Logos Bibelsoftware

Hesekiel 3–4

Neue evangelistische ÜbersetzungAndere Übersetzungen

Deutsch

Arabisch

Chinesisch (traditionell)

Chinesisch (vereinfacht)

Englisch

Französisch

Hebräisch

Italienisch

Koreanisch

Latein

Portugiesisch

Russisch

Spanisch

Tschechisch

Ungarisch

31Da sagte er zu mir: „Nimm diese Schriftrolle, Mensch, und iss sie auf! Dann geh los und rede zu den Leuten von Israel!“ 2Ich öffnete den Mund, und er gab mir die Rolle zu essen. 3Dabei sagte er: „Füll deinen Magen mit dieser Schriftrolle, Mensch, und iss sie ganz auf!“ Ich aß die Rolle. Sie schmeckte süß wie Honig.

4Dann sagte er zu mir: „Geh nun zu den Israeliten und gib ihnen meine Worte weiter. 5Ich schicke dich ja nicht zu einem Volk mit fremder und schwieriger Sprache, sondern zu Israel. 6Wenn ich dich zu Völkern mit fremden und schwierigen Sprachen schicken würde – sie würden auf dich hören! 7Aber die Leute von Israel werden nicht auf dich hören wollen, weil sie mich nicht hören wollen, denn sie haben eine harte Stirn und ein verstocktes Herz. 8Doch ich mache dein Gesicht ebenso hart wie ihres und deine Stirn wie ihre Stirn, 9ja noch härter als Diamant und Kieselstein. Hab keine Angst vor ihnen und erschrick nicht vor ihren Mienen. Sie sind ein stures Volk.“

10Weiter sagte er zu mir: „Hör mir gut zu, Mensch, und nimm dir meine Worte zu Herzen! 11Nun auf mit dir! Geh zu den Verschleppten aus deinem Volk und sag zu ihnen – ob sie es hören wollen oder nicht –: ‚So spricht Jahwe, der Herr!‘ “

12Da hob mich der Geist hoch. Hinter mir hörte ich ein starkes Rucken und dann: „Gepriesen sei die Herrlichkeit Jahwes von seiner Wohnung her!“ 13Ich vernahm das Rauschen der Flügel dieser Lebewesen, die einander berührten, und das Sausen der Räder neben ihnen. Es war ein gewaltiges Getöse. 14Der Geist hob mich also hoch und nahm mich weg. Jahwes Hand lag hart auf mir, und ich fuhr dahin, erbittert und tief innerlich erregt. 15So kam ich zu den Verschleppten, die in Tel-Abib am Fluss Kebar wohnten. Sieben Tage lang saß ich verstört unter ihnen.

Der Prophet als Wächter

16Nach diesen sieben Tagen kam das Wort Jahwes zu mir. Er sagte: 17„Du Mensch, ich habe dich zum Wächter für die Leute von Israel bestellt. Wenn du eine Botschaft von mir bekommst, musst du sie in meinem Auftrag warnen! 18Wenn ich also zu dem Schuldigen sage: ‚Du musst sterben!‘, und du hast ihn nicht gewarnt, ihn nicht von seinen schlimmen Wegen abgebracht, du hast ihm nichts gesagt, um sein Leben zu retten – dann wird er zwar sterben, wie er es verdient hat, aber dich ziehe ich für seinen Tod zur Rechenschaft! 19Warnst du den Schuldigen und er bekehrt sich nicht von seiner Gottlosigkeit und seinem unrechten Tun – dann wird er wegen seiner Schuld sterben, aber du hast dein Leben gerettet. 20Und wenn ein Mensch, der gottgefällig lebt, sich davon abwendet und anfängt, Unrecht zu tun, weil ich ihn auf die Probe gestellt habe, dann muss er sterben. Alles Gute, was er vorher getan hat, zählt dann nicht mehr. Hast du ihn nicht gewarnt, muss er wegen seiner Sünde sterben, aber dich ziehe ich für seinen Tod zur Rechenschaft! 21Doch wenn du den Gerechten gewarnt hast, dass er sich bewährt und nicht sündigt, dann bleibt er am Leben, weil er sich warnen ließ, und auch du hast dein Leben gerettet.“

Der Prophet wird stumm

22Dann legte sich die Hand Jahwes auf mich. Er befahl mir: „Steh auf und geh in die Ebene hinaus! Dort will ich mit dir reden!“ 23Ich stand auf und ging. Als ich in die Ebene kam, sah ich die Herrlichkeit Jahwes dort stehen, so wie ich sie schon am Fluss Kebar gesehen hatte. Da stürzte ich zu Boden auf mein Gesicht. 24Aber dann kam der Geist in mich und stellte mich wieder auf die Füße. Jahwe sagte zu mir: „Geh in dein Haus und schließ dich ein! 25Du wirst dort mit Stricken gefesselt sein, so dass du nicht mehr zu ihnen hinausgehen kannst. 26Ich lasse dir die Zunge am Gaumen kleben und mache dich stumm. Du sollst kein Strafprediger mehr für sie sein, denn sie sind ein trotziges Volk. 27Wenn ich aber mit dir rede, werde ich deine Zunge lösen. Dann sollst du ihnen sagen: ‚So spricht Jahwe, der Herr!‘ Wer es hören will, mag hören, wer es lassen will, mag es lassen! Sie sind ein stures Volk.“

Die Zeichen für das Ende der Stadt (4–7)

Das Zeichen der Belagerung

41„Du, Mensch, nimm dir einen Lehmziegel, leg ihn vor dich hin und ritze den Umriss der Stadt Jerusalem darauf ein. 2Dann eröffne die Belagerung gegen die Stadt: Baue Belagerungstürme, schütte einen Wall gegen sie auf, richte ein Heerlager ein und stelle Rammböcke gegen ihre Mauern ringsum! 3Nimm dir dann eine eiserne Pfanne und stelle sie als eiserne Mauer zwischen dich und die Stadt. Dann blick auf sie hin: Nun ist sie belagert, und du belagerst sie. Das soll ein Zeichen für die Leute von Israel sein.“

Das Zeichen des Gebundenseins

4„Dann legst du dich auf deine linke Seite und nimmst die Schuld der Israeliten auf dich. Während du so daliegst, sollst du ihre Schuld tragen. 5Ich habe dir nämlich die Jahre ihrer Schuld zu einer Tageszahl gemacht. 390 Tage musst du die Schuld des Hauses Israel1 tragen. 6Wenn du damit fertig bist, legst du dich auf deine rechte Seite und trägst die Schuld des Hauses Juda, 40 Tage lang, einen Tag für jedes Jahr. So habe ich es festgesetzt. 7Dabei sollst du deine Blicke und deinen bloßen Arm auf das belagerte Jerusalem richten und gegen die Stadt weissagen. 8Pass auf! Ich werde dich mit Stricken fesseln, dass du dich nicht von einer Seite auf die andere wälzen kannst, bis du die Tage deiner Belagerung überstanden hast.“

Das Zeichen der unreinen Speise

9„Nimm dir jetzt Weizen, Gerste, Bohnen, Linsen, Hirse und Dinkel, schütte alles in ein einziges Gefäß und backe daraus Brot. Das ist deine Speise für die 390 Tage, in denen du auf deiner Seite liegst. 10Deine Tagesration beträgt 260 Gramm2 Brot, und du sollst es zu bestimmten Zeiten essen. 11Auch das Wasser, das du zu bestimmten Zeiten trinkst, soll jeweils nur ein halber Liter3 sein. 12Das Brot sollst du wie Gerstenfladen backen4. Als Brennmaterial nimm vor aller Augen Menschenkot dazu! 13Denn auch die Israeliten werden bei den Völkern, unter die ich sie verstreue, ihr Brot unrein essen müssen.“ 14Da sagte ich: „Ach Herr, Jahwe, von meiner Kindheit an habe ich nichts gegessen, was unrein macht. Nie habe ich Fleisch von verendeten oder gerissenen Tieren gegessen und nie unrein gewordenes Opferfleisch angerührt.“ 15Da sagte er zu mir: „Gut, ich erlaube dir Kuhmist zu nehmen statt Menschenkot.“ 16Und er fuhr fort: „Du Mensch, hör zu! Ich zerstöre Jerusalems Vorrat an Brot, sodass sie es abwiegen werden und mit Angst essen und das Wasser abmessen und mit Entsetzen trinken. 17Wegen ihrer Schuld werden sie Mangel an Brot und Wasser haben und werden einer nach dem anderen elend zugrunde gehen.“

In Logos lesen

Fußnoten

  1. 1Haus Israel bezieht sich hier auf die zehn Stämme des Nordreiches Israel, von dem die allermeisten Bewohner vor mehr als 100 Jahren nach Assyrien verschleppt worden waren.
  2. 2Wörtlich: 20 Schekel. Mit 13 g pro Schekel gerechnet.
  3. 3Liter. Wörtlich: ein Sechstel Hin
  4. 4backen. Brotfladen wurden auf erhitzten Steinen gebacken.