Logos Bible Study

Exodus 14–15

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Die Reise zum Sinai (14–18)

Israel am Schilfmeer

141Da sagte Jahwe zu Mose: 2„Befiehl den Israeliten, umzukehren und ihr Lager vor Pi-Hahirot aufzuschlagen, zwischen Migdol1 und dem Meer, gegenüber von Baal-Zefon. 3Der Pharao wird denken: ‚Sie irren ziellos im Land herum und sitzen in der Wüste fest.‘ 4Ich werde ihn so starrsinnig machen, dass er euch verfolgen wird. Dann will ich ihm und seinem ganzen Heer meine Macht zeigen. Die Ägypter sollen erkennen, dass ich Jahwe bin.“ Die Israeliten folgten dem Befehl.

5Als man dem König von Ägypten meldete, Israel sei geflohen, bereuten er und seine Hofbeamten ihre Nachgiebigkeit. Sie sagten: „Wie konnten wir Israel nur aus unserem Dienst entlassen!“ 6So ließ er seinen Streitwagen anspannen und nahm seine Truppen mit: 7die 600 Streitwagen seiner Elitetruppe und alle Wagen Ägyptens. Auf jedem war ein dritter zusätzlicher Wagenkämpfer2. 8Jahwe hatte den Pharao, den König von Ägypten, starrsinnig gemacht, so dass er die Israeliten verfolgte, die kühn3 aus dem Land zogen. 9Die Ägypter jagten ihnen mit allen Pferden, Streitwagen und Reitern des Pharao nach. Sie holten die Israeliten ein, als diese noch am Meer bei Pi-Hahirot gegenüber Baal-Zefon lagerten.

10Als der Pharao sich näherte und die Israeliten sahen, dass die Ägypter sie verfolgten, wurden sie von Angst gepackt und schrien zu Jahwe. 11Mose warfen sie vor: „Es gab wohl keine Gräber in Ägypten, dass du uns zum Sterben in die Wüste geführt hast? Was hast du uns da angetan! Warum hast du uns aus Ägypten herausgeführt? 12Haben wir es dir nicht schon dort gesagt: ‚Lass uns in Ruhe, wir wollen den Ägyptern dienen!‘? Wir wären besser Sklaven der Ägypter, als hier in der Wüste umzukommen!“ 13Mose antwortete ihnen: „Habt keine Angst! Stellt euch auf und schaut euch an, wie Jahwe euch heute retten wird! Denn die Ägypter, die ihr heute noch seht, werdet ihr nie wieder zu Gesicht bekommen. 14Jahwe wird für euch kämpfen, ihr selbst müsst gar nichts tun.“

Israels Rettung durch das Schilfmeer hindurch

15Jahwe sagte zu Mose: „Was schreist du zu mir? Sag den Israeliten, sie sollen aufbrechen. 16Und du heb deinen Stab hoch und streck deine Hand über das Meer aus! Spalte es, damit die Israeliten auf dem Trockenen ins Meer hineingehen können! 17Ich aber werde die Ägypter so starrsinnig machen, dass sie ihnen hinterherjagen. Dann werde ich am Pharao und seiner ganzen Heeresmacht, an seinen Streitwagen und Reitern, meine Macht beweisen. 18So sollen die Ägypter erkennen, dass ich Jahwe bin, wenn ich mich am Pharao, an seinen Wagen und Reitern verherrlicht habe.“

19Der Engel Gottes, der den Zug der Israeliten anführte, ging nun ans Ende der Kolonne, und die Wolkensäule, die sonst immer vor ihnen war, stellte sich hinter sie. 20So kam sie zwischen die beiden Heerlager. Auf der Seite der Ägypter stand eine finstere Wolke, aber auf der Seite der Israeliten erhellte sie die Nacht. So konnten die Ägypter ihnen die ganze Nacht nicht näher kommen. 21Mose streckte seine Hand über das Meer aus, und Jahwe ließ die ganze Nacht einen starken Ostwind wehen, der das Wasser zurücktrieb. So verwandelte sich das Meer in trockenes Land. Das Wasser hatte sich geteilt. 22Dann gingen die Israeliten auf dem Trockenen mitten durchs Meer. Das Wasser stand wie eine Mauer auf beiden Seiten. 23Die Ägypter verfolgten sie. Alle Pferde und Streitwagen des Pharao und alle seine Reiter jagten ins Meer. 24Kurz vor Tagesanbruch schaute Jahwe in der Feuer- und Wolkensäule auf das Heer der Ägypter herab und brachte es durcheinander. 25Er ließ die Räder ihrer Streitwagen sich lösen und sie nur mühsam vorankommen. Da sagten die Ägypter: „Wir müssen fliehen! Jahwe kämpft für Israel und ist gegen uns.“

26Da sagte Jahwe zu Mose: „Streck deine Hand über das Meer aus! Dann wird das Wasser zurückfluten und wird die Ägypter, ihre Streitwagen und ihre Reiter bedecken.“ 27Mose streckte seine Hand aus, und bei Tagesanbruch strömte das Wasser zurück. Die fliehenden Ägypter rannten geradewegs hinein. Jahwe trieb sie mitten ins Meer. 28Das Wasser kehrte zurück und bedeckte Wagen und Reiter, die ganze Heeresmacht des Pharao, die den Israeliten ins Meer gefolgt war. Nicht einer von ihnen entkam. 29Die Israeliten aber waren auf dem Trockenen mitten durchs Meer gegangen, während das Wasser wie eine Mauer links und rechts neben ihnen stand. 30So rettete Jahwe sie an diesem Tag aus der Gewalt der Ägypter. Israel sah die Ägypter nur noch tot am Strand liegen. 31Und als den Israeliten bewusst wurde, dass Jahwe die Ägypter mit seiner gewaltigen Macht besiegt hatte, fürchteten sie ihn. Sie glaubten an ihn und vertrauten seinem Diener Mose.

