Logos Bible Study

Jesaja 62–64

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Die Herrlichkeit Jerusalems

621Um Zions willen darf ich nicht schweigen, um Jerusalems willen will ich nicht ruhen, bis das Recht in ihm aufstrahlt wie das Morgenlicht und seine Rettung wie eine Fackel in der Nacht. 2Die Völker werden deine Gerechtigkeit sehen und alle Könige deine strahlende Pracht. Man legt dir einen neuen Namen bei, den Jahwe selbst für dich bestimmt. 3Du wirst ein Schmuckstück sein in Jahwes Hand, ein königliches Diadem1, gehalten von deinem Gott. 4Du wirst nicht länger „die Verstoßene“ genannt, dein Land wird nicht mehr „Ödland“ heißen, sondern „Gottes Liebling“ nennt man dich und dein Land „Regenland“. Denn Jahwe hat seine Freude an dir, und dein Land wird verheiratet sein. 5Denn wie der junge Mann sein Mädchen heiratet, so vermählen sich deine Söhne mit dir. Und wie der Bräutigam sich an seiner Braut freut, so hat dein Gott Freude an dir.

6Ich habe Wächter auf deine Mauern gestellt, Jerusalem! Ihr Rufen verstummt nicht einen Augenblick, weder am Tag noch in der Nacht. Ihr Wächter sollt Jahwe an Jerusalem erinnern! Gönnt euch keine Rast, 7und lasst ihm keine Ruhe, bis er Jerusalem wieder so hergestellt hat, dass alle Welt die Stadt rühmt. 8Jahwe hat geschworen bei seiner rechten Hand und seinem Siegesarm: „Nie mehr wird dein Korn die Speise deiner Feinde sein, nie mehr trinken Fremde den Wein, für den du so hart gearbeitet hast. 9Nein, wer das Korn einbringt, soll davon essen und Jahwe loben. Wer den Wein liest, soll davon trinken im Vorhof meines Heiligtums.“

10Zieht durch die Tore ein und aus und bahnt dem Volk einen Weg! Baut, ja baut die Straße und räumt die Steine aus dem Weg! Stellt ein Zeichen für die Völker auf! 11Seht, Jahwe lässt es hören bis ans Ende der Welt: „Sagt der Zionsstadt: ‚Pass auf, dein Retter kommt! Schau, er bringt den Siegespreis mit! Das Volk, das er befreite, zieht vor ihm her.‘ “ 12Man wird es nennen „das heilige Volk“ und „Die Erlösten Jahwes“. Und dich wird man nennen „Die Begehrte“ und „Die nie mehr verlassene Stadt“.

Gericht über Völker

631„Wer kommt da vom Edomiterland, aus Bozra mit grellrotem Gewand? Er schreitet in prächtigen Kleidern daher, stolz in seiner gewaltigen Kraft.“ „Ich bin es, der Gerechtigkeit verkündet und der die Macht zum Retten hat!“ 2„Warum ist dein Gewand so rot? Hast du Trauben in der Kelter zerstampft?“ 3„Ja, ich trat die Kelter ganz allein, von den Völkern war niemand dabei. Ich trat sie zusammen in meinem Zorn, zerstampfte sie in meinem Grimm. Ihr Saft ist an meine Kleidung gespritzt, ich besudelte mein ganzes Gewand. 4Ein Tag der Rache lag mir im Sinn, und das Jahr der Erlösung war gekommen. 5Ich blickte umher, doch niemand half. Ich wunderte mich sehr, doch keiner unterstützte mich. Da half mir mein eigener Arm, und mein Zorn gab mir die Kraft. 6Ich zertrat die Völker in meinem Zorn, zerstampfte sie in meinem Grimm und ließ ihren Saft im Boden versickern.“

Gebet und Erhörung

7Ich will daran erinnern, wie Jahwe uns seine Gnade erwies, will denken an die Ruhmestaten des Herrn, an alles, was Jahwe für uns tat, an seine große Güte, die er dem Volk Israel erwies, und zwar aus seinem Erbarmen heraus und seiner übergroßen Freundlichkeit. 8Er sagte: „Gewiss sind sie mein Volk, Kinder, die nicht enttäuschen!“ Und so wurde er ihr Befreier 9aus all ihrer Not. Kein Bote und kein Engel – er selbst hat sie befreit! Aus Liebe und Erbarmen hat er sie erlöst, sie aufgehoben und getragen in all den Tagen der frühen Zeit.

