Logos Bible Study

Jesaja 17–20

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Gegen Damaskus

171Das Wort, das auf Damaskus lasten wird: Die Stadt Damaskus gibt es bald nicht mehr, dann ist sie nur noch ein Haufen Schutt. 2Verlassen wird Aroër1 samt Umgebung sein. In aller Ruhe lagern Herden dort und niemand jagt sie weg. 3Aus ist es mit dem Bollwerk Efraïms2, mit dem Damaskus-Königtum. Und was von Syrien übrig bleibt, ist nicht mehr als das von Israel. Das sagt Jahwe, der allmächtige Gott.

4An diesem Tag schrumpft Jakobs3 Pracht erbärmlich ein, das Fett seines Leibes schwindet dahin. 5Es wird wie bei einem Schnitter sein, der die Halme zusammenrafft und mit der Sichel die Ähren abmäht. Es wird sein wie beim Ährenlesen in der Ebene von Refaïm4. 6Nur eine Nachlese bleibt ihm zurück wie beim Abklopfen der Frucht vom Olivenbaum. Zwei, drei Oliven oben am Ast, vier, fünf in seinem Gezweig, sagt Jahwe, Israels Gott.

7An dem Tag schaut der Mensch zu dem, der ihn gemacht hat, und richtet seinen Blick auf den Heiligen Israels. 8Er schaut nicht mehr auf die eigenen Altäre, achtet nicht auf das Machwerk der eigenen Hand, blickt geweihte Pfähle und Sonnensäulen nicht mehr an.

9An dem Tag sind seine befestigten Städte wie verlassene Orte im Wald, sind öde wie die Berggipfel damals bei der Ankunft Israels. 10Ja, du hast vergessen den Gott deines Heils, hast nicht mehr an deine Fluchtburg gedacht. Stattdessen legst du Gärtchen für den „Lieblichen“5 an und setzt fremde Stecklinge hinein. 11Kaum hast du sie gepflanzt, schießen sie hoch, was du morgens gesät hast, sprießt noch am selben Tag. Aber es wird dir nur Schmerzen bringen, Krankheiten, gegen die es keine Heilung gibt.

12Wehe dir! Viele Völker brausen heran: ein Tosen wie das rauschende Meer. Man hört das Toben der Nationen wie das Tosen einer gewaltigen Flut. 13Völker tosen heran wie wütende Wogen, doch von Gott bedroht weichen sie weit zurück. Wie Spreu auf den Bergen, davongeblasen vom Wind, wie Raddisteln6, weggewirbelt vom Sturm. 14Am Abend brachten sie Schrecken über uns, doch am Morgen schon gibt es sie nicht mehr. Ja, unsere Räuber bekommen solchen Lohn, und die uns plündern, erhalten dieses Los.

Gegen Nubien

181Wehe dem Land des Flügelgeschwirrs, das jenseits der Ströme Nubiens liegt, 2das Boten in Papyrusbooten übers Wasser schickt, den Strom1 hinab. Kehrt zurück, ihr schnellen Boten, zu dem glänzenden2, hochgewachsenen Volk, das weit und breit gefürchtet ist, das mit angespannter Kraft alles zertritt, zurück zu dem von Strömen durchfurchten Land. 3Ihr Bewohner der Erde, ihr Bürger der Welt, seht hin, wenn auf den Bergen ein Feldzeichen steht, hört hin, wenn ins Horn gestoßen wird! 4Denn so sagte Jahwe zu mir: „Von meiner Wohnung aus schaue ich untätig zu, ruhig wie die flimmernde Mittagsglut, wie eine Dunstwolke am heißen Erntetag. 5Denn noch vor der Ernte, wenn die Blüte abfällt und der Blütenstand zur reifenden Traube wird, schneidet man mit dem Rebmesser die Ranken weg, reißt die Triebe ab und wirft sie fort. 6Sie werden alle auf den Bergen liegen, den Raubvögeln und Hyänen zum Fraß. Den Sommer über sitzen die Raubvögel darauf, und im Winter fressen die wilden Tiere daran.“ 7Dann wird Jahwe, dem allmächtigen Gott, ein Geschenk dargebracht von einem glänzenden, hochgewachsenen Volk, das weit und breit gefürchtet ist, das mit angespannter Kraft alles zertritt, dessen Land von Strömen durchschnitten wird. Sie werden zu der Stätte kommen, wo der Name Jahwes wohnt, zum Zionsberg.

