Jesaja 5,22–30
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22Wehe denen, die Helden im Weintrinken sind und tapfer im Mischen von starkem Getränk. 23Sie sprechen den Gottlosen gerecht durch ein Bestechungsgeschenk, und den Gerechten nehmen sie ihr Recht. 24Darum: Wie eine Feuerzunge Stoppeln verzehrt, wie dürres Gras in der Flamme zusammensinkt, wird ihre Wurzel wie Asche sein, ihre Blüte auffliegen wie Staub. Denn sie haben das Gesetz Jahwes, des Allmächtigen, verworfen, das Wort des Heiligen Israels verschmäht. 25Darum entflammte der Zorn Jahwes gegen sein Volk, er hob seine Hand und schlug zu, dass die Berge erbebten und Leichen wie Abfall auf den Straßen lagen. Und immer noch hat sich sein Zorn nicht gelegt, seine Hand bleibt drohend ausgestreckt.
Drohung durch ein fremdes Heer
26Er stellt ein Feldzeichen auf für ein Volk in der Ferne, er pfeift es herbei vom Ende der Welt, und schon kommen sie eilig heran. 27Keiner ist erschöpft, und keiner schleppt die Füße nach; keiner nickt ein, sie alle sind wach; keinem geht der Hüftgurt auf, und keinem löst sich ein Riemen vom Schuh. 28Ihre Pfeile sind scharf, ihre Bogen gespannt. Die Hufe ihrer Pferde sind hart wie Stein, die Räder sausen dahin wie der Sturm. 29Ihr Kriegsschrei ist wie Löwengebrüll. Wie junge Löwen brüllen sie auf. Sie knurren, packen die Beute und schleppen sie fort, und niemand reißt sie ihnen weg. 30An dem Tag wird es dröhnen über dem Land, es wird tosen wie die Brandung am Meer. Wohin man dann auf der Erde auch blickt: nur Finsternis und bedrückende Angst. Dichte Wolken verdunkeln das Licht.
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden