Logos Bible Study

Jesaja 37,2–39,8

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2Dann schickte er den Palastvorsteher Eljakim und den Staatsschreiber Schebna mit den Ältesten der Priesterschaft, ebenfalls im Trauersack, zu Jesaja Ben-Amoz. 3Im Namen des Königs sollten sie ihm sagen: „Heute ist ein schrecklicher Tag, wir sind gezüchtigt und geschmäht. Die Kinder sind bis an den Muttermund gekommen, aber zum Gebären ist keine Kraft mehr da. 4Wenn doch Jahwe, dein Gott, die Worte des Rabschake hören wollte, den der König von Assyrien geschickt hat, um ihn, den lebendigen Gott, zu verhöhnen. Vielleicht bestraft er den König wegen dieser Worte, die er gehört hat. Bete doch für die, die von Gottes Volk noch übrig geblieben sind.“

5Die Männer kamen zu Jesaja und erhielten folgende Antwort: 6„Sagt eurem Herrn: ‚So spricht Jahwe: Hab keine Angst vor den Drohungen, die du gehört hast! Fürchte dich nicht vor den Lästerungen der Boten des assyrischen Königs! 7Pass auf, ich werde dafür sorgen, dass er ein Gerücht hört und in sein Land zurückkehrt! Dort werde ich ihn umbringen lassen.‘ “

8Der Rabschake kehrte zu seinem König zurück. Er hatte erfahren, dass dieser von Lachisch aufgebrochen war und inzwischen gegen Libna kämpfte. 9Sein König hatte nämlich gehört, dass der nubische König Tirhaka mit einem Heer gegen ihn heranrücken würde. Deshalb schickte er Boten zu Hiskija 10und ließ ihm ausrichten: „Lass dich von deinem Gott nicht täuschen, auch wenn du ihm vertraust! Denke nicht, dass Jerusalem dem König von Assyrien niemals in die Hände fällt! 11Du hast ja gehört, was die Könige von Assyrien mit all den anderen Ländern gemacht haben, an denen sie den Bann vollstreckten. Und da willst ausgerechnet du verschont bleiben? 12Haben die Götter jener Völker, die meine Vorfahren vernichtet haben, ihre Nationen etwa retten können: Gosan2, Haran, Rezef4 und die Bevölkerung Edens5 in Telassar6? 13Wo sind denn die Könige, die in Hamat und Arpad regierten? Wo sind die Könige von Sefarwajim, Hena7 und Awa?“

14Hiskija nahm das Schreiben der Boten in Empfang und las es. Dann ging er in den Tempel, breitete es vor Jahwe aus 15und betete: 16„Jahwe, du allmächtiger Gott Israels, der über den Cherubim9 thront, du allein bist Gott und Herr über alle Reiche der Welt. Du hast Himmel und Erde geschaffen. 17Schenk mir Gehör, Jahwe! Sieh doch, wie es uns geht! Hör doch, wie Sanherib dich, den lebendigen Gott, verhöhnt! 18Es ist wahr, Jahwe, die Könige von Assyrien haben alle diese Länder verwüstet. 19Sie haben deren Götter ins Feuer geworfen. Aber das waren ja keine Götter, sondern Machwerke aus Holz und Stein, die man vernichten konnte. 20Doch jetzt, Jahwe, unser Gott, rette uns vor ihm, damit alle Königreiche der Welt erkennen, dass du allein Jahwe bist.“

21Da ließ Jesaja Ben-Amoz Hiskija ausrichten: „So spricht Jahwe, der Gott Israels: Was du zu mir wegen Sanherib, dem König von Assyrien, gebetet hast, habe ich gehört. 22Höre nun, was Jahwe über ihn sagt:

Zion, die unberührte junge Frau, verachtet dich und spottet über dich, die Tochter Jerusalem schüttelt den Kopf. 23Wen hast du verhöhnt und geschmäht, gegen wen die Stimme erhoben? Mit wem ließest du dich ein? – Mit Israels heiligem Gott!