Gegen Ägypten

191Das Wort, das auf Ägypten lasten wird: Seht, auf schneller Wolke fährt Jahwe und kommt bald in Ägypten an. Ägyptens Götzen zittern vor ihm, und die Ägypter vergehen vor Angst. 2„Ich stachele Ägypter gegen Ägypter auf, dass Bruder gegen Bruder kämpft, Freund gegen Freund, Stadt gegen Stadt und Land gegen Land. 3Ägyptens Mut wird ausgehöhlt, und ich trübe ihre geistige Klarheit. Dann suchen sie bei Götzen Rat, bei Zauberern und Wahrsagern, und sie beschwören die Geister von Toten. 4Ich gebe sie einem harten Herrn in die Hand, einem grausamen König, der über sie herrscht“, spricht der Herr, Jahwe, der Allmächtige.

5Die Wasser des Nil werden versiegen, der Strom versandet, trocknet aus. 6Seine Arme fangen an zu stinken, die Kanäle von Unterägypten werden leer, Rohr und Schilf sind schwarz. 7Das Ried am Fluss, an der Mündung des Nil, das Saatland an den Ufern trocknet aus, zerstiebt, und der Wind weht es weg. 8Da klagen die Fischer, da trauern die Angler und jeder, der ein Netz auswerfen kann. 9Die, die Flachs verarbeiten, sind verzweifelt, und die Leinenweber werden bleich. 10Die Fundamente ‹ihres Lebens› sind zerstört, und die Lohnarbeiter verlieren den Mut.

11Nichts als Narren sind die Fürsten von Zoan2! Pharaos weiseste Räte geben Dummheit von sich. „Söhne von Weisen sind wir!“, sagen sie ihm. „Wir stammen von alten Königen ab!“ 12Wo sind denn nun deine Weisen, Pharao? Können sie dir nicht sagen, was Jahwe, der allmächtige Gott, über Ägypten beschlossen hat? 13Die Fürsten von Zoan sind dumm, und die von Memphis3 geben sich Täuschungen hin. Die Stammesfürsten haben Ägypten ins Taumeln gebracht. 14Jahwe hat einen Geist des Schwindels für ihr Inneres gemischt, sodass sie Ägypten ins Taumeln bringen bei allem, was es tut, dass es wie ein Betrunkener in sein Erbrochenes tappt. 15Ägypten wird keine Tat mehr gelingen, die Kopf oder Schwanz, Palmzweig oder Binse vollbringen.

