kinder deiner Diener werden in Sicherheit wohnen und ihre Nachkommen gedeihen vor dir.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden