Logos Bible Study

Jesaja 49–57

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Gottes Diener bringt die Erlösung (49–57)

Zweites Lied vom Diener Gottes

491Hört mir zu, ihr Meeresländer, horcht auf, ihr Völker in der Ferne! Schon im Mutterleib berief mich Jahwe, von Mutterschoß an hat er meinen Namen genannt. 2Er machte meinen Mund zu einem scharfen Schwert und versteckte mich im Schatten seiner Hand. Er machte mich zu einem sicher treffenden Pfeil und hat mich in seinem Köcher verwahrt. 3Er sagte zu mir: „Du bist mein Diener, Israel, an dir zeige ich meine Herrlichkeit!“ 4Ich aber dachte: „Vergeblich habe ich mich gemüht, umsonst und nutzlos meine Kraft vertan. Doch Jahwe sorgt für mein Recht, er verhilft mir zu meinem Lohn.“ 5Jetzt hat Jahwe gesprochen, der mich schon im Mutterleib zu seinem Diener ausgebildet hat, damit Jakob zu ihm zurückgebracht und Israel gesammelt wird. Doch ich bin in Jahwes Augen geehrt, meine Stärke liegt in meinem Gott. 6Er sagte: „Es ist zu wenig, dass du nur mein Diener bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten, zurückzuführen die Verschonten Israels. Ich habe dich auch zum Licht der Nationen gemacht, dass mein Heil das Ende der Erde erreicht.“

7Das sagt Jahwe, der Befreier Israels, sein heiliger Gott, zu dem, der ganz und gar verachtet ist, der von den Völkern verabscheut wird, der auch unter Gewaltherrschern dient: „Könige erheben sich, wenn sie das sehen, und Fürsten werfen sich nieder. Das geschieht, weil Jahwe sein Wort hält, weil der Heilige Israels dich erwählt.“ 8So spricht Jahwe: „Ich habe dich rechtzeitig erhört, am Tag der Rettung habe ich dir geholfen. Ich habe dich vor Schaden bewahrt, damit du dem Volk zum Mittler meines Bundes wirst, um das Land wieder aufzurichten, das verödete Erbe neu zu verteilen, 9um den Gefangenen zu sagen: ‚Ihr seid frei!‘, denen in der Finsternis: ‚Kommt ans Licht!‘

Gleich an den Wegen grasen sie, auf kahlen Hängen finden sie Weide. 10Sie leiden weder Hunger noch Durst. Hitze und Sonnenglut schaden ihnen nicht, denn ihr Erbarmer leitet sie und führt sie immer zur Quelle. 11Alle meine Berge mache ich zum Weg, meine Straßen führen über die Höhen. 12Seht, da kommt mein Volk von ferne! Die einen kommen vom Norden her, die andern übers westliche Meer – und jene aus dem Lande Sewenim3.“

13Jubelt, ihr Himmel, jauchze, du Erde! Ihr Berge, brecht in Jubel aus! Denn Jahwe hat sein Volk getröstet, sich seiner Gebeugten erbarmt.

Trost und Hoffnung für Zion

14Zion sagt: „Jahwe hat mich verlassen, vergessen hat mich der Herr!“ 15„Kann eine Frau denn ihren Säugling vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen könnte, ich vergesse dich nie! 16In beide Handflächen habe ich dich eingraviert, deine Mauern stehen immer vor mir. 17Schon eilen deine Söhne herbei, und die dich zerstört und verwüstet haben, ziehen davon. 18Blick doch auf und schau dich um: Alle versammeln sich und kommen zu dir! So wahr ich lebe“, spricht Jahwe, „du wirst sie anlegen wie einen Schmuck, wirst dich mit ihnen schmücken wie eine Braut. 19Denn deine Trümmerstätten und Einöden, dein verwüstetes Land wird jetzt für seine Bewohner zu eng, denn die dich vernichten wollten, sind weit weg. 20Ja, du warst kinderlos, doch bald sagen deine Kinder zu dir: ‚Uns wird es hier zu eng. Schaffe uns mehr Platz!‘ 21Erstaunt wirst du dich fragen: ‚Wer hat mir diese Kinder geboren? Man hat mir doch meine geraubt, und ich konnte keine weiteren gebären! Ich war verstoßen und verbannt. Wer hat diese hier denn großgezogen? Ich war doch ganz allein. Wo kommen sie nur her?‘ “

