2. Samuel 1
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1–10: Davids Sieg über alle Feinde
David Herrschaft über Juda (1–4)
David erfährt von Sauls und Jonatans Tod
11Als David nach dem Tod Sauls von seinem Sieg über die Amalekiter1 zurückgekehrt war, hielt er sich zwei Tage lang in Ziklag auf. 2Am dritten Tag kam einer von Sauls Leuten aus dem Heerlager. Seine Kleidung war zerrissen und er hatte Erde auf dem Kopf.3 Als er zu David kam, warf er sich ehrfürchtig vor ihm nieder. 3„Wo kommst du her?“, fragte ihn David. „Ich habe mich aus dem Heerlager Israels in Sicherheit gebracht“, erwiderte er. 4„Wie steht es?“, fragte David. „Berichte es mir!“ Er sagte: „Das ganze Heer wurde in die Flucht geschlagen, und viele sind gefallen. Auch Saul und sein Sohn Jonatan sind tot.“ 5Da fragte David den jungen Mann: „Saul und Jonatan sind tot? Woher weißt du das?“ 6Der junge Mann berichtete: „Ich geriet zufällig auf die Berge von Gilboa. Da sah ich Saul stehen, wie er sich auf seinen Speer stützte. Die Streitwagen hatten ihn schon fast erreicht. 7Da drehte er sich um, sah mich und rief mich zu sich. ‚Ja, Herr‘, sagte ich. 8‚Wer bist du?‘, fragte er. ‚Ein Amalekiter‘, antwortete ich. 9Da sagte er zu mir: ‚Komm her und gib mir den Todesstoß! Mit mir geht es zu Ende.‘ 10Da trat ich zu ihm und gab ihm den Todesstoß, denn ich sah, dass er seinen Fall nicht überleben würde. Dann nahm ich ihm den Stirnreif und die Armspange ab. Hier sind sie, Herr.“
11Da riss David sein Obergewand ein.4 Dasselbe taten auch die Männer, die bei ihm waren. 12Sie trauerten, weinten und fasteten bis zum Abend um Saul und seinen Sohn Jonatan, um das Volk Jahwes und die Männer Israels, die in der Schlacht gefallen waren. 13Dann fragte David den jungen Mann, der ihm das berichtet hatte: „Woher stammst du?“ – „Ich bin der Sohn eines amalekitischen Einwanderers“, erwiderte dieser. 14Da fuhr David ihn an: „Wie konntest du es wagen, den Gesalbten Jahwes anzutasten und ihn umzubringen?“ 15Er rief einem seiner jungen Männer zu: „Komm her und mach ihn nieder!“ Der ging hin und erschlug ihn. 16David sagte noch zu dem Amalekiter: „Dein Blut falle auf dich zurück! Du hast dir selbst das Urteil gesprochen, als du sagtest: ‚Ich habe dem Gesalbten Jahwes den Todesstoß gegeben.‘ “
17Dann stimmte David über Saul und dessen Sohn Jonatan die Totenklage an 18 und ordnete an, man solle es die Söhne Judas als Bogenlied lehren. Es ist im Buch der Heldenlieder5 aufgenommen worden:
19Deine Zierde, Israel, liegt erschlagen auf deinen Höhen! Wie sind die Helden gefallen! 20Berichtet es nicht in Gat, verkündet es nicht in Aschkelons Gassen, sonst freuen sich die Töchter der Philister, sonst jubeln die Töchter dieser Unbeschnittenen.
21Ihr Berge von Gilboa, Felder des Todes, kein Tau und kein Regen falle auf euch! Denn dort wurde der Schild der Helden besudelt, Sauls Schild, nicht mit Öl gesalbt, nein, 22mit dem Blut von Erschlagenen, dem Körperfett von Helden. Jonatans Bogen wich niemals zurück, Sauls Schwert kehrte nie erfolglos heim!
23Saul und Jonatan, geliebt und liebenswert, solange sie lebten, sind nun auch im Tod noch vereint. Sie waren schneller als Adler und stärker als Löwen.
24Ihr Töchter Israels, um Saul müsst ihr weinen, er hat euch in kostbaren Purpur gekleidet, er heftete Goldschmuck an euer Gewand.
25Wie sind die Helden gefallen mitten im Kampf! Jonatan erschlagen auf deinen Höhen! 26Mir ist weh um dich, mein Bruder Jonatan! Du warst mir über alles lieb. Deine Freundschaft war mir mehr, als Frauenliebe je bedeuten kann.
27Wie sind die Helden gefallen, verloren die Waffen der Schlacht!
Footnotes
- 1Die Amalekiter lebten als Nomaden im Negev, südlich von Beerscheba.
- 3Kleider … Kopf. Das waren Zeichen von Trauer und Entsetzen.
- 4riss … ein. Als Zeichen von Trauer und Entsetzen riss man das entsprechende Kleidungsstück vom Halsausschnitt an mit einem heftigen Ruck etwa eine Handlänge ein.
- 5Hebräisch: Jaschar = des Redlichen. Vermutlich eine Sammlung von Liedern auf die Helden Israels.
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