24Durch deine Boten verhöhntest du ihn. Du prahlst: ‚Mit den Streitwagen bezwang ich die Berge, ich stieg bis zum Gipfel des Libanon. Den Hochwald seiner Zedern habe ich gefällt, seine schönsten Zypressen dazu. Ich kam auf die entlegenste Höhe, drang in jedes Dickicht vor. 25Ich grub nach Wasser und trank davon. Mit meiner Fußsohle trocknete ich die Flüsse Ägyptens aus.‘

26Hast du das nicht gehört? Schon vor langer Zeit habe ich es gewollt. Seit uralten Tagen habe ich es geplant, jetzt ließ ich es kommen, dass du befestigte Städte zerstörst, sie zu öden Steinhaufen machst. 27Machtlos waren ihre Bewohner, von Schrecken erfüllt. In Schande sind sie gestoßen. Sie waren wie Kraut auf dem Feld, wie grünes Gras, wie Gras auf den Dächern, vom Ostwind verdorrt. 28Ich weiß, ob du ruhst oder gehst oder kommst. Ich kenne auch dein Toben gegen mich. 29Und weil du so gegen mich tobst, ziehe ich dir einen Ring durch die Nase und lege dir einen Zaum ins Maul und führe dich auf dem Weg zurück, auf dem du gekommen bist.

30Und du, Hiskija, wirst daran erkennen, dass es so geschieht: In diesem Jahr werdet ihr den Nachwuchs der Ernte essen, im nächsten Jahr den Wildwuchs, aber im dritten Jahr werdet ihr wieder säen und ernten, Weinberge pflanzen und ihre Früchte genießen. 31Und die Bewohner Judas, die mit dem Leben davongekommen sind, werden wieder Wurzeln schlagen und Früchte tragen. 32Denn ein Rest wird aus Jerusalem kommen, Übriggebliebene vom Berg Zion. Das wird Jahwe, der allmächtige Gott, in seinem Liebeseifer tun.

33Darum sagt Jahwe Folgendes über den assyrischen König: Er wird nicht in diese Stadt eindringen, nicht einen Pfeil wird er hineinschießen. Er wird sie nicht mit Schilden berennen und keinen Wall gegen sie aufschütten. 34Auf demselben Weg, auf dem er gekommen ist, wird er wieder heimkehren. Er wird ganz bestimmt nicht in diese Stadt eindringen, spricht Jahwe. 35Um meiner Ehre willen und meinem Diener David zuliebe werde ich diese Stadt retten und beschützen.“

36In dieser Nacht tötete ein Engel Jahwes im Lager der Assyrer 185.000 Mann10. Am nächsten Morgen war alles mit Leichen übersät. 37Da brach König Sanherib den Feldzug ab und kehrte in seine Heimat nach Ninive zurück. 38Als er eines Tages im Tempel seines Gottes Nisroch betete, erschlugen ihn seine Söhne Adrammelech und Sarezer mit dem Schwert. Daraufhin mussten sie in das Land Ararat11 fliehen, und Sanheribs Sohn Asarhaddon wurde König.

Babylonier in Jerusalem (38–39)

Hiskijas Krankheit

381In dieser Zeit wurde Hiskija todkrank. Da kam der Prophet Jesaja Ben-Amoz zu ihm und richtete ihm aus: „Jahwe sagt: ‚Bereite dich auf dein Ende vor und regle deine Angelegenheiten, du kannst nicht am Leben bleiben!‘ “ 2Da drehte sich Hiskija zur Wand und betete: 3„Ach Jahwe, denk doch daran, dass ich dir immer treu war, dass ich mit ganzer Hingabe tat, was dir gefällt!“ Dann begann er laut zu weinen. 4Da kam das Wort Jahwes zu Jesaja: 5„Geh wieder zu Hiskija und sage ihm: ‚Jahwe, der Gott deines Vorfahren David, lässt dir sagen: Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Ich gebe dir noch fünfzehn Jahre Lebenszeit hinzu. 6Außerdem werde ich dich und diese Stadt vor dem Assyrerkönig retten. Ich werde Jerusalem beschützen. 7Jahwe wird dich an folgendem Zeichen erkennen lassen, dass er seine Zusage wahr macht: 8Pass auf! Ich lasse den Schatten auf der Treppe, die König Ahas gebaut hat, um die zehn Stufen zurückgehen, die er durch die Sonne bereits hinabgegangen ist.‘ “ Da ging der Schatten die zehn Stufen zurück.

9Nachdem Hiskija von seiner Krankheit genesen war, schrieb er folgendes Gedicht nieder:

10„Ich dachte schon: Mitten im Leben stehe ich am Tor der Totenwelt, der Rest meiner Jahre wird mir geraubt. 11Ich dachte, ich werde Jah nicht sehen, Jahwe unter den Lebendigen. Dort, wo die Abgeschiedenen sind, erblickt man keinen Menschen mehr. 12Mein Leben ist wie ein Nomadenzelt, das abgebrochen weggetragen wird. Wie ein Weber sein Tuch habe ich mein Leben zu Ende gewebt. Nun schneidet er mich vom Kettgarn los. Noch ehe der Tag zur Nacht wird, machst du ein Ende mit mir. 13Ich schrie um Hilfe bis zum Morgen, doch wie ein Löwe zerbrach er all mein Gebein. Noch ehe der Tag zur Nacht wird, machst du ein Ende mit mir. 14Meine Stimme piepst wie eine Schwalbe, sie krächzt wie ein Kranich. Wie Taubengurren klingt meine Klage. Mit müden Augen starre ich nach oben. O Herr, ich bin am Ende! Tritt du als Bürge für mich ein! 15Was soll ich denn sagen? Er hat getan, was er mir angekündigt hat, und ich verbringe meine Jahre in bitterem Leid. 16Herr, davon lebt man, und darin lebt auch mein Geist, dass du mich gesund und lebendig machst.

17Doch zum Heil wurde mir das bittere Leid! Du hast mich liebevoll umfangen und mein Leben vor der Grube des Verderbens bewahrt. Ja, alle meine Sünden warfst du weit hinter dich. 18Denn das Totenreich kann dich nicht loben, kein Toter preist dich mit Gesang. Im Grab hofft niemand auf deine Treue. 19Allein der Lebende preist dich so wie ich am heutigen Tag. Der Vater erzählt seinen Kindern von deiner Treue und Wahrhaftigkeit. 20Jahwe war da und rettete mich! Alle Tage unseres Lebens soll das Saitenspiel erklingen im Tempel Jahwes.“

21Jesaja hatte nämlich gesagt, man solle einen Verband aus gepressten Feigen auf das Geschwür legen, damit der König wieder gesund werde. 22Und Hiskija hatte gefragt: „An welchem Zeichen erkenne ich, dass ich wieder in den Tempel Jahwes gehen kann?“

Gesandte aus Babylon

391In dieser Zeit kamen Gesandte des babylonischen Königs Merodach-Baladan, dem Sohn Baladans, zu Hiskija. Der König hatte gehört, dass Hiskija krank gewesen und wieder zu Kräften gekommen war. Er ließ ihm ein Schreiben und Geschenke überbringen.2 2Hiskija freute sich sehr darüber und zeigte ihnen seinen ganzen Besitz: Silber, Gold, die Vorräte an Balsam und feinem Öl, sein Waffenlager und alle seine anderen Schätze. Er zeigte ihnen alles in seinem Haus und in seinem ganzen Reich.

3Da kam der Prophet Jesaja zu ihm und fragte: „Was wollten diese Männer von dir? Woher sind sie gekommen?“ – „Sie kamen aus einem sehr fernen Land“, erwiderte Hiskija, „aus Babylonien“. 4„Was haben sie in deinem Palast gesehen?“, fragte Jesaja weiter. „Sie haben alles gesehen, was ich besitze“, erwiderte Hiskija. „Ich habe sie in alle Schatzkammern schauen lassen.“

5Da sagte Jesaja: „Höre, was Jahwe, der allmächtige Gott, dir sagen lässt: 6‚Eines Tages wird der ganze Reichtum in deinem Palast, alles, was du und deine Vorfahren angehäuft haben, nach Babylon weggeschafft werden. Nichts wird übrig bleiben, spricht Jahwe. 7Und von deinen Enkelsöhnen, deinen Nachfahren, die du gezeugt haben wirst, wird man einige nach Babylon bringen. Sie werden den König dort in seinem Palast bedienen.‘ “

8Da sagte Hiskija zu Jesaja: „Das Wort Jahwes, das du mir…

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Footnotes

  1. 2Gosan. Stadt in Nordmesopotamien, in die einige Israeliten von den Assyrern deportiert worden waren.
  2. 4Rezef. Stadt zwischen Haran und dem Euphrat.
  3. 5Eden. Aramäisches Fürstentum in der Nähe des oberen Euphrat-Tals.
  4. 6Telassar. Noch nicht identifizierte Stadt in Eden zwischen den Flüssen Euphrat und Balich.
  5. 7Hena. Vermutlich Stadt in Nordsyrien.
  6. 9Cherubim. Majestätische (Engel-)Wesen, die Gottes Herrlichkeit repräsentieren. Geschnitzte Abbilder von ihnen breiteten ihre Flügel über die Bundeslade Israels aus und bildeten im Tempel die sichtbare Basis für den unsichtbaren Thron Gottes.
  7. 10n_N 9.250 Mann. Siehe Vorwort.
  8. 11Land Ararat. Armenien, nördlich von Assyrien.
  9. 2Geschenke überbringen. Offenbar wollte er Hiskija in eine anti-assyrische Allianz bringen.