Jesaja 13–14
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Gott wird die Völker richten (13–27)
Gottes Wort lastet auf Babylon
131Wort, das auf Babylon lastet, und das Jesaja Ben-Amoz offenbart wurde:
2Auf dem kahlen Berg stellt ein Feldzeichen auf, erhebt die Stimme, ruft sie herbei, winkt mit der Hand! Durch die Tore der hohen Herren ziehen sie ein. 3Ich selbst rief meine Heiligen zum Kampf, sie jubeln über meine Hoheit und Macht. 4Hört ihr das Dröhnen auf den Bergen, Getöse wie von einer großen Menge? Horch! Ganze Königreiche kommen heran, viele Nationen versammeln sich. Jahwe, der allmächtige Gott, mustert sein Heer. 5Aus fernen Ländern kommen sie, von dort wo der Himmel die Erde berührt. Es ist Jahwe mit den Waffen seines Zorns, um zugrunde zu richten das ganze große Reich. 6Schreit vor Angst, denn Jahwes Tag ist nah! Der Allmächtige holt zum Vernichtungsschlag aus. 7Da werden alle Hände schlaff, und jeden verlässt der Mut. 8Vor Schrecken sind sie ganz verstört, von Krämpfen und Wehen gepackt. Sie winden sich wie eine gebärende Frau. Einer starrt den anderen an, wie Feuer glüht ihr Gesicht.
9Seht, es kommt der Gerichtstag Jahwes, ein grausamer Tag, voll Wut und Zorn. Er macht die Erde zu einer Wüste und vernichtet alle Sünder darin. 10Die Sterne am Himmel funkeln nicht mehr, vergeblich sucht man den Orion, die Sternbilder haben kein Licht. Die Sonne wird schon im Aufgang finster, und der Mond gibt kein Licht in der Nacht. 11Für ihre Bosheit strafe ich die ganze Welt, ihre Schuld zahle ich allen Gottlosen heim. Die Arroganz der Stolzen löse ich auf, und den Hochmut der Herrscher erniedrige ich. 12Einen Mann lasse ich seltener werden als gediegenes Gold, ein Mensch wird kostbarer als Ofir-Gold sein. 13Ich werde den Himmel erzittern lassen, die Erde wird beben vom Grimm Jahwes an dem Tag, an dem der Allmächtige zürnt. 14Sie werden wie aufgescheuchte Gazellen sein, wie eine Herde, die kein Hirt zusammenhält. Jeder flieht zu seinem Volk, eilt in sein Heimatland zurück. 15Es wird jeder erstochen, den man erwischt; wen man packt, den trifft das Schwert. 16Sie müssen es mit eigenen Augen sehen, wie man ihre Kinder zerschmettert, ihre Häuser plündert und ihre Frauen schändet. 17Ja, die Meder lasse ich auf sie los, die das Geld nicht achten, die man nicht mit Gold bestechen kann. 18Ihre Pfeile strecken junge Männer nieder, mit Kindern machen sie kurzen Prozess und selbst Säuglinge verschonen sie nicht. 19Wie es Sodom und Gomorra erging, den Städten, die Gott zerstörte, so wird es auch mit Babylon sein, dem Juwel von Königreichen, dem Schmuckstück der stolzen Chaldäer2. 20Es bleibt auf Dauer unbewohnt, unbesiedelt für alle Zeit. Kein Nomade schlägt dort seine Zelte auf, kein Hirt lässt seine Schafe dort ruhen. 21Nur Wüstenspuk gibt es an diesem Ort und Häuser voller Eulen. Strauße wird man dort finden, und Dämonen führen ihre Tänze auf. 22Wildhunde heulen in verlassenen Palästen und Schakale in den Schlössern der Lust. Die Tage der Stadt sind gezählt, bald schlägt die letzte Stunde von Babylon.
Das Spottlied auf den König von Babel
141Denn Jahwe wird sich über die Nachkommen Jakobs erbarmen. Er wird Israel noch einmal erwählen und in sein Land zurückbringen. Fremde werden sich ihnen dabei anschließen und dann zum Volk Israel gehören. 2Andere Völker werden sie in ihre Heimat zurückbringen. Und dort, im Land Jahwes, werden die Israeliten sie zu Sklaven und Sklavinnen machen. Sie werden die gefangen nehmen, die einst sie in die Gefangenschaft führten, und ihre ehemaligen Unterdrücker unterdrücken. 3Und wenn Jahwe dir dann Ruhe gewährt von aller Qual und Unruhe und dem harten Sklavendienst, 4wirst du ein Spottlied auf den König von Babel singen:
„Ach, der Unterdrücker nahm ein Ende! Mit seiner Schreckensherrschaft ist es aus! 5Zersplittern ließ Jahwe den Knüppel der Bösen, zerbrach den Stock der Tyrannen, 6der die Völker schlug in blinder Wut und ihnen grausame Schläge versetzte, der sie in wildem Zorn unterdrückte und sie hetzte ohne Erbarmen. 7Nun ruht und rastet die ganze Erde. Jubel bricht aus! 8Selbst die Zypressen freuen sich mit, auch die Zedern auf dem Libanon: ‚Seit du gefallen bist und unten liegst, kommt kein Fäller mehr zu uns herauf.‘
9Die ganze Totenwelt ist aufgeregt und bereit, dich zu empfangen. Für dich wurden Totengeister aufgestört, die Mächtigen aus einer früheren Welt. Man schreckt die Könige der Völker auf, alle springen von ihren Thronen. 10Der Chor der Schatten ruft dir zu: ‚Nun bist du genauso wie wir, schwach und ohne Macht.‘ 11Ins Totenreich gestürzt ist deine Pracht und deine rauschende Harfenmusik. Maden bekommst du als Bett und mit Würmern deckst du dich zu.