10Doch sie lehnten sich gegen ihn auf, betrübten seinen Heiligen Geist. Da wandelte er sich und wurde ihr Feind und kämpfte nun selbst gegen sie. 11Da dachten sie wieder an die vorige Zeit, als Mose noch in ihrer Mitte war: „Wo ist der Gott, der den Hirten seiner Schafe aus dem Meer herausgezogen hat? Wo ist der, der ihm den Heiligen Geist ins Innerste gab, 12der ihm beistand mit seinem gewaltigen Arm, der das Meer zerteilte vor seinem Volk und sich so einen ewigen Namen erschuf? 13Wo ist der, der sie durch die Fluten führte, wie Pferde durch die Steppe, sodass niemand ins Stolpern geriet? 14Wie das Vieh, das ins Tal hinabzieht, brachte der Geist Jahwes sie zum Ruheplatz. So hast du dein Volk geführt und dir einen ruhmvollen Namen gemacht.“

15Blick doch vom Himmel herab! Sieh her vom Wohnort deiner Majestät und Heiligkeit! Wo ist dein Liebeseifer für uns, wo deine unvergleichliche Macht? Warum hältst du dein Mitleid, dein Erbarmen gegen uns zurück? 16Du bist doch unser Vater! Abraham weiß nichts von uns, und Israel2 würde uns nicht einmal kennen. Du bist unser Vater, Jahwe! „Unser Erlöser von jeher“ wirst du genannt. 17Warum, Jahwe, hast du uns abirren lassen? Warum hast du uns so starrsinnig gemacht? Warum sind wir ohne Ehrfurcht vor dir? Kehr doch bitte wieder um! Wir sind doch deine Diener und das Volk, das dir gehört! 18Vor kurzem erst vertrieben unsere Feinde dein heiliges Volk und zertrampelten dein Heiligtum. 19Es ist, als hättest du nie über uns geherrscht, als hättest du uns nie zu deinem Eigentum gemacht!

O reiß doch den Himmel auf und komm zu uns herab, dass die Berge erbeben vor dir;

641wie das Feuer Reisig entfacht und wie es Wasser wallen macht; dass deine Feinde merken, wer du bist, dass die Völker vor Angst vergehen, 2wenn du furchterregende Taten vollbringst, die niemand von dir erwartet hat! Ja, führest du doch herab, dass die Berge erbebten vor dir! 3Noch nie hat man so etwas gehört, noch niemals so etwas erlauscht, noch nie hat ein Auge einen Gott gesehen wie dich, der an denen, die auf ihn hoffen, so gewaltige Dinge tut!

4Ach, kämst du doch dem entgegen, der freudig tut, was recht vor dir ist, und bei seinem Tun an dich denkt! Nun aber traf uns dein Zorn, denn wir haben uns versündigt an dir. Seit jeher sind wir treulos gewesen! 5Wir alle sind von Unrecht befleckt, selbst unsere gerechten Taten sind besudelt wie ein schmutziges Gewand. Wie Laub sind wir alle verwelkt, unsere Schuld trägt uns fort wie der Wind. 6Es gab niemand, der deinen Namen anrief, der sich aufraffte, um festzuhalten an dir. Denn du hattest dich verborgen vor uns, uns ausgeliefert unserer Schuld.

7Trotzdem bist du unser Vater, Jahwe! Du bist der Töpfer, wir sind der Ton; wir alle sind Gefäße deiner Hand. 8O Jahwe, zürne nicht so sehr, denk nicht für immer an unsere Schuld! Schau bitte her, wir sind doch dein Volk! 9Die Städte deines heiligen Landes sind zerstört, Zion ist verwüstet, Jerusalem ein Trümmerberg. 10Unser heiliges und herrliches Haus, in dem unsere Väter dich lobten, ist ein Raub der Flammen geworden. Alles, was uns lieb und wert war, ist zerstört. 11Kannst du dabei noch an dich halten, Jahwe? Schaust du all dem schweigend zu? Erniedrigst du uns ganz und gar?

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Footnotes

  1. 1Ein Diadem ist keine Krone, sondern ein schmales Band aus Seide, Leinen oder Edelmetall, das oft mit Perlen oder Edelsteinen besetzt ist. Es symbolisiert königliche Würde und Macht.
  2. 2Israel. Gemeint ist Jakob, der von Gott den Namen Israel erhielt.