Logos Bible Study

Jona 1–2

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1–2: Der ungehorsame Prophet

Jonas Flucht

11Das Wort Jahwes kam zu Jona Ben-Amittai: 2„Los, geh nach Ninive, der großen Stadt, und ruf mein Urteil gegen sie aus! Denn ihre Bosheit stieg auf bis zu mir.“

3Aber Jona ging los, um Jahwe zu entkommen. Er wollte nach Tarschisch2 fliehen. Deshalb lief er nach Jafo3 hinunter und fand auch ein Schiff, das nach Tarschisch segeln wollte. Er bezahlte die Überfahrt und ging an Bord, um so weit wie möglich von Jahwe wegzukommen.

4Aber Jahwe schleuderte einen gewaltigen Sturm über das Meer. Das Unwetter war so schwer, dass das Schiff auseinanderzubrechen drohte. 5Die Seeleute hatten große Angst, und jeder schrie zu seinem Gott um Hilfe. Um die Gefahr für das Schiff zu verringern, warfen sie die Ladung über Bord.

Jona war unter Deck in einen entlegenen Raum gestiegen, hatte sich hingelegt und schlief fest. 6Der Kapitän kam zu ihm herunter und sagte: „Wie? Du schläfst? Steh auf und ruf deinen Gott an! Vielleicht besinnt sich dieser Gott auf uns, dass wir nicht umkommen.“ 7Dann sagten sie zueinander: „Kommt, lasst uns Lose werfen, damit wir herausbekommen, wer an diesem Unglück Schuld ist!“ Sie taten es, und das Los fiel auf Jona.

8Da fragten sie ihn: „Sag uns: Warum sind wir in diese Gefahr geraten? Was treibst du eigentlich für Geschäfte? Wo kommst du her, aus welchem Land? Zu welchem Volk gehörst du?“ 9Jona erwiderte: „Ich bin ein Hebräer und fürchte Jahwe, den Gott des Himmels, der Land und Meer geschaffen hat.“ 10Da bekamen die Männer große Angst und sagten zu ihm: „Wie konntest du das nur tun?“ Er hatte ihnen nämlich erzählt, dass er auf der Flucht vor Jahwe war. 11„Und was sollen wir nun mit dir machen, damit das Meer uns in Ruhe lässt?“, fragten sie ihn. Inzwischen war es noch stürmischer geworden. 12Jona sagte: „Werft mich ins Meer, dann wird es euch in Ruhe lassen. Ich weiß, dass dieser Sturm nur meinetwegen über euch gekommen ist.“

13Die Männer ruderten mit aller Kraft, um das Land zu erreichen. Aber sie schafften es nicht, weil das Meer immer heftiger gegen sie anstürmte. 14Da riefen sie Jahwe an und sagten: „Ach, Jahwe! Lass uns doch nicht umkommen wegen dieses Mannes und rechne uns seinen Tod nicht als Blutschuld an! Denn du, Jahwe, hast getan, was du wolltest.“ 15Dann packten sie Jona und warfen ihn über Bord. Sofort wurde das Meer ruhig. 16Da bekamen die Männer große Angst vor Jahwe. Sie brachten ihm ein Schlachtopfer und legten Gelübde ab.

Jonas Gebet

21Doch Jahwe hatte einen großen Fisch1 kommen lassen, der Jona verschlang. Drei Tage und drei Nächte lang war Jona im Bauch des Fisches. 2Von dort aus betete er zu Jahwe, seinem Gott:

3„In meiner Not rief ich zu Jahwe, und er hörte auf mich. Aus dem Bauch des Todes schrie ich um Hilfe, und du hörtest mein Rufen. 4In die Tiefe hattest du mich geworfen, / ins Herz der Meere, / die Strömung schloss mich ein. All deine Wogen und Wellen gingen über mich hin. 5Ich dachte: ‚Jetzt bin ich aus deiner Nähe verstoßen, deinen heiligen Tempel werde ich nie wieder sehen. 6Das Wasser umgibt mein Leben, die Tiefe schließt mich ein. Seetang schlingt sich mir um den Kopf. 7Bis zu den Wurzeln der Berge sinke ich hinab. Hinter mir schließen sich für immer die Riegel der Erde.‘

Aber du hast mich lebendig aus der Grube gezogen, Jahwe, mein Gott. 8Als mir die Sinne schwanden, dachte ich an dich. Mein Gebet kam zu dir in deinen heiligen Tempel. 9Wer die Nichtse aus Nichts verehrt, stößt deine Gnade zurück. 10Ich aber will dir opfern und dich mit lauter Stimme loben. Was ich gelobte, will ich erfüllen. Die Rettung ist bei Jahwe!“

11Da befahl Jahwe dem Fisch, Jona an Land zu bringen. Dort spie der ihn dann aus.

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Footnotes

  1. 2Tarschisch war die phönizische Kolonie Tartessus in Südspanien, wo Silber abgebaut wurde. Es lag gerade entgegengesetzt zu Ninive, etwa 4000 km westlich von Jafo. Ninive lag etwa 1000 km nordöstlich von Jafo.
  2. 3Jafo/Joppe, heute: Jaffa. Israelische Hafenstadt direkt südlich von Tel Aviv.
  3. 1Großer Fisch. Das könnte ein Riesenhai oder auch ein großer Zahnwal gewesen sein.