12Ach wie bist du vom Himmel gefallen, funkelnder Morgenstern, zu Boden geschmettert, Eroberer der Welt! 13Du, du hattest in deinem Herzen gedacht: ‚Ich will zum Himmel hochsteigen! Höher als die göttlichen Sterne stelle ich meinen Thron! Im äußersten Norden setze ich mich hin, dort auf den Versammlungsberg2! 14Über die Wolken will ich hinauf, dem Allerhöchsten gleichgestellt sein!‘
15Doch ins Reich der Grüfte musst du hinab, wirst auf den Grund der Totenwelt gestürzt. 16Wer dich einst gesehen hat, betrachtet dich nun, schaut dich nachdenklich an: ‚Ist das der Mann, der die Erde zittern ließ, der Königreiche aus den Angeln hob?‘ 17Er machte Städte dem Erdboden gleich und verwüstete die ganze Welt. Wen er gefangen nahm, der kehrte nie zurück.
18Alle Herrscher setzt man prächtig bei, in Ehren ruhen sie in ihrer Gruft. 19Doch du liegst ohne Grab auf freiem Feld, hingeworfen wie ein dürrer Zweig, zertrampelt wie ein totes Tier, mit Leichen von Erschlagenen bedeckt. 20Dich bettet man nicht in die steinerne Gruft, mit denen dort wirst du niemals vereint. Denn dein Land hast du zerstört, hingemordet dein eigenes Volk. Dein Verbrechergeschlecht soll in Ewigkeit vergessen sein! 21Bringt seine Söhne her und schlachtet sie ab! Denn auf ihren Vätern lastete Schuld. Nie wieder dürfen sie an die Macht, nie sei die Welt in ihrem Besitz und der Erdkreis mit ihren Städten gefüllt.“
Die völlige Vernichtung Babylons
22„Ich werde mich gegen sie stellen!“, sagt Jahwe, der allmächtige Gott. „Mit Kind und Kindeskind rotte ich Babylon aus, mit Stumpf und Stiel! 23Zum Besitz der Igel mache ich es, und zu einem Sumpfgebiet. Ich kehre es mit eisernem Besen aus“, sagt Jahwe, der allmächtige Gott.
Gegen Assyrien
24Jahwe, der allmächtige Gott, hat es geschworen: „Wie ich es mir vornahm, so wird es geschehen, es wird so kommen, wie ich es beschloss. 25Assyriens Macht zerbreche ich in meinem Land, auf meinen Bergen zertrete ich sie. Dann weicht ihr Joch von meinem Volk, von seinem Nacken fällt es ab.“ 26Das ist Gottes Beschluss über die ganze Welt, und das ist die Hand, die gegen alle Völker ausgestreckt ist. 27Denn Jahwe, der allmächtige Gott, setzte es fest. Wer kann ihn daran hindern? Seine Hand ist drohend ausgestreckt. Wer wendet sie wieder zurück?
Gegen die Philister
28Im Todesjahr von König Ahas kam dieses belastende Wort: 29„Freue dich nicht zu früh, Philisterland! Zwar ist der Stock zerbrochen, der dich schlug, doch aus der toten Schlange fährt eine Natter heraus, und aus der Natter kommt ein fliegender Drache.
30Auf meiner Wiese weiden die Schwachen, dort leben die Armen in Sicherheit. Doch deine Wurzel wird durch Hunger zerstört, und der Drache bringt den Rest von dir um. 31Heult auf, ihr Tore! Schrei um Hilfe, du Stadt! Verzage, ganz Philisterland! Eine Rauchwolke kommt von Norden heran. Es ist ein gewaltiges, geschlossenes Heer.
32Was für eine Antwort gibt man den Boten dieser Nation? Jahwe hat die Grundmauern Zions gelegt. Dort finden die Armen seines Volkes sicheren Schutz!“
Footnotes
Copyright 2018 Karl-Heinz Vanheiden