Ägyptens Bekehrung

16Zu der Zeit werden die Ägypter wie ängstliche Frauen sein. Sie werden zittern und beben, wenn Jahwe, der allmächtige Gott, seine Hand über sie schwingt. 17Vor dem Land Juda haben sie dann schreckliche Angst. Allein der Name Judas bringt die Ägypter zum Zittern. Sie fürchten sich vor dem, was Jahwe, der Allmächtige, gegen sie beschlossen hat. 18In dieser Zeit werden fünf ägyptische Städte die Sprache Kanaans sprechen und schwören bei Jahwe, dem allmächtigen Gott.5 Eine davon wird Ir-Heres heißen. 19Dann wird es mitten in Ägypten einen Altar für Jahwe geben, und an der Grenze ein Steinmal für ihn. 20Das wird die Ägypter ständig an Jahwe, den Allmächtigen, erinnern, besonders wenn sie unterdrückt werden und dann zu Jahwe schreien. Dann wird er einen Retter zu ihnen schicken, der für sie kämpft und sie befreit. 21So wird sich Jahwe den Ägyptern zu erkennen geben, und auch sie werden sehen, wer er ist. Sie werden ihm Schlacht- und Speisopfer bringen und sich immer an das halten, was sie ihm geloben. 22Jahwe wird die Ägypter zwar schlagen, hilft ihnen aber wieder auf. Sie werden zu ihm umkehren, und er wird ihre Gebete erhören und sie heilen. 23Zu der Zeit wird es eine Straße von Ägypten nach Assyrien geben. Die Völker werden sich gegenseitig besuchen und gemeinsam Jahwe dienen. 24Dann wird Israel der Dritte im Bund sein und – zusammen mit Assyrien und Ägypten – ein Segen für die ganze Erde. 25Denn Jahwe, der allmächtige Gott, wird sie segnen mit den Worten: „Gesegnet sei mein Volk Ägypten! Gesegnet sei Assyrien, das Werk meiner Hände! Gesegnet sei Israel, mein Eigentum!“

Die Krise um Aschdod

201Es geschah in dem Jahr, in dem der assyrische König Sargon den Tartan, seinen obersten Feldherrn, nach Aschdod2 schickte und dieser es belagerte und eroberte. 2Jahwe hatte zu Jesaja Ben-Amoz gesagt: „Zieh deinen Trauersack und deine Sandalen aus!“ Er tat es und ging nur mit einem Lendenschurz bekleidet barfuß umher. 3Danach hatte Jahwe gesagt: Drei Jahre lang ist mein Diener Jesaja barfuß und im Lendenschurz herumgelaufen. Als lebendes Zeichen sollte er zeigen, was Ägypten und Nubien treffen wird. 4Der König von Assyrien wird die Ägypter und Nubier gefangen wegtreiben: jung und alt, nackt und barfuß, ja sogar mit entblößtem Gesäß. Was für eine Schande für die Ägypter! 5Und alle, die von Nubien Hilfe erwarteten und so große Stücke auf Ägypten hielten, werden enttäuscht und entmutigt sein. 6Und die Bewohner dieses Küstenstreifens hier werden dann sagen: „Sie waren unsere Hoffnung gewesen! Zu ihnen sind wir um Schutz und Hilfe gelaufen! Sie sollten uns vor dem Assyrer retten! Wo gibt es jetzt noch Rettung für uns?“

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Footnotes

  1. 1Aroër. Stadt am Arnonfluss, 23 km östlich vom Toten Meer. Südlichste Grenze des Einflussgebiets von Syrien.
  2. 2Bollwerk Efraïms. Spielt auf die Allianz des Nordreiches Israel (Efraïm) mit Syrien an.
  3. 3Jakob. Israels Stammvater, steht hier für das ganze Volk.
  4. 4Refaïm. Fruchtbares Gebiet westlich von Jerusalem.
  5. 5den „Lieblichen“. Wahrscheinlich der Frühlingsgott Adonis, der in Syrien und Phönizien verehrt wurde.
  6. 6Raddistel. Vertrocknete und vom Wind verwirbelte Teile der Gundelia (ein Taumelkraut), die als große Bälle weit durch die Steppe getrieben werden konnten.
  7. 1den Strom. Wörtlich: das Meer. Im Altertum Bezeichnung für große Ströme, hier ist der Nil gemeint.
  8. 2glänzenden. Meint vielleicht die mit Öl eingeriebene Haut der Nubier.
  9. 2Zoan ist wahrscheinlich mit Tanis identisch, das im nordöstlichen Teil des Nildeltas liegt.
  10. 3Zoan und Memphis (Hebr.: Nof) waren die beiden alten Hauptstädte Ägyptens.
  11. 5Entweder ist das ein symbolischer Bezug auf die Treue zu Jahwe oder ein Hinweis darauf, dass diese Städte von Juden bewohnt sein werden.
  12. 2Aschdod. Philisterstadt am Mittelmeer.