22So spricht Jahwe, mein Herr: „Seht, ich hebe vor den Völkern die Hand und stelle mein Feldzeichen für sie auf. Und sie bringen auf den Armen deine Söhne herbei, auf den Schultern tragen sie deine Töchter zu dir. 23Könige werden deine Betreuer sein und Fürstinnen Ammen für dich. Mit dem Gesicht auf der Erde ehren sie dich, küssen den Staub deiner Füße. Dann wirst du erkennen, dass ich Jahwe bin. Niemand wird enttäuscht, der mir vertraut.“

24„Kann man dem Starken die Beute wegnehmen?“, fragst du. „Kann der Fang eines Tyrannen entkommen?“ 25Ja, denn so spricht Jahwe: „Auch einem Starken nimmt man den Gefangenen weg, und die Beute des Tyrannen entkommt. Wer dich angreift, den greife ich an, und deine Kinder rette ich. 26Deine Peiniger speise ich mit ihrem eigenen Fleisch und mache sie betrunken mit dem eigenen Blut. Dann werden alle Menschen erkennen, dass ich, Jahwe, dein Retter bin, der mächtige Gott Jakobs, der dich befreit.“

Israels Schuld

501So spricht Jahwe: „Ihr sagt, ich hätte eure Mutter fortgeschickt? Wo ist denn dann ihr Scheidebrief? Ihr sagt, ich hätte euch als Sklaven verkauft? Wem hätte ich denn so meine Schulden bezahlt? Nein, wegen eurer Sünden wurdet ihr verkauft, wegen eurer Vergehen wurde eure Mutter fortgeschickt. 2Weshalb war kein Mensch da, als ich kam? Weshalb gab keiner Antwort, als ich rief? Ist denn mein Arm zu kurz, um euch zu befreien? Fehlt mir vielleicht die Retterkraft? Durch mein Drohwort vertrocknet das Meer, versiegen die Ströme; die Fische sterben vor Durst und stinken, weil kein Wasser mehr ist. 3Ich kleide den Himmel in Schwarz, bedecke ihn mit einem Trauersack.“

Drittes Lied vom Diener Gottes

4Jahwe, der Herr, er gab mir die Zunge von Schülern, damit ich verstehe die Müden zu stärken, sie aufzurichten durch sein gutes Wort. Er weckt mich jeden Morgen, er weckt mir auch das Ohr, dass ich wachsam höre, was er mich lehren will. 5Jahwe, mein Herr, hat mich bereit gemacht, er öffnete mein Ohr. Ich habe mich nicht widersetzt und bin nicht zurückgescheut. 6Ich hielt meinen Rücken den Schlägern hin, meine Wangen denen, die mich am Bart gezerrt. Mein Gesicht habe ich nicht vor Schimpf und Speichel versteckt. 7Aber Jahwe, mein Herr, steht mir bei. Darum werde ich doch nicht beschämt. Darum konnte ich mein Gesicht hart wie einen Kieselstein machen, denn ich wusste, ich werde nicht enttäuscht. 8Ich habe einen Beistand, der meine Unschuld beweist. Wer tritt da im Prozess gegen mich an? Treten wir zusammen vor den Richter hin! Wer bringt nun etwas gegen mich vor? Er stelle sich mir! 9Seht, Jahwe, mein Herr, hilft mir! Wer beschuldigt mich da noch? Jeder, der das tut, wird zerfallen wie ein von Motten zerfressenes Kleid.

Gottes Erlösung für Israel

10Wer von euch hat Ehrfurcht vor Jahwe? Wer hört auf seinen Diener? Der kann auch im Finstern gehen, wo er keinen Lichtstrahl sieht, denn er vertraut auf den Namen Jahwes und stützt sich auf seinen Gott. 11Doch ihr, die ihr das Feuer schürt und euch mit Brandpfeilen rüstet, lauft nur in eure eigene Glut, geratet zwischen die Pfeile, die ihr angezündet habt! Ihr bekommt es mit mir zu tun, sodass ihr euch in Qualen winden müsst!

