Logos Bibelsoftware

Jesaja 11–13

Neue evangelistische ÜbersetzungAndere Übersetzungen

Deutsch

Arabisch

Chinesisch (traditionell)

Chinesisch (vereinfacht)

Englisch

Französisch

Hebräisch

Italienisch

Koreanisch

Latein

Portugiesisch

Russisch

Spanisch

Tschechisch

Ungarisch

Das Reich des Messias

111Aus Isais Stumpf1 wächst ein Spross heraus, aus seinen Wurzeln schießt ein Trieb, der Früchte bringen wird. 2Auf ihm wird ruhen der Geist Jahwes, der Geist der Weisheit und des Verstands, der Geist des Rates und der Kraft, der Erkenntnis und der Ehrfurcht vor Jahwe. 3Jahwe zu fürchten ist ihm eine Lust.

Er urteilt nicht nach Augenschein, verlässt sich nicht auf das, was er hört, 4sondern richtet auch die Geringen gerecht und die Gebeugten im Land erhalten ihr Teil. Seine Befehle halten das Land in Zucht, und der Hauch seines Mundes bringt den Gesetzlosen um. 5Sein Hüftschurz heißt Gerechtigkeit. Und Wahrheit ist der Gurt, der seine Lenden umschließt.

6Dann ist der Wolf beim Lamm zu Gast, und neben dem Böckchen liegt ein Leopard. Kalb und Löwenjunges wachsen miteinander auf; ein kleiner Junge hütet sie. 7Kuh und Bärin teilen eine Weide, und ihre Jungen legen sich zusammen hin. Und der Löwe frisst Stroh wie das Rind. 8Der Säugling spielt am Schlupfloch der Schlange, in die Höhle der Otter steckt das Kleinkind die Hand. 9Auf dem ganzen heiligen Berg wird niemand Böses tun, niemand stiftet Unheil, richtet Schaden an. Und wie das Wasser den Meeresgrund bedeckt, so ist das Land von der Erkenntnis Jahwes erfüllt.

10An dem Tag wird es Isais Wurzelspross sein, der als Zeichen für alle Völker dasteht; dann kommen sie und suchen Rat bei ihm. Sein Palast ist voller Herrlichkeit. 11Wenn diese Zeit gekommen ist, erhebt der Herr noch einmal die Hand. Dann wird er den Rest seines Volkes befreien, von Assyrien und Ägypten, von Nubien3 und vom Oberlauf des Nil, von Elam4, Schinar5 und Hamat6 und von jedem Küstenland7. 12Er stellt diesen Völkern ein Feldzeichen auf und sammelt Israels Verstoßene ein. Die Versprengten Judas holt er vom Ende der Welt. 13Dann verfliegt die Eifersucht auf Efraïm, dann ist die Feindschaft Judas vorbei. Efraïm wird gegen Juda nicht mehr eifersüchtig sein, und auch Juda bedrängt Efraïm nicht mehr. 14Gemeinsam stürmen sie die Hänge hinab nach Westen gegen die Philister. Und im Osten plündern sie die Wüstenstämme aus. Edom8 und Moab9 sind in ihrer Hand, und die Ammoniter10 werden ihnen hörig sein. 15Jahwe teilt den Golf am ägyptischen Meer und droht dem Euphrat mit seiner Hand. Er zerreißt den Strom in sieben Bäche durch seine Glut, dass man zu Fuß hindurchgehen kann. 16So entsteht eine Straße für den Rest seines Volkes, der in Assyrien überlebt hat, wie es damals eine Straße gab, als Israel Ägypten verließ.

121Dann wirst du sagen: „Ich preise dich, Jahwe! Du warst zornig auf mich, doch nun hat dein Zorn sich gelegt, und ich empfange deinen Trost. 2Seht den Gott meines Heils! Ich habe Vertrauen und fürchte mich nicht, denn Jahwe ist meine Stärke, Jah1 ist meine Freiheit und mein Lied!“ 3Voller Freude sollt ihr Wasser schöpfen, Wasser aus den Quellen des Heils. 4An dem Tag werdet ihr sagen: „Preist Jahwe! Ruft seinen Namen aus! Macht unter den Völkern sein Wirken bekannt! Sagt ihnen, wie unvergleichlich groß er ist! 5Lobsingt zur Ehre Jahwes, denn er hat Gewaltiges getan! Erfahren möge es die ganze Welt! 6Jauchze und juble, du Zionsstadt, denn der Heilige Israels wohnt in dir!“

Gott wird die Völker richten (13–27)

Gottes Wort lastet auf Babylon

131Wort, das auf Babylon lastet, und das Jesaja Ben-Amoz offenbart wurde:

2Auf dem kahlen Berg stellt ein Feldzeichen auf, erhebt die Stimme, ruft sie herbei, winkt mit der Hand! Durch die Tore der hohen Herren ziehen sie ein. 3Ich selbst rief meine Heiligen zum Kampf, sie jubeln über meine Hoheit und Macht. 4Hört ihr das Dröhnen auf den Bergen, Getöse wie von einer großen Menge? Horch! Ganze Königreiche kommen heran, viele Nationen versammeln sich. Jahwe, der allmächtige Gott, mustert sein Heer. 5Aus fernen Ländern kommen sie, von dort wo der Himmel die Erde berührt. Es ist Jahwe mit den Waffen seines Zorns, um zugrunde zu richten das ganze große Reich. 6Schreit vor Angst, denn Jahwes Tag ist nah! Der Allmächtige holt zum Vernichtungsschlag aus. 7Da werden alle Hände schlaff, und jeden verlässt der Mut. 8Vor Schrecken sind sie ganz verstört, von Krämpfen und Wehen gepackt. Sie winden sich wie eine gebärende Frau. Einer starrt den anderen an, wie Feuer glüht ihr Gesicht.

9Seht, es kommt der Gerichtstag Jahwes, ein grausamer Tag, voll Wut und Zorn. Er macht die Erde zu einer Wüste und vernichtet alle Sünder darin. 10Die Sterne am Himmel funkeln nicht mehr, vergeblich sucht man den Orion, die Sternbilder haben kein Licht. Die Sonne wird schon im Aufgang finster, und der Mond gibt kein Licht in der Nacht. 11Für ihre Bosheit strafe ich die ganze Welt, ihre Schuld zahle ich allen Gottlosen heim. Die Arroganz der Stolzen löse ich auf, und den Hochmut der Herrscher erniedrige ich. 12Einen Mann lasse ich seltener werden als gediegenes Gold, ein Mensch wird kostbarer als Ofir-Gold sein. 13Ich werde den Himmel erzittern lassen, die Erde wird beben vom Grimm Jahwes an dem Tag, an dem der Allmächtige zürnt. 14Sie werden wie aufgescheuchte Gazellen sein, wie eine Herde, die kein Hirt zusammenhält. Jeder flieht zu seinem Volk, eilt in sein Heimatland zurück. 15Es wird jeder erstochen, den man erwischt; wen man packt, den trifft das Schwert. 16Sie müssen es mit eigenen Augen sehen, wie man ihre Kinder zerschmettert, ihre Häuser plündert und ihre Frauen schändet. 17Ja, die Meder lasse ich auf sie los, die das Geld nicht achten, die man nicht mit Gold bestechen kann. 18Ihre Pfeile strecken junge Männer nieder, mit Kindern machen sie kurzen Prozess und selbst Säuglinge verschonen sie nicht. 19Wie es Sodom und Gomorra erging, den Städten, die Gott zerstörte, so wird es auch mit Babylon sein, dem Juwel von Königreichen, dem Schmuckstück der stolzen Chaldäer2. 20Es bleibt auf Dauer unbewohnt, unbesiedelt für alle Zeit. Kein Nomade schlägt dort seine Zelte auf, kein Hirt lässt seine Schafe dort ruhen. 21Nur Wüstenspuk gibt es an diesem Ort und Häuser voller Eulen. Strauße wird man dort finden, und Dämonen führen ihre Tänze auf. 22Wildhunde heulen in verlassenen Palästen und Schakale in den Schlössern der Lust. Die Tage der Stadt sind gezählt, bald schlägt die letzte Stunde von Babylon.

In Logos lesen

Fußnoten

  1. 1Isais Stumpf. Isai war der Vater von König David. Gemeint ist also ein Nachkomme Davids.
  2. 3Nubien. Hebräisch: Kusch. Land am Oberlauf des Nil, südlich von Ägypten.
  3. 4Elam. Persische Provinz um die Hauptstadt Susa.
  4. 5Schinar. Babylonien.
  5. 6Hamat. Heute: Labwe, etwa 70 km nördlich vom Berg Hermon.
  6. 7Küstenland. Gemeint sind die Inseln und Küstenländer des Mittelmeers.
  7. 8Edom. Land östlich der Araba im Süden des Toten Meeres, bewohnt von den Nachkommen Esaus.
  8. 9Die Moabiter lebten östlich des Toten Meeres zwischen den Flüssen Arnon und Zered.
  9. 10Die Ammoniter waren nordöstliche Nachbarn der Moabiter.
  10. 1Jah. Kurzform von Jahwe.
  11. 2Chaldäer. Bewohner von Süd-Babylonien, später wurden alle Babylonier Chaldäer genannt.