Das Danklied der Befreiten

151Damals sangen Mose und die Israeliten ein Lied zur Ehre Jahwes:

Jahwe will ich singen, denn hoch ist er und unerreicht. Ross und Reiter warf er ins Meer. 2Jah1 ist meine Stärke und mein Lied, denn er ist mein Retter geworden. Er ist mein Gott, ihn will ich preisen. Er war schon der Gott meines Vaters, er, den ich lobe. 3Jahwe ist ein Kämpfer, Jahwe ist sein Name! 4Pharaos Wagen und seine ganze Macht, die warf er ins Meer. Die Elite seiner Wagenkämpfer ist im Schilfmeer versunken. 5Die Fluten haben sie bedeckt. Sie fuhren in die Tiefe wie ein Stein.

6Jahwe, deine Rechte ist mit Kraft geschmückt, deine Hand zerschmettert den Feind! 7In deiner unerreichten Majestät wirfst du die Rebellen zu Boden. Du schickst deinen glühenden Zorn; er frisst sie wie Feuer das Stroh. 8Du schnaubtest vor Zorn, da türmten sich die Wasser, da standen die Wogen als Wall. Die Fluten erstarrten mitten im Meer.

9Es prahlte der Feind: „Ich will sie jagen, ich hole sie ein, verteile die Beute, stille die Gier! Ich zücke mein Schwert und lösche sie aus!“ 10Doch als dein Atem blies, verschlang sie das Meer. Sie versanken wie Blei in den mächtigen Wogen.

11Wer von allen Göttern ist dir gleich, Jahwe? Wer ist so herrlich und heilig wie du, der Furcht erregt und Lobgesänge weckt, der Wunderbares tut? 12Du strecktest die Hand aus, und schon verschlang sie die Erde.

13Du lenkst mit Liebe das gerettete Volk, führst es in Kraft zu deiner heiligen Wohnung. 14Als die Völker das hörten, erzitterten sie; ein Schütteln packte die Philister. 15Da erschraken die Anführer Edoms, die Mächtigen Moabs begannen zu zittern, Kanaans Bewohner verloren den Mut. 16Furcht und Schrecken packte sie. Vor deinem mächtigen Arm wurden sie starr wie Stein, bis dein Volk hindurchzog, Jahwe, bis hindurchzog das Volk, das dir gehört. 17Du bringst sie hin, du pflanzt sie ein auf dem Berg, der dir gehört, am Ort, wo du wohnst, Jahwe, beim Heiligtum, das du errichtet hast.

18Jahwe ist König für immer und ewig!

19Denn als die Pferde und Streitwagen des Pharao mit den Reitern durchs Meer zogen, hatte Jahwe das Wasser über sie zurückfluten lassen. Die Israeliten aber waren auf dem Trockenen mitten durchs Meer gegangen.

Das Lied der Mirjam

20Dann nahm die Prophetin Mirjam, Aarons Schwester, ihr Tamburin zur Hand. Alle Frauen schlossen sich ihr an. Sie schlugen ihre Handpauken und zogen im Reigentanz hinter ihr her. 21Mirjam sang ihnen zu:

Singt Jahwe, denn hoch ist er und unerreicht! Pferd und Reiter warf er ins Meer.

Das Wasser von Mara und von Elim

22Mose ließ Israel vom Schilfmeer aufbrechen. Sie zogen los und kamen in die Wüste Schur. Drei Tage waren sie in der Wüste unterwegs und fanden kein Wasser. 23Dann kamen sie nach Mara3. Dort gab es Wasser, aber man konnte es nicht trinken, weil es bitter war. Deshalb hatte der Ort auch den Namen Mara, Bitterwasser. 24Da stellte sich das Volk gegen Mose und murrte: „Was sollen wir nun trinken?“ 25Mose schrie zu Jahwe, und Jahwe zeigte ihm ein Stück Holz. Das warf Mose ins Wasser. Da wurde es zu Süßwasser.

Dort stellte Gott sein Volk auf die Probe und richtete es auf Recht und Ordnung aus. 26Er sagte: „Wenn du auf Jahwe, deinen Gott, hörst und tust, was ihm gefällt, wenn du seinen Geboten folgst und dich an seine Vorschriften hältst, dann werde ich dir keine von den Krankheiten schicken, die ich den Ägyptern auferlegt habe. Denn ich bin Jahwe, dein Arzt.“

27Dann kamen sie nach Elim4. Dort am Wasser schlugen sie ihr Lager auf. In Elim gab es nämlich zwölf Quellen und siebzig Palmen.

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Footnotes

  1. 1Migdol ist das semitische Wort für Festung. Alle genannten Orte können Festungen meinen, die in der Nähe des heutigen Suez-Kanals lagen. Pi-Hahirot und Migdol werden in ägyptischen Quellen genannt.
  2. 2Wagenkämpfer. Die Streitwagenbesatzung bestand normalerweise aus dem Wagenlenker und einem Bogenschützen.
  3. 3kühn. Wörtlich: Mit erhobener Hand.
  4. 1Jah. Kurzform für Jahwe.
  5. 3Mara war eine Oase, ungefähr drei Tagereisen von Ägypten entfernt, vielleicht identisch mit Ain Hawarah, 75 km südöstlich von Suez.
  6. 4Elim lag 11 km südlich von Ain Hawarah im gut bewässerten Tal von Gharandel. Die Identifikation der Orte hängt allerdings davon ab, welcher Berg mit dem Sinai identifiziert wird.