511„Hört auf mich, die ihr nach Gerechtigkeit fragt, die ihr nach Jahwe sucht! Schaut zu dem Felsen hin, aus dem ihr gehauen seid, auf den Brunnenschacht, aus dem man euch gegraben hat. 2Seht auf euren Vater Abraham und auf Sara, die euch geboren hat! Als Einzelnen berief ich ihn. Doch ich habe ihn gesegnet und ihm viele Nachkommen geschenkt.“ 3Seid gewiss! Jahwe tröstet Zion und auch alle seine Trümmer! Das verwüstete Land macht er zu einem Paradies, die Steppe wie den Garten Jahwes. Freude und Fröhlichkeit findet man dort, Lobpreis und Gesang.

4„Merke auf, mein Volk und höre auf mich! Denn von mir geht die Weisung aus und mein Recht wird den Völkern zum Licht. 5Meine Wahrheit ist nah, mein Heil tritt hervor, mein Arm verschafft den Völkern ihr Recht. Die Meeresländer hoffen auf mich, auf meinen Beistand warten sie. 6Blickt zum Himmel hoch: Er wird sich auflösen wie Rauch. Schaut auf die Erde unter euch: Sie wird zerfallen wie ein altes Gewand, und ihre Bewohner werden sterben wie die Fliegen. Doch mein Heil wird ewig bleiben, und meine Gerechtigkeit zerbricht nie.

7Hört auf mich, die ihr Gerechtigkeit kennt, du Volk, das meine Weisung in sich trägt: Fürchtet nicht den Hohn von Menschen, erschreckt doch nicht vor ihrem Spott! 8Denn wie die Motte ein Kleid zerfrisst, so wird es ihnen ergehen, wie Wolle, die von der Schabe gefressen wird. Doch meine Gerechtigkeit wird ewig bestehen und mein Heil in jeder Generation.“

9„Wach auf, Jahwe, wach auf! Umkleide dich mit Kraft! Zeig deine Macht, wie du sie in den Tagen der Vorzeit erwiesen hast! Warst du es nicht, der Rahab zerhieb, der das Ungetüm im Meer erstach? 10Hast du nicht das Meer trockengelegt, das Wasser der großen Flut? Hast du nicht den Meeresgrund zu einem Weg gemacht, auf dem hindurchzog dein befreites Volk?“ 11So kehren die von Jahwe Befreiten zurück, voll Jubel kommen sie wieder nach Zion, bleibende Freude wird um sie her sein; ja, Wonne und Glück stellen sich ein, Kummer und Seufzen sind für immer vorbei.

12„Ich, ich bin es, der euch tröstet! Wie kommst du dazu, dich vor Sterblichen zu fürchten, vor Menschen, die vergehen wie Gras, 13und Jahwe zu vergessen, der dich gemacht hat, der den Himmel ausgespannt und die Erde gegründet hat? Warum zitterst du den ganzen Tag vor dem Zorn des Peinigers, der dich unbedingt vernichten will? Wo bleibt denn die Wut deines Feindes? 14Bald werden die Gefesselten befreit, keiner wird durch Hunger sterben, für alle ist genug zu essen da. 15Ich bin doch Jahwe, dein Gott, der das Meer aufwühlt, so dass die Wogen tosen. Sein Name ist Jahwe, der Allmächtige. 16Meine Worte gab ich in deinen Mund, und mit dem Schatten meiner Hand hüllte ich dich ein, als ich den Himmel ausspannte und die Erde gründete, als ich zu Zion sagte: ‚Du bist mein Volk.‘ “

Der Zornbecher Gottes

17Raff dich auf, Jerusalem! Erhebe dich, steh auf! Jahwe ließ dich trinken den Becher seines Zorns. Du hast ihn bis zur Neige ausgeschlürft, den Trank, der jeden taumeln macht. 18Und von all den Söhnen, die Jerusalem gebar, war keiner, der sie an die Hand genommen hat, von allen, die sie aufzog, niemand, der sie führte. 19Doppelt hat es dich getroffen, doch wer zeigt dir schon Mitgefühl? Verwüstung und Zusammenbruch, Hungersnot und Schwert – und niemand tröstet dich. 20Ohnmächtig sanken deine…

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Footnotes

  1. 3Mit Sewenim ist wahrscheinlich eine jüdische Kolonie bei Syene (Assuan) im südlichen Ägypten gemeint. Andere lesen Sinim und deuten es auf China.